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 G7 am Ende
 15.04.2007, 23:27 (DSi Newsservice: Yann-Patrick Schlame)
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Die Galileo7-Convention ist am Ende. Seit kurzem ist auf der offiziellen Webseite zu lesen, dass es keine weiteren G7-Cons geben wird. Die zehnte G7 sollte ursprünglich im Oktober 2006 stattfinden, wurde aber einen Monat vor Beginn verschoben. Kurz darauf wurde September 2007 als neuer Termin bekannt gegeben. Grund für die Verschiebung waren Unstimmigkeiten mit dem Hotel, in dem die Con ursprünglich stattfinden sollte.

Am vergangenen Dienstag war auf der Webseite der G7 eine Mitteilung von Veranstalter René Ahlberg zu lesen, in der vom Ende der Con berichtet wurde. Ahlberg erklärt darin die Insolvenz seiner Firma Broadcast IT Services GmbH, über die die Convention veranstaltet wurde. In der ursprünglichen Fassung macht er verschiedene Con-Besucher namentlich für das Fiasko mitverantwortlich, da sie eine Hetzkampagne gegen die G7 geführt hätten. Am Mittwoch wurde der Text überarbeitet, es wurden nun keine Namen mehr genannt und er entschuldigte sich für diesen emotionalen Ausbruch.

Eine ausgiebige Begründung für das Aus der Convention wurde darauf hin im Forum der G7 veröffentlicht. In allen Beiträgen gibt Ahlberg zu verstehen, dass die Fans der Veranstaltung nicht mit einer Erstattung ihrer bereits gezahlten Kosten rechnen können. So habe ihn der Untergang der Convention und die damit einhergehende Insolvenz seiner Firma zum Hartz-IV Empfänger gemacht. Ausgangspunkt der Probleme seien vor allem die Streitigkeiten mit dem Con-Hotel gewesen, das kurz vor Con-Beginn im September 2006 gegen den Vertrag verstoßen habe. Ein Rechtsstreit mit dem Hotel sei jedoch wegen der hohen Kosten und wegen einer Erkrankung Ahlbergs nicht mehr erfolgreich zu führen gewesen.

In zahlreichen Foren sind kontroverse Meinungen der Fans zu lesen. Etwa in den Besucherkommentaren vom SF-Radio webbeat melden sich auch einige der zunächst namentlich angesprochenen User zu Wort und begründen, dass sie nach dem Ausfall der G7 im Jahr 2006 ihr Geld zurückforderten und schließlich einen Anwalt einschalten mussten, um die Forderungen durchzusetzen. Eine Hetzkapagne hätten sie allerdings nicht veranstaltet.

Kommentar
von Yann-Patrick Schlame

Damit geht also das große Con-Sterben in Deutschland weiter. Viele groß angekündigte Cons haben es nie über eine Existenz im WWW hinaus geschafft. Andere wie die Berliner Nexus-Convention verkündeten mehr oder weniger überraschend das Ende. Damit gab es in den letzten Jahren nur noch die beiden Platzhirsche G7 und FedCon in deutschen Landen. Als im vergangenen Jahr die G7 verschoben wurde, munkelten schon viele vom Ende der Con - womit sie nun Recht behalten sollten.

Wer die Schuld daran trägt? Außer René Ahlberg und einigen wenigen Vertrauten wird es niemand wissen. Ist Ahlberg fahrlässig mit den Vorauszahlungen der Fans umgegangen? Hat das Hotel Van der Valk einen rechtsgültigen Vertrag gebrochen? Oder haben Fans die Con zum Scheitern verurteilt, weil sie ihr Geld zurück wollten? Ohne Einblick in die Bücher lässt sich all dies nicht beurteilen.

Klar scheint, dass die Conventions in Deutschland traditionell eine sehr riskante Geschichte sind; es sind Veranstaltungen, die von Fans für Fans organisiert werden. Wenn die Veranstalter am Ende keinen Verlust machen, ist die Con bereits als großer Gewinn anzusehen. Die G7 hat es auf beachtliche 9 Ausgaben gebracht. Klar ist auch, dass die G7 sich eine feste Fangemeinde erarbeitet hat. Besonders geschätzt war schon immer die Nähe zu den Stars, weshalb auch das Motto "Join the Family" mehr als ein bloßer Slogan war.

Das Ende der G7 ist auf alle Fälle ein schwerwiegender Verlust für die Con-Landschaft; egal, ob man es nun eher mit der G7 oder der FedCon hielt oder gleich beide besuchte, es gab zumindest eine Auswahl. Und unabhängig von den aktuellen Diskussionen um René Ahlberg, die mitunter in unschöne Schlammschlachten abdriften, sollte man auch nicht vergessen, dass er Patrick Stewart nach Deutschland brachte, was bis zum letzten Moment kaum jemand wirklich für möglich hielt.

Die G7 war ohne Zweifel eine der großen deutschen Conventions und wird vielen Fans sicherlich in sehr positiver Erinnerung bleiben. Wirklich schade ist nur, dass einige dieser Fans ihr bereits gezahltes Geld nicht mehr zurückbekommen werden. Dies ist ein unwürdiges Ende für eine Veranstaltung von Fans für Fans, in die viel mehr Arbeit gesteckt wurde als nur jene von René Ahlberg. Bleibt zu hoffen, dass trotz dieser schlechten Nachricht auch künftig Fans den Mut und die Risikobereitschaft haben, Cons oder Fantreffen auf die Beine zu stellen, um für Star Trek und Co ein Forum zu schaffen, in dem sich die Fans im realen Leben treffen können und vielleicht sogar mit einigen ihrer Stars oder Idole zusammentreffen.

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