20 Mai 2013

Trekcast #017 – Star Trek Into Darkness

32 Kommentare

Trekcast-WP-17

Star Trek Into Darkness: Top oder Flop? Yann, Thorsten und Malte haben sich den neuen Streifen auf der Feder von Regisseur J. J. Abrams im Kino angesehen und sind unterschiedlicher Meinung.

In diesem Trekcast zerlegen wir den Film in die Punkte Handlung, Effekte/Optik sowie Charaktere. Kann die neue Classic-Besatzung überzeugen? Ist der Filmbösewicht plausibel? Gibt es zu viel Gewalt und Action? Und wie gefällt die Neuerfindung des Beamens und anderer Star Trek-typischer Effekte? Nicht zu vergessen: Kann die Handlung überzeugen?

Außerdem sprechen wir wie gewohnt über die zahlreichen Zuschriften, die uns von unseren Hörern erreicht haben, sowie über einige Neuigkeiten aus der Star Trek-Welt.

Achtung Spoiler! In diesem Trekcast sprechen wir über die Inhalte von Star Trek Into Darkness. Wer sich die Überraschung nicht verderben möchte, sollte ab Minute 15:40 abschalten.

Themen und Zeiten im Überblick

00:00:00 – Intro/Begrüßung
00:02:13 – News: Best of Both Worlds auf Blu-ray
00:05:51 – News. Gute Chancen für DS9 auf Blu-ray
00:08:36 – News: Fedcon in Düsseldorf
00:12:31 – News: Trekcast bei Reliveradio
00:15:40 – Star Trek Into Darkness (Achtung: Spoiler!)
00:22:40 – STID: DIe Handlung
00:47:10 – STID: Optik und Effekte
01:05:40 – STID: Charaktere
01:37:25 – Hörerzuschriften
02:15:29 – Yanns Anekdote

Links zur Sendung

DSi News: Blu-ray-Veröffenlichung der TNG-Doppelfolge The Best of Both Worlds
DSi News: DS9 hat gute Chancen auf Blu-ray-Veröffentlichung
Reliveradio (jetzt mit Trekcast)
Star Trek Into Darkness – Die offizielle Website
Maltes Rezension von Star Trek Into Darkness
Neue Webserie: Star Trek: Continues
TNG-Buch: Sektion 31 – Die Verschwörung

 

Moderiert wird der Trekcast von
Yann-Patrick Schlame,
Thorsten Kroke
und Malte Kirchner

Die aktuelle Folge könnt Ihr hier abrufen:

 

Trekcast bei iTunes abonnieren

Euer Feedback ist unser Antrieb: Wir freuen uns über Eure Zuschriften zum Trekcast: Schreibt uns eine E-Mail an info (at) trekcast.de, postet etwas auf unserer Trekcast-Facebook-Seite oder twittert mit uns (@TrekcastDe)!


Ebenfalls lesenswert:

[zum Anfang]
32 Responses to Trekcast #017 – Star Trek Into Darkness
  1. Toller Trekcast 🙂
    Bei Fedcon also auch nichts zum neuen Star Trek Universum? Ich hoffte ja schon bei der „Destination Star Trek London* auf irgendwas das auf die neuen Filme hinweist, aber da war nichts ausser ein kleines Zelt wo man das leider ziemlich vermurkste Spiel zum Film etwas antesten konnte.

    Es scheint mir so als ob an den Conventions mit den alten Schauspielern, Bildchen, Poster, sonstige Merchandise dinge… immer noch genug Geld gemacht wird um nicht auf das neue Pferd aufzusteigen. Ich denke dafür müsste der Veranstalter ja auch mehr Geld bezahlen.

  2. Ich trauere nicht alten Zeiten nach. Alles muß sich weiterentwickeln. Aber Abrams Star Trek fehlt irgendwie der Charme. Diese Filme sind nur auf Kasse, nicht auf Kult angelegt. Nichts, was man aus dem Kino mit nach Hause nimmt, nichts, an das man noch in 10-20 Jahre gerne zurückdenken wird. Ich fühle mit den Figuren nicht mit, das ist keine Zukunft in der man sich zu leben vorstellen könnte.

    Fraglos ein guter Actionfilm. Aber er wird nicht dadurch zu einem Star Trek Film, daß man „Star Trek“ draufschreibt und Figuren namens Kirk, Spock und McCoy mitspielen läßt. Mit Ausnahme von Kirk und McCoy erkennt man keinen Charakter wieder.

  3. Ich halte den Ansatz für grundsätzlich falsch, Star Trek im Mainstream verorten und in einer Liga mit „The Avengers“ oder „Iron Man“ spielen lassen zu wollen. Star Trek war nie ein Massenphänomen. TOS ist seinerzeit geflopt und entwickelte sich erst im Laufe der 70er und 80er Jahre zu einem Phänomen der Popkultur. Allerdings nur in gewissen Kreisen, vor allem in jenen, die in „The Big Bang Theory“ persifliert werden. Auch TNG gehörte – entgegen anderslautender Legenden – nie zu den „erfolgreichsten TV-Shows aller Zeiten“. Wahr ist, daß Star Trek vor allem in dem Jahrzehnt zwischen 1988 und 1998 einen gewissen Hype erlebte, wie die Vielzahl der Serien und Filme dokumentiert. Es wuchs allerdings nur die Zahl der Trekkies, nicht die Zahl der gewöhnlichen Zuschauer. Star Trek war zu jener Zeit besonders in gewissen Schüler- und Studentenkreisen beliebt (siehe oben). Diese zu jener Zeit „angeworbenen“ Fankreise tragen das Franchise im wesentlichen noch heute, ab 1998 wuchsen aber kaum noch jüngere Fans nach.

    Star Trek war auch nie auf den riesigen finanziellen Erfolg angelegt. Natürlich war man um gute Quoten bei den TV-Shows und Besucherzahlen bei den Filmen bemüht. Das war jedoch damals nicht das Hauptziel, welches auf Kosten der ursprünglichen Idee verfolgt wurde. Die Kohle wurde nicht durch die breite Masse verdient, sondern durch eine überschaubare Anzahl von Fans, die jede Wiederholung konsumierte und zusätzlich noch alles kaufte, was der Video- und Fanartikelmarkt hergab. Was den finanziellen Erfolg anging, war man damals auch bescheidener. Ein paar Millionen Dollar im Plus waren ein finanzieller Erfolg, während heute alles als Mißerfolg gilt, was nicht mindestens einen hohen zweistelligen Millionenbetrag als Reingewinn in die Kassen spült. Befreit von diesen Maßstäben konnte man es sich leisten, Geschichten zu erzählen, die zwar einen großen Einfluß auf gewisse Kreise hatte und auch die Naturwissenschaften inspiriert hat, aber zum keinem Zeitpunkt die Massen ansprachen.

    Ein Blick in die eigenen Verwandten-, Bekannten- und Freundeskreise offenbart, daß Star Trek im Vergleich zu anderen Fernseh- und Filmformaten nur sehr wenige Leute interessiert. Und das war auch zu seinen besten Zeiten so.

    Star Trek als Blockbusterkino kann nicht funktionieren. Genausowenig wie man einen politischen Robert-Redford-Film als Blockbuster für das Sommerkino inszenieren kann. Wer Tiefgründigkeit und Kult anstrebt, gute Kritiken und einen Platz in der Film- und Fernsehgeschichte ernten möchte, darf nicht auf die popcornfressende Masse schielen. Das schließt sich in der Regel gegenseitig aus. Vielleicht müssen wir uns von der Vorstellung verabschieden J.J. Abrams Star Trek sei überhaupt eine Fortsetzung des alten Franchise. Es scheint mir etwas völlig Neues zu sein, da nur den Namen Star Trek führt, mit dem alten Phänomen jedoch nichts zu tun hat und auch gar nicht zu tun haben will.

  4. Ich will das „alte“ Star Trek nicht verherrlichen. Obwohl ich es gerne geschaut habe und auch die Bluray-Veröffentlichungen weiterhin genieße, muß man ganz nüchtern konstatieren, daß von den rund 700 TV-Episoden im Schnitt bestenfalls jede vierte als gut angesehen werden kann und nur 2-3 Folgen pro Staffel Star Trek Highlights darstellen, die repräsentativ für das ganze Franchise sind. Ich habe gestern die ENT-Folgen „Allein“ und „Zwei Tage auf Risa“ angeschaut, die gemeinhin als recht gute Folgen der ersten Staffel gelten. Objektiv betrachtet sind die Folgen jedoch völlig belanglose Fernsehunterhaltung, die kaum echte SciFi-Elemente enthalten, geschweige denn Star Trek im Sinne der Roddenberry’schen Grundidee darstellen. Beide Stories könnten auch ohne Raumschiffbezug in jeder anderer Serien spielen. Eigentlich handelt es sich sogar um ganz miese Plots.

    Und so geht es auch TOS, TNG, DS9 und VOY. Die meisten Episoden kann man als Fan zwar wiederholt anschauen, es gibt aber nur wenige Folgen, die wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlassen und trektypisch sind. Wie jede andere Serie bezieht Star Trek seine Anziehungskraft nur noch aus dem Gewöhnungseffekt. Man möchte eben wissen, wie es weitergeht. Neue Zuschauer vermag das kaum anzuziehen. Besser wäre es sicherlich, anstatt 26 Folgen pro Staffel nur acht oder zehn zu produzieren, dafür mit mehr Budget und besseren Drehbüchern. „Game of Thrones“ macht es vor.

    Dies vorausgeschickt, ist gleichwohl festzustellen, daß das „alte Trek“ in weiten Teilen immerhin noch den Anspruch einer philosophischen, politischen und humanitären Utopie hatte, wenngleich große Teile von DS9, VOY und ENT von Roddenberry sicher nicht gebilligt worden wären und seiner Idee widersprachen. In J.J. Abrams Star Trek finde ich davon jedoch nicht einmal einen Ansatz wieder, wobei natürlich nicht Abrams, sondern die Drehbuchautoren die Hauptverantwortung tragen. Der Regisseur kann ja nur umsetzen, was ihm an Geschichte geliefert wird. Für mich ist das schon deshalb kein Star Trek, weil die Kinofilme immer nur die Fortsetzung einer TV-Serie auf der großen Leinwand waren. Ohne eine entsprechende Vorentwicklung der Charaktere im Fernsehen wirken die Helden auf der Kinoleinwand jedoch merkwürdig leblos, zumal deshalb, weil man die Charaktere – wenn auch mit neuen Schauspielern – nicht 1:1 aus TOS übernimmt, sondern sie völlig neu entwickelt.

  5. War ein wirklich guter Trekcast … sehr interessant.
    Ich bin ja auch eher abgeneigt gegenüber dem Abramstrek eingestellt. Es ist, wie ihr so schön sagt, nur mehr Popcornkino. Man hat sich eben hingesetzt und überlegt, was kann man aus der Kiste Star Trek alles rausholen, was Kohle bringt. Und da läuft dann das Storyfinding nach einem üblichen Schema ab. Der Film ist von der 1. Sekunde an nach einem Schema F durchgeplant. Da ich selbst in der Filmbranche bin, kenn ich solche Entscheidungen auch im deutschsprachigen Raum. Bei uns heißt es immer, egal was du erzählen willst, mach einen Krimi draus, dann kriegst du es gesendet. In den USA läuft es ähnlich ab. Dort gibt es für Autoren inzwischen Drehbuchvorlagen, wo ganz genau festgelegt ist, ab welcher Filmminute wieder eine Aktionszene kommen muss usw. Solche Vorlagen werden unter Heranziehung von Meinungsforschern und Finanzexperten erstellt, die darüber Studien anstellen, wie lange die Aufmerksamkeitsspanne des durchschnittlichen Zusehers zb. bei einem Dialog ist und basierend daraf darf dann eine Dialogszene auch nicht länger dauern und muss gleich wieder durch Action oder sonst was abgelöst werden. Das Blockbusterkino ist inzwischen eine reine Finanzwissenschaft geworden und hat mit Filmdramaturgie nichts mehr zu tun. Ihr könnt das übrigens gerne mal nachprüfen. Legt mal Transformers, oder Iron Man oder sonst so einen neueren Comicschinken ein und stoppt mal mit wie lange die Actionsequenzen dauern, und ab welcher Filmminute sie einsetzen und wieder aufhören. Ihr werdet feststellen, dass das Timing fast synchron abläuft. Eben wegen der Drehbuchvorlagen.

    Die Studios verfolgen inzwischen sogar eine ganz eigene Logik, was ihre Gewinnmaximierung anbelangt. Angenommen ein Studio wie Paramount braucht jährliche Einnahmen von 300 mio Dollar um ihre laufenden Kosten zu decken. Um das Geld einzunehmen und auch noch Gewinn zu machen ist es jetzt dem Studio egal ob sie einen 40mio Film machen oder einen 100mio Film. Aber die Finanzexperten sagen, es ist viel wahrscheinlicher, dass ein 100mio Film das Vierfache seines Geldes wieder einspielt, als ein 40mio Film das 10fache.
    Aus diesem Grund machen die Studios inzwischen fast nur mehr 100mio Blockbuster, weil es angeblich finanztechnisch sicherer ist mit einem teureren Film mehr Geld einzunehmen.

    Star Trek war übrigens immer sehr einträglich für Paramount. Inflationsbereinigt sind die meisten der alten Filme sogar gleichauf mit den Abramsteilen. Nur waren die Schwankungen früher höher. Jeder Star Trek Film hat über dies bis jetzt ordentlich Gewinn eingefahren. Man darf dabei nicht vergessen, dass die Einspielergebnisse früher anders gewertet wurden. In den 70er und 80er war das Startwochenende noch unwichtig, weil die Filme damals mit viel weniger Kopien anliefen und in den USA in Zonen aufgeteilt waren. D.H. da lief der Film zuerst an der Westküste an, dann an der Ostküste und ein paar Wochen später im Landesinneren zb. Die Filmkopien sind immer von Kino zu Kino weitergewandert. Das hatte zur Folge, dass die Filme länger brauchten um sich einzuspielen, sie liefen aber auch wesentlich länger im Kino.
    Heute muss ein Film am Startwochenende bestehen, weil am nächsten We schon wieder ein neuer Film startet und nach ca. 2-3 Wochen wird ein Film heutzutage abgesetzt.

    Die Auswertungsphasen waren also früher wesentlich länger und so betrachtet waren die meisten Star Trek Filme bisher wesentlich erfolgreicher als die Neuen, die sich erst über die Langzeitauswertung beweisen müssen. Übrigens auch Nemesis war ein Gewinn für das Studio, nur war die Durststrecke länger.

    Die Filmstudios kalkulieren aber heutzutage nicht mehr mit ihrem eigenen Geld, sondern es stecken ganz verworrene Finanzierungstricks dahinter. Kostet ein Film 100mio Dollar, so hat das Studio vielleicht ein Eigenkapital von 20mio tatsächlich reingesteckt. Der Rest wird durch Steuertricks und Gegengeschäfte etc. reingeholt. Dahinter stehen dann oft Verbindlichkeiten mit Dritten, die bedient werden müssen. Daher ist das Studio interessiert, mit einem Film so schnell wie möglich in die Gewinnzone zu kommen und daher setzen sie lieber auf teure Blockbuster, aus den oben bereits erwähnten Überlegungen.

  6. Hallo erst Mal…
    Mein Hauptproblem mit Into Darkness habe ich mit Khans Plan und die Handlungsweise der Föderation!

    Ich meine was soll das? Die Enterprise mit über 70 Torpedos zu bestücken um Kronos damit zu befeuern! Das hätte den Planeten wohl in Schutt und Asche verwandelt!

    Dann Khans Idee dahinter…hätte die Enterprise tatsächlich diese Torpedos ABGEFEUERT hätte Khan seine Leute mit einem Besen und einer Schaufel zusammenkehren können!

    Das ist komplett hirnrissig…und mein Haupt Kritikpunkt…alles andere ist Geschmackssache.

    Was die „Unterwanderung“ der Föderation betrifft…das hatten wir doch genau auch in in Deep Space Nine…bei der Doppelfolge „die Front“ (auch dort wurde von einem einzelnen General der Kriegszustand ausgerufen und mit einem großen Schiff der Galaxy Klasse die „Defiant“ gejagt und zum Abschuss freigegeben) Deshalb kann ich das nicht bei Deep Space Nine gut finden und bei „Into Darkness“ als Kritik bringen.

    Ansonsten schönes Gespräch, macht weiter so! Grüße aus Österreich!

  7. @ Cpt. Foster

    Wohl wahr. Früher veröffentlichten die Kinos noch stolz die Laufzeiten. Außen am Kino und in den Zeitungsanzeigen hieß es dann: „22. Spielwoche!“ Und es galten jene Filme als besonders erfolgreich, die sich lange im Kino hielten. Heute muß man sich beeilen, in den ersten Wochen im Kino gewesen zu sein, weil der Film kurze Zeit später wieder aus dem Programm genommen ist und bereits auf Bluray erscheint. Ich kann nicht unbedingt behaupten, daß ich es angenehm finde, am ersten Wochenende mit 400 popcornfressenden Pickelgesichtern im Kino sitzen zu müssen, die jede Szene kommentieren und ständig auf’s Klo rennen.

    Ich hätte nicht geglaubt, daß die Blockbuster in Sachen Action derart durchkalkuliert sind, wie Du es beschreibst. Das hieße ja, man kann sich heute jeden teuren Streifen ersparen, weil alle ohnehin nach Schema F ablaufen und man auf längere Dialoge und eine tiefsinnige Geschichte nicht zu hoffen braucht. Das konnte man aufgrund der Gleichförmigkeit dieser Filme in den letzten 10-15 Jahren zwar erahnen, aber eigentlich will man nicht wahr haben, daß heute nur noch Kino für den blöden Durchschnittszuschauer gemacht wird, der ansonsten „Berlin Tag und Nacht“ schaut (oder darin mitspielt) und über die Aufmerksamkeitsfähigkeit einer Stubenfliege verfügt.

    Ich bin irritiert darüber, daß so viele der „alten“ Trekkies in STID trotzdem einen guten Film sehen. Besonders kritiklos stellt sich die Lobhudelei in amerikanischen Foren dar, wo gleichsam Dankesgebete an den großen Star Trek-Gott gerichtet werden, daß man überhaupt wieder einen Film produziert hat, weshalb man verspricht, diesen auch fünfmal anzuschauen, damit genug Geld für den nächsten eingespielt werde. Alles an diesem Film ist dementsprechend großartig.

    Star Trek lebt von dem Mythos, es handele sich um intelligente Science Fiction mit einer philosophischen und politischen Botschaft. Tatsächlich erfüllen bestenfalls 10-20% des gesendeten Materials diesen Anspruch. Der Rest ist Soap Opera, dumpfe Action, das Alien der Woche oder eine Mischung aus all dem. Freilich ist es schwer, einen solchen Anspruch zu erfüllen, wenn im Schnitt alle zwei Wochen eine Episode geschrieben, abgedreht und nachbearbeitet werden muß. Immerhin hat man sich im Rahmen der Möglichkeiten wenigstens bemüht, dem Ruf gerecht zu werden (was nur selten gelungen ist). In Abrams Star Trek kann ich nicht einmal mehr ein solches Bemühen erkennen. Es gibt in STID nicht eine Szene, die auch nur ein Mindestmaß an Plausibilität vermittelt, geschweige denn den Zuschauer zum Nachdenken anregt und einen bleibenden Eindruck hinterläßt. Das ganze wirkte wie 130-minütiger Trailer.

    Nicht einmal hat sich jemand mit einem Glas Wein (von mir auch aus einem Tee Earl Grey heiß) in einen Sessel gesetzt, fünf Minuten reflektiert und etwas Intelligentes von sich gegeben. Das alles war nur eine Hetzjagd, die umso blöder wirkt, je länger man darüber nachdenkt.

  8. Zwei Fußballspiele begeistern dieses Jahr ganz Deutschland. In der ersten Begegnung treffen der FC Bayern München und der BVB im Endspiel der Champions League aufeinander. Das zweite Fußballhighlight ist der 17. Trekcast mit der finalen Kinokritik zu „Star Trek Into Darkness“.

    Wir bringen Ihnen nun einige Highlights von unserer Fernsehübertragung. Am Mikrophon wie immer Larry Nemecek.

    Larry: Heidi-Ho liebe Trekcaster und herzlich willkommen bei der Star Trek Kinoreview hier im SAMSUNG, äh SAMSONG Stadion. Das Stadion ist mit 75.000 Besuchern bis auf den letzten Platz ausverkauft und die Fans sind bereits in bester Stimmung.

    Fangsang: Tor – Tor –Thorsten! Malte vor – noch ein Tor! Ja, ja – Yann!

    Larry: Und da laufen unsere drei Helden auch schon ein. Wie immer sind alle schlank, sportlich und austrainiert mit Ausnahme von ….

    Schiedsrichterpfeife: (Pfeift!)

    Larry: Und da ist auch schon der Anpfiff. (Hektisch) Und Malte stürmt gleich nach vorne, umspielt seine beiden Gegner und netzt mit einem Weitschuss der Marke „J.J Abrams sucks“ unhaltbar ein. 1:0! Der Ball geht zurück an die Mittellinie und Malte sprintet wieder los. Jetzt eine Finte der Marke „ das ist kein Star Trek für mich“ und zack! 2:0! Was ist hier den los! Aufwachen Thorsten und Yann!

    Malte erobert sich wieder den Ball und wuchtet mit einem Kopfschuss Marke „ Verfluchtes Popcorn Kino“ den Ball in das Kreuzeck. 3:0! So etwas haben wir noch nie erlebt.

    Da kommt jetzt aber Thorsten und holt sich mit gutem Einsatz den Ball. Doppelpass mit Yann und da ist auch schon der Ball im Tor. 3:1! Geht doch, Jungs!

    Jetzt ein aufregender Kampf im Mittelkreis, wie beim FC Barcelona kreist der Ball um die Frage „ Was ist ein guter Star Trek Film“. Und da ist Tor-Tor-Thorsten und er wagt einen Weitschuss! Jawohl! 3:2!

    Wir kommen jetzt in die spannendste Phase, hier geht die Post ab, wir …

    Werbepause:
    (Eine Gruppe junger, lachender Menschen. Eine junge asiatische Frau blickt auf und spricht in die Kamera.)
    Schauspielerin: Hallo! Ich albeite mit meinen Kollegen bei Samsong. Wil sind ein gloßel Konzeln del viele gute Milklophone helstellt. Neben Milklophonen elzeugen will auch viele andele Eleklonikgeläte. Schau also auch du volbei bei Samsung! (Abspann mit Musik.)

    Larry: Und da sind wir wieder zurück im Spiel. Außer zwei gelben Karten, sieben Fouls und zwei Toren ist in der Zwischenzeit nichts Wichtiges passiert. Die Partie steht jetzt 3:4. Malte zeigt vollen Einsatz und versucht alleine seine ganze Spielhälfte zu verteidigen, aber Thorsten und Malte kommen immer wieder mit guten Aktionen nach vorne.

    Schiedsrichterpfeife: (Pfeift!)

    Larry: Und da ist das Ende der ersten Halbzeit. Für die Pause hat der Veranstalter etwas Besonderes vorbereitet. Will Riker wird mit seiner Posaune ein Medley seiner größten Hits aufführen. Wir geben in der Zwischenzeit ab in die Werbung.

    Werbepause:
    (Wir sind im Maschinenraum der Enterprise, vor uns arbeitet ein Ingenieur, er hat uns den Rücken zugekehrt. Als hätte er uns gehört, blickt er auf und dreht sich um. Es ist Scotty!)

    Scotty: Ay, Ihr wisst ja wie das ist. Der Kapitän will dass alles schnell und ohne Probleme funktioniert. Drei Staffeln lang habe ich das richtige Maschinenöl gesucht aber nie gefunden. Jetzt habe ich endlich die Lösung gefunden: Das Warp 7 Maschinenöl. Gut und günstig. Ich habe mir heute dafür ein paar Freunde eingeladen. Was sagt Ihr dazu C3PO und R2D2?
    R2D2: (Pfeift)
    Scotty: Ay, was hat er gesagt?
    C3PO: Das geht runter wie Öl.

    (Alle drei lachen, langsame Abblende.)

    Larry: Und da sind wir wieder. Will Riker verlässt das Spielfeld. Er wird mit faulen Tomaten beworfen. Er konnte das Publikum nicht überzeugen. Seine neue CD „Imzadi“ erhalten Sie im guten Fachhandel. Zurück zum Spiel.

    Ja, bei Malte lassen jetzt die Kräfte nach, aber noch ist er nicht geschlagen. Hier kommt er noch mit dem Einwurf „Lensflares“ aber der Einwurf geht daneben.

    Thorsten hat sich vorbereitet und kann den Angriff abwehren. Das Spiel dauert jetzt schon über zwei Stunden und alle Beteiligten sind am Ende ihrer Kräfte. Das Spiel verlagert sich jetzt ins Mittelfeld und es passiert nichts Entscheidendes mehr.

    Schiedsrichterpfeife: (Pfeift!)

    Larry: Und das war es! Endstand 3:4 gegen Malte. Ich brauche jetzt eine Pause und werde noch eine Runde in Quarks drehen. Bis bald, liebe Zuschauer! Euer Larry!

  9. „Lagerhallen-Set im Maschinenraum“

    In der Tat hat Abrams die Szenen im Maschinenraum (wie schon im Vorgäner) in der Bierbrauerei von Budweiser gedreht. Kein Scherz!

  10. „Uhura ist zu schwach“

    Naja, immerhin ist sie diejenige,die Khan mit ihrem Phaser am Schluss stoppt.

    „Die sexistische Phase in Star Trek begann mit 7of9“

    Nein. Es war eigentlich schon immer so. Guck dir mal die Classic-Serie nochmal genau mit den Kostümen für die Frauen an. Ich erinnere mal an „Kelinda und „Shahna“. Des Weiteren erinnere ich an Janice Rand, die nur Kaffee brachte und Uhura, die halt stets „ans Telefon gegangen ist“.

    Apropos TNG war ja jetzt auch nicht das gelbe vom Ei.
    Deanna Troi hatte auch ein hautenges lila Kostüm, anstatt professionelle Arbeitskleidung, und besonders emanzipiert war die jetzt auch nicht.

  11. […] Soccer Einschlafen: EP 234 – Unterstützer sammeln, Pfingstkochen und Niels Holgersen Trekcast: Trekcast #017 – Star Trek Into Darkness Textlastig: TL034 – Zork […]

  12. Kurz zum Film: Ich fand den 2. Teil der TOS Neufassung gut und unterhaltsam.

    Ich finde das ständige vergleichen innerhalb des Franchises nicht sehr zielführend.
    Ein Kinofilm muss kommerziell erfolgreich sein und steht immer in Konkurrenz um Zuschauer mit anderen Filmen seiner Zeit.Da dieser Film wohl anscheinend sehr erfolgreich ist hat das Studio und der Regisseur das Ziel erreicht. [Einspielergebnis ca. 150 Mil. in der ersten Woche]

    @Malte (in 40. Minute)
    Starke Behauptung das andere TNG-Filme besser waren am Startwochenende.
    Gibt es auch Zahlen die das annähern belegen?

    • Hallo Christian,

      vielen Dank für Dein Feedback.

      Die Zahlen kannst Du unter folgender Adresse nachlesen:
      http://www.insidekino.de/DJahr/DBOStartrekord.htm

      Es handelt sich um eine Auflistung der erfolgreichsten Startwochenenden in den deutschen Kinos. Nebenbei bemerkt bedurfte es keines J. J. Abrams, damit Star Trek dort auch in den Top 100 auftauchte. Aber das nur am Rande.

      Ich denke, der Link sollte Deine Frage nicht nur „annähernd“, sondern vollständig beantworten. 🙂

      Viele Grüße,
      Malte

      • Danke für den Link. Sowas habe ich gesucht.

        Ich hatte mir die Zahlen aus Amerika angeschaut. Da gab es leider nur $-Zahlen.

        Trotzdem hier mal die Durchschnittswerte pro Kinosaal:

        Start Trek XI $19,539
        Star Trek XII $18,140

        Star Trek VIII $10,923

        Amerika weil es zur Zeit noch der relevante Markt ist (gemessen am Gesamtergebnis)
        Wenn man 80% Ticketpreiserhöhung seit 1996 annimmt dann sind diese Filme gleichwertig.

        Und was sehr bedeutend ist : JJ hat es geschafft 2x hintereinander eine erfolgreiche ST-Film zu machen.
        Wann war das das letzte mal der Fall?

  13. Info bzgl. 3D Version

    Es ist eben nicht in 3d gedreht worden. Habe mir den Film deswegen auch in 2D angesehen.

    „Paramount Pictures requested director J.J. Abrams to make the film in 3D. However, Abrams wanted to shoot the movie two dimensionally on film using IMAX cameras. The two compromised, and as a result this film marks the first time in cinema history that a movie was filmed in the IMAX format and then converted into 3D in post production.“

    Quelle: http://www.imdb.com/title/tt1408101/trivia?ref_=tt_ql_2

  14. Ihr habt den Film sehr gut besprochen wie ich finde.
    Klar spuken einem immer noch mehr Dinge durch den Kopf, die man am liebsten alle irgendwem an den Kopf werfen will, aber letztlich ist damit niemandem geholfen.
    Der Film enthält einfach unfassbar viele Elemente und unfassbar viele Sinnlosigkeiten.

    Meiner Meinung nach sind die jeweils 3 Autoren unglaublich inkompetent. Einfach frustrierend, dass solche Leute in der Position sind, Star Trek Filme machen zu können.
    Die Typen schreiben nur von A nach D… für B fehlt ihnen das Wissen und für C das Fingerspitzengefühl, also wird C gleich weggelassen.
    Ihr sagt wie alle auch immer, dass JJ dies und JJ das tut… er tut höchstwahrscheinlich garnichts, außer das absurde Drehbuch bildgewaltig und routiniert umzusetzen, da er das mMn kann, hege ich gegen ihn noch am wenigsten Groll. Der Typ weiß aber vermutlich überhauptnicht, was er da zusammenbaut)

    3D:
    Das 3D ist konvertiert und sehr durchwachsen.
    Die Animationen sind solides 3D und echt fett, die konvertierten Filmaufnahmen strotzen vor Fokus-„Fehlern“. (Voder/Hintergrundschärfe, zu genau darf man nicht hinsehen)
    Generell ist der Film in 3D viel zu oft mega unscharf! Fand ich furchtbar.
    Kein Vergleich zu Avatar oder dem wahnsinnsbeeindruckenden HFR-Hobbit.

    Ich betrachte Star Trek seit 2009 als beendet.

    Ich kann Malte übrigens am besten von euch differenzieren. Aber so what… pitcht eure Stimmen einfach. Einer hoch, einer runter und einer original.

    Übrigens hat mich ACHTUNG SPOILER Nimoys Synchro entsetzt. (Fand seine letzte Stimme schon furchtbar (die ganz alte Synchrostimme war fantastisch), aber das war echt hart…) Übrigens… wie fast jedes Ereignis im Film ein absolut an den Haaren herbeigezogen und UNLOGISCH!

    Erinnert sich noch jemand an den Zustand von Sarek in TNG, kurz vor seinem Tod? … DAS IST UNLOGISCH UNLOGISCH!!!!!!!! – Der arme Mann hat einfach Star Trek Into Darkness geguckt… (könnte man super mit der Szene zusammenschneiden, wo er bei der Musikaufführung weint…)
    Ich „fühle“ mit ihm.

    Übrigens… nach euren Überlegungen zu den Filmbudgets kam mir der Gedanke, dass man Hollywood eigentlich nur eine Generalkrise wünschen kann, damit die Badgets sich mindestens halbieren….
    Wenn das zur Folge hat, dass die Filme 10 Jahre lang an inhaltlicher Substanz gewinnen, dann verweigere ich mich gerne weiteren Kinobesuchen.
    Aber dass das die Lösung ist noch utopischer, als das Originale Star Trek.

    Gruß
    und macht weiter so!

    • @Mr. Wuff:
      Die Spock Synchro hat mich auch extrem erschreckt. Vor allem hatte ich das Gefühl das sein Willkommensgruß mit der alten und der rest seiner Zeilen mit der neuen Stimme vertont wurde.

      @Podcast:
      Ich fand die Besprechung auch sehr schön. Allerdings finde ich die häufigen Vergleiche und Bezugnahmen auf das TNG Universum etwas unangebracht. Es ist ja schließlich ein TOS (Serie) Remake. Und meiner Meinung nach hatte TOS nie viel mit TNG+ zu tun. In TOS (Serie) war alles immer etwas bunter und verrückter und nicht so wissenschaftlich (Griechische Götter und Kraftfelder die wie Hände aussehen). Von daher ist es für mich nur logisch das es auch in den neuen Filmen etwas haarsträubender zugeht.

      Das Entschuldigt jedoch nicht die Sache mit dem Wasser am Anfang.

      Und warum zur Hölle sind die Schiffe jetzt alle so riesig? Das Kampfschiff am ende muss ja über 2km lang gewesen sein. Das geht mir gefährlich in Richtung StarWars Gigantismus.

      • @Roman,
        Es steht ein Krieg mit den Klingonen bevor. Da muss die Sternenflotte aufrüsten.
        Ich denke deshalb diese Monsterschiffe. Soll ja auch die Klingonen etwas beeindrucken 😉

        • @Kevin

          Ja aber jetzt mal im Ernst: diese USS Vengeance sah wie eine Weiterentwicklung der ENTERPRISE-E aus dem 24. Jh. aus, also die ENTERPRISE F oder G!
          Dann hatte sie Transwarp, was eigentlich nur die Borg haben und evtl. die Voyager, beide ebenfalls aus dem 24. Jh.
          Dann konnte sie im Transwarp feuern und Kirk s Enterprise einholen…Hallo?!
          Das ganze erinnerte stark an NEMESIS, wo sich vor der kleinen ENTERPRISE-E der riesige remansiche Warbird CIMITAR enttarnte und der ENTERPRISE-E in jeder Hinsicht überlegen war. fehlte nur noch, das Kirk Khan mit der Enterprise rammte….
          Die Idee, Khan auf diese Weise einzuführen, fand ich nicht schlecht, es war nur nicht ordentlich durchdacht worden. Khan wirkt hier wie ein zahnloser unaufgeweckter Stubentiger, angesichts der Tatsache, das er ein hochgefährlicher Warlord war und ist. Ricardo Montalban war und ist da die Idealbesetzung. Der von B. Cumberbatch gespielte „Khan“ wirkt eher wie einer von Dr. Arik Soong‘ s Augments aus dem ST ENT Dreiteiler der 4. Staffel: Borderland/Cold Station 12/Die Augments…der war klasse!!!

  15. ja, unbedingt die Badgets reduzieren! (ähm: „unerwünschte Tiefschläge“…) – aber eigentlich meinte ich die Budgets. 😉

  16. Ein toller Trekcast!
    Ich als Gelegenheits- Star Trek- Zuschauer, dem neben den Filmen nur „Das nächste Jahrhundert“ vertraut ist, finde die Unterhaltungen und Diskussionen sehr interessant und kann mich nebenbei in Sachen Star Trek fortbilden.
    Der Film hat mir ganz gut gefallen, die vielen Kritikpunkte sind aber durchaus nachvollziehbar.
    Wollte nur vermelden, dass mir die Folge sehr gut gefallen hat. Macht weiter so!

  17. Hallo ihr 3,

    eure Sendung hat mir gut gefallen, gerade die ausführliche „STID“ Besprechung. Interessant fand ich, dass ich mich irgendwie in jedem von euch ein bisschen wiedergefunden habe.

    Ein Kommentar von Malte ist mir allerdings aufgefallen, zu dem ich auch noch meine Meinung sagen möchte:
    Im Fazit erwähnt Malte, dass es ja auch bestimmte Fans gibt, die Abrams nicht zu sehr verteufeln, gerade weil der Erfolgskurs der beiden Filme eventuell den Rechte-Inhaber CBS dazu bringen könnte, eine neue „Star Trek“ Serie zu produzieren.

    Ich denke bei einer Serie – egal ob nun irgendwann im alten Universum oder der alternativen Kinozeitlinie oder etwas komplett Neuem – könnte „Star Trek“ wieder mehr zu dem werden, was ich und wohl auch ihr mehr erwartet, wenn ihr an „Star Trek“ denkt.

    Die Stärken von „Star Trek“ lagen in keinem der bisher 12 Filme (ich fand als Filme allenfalls IV, VI und VIII überzeugend – alle anderen wirkten auf mich eher wie aufgeblähte Episoden), sondern eher in der Vielfalt innerhalb einer Serie. Ein Film hat rund zwei Stunden Zeit. In dieser Zeit muss er es schaffen, eine Situation einzuführen, durchzuackern und zum Abschluss zu bringen. Das da Charaktere und Situationen auf der Strecke bleiben ist nur normal. Zudem muss gerade bei einem rund 190-Millionen-Blockbuster so viel Geld eingespielt werden, dass wirklich jeder Depp ins Kino rennen muss, um den Streifen überhaupt rentabel zu machen – daher werden gerade solche „Blockbuster“ ja auch nach einer gewissen Formel geschrieben und bieten nur selten wirkliche Überraschungen (dass Christopher Nolan etwa in „Inception“ zumindest für einen Blockbuster mal davon abgewichen ist, und der Film trotzdem einschlug, ist leider die Ausnahme).

    Eine Serie dagegen hat pro Staffel 10, 12, 18, 22 oder mehr Episoden. Bei einer gut geschriebenen Serie können Woche für Woche abgeschlossene Geschichten verschiedenen Coleurs (mal humorvoll, dann eher nachdenklich, mal action-orientiert dann wieder charakterbezogen) erzählt werden und nebenbei über Folgen hinweg eine größere Handlung vorangetrieben werden. Auch eine Charakterentwicklung funktioniert über einen längeren Zeitraum (=Folgen/Staffeln) einfach besser als in einem Film. Eine Geschichte wie bspw. „Das zweite Leben“ oder „Der Nachkomme“ – zwei herausragende TNG Episoden – hätte nie als Kinofilm funktioniert, innerhalb der Serie aber hervorragend .
    Daher denke ich. Mag die neue Kino-Trilogie vielleicht etwas zu bunt und überfrachtet sein – vielleicht ebnet sie den Weg für eine neue Serie, die uns dann alle wieder begeistern könnte.

  18. […] Bei den Fans ist Star Trek Into Darkness nicht unumstritten. Vor allem ging es um die Frage, ob der Film zu actionlastig ist. Abrams setzte erneut sehr stark auf Effekte. Die Reaktionen waren zwiegespalten – auch viele Leser des DSi und der Trekcast-Seiten waren sich uneins, wie der Film zu bewerten ist. Im siebzehnten Trekcast wurde der Film von Yann-Patrick Schlame, Thorsten Kroke und Malte Kirchner b… […]

  19. Hallo Ihr drei,

    vielen vielen Dank für schöne Stunden, vor allem der Feedback-Bereich empfinde ich als „familiär“.

    Zu Star Trek into Darkness zwei schöne Anmerkungen:


    http://www.youtube.com/watch?v=4N15J4ibej8

    Beides zwar auf Englisch, aber es werden viele Inhalte (z.B. Raumschiffe sind unnötig) aus Eurem Podcast aufgegriffen.

    Macht bitte weiter so!

    Nochmals Danke

    Volker Schneider-Kluge

  20. Also ich fand den Film ok, wenn ich ihn neutral ansehe.
    Aber es ist Star Trek.
    Und aus der Sicht ist der Film unerträglicher Mist
    Die Star Trek Technologie hat eine Lor (Grundlagenwikkipedia wenn man so will).
    Kronos ist nicht 2 Meter neben der Erde.
    Und der Transporter hat nunmal keine Reichweite von wer weiß wievielen Lichtjahren.
    Es ist eingewaltiger Unterschied wenn Khan wegen mir ein schnelles Schiff geklaut hätte, oder eben diese totale non sense „Wir sparen die Flugszenen“ Idee.

    Star Trek war mal ein Sinnbild für (Im Vergleich zum Sci Fi Fernsehuniversum allgemein) halbwegs realistisch (klingende) Technologie zu haben.

    Des weiteren, wie gesagt waren die Klingonen nutzlose Clowns, Wenn die so wären wäre da sKlingonische Reich schon von den Trribble erobert worden.

    BeiIndianer Jones ist Actionfeuerwerk super. Das erwarte ich da. Aber bei Star Trek erwarte ich (und will das) nicht. Action is fein, klar, aber will ich jetzt wegen mir in Den Hobbitfilmen aufeinmal den Temrinator rumrennen sehen, weil das cool wäre? Nein.
    Und darum geht es, es passt einfach nicht in die Saga.

  21. Hallo,,ich gehöre der sagenhaften uralten nach-dem-Baden-auf-ZDF-Raumschiff-Enterprise-glotzen-Generation an;-).
    Und bin leider etwas zynisch…
    Die sich steigernde?Qualität des J.J.Treks hat für mich den Grund das Abrams ganz genau weiss was funktioniert!
    Er weiss genau das polarisierende Meinungen die Leute dazu bringt die Filme zugucken..
    Das hat nix mit Filmkunst zutun,aber alles mit reiner Unterhaltung.
    Abrams weiss ein erster rebooteter Startrek-Film darf nicht zu gut sein denn sonst gibt es keine Steigerungsmöglichkeiten mehr.Dann kann man immer noch ne Schüppe drauflegen :-).
    Das grosse Publikum will unterhalten werden
    -die kleine Trek-Gemeinde will aber ein bisserl mehr
    -Inspiration..
    Die können aber nur mehr oder weniger kleine Fanprojekte bieten..mal schauen wer als ehemaliger Fan eine der kommenden grossen St-filme dirigieren darf.
    Man braucht ja immer wieder frisches Blut in Hollywood,hahaha

  22. Was die Logiklöcher angeht …Section 31 steckt dahinter!
    Sie hat Scotty Gedächtnis bezüglich Transwarp-Beamen gelöscht,aber er weiss das,er kennt sich aus(deshalb immer gutgelaunt der Gute;-)).
    Pike als Kirk kontrollierende Vaterfigur ist auch deren Idee.
    Und die Tochter von Marcus diente als stabilisierendes Element..
    Und Khans „Familie“ in den Torpedos sollte diesen „zähmen“!
    Das man Khan überhaupt wiedererweckte,man wollte eine menschlische Waffe gegen die Klingonen einsetzten-wie Weyland-Yutani die Aliens-dumm gelaufen,harhar.
    Idee fürn Spin-off:Die Abenteuer von Section 31(Marvel Agents of Shield-mässig)
    Mal schauen was abrams als nächtes macht“Lost in space“!Mal als Gerüchtin die welt setzen.
    Achja Trekcast ist super,weiter so

  23. Mir ist Abrams Liste mit Anmerkungen zu Kandidaten für Khan in die Hände gefallen:
    „Stallone -welcher? Frank“-nope
    „Van Damme-nope“
    „Chuck Norris- hat 2mal bis Unendlich gezählt“-nope
    „Steven Seagal-hat zuviele Gesichtsausdrücke“-nope
    “ Affleck Casey oder Ben,Stiller(Ben oder Jerry?)-nope
    „Hulk Hogan-nope“

    „Schwarzenegger-braucht keine Lens-Flares,wg Zähnen“-possible
    „Ben Kingsley-wer Ghandi kann,kann auch Khan“ possible
    „Armand Assante-wer Gotti kann,kann auch Khan“ possible
    „Sigourney Weaver -Catfight mit Marcus“ possible

  24. Ich habe mir gestern und heute einige eurer Trekcasts angesehen und möchte hier nun, da es sich um das letzte offiz. Produkt handelt, das Ihr besprochen habt, abschließend einen Podcast-übergreifenden Kommentar abgeben.

    Zunächst… Ihr macht hier eine wirklich großartige und auch amüsante, v.a. aber auch kompetente Show – Danke dafür!

    (Da ich später auf sehr vieles Grundlegendes eingehen werde, hier ein paar Hintergrundinfos zu mir, die wohl auch meine Meinungen mitbeeinflussen. Da der Kommentar aber wohl sehr lang wird, und auch nicht jedeR so viel lesen will, der kann das hier nun auch überspringen, obwohl diese Passage vielleicht bzgl. meiner Kritik an dem Film durchaus auch wichtig ist.)

    1) Mein Background:
    a) OTS: ich habe OTS bereits als Kind gesehen, da die Serie in der 1.Hälfte der 80er noch im TV lief. Mir war zwar bereits damals klar, dass die Serie sehr alt ist und nicht unbedingt sehr ernst zu nehmen ist, aber seit damals bin ich ST-Fan. OTS mag & schätze ich heute noch und hab‘ meinen Spaß daran.
    b) TNG: war dann die Serie, die dazu führte, dass ich mich selbst auch als Fan zu bezeichnen begann. Damals fand ich sie großartig, heute finde ich sie z.T. doch schon sehr antiquiert und meine uneingeschränkte Wertschätzung hat doch schon ein wenig abgenommen.
    c) DS9: ist die einzige Serie mit der ich nie richtig „warm“ wurde. Ich mochte keinen der Charaktere wirklich gerne, wobei sie durchaus tolle Charakterentwicklungen hatte, aber es war mir eben keine der Personen wirklich sympathisch.
    d) Voyager: – mochte ich hingegen wirklich gerne. Ich fand die Leute sympathischer und auch das Setting mit Raumschiff mochte ich einfach mehr. Damals war ich sogar so ein großer ST-Fan, dass ich mir die DVDs aus der Videothek holte, was vorher von mir undenkbar für eine Serie gewesen wäre.
    e) Enterprise: Ich war zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht mehr großartig an ST interessiert. Die Serie fiel mir im TV nur beim Durchzappen durch die Kanäle auf und ich lehnte sie sofort ab. Den Schauspieler kannte ich aus einer anderen Serie, die mir schon nicht so besonders gefiel, Das Intro lehnte ich ebenfalls ab, was aber wohl auch an der Musik lag, die irgendwie nicht zu ST passte. Amerikanischer Ami-Rock ist zwar durchaus okay, aber das erinnerte überhaupt nicht an ST, genausowenig wie die Uniformen. Ausserdem war ich an der Zukunft interessiert und ein zeitlich näherliegendes Retro-Setting fand ich völlig abtörnend. Im Nachhinein hab ich entdeckt, dass ich völlig falsch lag. Enterprise gehört für mich ab Ende der zweiten Episode zu dem Besten was ST zu bieten hat (wenn auch hier bei Weitem nicht alles Super ist, wie aber in allen Serien). Ich finde es auch einfach am zeitgemäßesten.
    Ich bin also durchaus SEHR vertraut mit Star Trek, allerdings besitze ich weder irgendein ST-Produkt (DVDs, Merchandising,…), noch weiß ich auswendig was in welcher Folge passierte, ja noch nicht einmal die Namen der Folgen sind mir bekannt. Ich bin also eher ein „normaler“ Fan, dem mehr die grundlegenden Konzepte und Ideen interessieren, wobei gerade deshalb, da Ihr doch sehr kompetentes Hintergrundwissen habt, Euer Podcast auch so interessant ist.

    und jetzt die Überleitung zu dem Thema hier:

    2) Star Trek-Filme und Star Trek Reboot:

    mir fiel beim Anhören der vielen Casts auf, dass Ihr (oder vielleicht wars auch nur Einer und ich konnte die Stimmen nicht auseinanderhalten) über die neue Filmreihe ziemlich hergezogen seid. Dass die neuen Filme in der Fanbase abgelehnt werden, war mir bisher aber gar nicht aufgefallen, da ich weder in meinem Freundeskreis einen Trekkie habe, noch in der Online-Community unterwegs wäre. Daher hat mich dieser Beitrag auch interessiert um zu erfahren wie Ihr diese Ablehnung begründet.

    Auffällig war zunächst, dass am Anfang jedes „fiese“ Darüber-Herziehen mit einem „“bösen““ (schwarzhumorigen) „Har-Har“-Lachen quitiert wurde. Der Eindruck war also gleich zu Beginn, dass es wohl „in“ ist, innerhalb der Community über JJAbrahams herzufallen. Umso erstaunlicher war, dass dann wohl 2 von Euch den Film doch ganz gut fanden, das Ende aber wiederum wieder den Eindruck vermittelte, als ob man es ablehnen würde, man die positiven Aspekte wieder hinwegwischt und zur Ablehnung zurückkehrt, weil man diese Filme einfach auch schlecht finden will.

    Ich mochte eigentlich noch nie die Star Trek-Filme, was v.a. daran liegt, dass ich an Filme einfach ein ganz anderes Wertmaß anlege. Serien – und ST ist da keine Ausnahme – haben einfach schlechtere Schauspieler, auch schlechtere Drehbücher. Ich finde nicht, dass es nur am Zeitstress und am mangelnden Budget liegt. Die Filme empfand ich eigentlich immer als eine Doppelfolge im Kino. Aber ich war an OTS auch nicht mehr interessiert und TNG war im Kino nicht überzeugend.

    Eine Serie kann aber m.A.n. auch durchaus schlechtere Schauspieler haben, schlechtere Drehbücher, denn letztlich kommts aufs Große und Ganze an. Um die Welt, die über viele Folgen erzeugt wird, etwas dass in Spielfilmlänge eben auch nie so ausführlich passieren kann. Wenn dann mal etwas nicht ganz so gut ist, so kann man da durchaus auch mal ein – oder auch zwei Augen zudrücken, in einem Film finde ich das allerdings dann nicht mehr okay. Vieles in einer Serie kann man dann auch mittels seiner eigenen Fantasie ergänzen oder auch als symbolisch abtun. Es hat mehr was von 80er-Jahre Computerspielen im Gegensatz zu einem Film von dem ich doch Realistischeres und weniger Trashiges erwarte.

    Das grundlegende Problem, beim Vergleich der Serien mit den neuen Kinofilmen liegt, so finde ich, auch darin, dass man die beiden Medien einfach nicht vergleichen kann. Star Trek ist nunmal eine Welt die regelrecht nach einer Serien-Umsetzung verlangt, denn es braucht einfach Zeit um all die Ideen und Charakterbeziehungen zu etablieren. Etwas woran ein Film, mit seinen 90 minuten, immer scheitern muss.

    Nichtsdestotrotz fand Ich den ersten der Reboot-Filme überraschender Weise ganz gut und okay, den Zweiten dann sogar richtig gut, obwohl ich eigentlich kein Mainstream-Kino-Fan bin, erst Recht nicht von Action-Filmen. Die Schauspieler sind im gehobenen Hollywood-Niveau, die Effekte richtig gut und als Filme finde ich beide sogar besser als die letzten 4 Star WARS-Filme und das ist doch ein witklich gutes Zeichen, denn auch wenn ich kein riesiger Star Wars-Fan bin, so schätze ich dieses Franchise durchaus und immerhin ist das ein Produkt, dass auch wirklich auf der Kinoleinwand zu Hause ist.

    3) Was meiner Meinung nach Star Trek ausmacht:

    Immer wieder kommt ihr darauf zu sprechen und auch in dieser Folge musstet ihr notgedrungen darauf eingehen.

    Ich stimme in zwei wesentlichen Punkten zunächst mit Euch (oder Einem von Euch?) überein, dass ST zunächst mal in erster Linie eine Darstellung einer positiven Utopie ist. Vergleichbar vielleicht mit Thomas Maurus „Utopia“, Francis Bacons „Neu-Atlantis“ oder sogar mit Platons Philosophenstaat.

    Ein zweiter wichtiger Aspekt ist die immer wiederkehrende Frage von Ethik und Moral, die überaus zentral und dominierend ist.

    Andererseits spielt allerdings auch Politik eine große Rolle, die Technik, der Fortschritt usw. Z.B. irritiert mich immer wieder, wenn von jemanden gesagt wird, etwas in ST würde auf den Kalten Krieg mit der UdSSR hindeuten, denn eigentlich halte ich die Welt von ST, wenn vielleicht nicht unbedingt kommunistisch, doch für eine in der der Sozialismus umgesetzt ist. Die Überwindung der Geld- und Marktwirtschaft ist ein wesentliches und grundlegendes Merkmal der Serie, welches alles beeinflusst. Eigentlich – so finde zumindest ich- steht ST selbst politisch ziemlich weit links.

    Wie auch immer… dennoch stört mich, dass einer von Euch immer wieder einwirft, dass wenn diese Punkte verlassen werden, es sich eigentlich nicht mehr um Star Trek handelt, denn ich finde, dass sich die Welt seit OTS zweifellos, aber auch schon seit TNG sehr stark gewandelt hat – und bestimmt auch die Fans.

    Ich finde, dass ein Festhalten an diesen alten Formeln einfach nicht mehr zeitgemäß ist und ich deshalb die Kritikpunkte an Star Trek Enterprise und an Star Trek- Reboot nicht okay finde.

    Bis in die 80er war die (westliche) Welt noch sehr stark Pro-Amerikanisch, selbst wenn man sich eine Jacke oder T-Shirt kaufte, konnte man darauf sehr oft auch amerikanische Flaggen finden, obwohl wir doch in diesem Land nicht mal lebten. Die Welt war klar in Gut und Böse eingeteilt und die Rolle der USA wurde nicht hinterfragt, obwohl man aufgrund von R.Reagan nun wirklich allen Grund dazu gehabt hätte.
    Mit Bush I und somit Anfang der 90er wandelte sich das dann zum ersten Mal so richtig, aber das Ganze wurde durch einen doch irgendwie für Europa sympathischen Cliinton eingebremst, bis schließlich Bush II witklich dazu führte, dass man in Europa nun z.T. (wenn auch in der Radikalität auch oft nicht fairen) Anti-Amerikanismus bei vielen von uns führte. Warum ich das erzähle?
    Das Ganze war eine grundlegende Erschütterung im Bewusstsein von uns allen. Das Schwarz-Weiß-Denken stellte sich als völlig falsch heraus. Es war nun viel offensichtlicher geworden, dass dieses Gut-Böse-Denken viel zu einfach ist.
    Gerade aber diese Einfachheit, die noch VOR Bush II an der Tagesordnung stand, schlägt sich auch in ST nieder!
    TNG wurde in der Zeit von Bush I und Clinton produziert, berief sich aber eindeutig noch auf den grundlegend positiven Werten der Demokraten.
    Moralisch-Ethische Fragen waren zwar konfliktbeladen und durchaus kompliziert zu lösen, was das Ganze auch spannend machte, aber die Antworten waren dennoch oft sehr einfach und dem Betrachter dann klar vorgegeben. Man aktivierte den Betrachter zwar, aber man ließ ihn eigentlich nie von der Leine, man konfrontierte ihn nicht mit moralisch-ethischen Fehlverhalten. So wie man es sieht, so ist es auch. Dass etwas dass man sieht, jedoch eigentlich ablehnenswert ist, dass die Kritik genau so auch formuliert wird, dass das was man sieht und zeigt nicht gleichzeitig bedeutet, dass man es auch gutheisst, das hat Star Trek so nie vorgenommen, wäre aber eine viel zeitgemässere Kritikform, da es den Betrachter auf ganz andere Art einbezieht. Erst Enterprise hat das z.T. versucht, wobei man das Ganze leider noch nicht sehr gut ausformuliert hatte, was auch zu Missverständnissen führte.
    Mein Fazit zu dem Punkt ist also, dass sich sowohl die Reboot-Filme, aber auch eine zukünftige Serie von dieser sehr einfachen Bevormundung des Zuschauers verabschieden muss, um heute noch relevant zu werden. Die Welt ist eben nicht mehr Gut & Böse, ethische Fragen sind nicht so einfach mit einem Entweder-Oder zu beantworten. Das was also ST in dem Punkt ausmachte, wenngleich es vielleicht auch sympathisch war, ist heute nicht mehr aufrecht zu erhalten. Das Schwarz-Weiß-Denken von früher ist für heute viel zu naiv und man muss die Grauzonen verstärkt auch betreten, ja sogar die schwarzen Seiten um die Kritik von dort aus auch aufzeigen zu können.

    Das wiederum heisst, man muss sich auch von der positiven Utopie verabschieden!
    Ich merke das zB auch an meinen eigenen Einstellungen. Während ich in den 90ern und zu Zeiten von TNG noch überaus optimistisch in die Zukunft schaute, den menschlichen Fähigkeiten grundlegend positiv gegenüberstand, so bin ich das heute bei weitem nicht mehr.
    Alles was sich in den letzten Jahren oder Jahrzehnt abgespielt hat, lässt viel mehr Negatives Befürchten: Wirtschaftskrise, Wiedererstarken von faschistischen Tendenzen, Ausländerfeindlichkeit, Übermacht der USA, pseudo-Demokratien in Russland, Abbau der Demokratie und des Sozialstaates in Europa, Überwachungsstaat, usw.

    Star Trek von heute, will es noch relevant sein, MUSS sich diesen Problemen stellen, daher muss es sich auch zu einer dystopischeren Version wandeln, will sie an einer relevanten Diskussion teilnehmen. Dazu gehört dann zB eben auch, dass ein Kapitän falsche moralische Entscheidungen trifft (Archer) oder dass das Ganze durchaus auch gewalttätiger wird.

    Eine Abkehr von diesen Grundprinzipien von ST, was Einer von Euch zB an Star Trek Enterprise und auch hier bemängelt hat, ist also kein Verrat an den Werten von ST, sondern vielmehr eine Notwendigkeit und muss stattfinden um den Grundprinzipien von ST zu entsprechen: nämlich – auch heute noch relevant in einer gesellschaftlichen Diskussion zu sein.

    Und ich hoffe, dass die zukünftige Serie dem auch nachkommt, auch wenn wir ST dann kaum mehr wiedererkennen werden. Es wird Zeit für eine dunkle Epoche in der Geschichte der Föderation!
    Das ist „fast“ notwendig, eine positive Utopie ist – wenn auch sympathisch – heute einfach nicht mehr vertretbar und wäre ein Fehler.
    Das heisst allerdings auch nicht, dass das Gezeigte dann auch immer von den Machern gutgeheissen wird – oder werden soll, ich finde, dass ST diese einfache Erzählweise, in der man dem Betrachter bereits alles vorgekaut hinwirft, dass dann auch nicht mehr selbst hinterfragt werden muss, weil es so einfach die richtige Wahl vorexerziert, nicht mehr passt und einfach auch naiv ist.

    Am Schlluß auch noch ein Side-Step:
    Mass Effect ist übrigens in der Tat eine geniale Spieleserie, alle Teile! Unbedingt spielen auch wenn die ersten Minuten im Spiel noch nicht so überzeugend sind, es zahlt sich richtig aus.

    hoff‘ es blieb wer bis zum Schluß dabei,
    liebe Grüße aus Wien

  25. Nun fiel mir auf, dass ich zu den Star Trek-Reboots eigentlich gar nichts gesagt habe, und das vielleicht den Eindruck ergibt, als würde ich das dort bereits verwirklicht sehen, dem ist aber nicht so!
    Das war vielmehr eine Reaktion auf die Kommentare auf einen von Euch, derjenige der die Reboots ablehnt, wobei ich auch glaube, dass es dieselbe Person war, die auch die moralische Verwerflichkeit bei Enterprise anprangerte.

    Die Star Wars-Reboots halte ich aber dennoch für gelungen, nämlich bezüglich des Formats Kinofilm, wo Star Trek niemals mehr sein kann als kurzzeitige Unterhaltung und das wurde meiner Ansicht nach durchaus sehr gelungen umgesetzt und kann mit den großen Franchises im Kommerz-Kino mithalten, wie z.B. Star Wars oder die unzähligen Superhelden-Filme. Das halte ich in Bezug der Filme für einen Fortschritt, denn die alten Filme waren alles irgendwie nur teurere Serienproduktionen ohne wirklich relevanten Zusammenhang mit der Serie. Filme, die irgendwie schon auch Trash waren, wie auch die Serie das z.T. auch ist.

    Mit „Trash“ meine ich, dass Star Trek, so umfangreich und komplex diese Welt bereits ausformuliert ist, schlechte Schauspieler z.B. durchaus verkraftet, denn diese Schauspieler, deren Rollen sind oftmals nur Stellvertreter für größere Ideen und daher kann man von Fehlleistungen innerhalb der Serie auch abstrahieren und die ausblenden, weil sie fürs Große Bild nicht grundlegend schaden. Bei einem Film erwartet man sich allerdings ein höheres Niveau in diesen Bereichen, währenddem eine Serie immer davon lebt alles viel genauer und expliziter darzustellen in der Lage ist.

    Mein vorheriger Kommentar betraf also vielmehr wesentlicher Kritkpunkte von Euch, die sich durch viele Trekcasts ziehen bzw. vielleicht auch nur von einem von Euch vertreten werden.

    Meine Wunsch-Serie für die Zukunft würde da z.B. sehr vielen dieser typischen Star Trek-Elemente widersprechen, wenngleich ich sie sehr gerne eben genau in diesem bereits unglaublich ausgefeiltem Universum sehr gerne angesiedelt sehen würde.


[zum Anfang]

Kommentar verfassen