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Episodenbeschreibung
Nachdem
Garak und Bashir ihr Mittagessen beendet haben, gehen
sie wieder zurück an ihre Arbeit. Kira begegnet dem
Doktor und hat eine Frage an ihn, als beide eine
Explosion vom Promenadendeck hören: Garaks Geschäft
ist in die Luft geflogen. Bashir kann den verletzten
Cardassianer herausholen.
Sisko,
O'Brien und Odo untersuchen die Ruine, Odo vermutet
einen von Garaks möglichen Feinden. O'Brien findet
heraus, daß die Explosion wie ein Unfall aussehen
sollte, was für Odos These mit dem Attentat spricht.
Sisko
und Odo besuchen den Schneider auf der
Krankenstation, sie sprechen Garak auf seine
Vergangenheit als Agent an, doch der nimmt sie nicht
ernst. Auf die Frage nach seinem Grund wegen seines
Exils erzählt der Cardassianer Banalitäten, sodaß
Sisko und Odo genervt gehen. Bashir erklärt Garak,
daß er nicht immer lügen soll, doch dieser
verteidigt seine ständigen Lügen.
Odo
bittet Garak in sein Büro, um die Passagierlisten
der Schiffe von DS9 durchzusehen, doch Garak entdeckt
nichts besonderes. O'Brien kommt zu Odo - er hat den
Auslöser gefunden. Odo erkennt, daß dieser Auslöser
nur von Flaxianern benutzt wird. Er verhört den
einzigen Flaxianer auf der Station, einen
zwielichtigen Parfumhändler. Odo spricht den Händler
darauf an, daß man mittels seines Parfums Nervengift
mischen kann, doch dieser streitet mangels Beweise
alles ab. Währenddessen installierte O'Brien einen
Transporter, damit Odo ihn verfolgen kann. an Bord
des Runabouts befindet sich auch der Schneider, der
Odo überredet, daß er mitdarf. Bei der Verfolgung
explodiert das Schiff des Flaxianers.
In
der Offiziersmesse erklärt Odo der Crew, daß die
Romulaner wahrscheinlich hinter dem Anschlag stecken,
Garak ist ratlos. Sisko und Odo kontakten die
Romulaner, die zugeben, daß sie den Flaxianer
exekutierten, aber bezüglich Garak wüßten sie
nichts, was Sisko und Odo nicht glauben. Da sie nicht
im Fall weiterkommen, nennen sie nochmal die Fakten:
Garak meidet andere Cardassianer und war höchstwahrscheinlich
Agent des Obsidianischen Ordens, desweiteren lebt er
im Exil. Odo kommt auf die Idee, daß er vielleicht
eine cardassianische Quelle kontakten könnte. Mit
einem Runabout fliegt er zu einem Asteroiden und
trifft einen vermummten Cardassianer, der Odo
mitteilt, daß diese Sache mit Garak ein Teil eines
viel größeren Puzzles ist: Viele romulanische
Warbirds wurden getarnt in der Nähe der
cardassianischen Grenze bemerkt, es fanden viele
Truppenbewegungen statt. Fünf andere Ex-Agenten wie
Garak sind bereits tot. Zurück auf DS9 zeigt Odo
Garak die Namen, während er ihn direkt verhört. Odo
wirft ihm vor, daß er sein Geschäft selbst in die
Luft gesprengt hat, da der Attentäter - ein
Giftmischer - Garak mit Gift töten wollte. Damit Odo
den Fall ernst nimmt, mußte Garak, der das Attentat
ahnte, sein Geschäft selbst sprengen, um Odos
Aufmerksamkeit zu bekommen. Garak gibt zu, daß die fünf
toten Agenten und er Berater und Gefährten von
Enabran Tain, dem ehemaligen Oberhaupt des
Obsidianischen Ordens, also dem cardassianischen
Geheimdienstes, waren. Garak kontaktet Tains Haus,
aber nur die Haushälterin Mila ist dort - die Garak
bittet, Tain zu suchen und zu helfen.
Bashir
verabschiedet sich von Garak und Odo und der
Schneider setzen Kurs auf den Planeten, wo sich Tains
geheimes Versteck befindet. Garak erklärt, daß Tain
allein für sein Exil verabtwortlich ist. Odo
vermutet, daß Tain Garaks persönlicher Mentor war
und er daher so loyal ist, da gewisse Emotionen zu
Tain vorhanden sind. Garak findet seine Analyse gut,
er fragt sich nur, wem der Constable seine Gefühle
widmet, wo er doch keine zeigt. Allerdings kenne er
sich sehr gut mit Gefühlen aus, da er Garaks
Emotionen zu Tain erkennt und als Herleitung für
seine Loyalität trotz des Exils benutzt. Odo sagt
nichts dazu.
Odo
und Garak entdecken einen Warbird, der sich enttarnt,
und schon werden sie von einem Traktorstrahl erfaßt,
während sich zwei Romulaner an Bord beamen. Auf dem
Warbird werden sie zu Tain gebracht, einem dicken
Cardassianer, der autoritär, aber auch väterlich am
Schreibtisch sitzt. Nach einem eloquenten Wortgefecht
mit Garak erklärt er, daß eine Flotte aus getarnten
romulanischen und cardassianischen Schiffen
aufbricht, um die Heimat der Gründer anzugreifen,
damit der Alphaquadrant vor dem Dominion sicher ist.
Dies ist kein Plan der Regierungen, sondern eine
Eigeninitiative der Geheimdienste. Die Romulaner
haben die Informationen der Sternenflotte ausgewertet
und arbeiten nun mit den Cardassianern zusammen. Tain
will nach dieser Aktion als Oberhaupt des
Geheimdienstes zurückkehren. Damit ihm niemand in
die Quere kommt, mußte er alle sechs Berater töten
lassen, nur Garak konnte überleben. Garak erklärt,
daß er Tain helfen wollte. Da die Sternenflotte wohl
nur eingreifen wird, wenn sie mehr Informationen
haben, bleibt Odo als Gefangener an Bord. Garak kann
sich aussuchen, ob er ins Exil zurück geht oder Tain
bei dieser Mission hilft. Nach kurzem Überlegen
nimmt Garak Tains Angebot an und bleibt an dessen
Seite...
Bewertung
Dies
ist der erste Teil der Doppelfolge, und hier haben
wir es mit einem waschechten Cliffhanger zu tun:
Warum hat sich Garak dem Mann angeschlossen, der ihn
ins Exil brachte und der ihn töten wollte? Ist dies
der Auftakt zu einem großen Krieg mit dem Dominion?
Was ist mit der Allianz der Geheimdienste? Fragen über
Fragen, die im zweiten Teil hoffentlich
beantwortet werden.
Aber
fangen wir vorne an: Garak ahnt, daß etwas im Gange
ist und er fürchtet um sein Leben. Damit alle ihn
ernst nehmen, jagt er sein Geschäft in die Luft,
bevor der Attentäter zuschlagen kann. Nun sind Sisko
und vor allem Odo auf diese Sache aufmerksam geworden
und sie können den mutmaßlichen Mörder
identifizieren, der allerdings von seinen
Auftraggebern exekutiert wird. Garak weiß nun auch
nicht weiter, aber als Odo ihm die Liste mit seinen
toten Kollegen zeigt, ist Garak schlagartig bewußt,
daß es mit Tain zu tun hat. Vielleicht ist er in
Gefahr? Garak beschließt, Tain zu suchen, und findet
ihn als Führer der romulanisch-cardassianischen
Invasionsstreitmacht, die die Oberhäupter des
Dominions angreifen wollen. Natürlich steht Garak
Tain zur Seite, das ist nicht diskussionswürdig.
Verpackt
wird dieser Plot mit sehr viel Undurchsichtigkeit,
denn Garak lügt einfach gerne, was es seinen
Mitmenschen nicht leicht macht. Allerdings läuft so
für ihn alles nach Plan, er manipuliert Odo und
Sisko so, daß sie ihm helfen.
Wer
ist Garak eigentlich? Auf DS9 lebt er im Exil, er
arbeitet zur Tarnung als Schneider. Er war aber
einmal Agent des Obsidianischen Ordens und
wahrscheinlich kein schlechter. Nach dieser Folge,
der Episode "Das Implantat" sowie
den Ereignissen aus
"Schatten der Hölle" /
"Im Licht des Infernos" kann
man sich folgenden Reim auf die zwielichtige Person
machen: Garak war ein einflußreicher Agent des
Ordens, der unter anderem auch im bajoranischen
Sektor tätig war. Da er hauptsächlich nur seiner
Ethik loyal ist, gehorchte er nicht den Befehlen und
brachte Tain in politische Schwierigkeiten. Im
angedeuteten Gespräch in dieser Folge kann man das
beobachten. Tain interpretierte es als Verrat, doch
Garak betont, daß es nur politisch war, da ihn seine
Ethik dazu zwang. Nach dieser Aktion mußte Tain zurücktreten
und als Dank verbannte er Garak nach DS9 ins Exil.
Von da an wartet Garak auf seine Chance, wieder zurück
nach Cardassia zu gelangen, dabei arbeitet er immer
zum Wohle seiner Heimat, wie es seine Überzeugung
interpretiert - im Grunde genommen ist er ein guter
Mensch, nur seine Methoden sind eben hart. Später
unterstützt er die Sternenflotte, um dem Dominion
den Gar aus zu machen, was ihm schließlich auch
gelingt, er darf in
"Das, was Du zurückläßt" nach
Cardassia zurückkehren. Garak ist ein sehr
gebildeter, kultureller und philosophischer Mensch,
seine Lebenserfahrung kommt hinzu, wie man anfangs an
dem Gespräch mit dem Doctor erkennt. Desweiteren ist
er aufgrund seiner Agentenlaufbahn ein exzellenter Lügner
und Schauspieler, um seine Leute zu manipulieren.
Hinzu kommt auch noch, daß er ein brillianter Redner
und Rhetoriker ist. Dem naiven Bashir gibt er genau
das, was dieser will: Eine zwielichtige Rolle als
Spion und viele Geheimnisse. Bei Odo muß er schon
viel subtiler vorgehen, trotzdem beweist der
Menschenkenner einen guten Instinkt: Er vermutet, daß
Tain Garaks Mentor war, was seine Loyalität zu ihm
erklärt. Allerdings wissen wir ja aus "Schatten der Hölle", daß Tain Garaks Vater ist,
weshalb Garak ihm stets helfen will. Dies erklärt
auch, warum er ihm zweimal zu Hilfe eilt (diese Folge
und "Schatten der Hölle") und
auch mit ihm bei der Invasion zusammen arbeiten will.
Beide halten aber ihre Tarnung aufrecht, daß sie nur
Mentor und Schüler sind, aber unter dem Aspekt, daß
beide Vater und Sohn sind, geben die Dialoge zwischen
beiden einen viel unterschwelligeren Sinn.
Interessant
ist aber auch der politische Aspekt dieser Episode:
Zum einen mag diese mächtige Allianz der Schattenvölker
Cardassianer und Romulaner schon verwundern, denn die
Sternenflotte hätte erhebliche Probleme, mit dieser
Kombination fertig zu werden. Zum anderen ist man
gespannt, wie dieser Angriff ausgeht und wie sich die
Sternenflotte verhält, den es sieht so aus, als wenn
die Chancen nicht schlecht stehen, daß die Allianz
das Dominion vernichtet. Wie geht es dann nur im
Alphaquadranten weiter? Überhaupt sind die Romulaner
ein Völkchen, das gerne an der Politik im
Alphaquadranten interessiert ist, wenn man an den
Pakt mit der Sternenflotte in "Die
Suche" oder dem Eintritt in den späteren
Krieg in
"In fahlem Mondlicht" denkt.
Alles
in allem haben wir es hier mit einer sehr guten Folge
zu tun: Die Handlung ist durch Garaks Plan sehr gut
konstruiert, er brilliert in den Szenen mit Odo, wenn
er ihn zum Mitkommen zur Verfolgung überredet, oder
wenn er ihm auf seine Fragen antworten muß. Garaks
Konstruktion der Ereignisse macht einfach Spaß und
man erfährt auf diese Art einiges über seine Person.
Desweiteren ist die Folge auch sehr spannend, zum
einen läßt Garak den Zuschauer ebenso im Dunkeln
mit seiner Vergangenheit und seinen Kommentaren, zum
anderen möchte man diesen dubiosen Fall auch mit Odo
lösen und es ist einfach erfrischend, wie logisch
und nachvollziehbar zur Handlung Odo seine Schlüsse
zieht. Überraschend sind die Romulaner am Ende und
natürlich der bevorstehende Krieg, was durch den
Zweiteiler zusätzlich angeheizt wird. Sehr gut!
Die
Spezialeffekte sind in dieser Folge vom guten Makeup
des Flaxianers abgesehen recht durchschnittlich,
alles hat man schonmal gesehen, alleine die Kulisse
von Garaks zerstörtem Laden mag neu sein, sonst ist
alles bekannt. Die Spezialeffekte bekommen eine Drei,
was die Endnote dieser exzellenten Folge aber nicht
beeinflußt.
Pikant:
Während Paul Dooley als Tain nochmal in "Schatten
der Hölle" zu sehen ist, mimt Julianna
McCarthy die Haushälterin Mila nochmal im DS9-Finale
"Das, was Du zurückläßt".
Nebenbei führt Avery Brooks bei der Episode Regie.
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