TNG 1.21 Die WaffenhändlerT h e A r s e n a l o f F r e e d o m |
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Episodenbeschreibung
Sternzeit: 41798,2Die Enterprise soll im Lorenz-Cluster nach dem leichten Kreuzer USS Drake suchen, der seit kurzem vermißt wird. Riker kennt deren Captain, Paul Rice: sie besuchten zusammen die Sternenflottenakademie. Riker erzählt, daß Rice ein risikofreudiger Captain ist, der in Gefahrsituationen aggressiv und schnell reagiert. Beispielsweise wurden bei der Abschlußprüfung der Akademie drei Lösungsmöglichkeiten geboten; Rice verwarf alle drei und entwickelte eine vierte, was ihm ein besonderes Lob einbrachte. Seither stehen den Prüflingen alle vier Lösungen zur Verfügung. Riker erläutert, daß ihm das Kommando über die Drake angeboten wurde, er aber lieber als erster Offizier auf der Enterprise dienen wollte. Die Drake hatte sich zuletzt in der Nähe des Planeten Minos gemeldet; aus unerklärlichen Gründen sind alle intelligenten Lebewesen vom Planeten verschwunden, die Drake sollte dem nachgehen. Data berichtet, daß die Minosianer einst ein Volk von Waffenhändlern waren. Vor allem in den Ersalope-Kriegen lieferten sie an beide Seiten immer neue und hoch entwickelte Waffen. Als man in den Orbit um Minos einschwenkt, wird das Schiff gerufen - obwohl die Sensoren nur pflanzliche Vegetation und Tiere auf der Oberfläche anzeigen, jedoch keine intelligenten Lebewesen, und auch von der Drake fehlt jede Spur. Die Nachricht scheint eine Aufzeichnung zu sein, die beim Eintreffen der Enterprise automatisch aktiviert wurde. Es meldet sich ein gut gekleideter Mann, der mit freundlichen Worten folgende Botschaft verkündet: "Wer
immer Sie sind, von wo Sie auch kommen, ich grüße
Sie! Willkommen auf Minos, dem Arsenal der Freiheit.
Wenn Sie irgendetwas brauchen, etwas ganz besonderes,
gleichgültig, ob für ein Ziel, oder für mehrere,
fragen Sie uns, wir haben es. Wir auf Minos, wo wir
nach dem Motto leben: Frieden durch größere
Feuerkraft. Eine gute Bewaffnung ist die beste
Versicherung. Dann läßt Picard den Kanal schließen, er hat genug gesehen. Er läßt Riker ein Außenteam bilden, um die Sache näher unter die Lupe zu nehmen. Tasha schlägt vor, nur ein kleines Außenteam zu bilden, um auf eventuell noch vorhandene Waffensysteme schnell und flexibel reagieren zu können. Riker stimmt zu; zusammen mit Tasha und Data beamt er runter. In der
dichten, dschungelartigen Vegetation angekommen,
erkennt Data, daß ihre Com-Verbindung zur Enterprise
abgehört wird. In der Nähe des Außenteam wird eine
Energiezunahme angezeigt. Kurz darauf trifft Riker
auf Rice, der ihm unentwegt Fragen über Rikers
Schiff stellt: er will alles über Besatzung,
Höchstgeschwindigkeit, Bewaffnung und Technik
erfahren. Schnell erkennt man, daß dies nicht Rice
ist. Als Riker den Fremden in Gestalt seines Freundes
damit konfrontiert, verwandelt er sich in ein
kleines, drei Meter über dem Boden schwebendes
Gerät, welches Riker mit einem Strahl in eine
Energieglocke einschließt. Tasha schießt mit ihrem
Phaser auf das Gerät, und es explodiert, doch Riker
ist in der Energieglocke erstarrt. Data folgert, daß
das Gerät dazu gut war, Informationen zu sammeln:
zunächst hat es Rice nachgebildet, um Riker so viele
Informationen wie möglich zu entlocken, und ihn
anschließend konserviert, um ihn zu einem späteren
Zeitpunkt einer detaillierteren Befragung zu
unterziehen. Data meint, er könne die Energieglocke
unschädlich machen, würde aber ein wenig Zeit
dafür benötigen. Tasha und Data haben indes mit dem zweiten Gerät zu kämpfen, das die Suche nach Picard und Crusher offenbar aufgegeben hat. Zu Tashas Verwunderung weicht es ihren Schüssen aus, erst als Data ebenfalls darauf feuert, kann man es zerstören. Anschließend gelingt es ihm, Riker zu befreien, der ein wenig "groggy" ist, sich aber ansonsten wohl fühlt. Da die Kommunikatoren ausgefallen sind, macht man sich zu Fuß auf die Suche nach dem Captain und Dr. Crusher. Doch bald erscheint ein dritter Flugapparat, der nicht nur dem Beschuß ausweicht, sondern auch noch über einen Deflektor verfügt. Erst als alle drei darauf schießen, explodiert das Gerät. Data stellt fest, daß diese Geräte scheinbar exakt alle 12 Minuten erscheinen und sich konstant verbessern, indem sie aus den Fehlern ihrer Vorgänger lernen. Daher dürfte das nächste Gerät eine vermutlich unüberwindbare Hürde werden... Geordi
hat währenddessen ebenfalls Probleme: nachdem Riker
von Data befreit wurde, wollte man gerade das
Außenteam hochbeamen, als plötzlich ein fremdes,
unsichtbares Schiff auftaucht und die Enterprise ohne
Vorwarnung unter Feuer nimmt. Da man mit aktivierten
Schilden nicht beamen kann, steht man vor einem
Problem: Worf kann das fremde Schiff nicht schnell
genug erfassen, bevor es das Feuer einstellt und an
einer anderen Stelle wieder auftaucht, und der
Versuch, seinen Angriff vorherzuberechnen, schlägt
ebenfalls fehl. In der
Höhle hat Picard indes eine Apparatur entdeckt, die
er mittels Knopfdruck aktiviert. Der Mann, der
bereits die automatische Nachricht gesprochen hatte,
erscheint plötzlich, wird holographisch von einem
Computer projeziert. Er ist ganz offenbar bemüht,
den Captain von den Vorzügen des Echo Papa 607 zu
überzeugen, des Waffensystems, das das Außenteam
angreift und sogar in der Lage ist, Raumschiffe zu
zerstören. Der aktuelle Angriff stellt eine
Demonstration dar, um die beeindruckenden
Fähigkeiten des Systems aufzuzeigen. Picards
Aufforderung, das System abzuschalten, kann er nicht
nachkommen: einmal aktiviert, läßt sich das System
nicht mehr aufhalten... Und bald wird die vierte und
letzte Waffe gestartet, die die drei Personen auf der
Oberfläche gleich angreifen und vernichten wird. Allerdings
ist der Angreifer im Orbit noch aktiv: als die
Enterprise zurückkehrt, wird sie sofort unter Feuer
genommen. Geordi läßt Kurs auf die Atmosphäre des
Planeten setzen. Langsam versagen die Schilde, die
Hüllentemperatur steigt auf kritisches Niveau, und
der Angreifer feuert munter weiter. Doch dann begeht
das Objekt den entscheidenden Fehler: es folgt der
Enterprise in die Atmosphäre, und dabei verursacht
es Turbulenzen, die Worf für eine Zielerfassung
nutzen kann. Geordi gibt den Feuerbefehl, und das
Objekt wird zerstört. Anschließend beamt man die
fünf Offiziere von der Oberfläche an Bord. Die
Krankenstation meldet, daß Dr. Crusher außer Gefahr
ist, und Geordi will Picard das Schiff wieder
übergeben. Doch verschmitzt grinsend meint Picard: Im
Detail: Um dies abschließend zusammenzufassen: die Story quillt vor Fehlern über, das Verhalten der Charaktere ist vollkommen unglaubwürdig; man kann sich den Begriff schwachsinnig nicht verkneifen. Die ersten Minuten zielen darauf hin, ohne Rücksicht auf Verluste eine Ausgangssituation zu konstruieren, mit der dann weiter gearbeitet werden kann, doch diese Konstruktion ist dermaßen daneben, daß sämtliche Konsequenzen darunter zu leiden haben. Wenn man dies jedoch für einen Moment ignoriert, gibt es einige wenige angenehme Aspekte zu berichten: die Szenen zwischen Picard und Crusher in der Höhle sind interessant und aufschlußreich. Picard erkennt, daß er weniger über Beverly weiß, als er dachte; beispielsweise wußte er nichts von ihrer Pflanzenkunde oder ihrer Großmutter, von der sie diese Kenntnisse erhielt. Seine Versuche, Beverly wach zu halten und ihr soweit möglich medizinische Hilfe zukommen zu lassen, betonen seinen Charakter durchaus auf geschickte Weise: er hat prinzipiell wenig Ahnung von Medizin und erster Hilfe, läßt sich das aber kein Bißchen anmerken, tut vielmehr so, als wüßte er genau, was er macht, und daß man bald gerettet werden wird. Gewissermaßen eine Fortsetzung dieser Situation stellt die Episode "Kontakte" dar, wo die beiden wieder auf sich alleine gestellt eine Krise bewältigen müssen. Geordis
Führungsstil macht Appetit auf mehr: einmal von der
personellen Seite und dem unangenehm unsympatischen
Lt. Logan abgesehen, leistet Geordi ganze Arbeit,
analysiert die Lage und trifft eine Entscheidung: es
besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, den Kampf zu
verlieren. Also führt er die Trennung durch, um die
Zahl der möglichen Opfer auf Sternenflottenpersonal
zu minimieren und die Zivilisten an Bord keiner
unnötigen Gefahr auszusetzen. Der Flug in die
Atmosphäre ist geschickt, da man durch die von der
Waffe ausgelösten Turbulenzen endlich eine Erfassung
durchführen kann und somit in der Lage ist, einen
gezielten Schuß abzugeben, der das fremde Schiff
zerstört. Leider wird er eine solche Chance kaum
noch einmal erhalten. Als Geordi liebevoll
über einige der Einrichtungsgegenstände in Picards
Bereitschaftsraum streicht, meint man, er würde
eines Tages gerne Captain werden, doch schon mit der
nächsten Staffel wird er Chefingenieur und gibt
diese Gedanken damit scheinbar auf. Aber bekanntlich
soll man niemals "nie" sagen: in VOY:
"Temporale Paradoxie" ist er in einer
alternativen Zukunft Captain eines Schiffes der
Galaxy-Klasse. Riker erwähnt, daß ihm das Kommando über die Drake angeboten wurde, er jedoch lieber auf dem Flaggschiff dienen wollte. Während diese Entscheidung momentan noch nachvollziehbar ist, wird er mehrere weitere Kommandos ablehnen und auch in 10 Jahren noch erster Offizier der Enterprise sein. Sehr positiv fällt Fähnrich T'Su auf. Offenbar hat sie ihre Ausbildung gerade erst abgeschlossen und ist deshalb unerfahren. Durch Geordi aufgemuntert, leistet sie aber gute Arbeit. Gespielt wird T'Su von Julia Nickson, die in TNG leider nicht mehr auftaucht. In DS9 2.15 Das Paradiesexperiment ist sie allerdings noch einmal zu sehen. Babylon 5 Fans werden sie sicherlich auch als Catherine Sakai kennen, die gegen Ende der ersten Staffel einige Auftritte als Geliebte von Cmdr. Sinclair hat. Und die Kernthese: Waffen sind böse, Gewalt löst keine Konflikte. Was, in ein ansprechendes Gewand gekleidet, auf wunderbare Weise den Geist der Serie hätte verkörpern können, wird stattdessen mit brutaler Plumpheit dem Zuschauer eingeprügelt. Kein weiterer Kommentar. Zu
erwähnen wäre noch der holographische Händler:
obwohl seine Ohren etwas klein geraten sind, würde
er einen perfekten Ferengi abgeben: mit beiden
verfeindeten Parteien Geschäfte zu machen, zeugt von
gutem Geschäftssinn und wenig Moral. Um die
Ähnlichkeit zwischen Minosianern und Ferengi zu
verdeutlichen, seien hier kurz zwei der
Ferengi-Erwerbsregeln zitiert: Um zum
Ende zu kommen: alles in allem bietet "Die
Waffenhändler" einige interessante Szenen.
Jedoch hapert es bei der Herleitung, bei den Details,
der Logik, der Story, der Glaubwürdigkeit,... Das reicht gerade noch für knappe zwei Punkte. |
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Zusammenhänge Das System leistete ganze Arbeit: Minosianer wird man nie wieder treffen. |
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-------------------------------- Ausdruck vom: 08. 02. 2012 Stand des Reviews: 21. 04. 2010 URL: http://www.startrek-index.de/tv/tng1_21.htm |