| |
Episodenbeschreibung
Sternzeit:
43173,5
Die anthropologische Fachgruppe auf Mintaka III hat
Probleme mit ihrem Tarnungsgenerator; die Bewohner
des Planeten sind vulkanierähnliche Humanoide auf
dem Entwicklungsstand der Bronzezeit, die sehr
intelligent und friedfertig sind und nicht mehr an
Götter glauben. Um nicht entdeckt zu werden, hat die
Forschungsstation, die in einen Felsen gebaut wurde,
eine Tarnvorrichtung, die vor den Fenstern eine
Felswand erscheinen läßt. Bei einer Explosion
werden zwei der drei Wissenschaftler verletzt, der
dritte fällt aus dem Fenster.
Als die Enterprise kurz darauf eintrifft, um den
Verletzten zu helfen und die Tarnung zu reaktivieren,
bemerkt der Mintakaner Liko die Forschungsstation. Er
klettert dorthin und sieht durch das Fenster das
Außenteam. Als er bemerkt wird, stürzt er vor
Schreck den Felsen hinunter und bleibt schwer
verletzt liegen. Dr. Crusher eilt sofort zu ihm und
läßt ihn auf die Enterprise beamen, um ihn
auf der Krankensation zu behandeln. Der Beamvorgang
wird von Likos Tochter beobachtet...
Crusher
kann ihm helfen, doch gezwungen durch die oberste
Direktive der Föderation muß Picard ihr befehlen,
sein Kurzzeitgedächtnis zu löschen. Crusher kann
allerdings keinen Erfolg garantieren.
Und es kommt noch schlimmer: der dritte der
Forschergruppe, Palmer, kann nicht von den
Schiffssensoren geortet werden.
Riker
und Troi lassen sich kurzzeitig das Aussehen von
Mintakanern verleihen und beamen auf den Planeten, um
Palmer zu suchen. Im Dorf, aus dem auch Liko stammt
und in das er schon zurückgekehrt ist, stellen sie
fest, daß sein Gedächtnis keinesfalls gelöscht
wurde - im Gegenteil erzählt er davon, daß ihm an
einem fremden Ort sein Leben vom "Picard"
wiedergegeben wurde.
Zudem haben einige Mintakaner den schwer verletzten
Palmer gefunden, den sie in die Versammlungshütte
bringen. Um Palmer unbemerkt auf die Enterprise
beamen zu können, startet Troi ein
Ablenkungsmanöver: sie behauptet, noch einen Fremden
gesehen zu haben und lockt damit fast alle fort, nur
ein alter Mann und Riker bleiben noch bei Palmer.
Riker fesselt den Alten und geht mit Palmer vor die
Hütte, wird dabei aber von Likos Tochter gesehen,
die sofort die anderen zurückruft. Nur knapp kann
Riker entkommen, indem er sich mit Palmer hinter einen
Felsen versteckt und dann hochbeamen läßt. Liko
hatte auf der Krankenstation mitbekommen, daß
"Der Picard" Palmer gesucht hatte. Da man
Palmer nicht mehr finden kann, will man jetzt Troi
gefangen halten, weil sie Palmer und Riker zur Flucht
verholfen hat; sollte man Troi sogar bestrafen, um
"Den Picard" zu besänftigen?
Auf der
Enterprise diskutiert der Captain das Problem mit
Walker, dem Kopf des Forscherteams. Walker meint,
daß Picard den Mintakanern nun ein Zeichen geben
müßte; wenn sie schon ungewollt einen Gott
verehren, dann sollten sie wenigstens wissen, was er
von ihnen erwartet. Für Picard kommt dieser Verstoß
gegen die oberste Direktive nicht in Frage. Er
entschließt sich, Nuria, die offensichtliche
Führerin des Dorfes, an Bord zu beamen und ihr zu
erkären, was es mit dem "Gott" auf sich
hat.
Zunächst versteht sie ihn nicht und glaubt, Picard
sei allmächtig. Mit geschickter Wortwahl kann Picard
ihr erklären, das sein Volk einfach nur weiter in
der Entwicklung ist und nicht über Magie oder
ähnliche Kräfte verfügt.
Als auf der Krankenstation der dritte der Forscher
vor ihren Augen verstirbt und weder Dr. Crusher noch
Picard etwas dagegen tun können, versteht Nuria,
daß "Der Picard" kein Gott ist. Zusammen
kehren sie auf den Planeten zurück, um auch die
anderen von dem falschen Glauben abzubringen.
Dort herrscht ein schweres Gewitter, und Liko
vermutet, daß das die Strafe des "Picard"
ist, weil Palmer entkommen ist. Um die Sache wieder
gut zu machen, glaubt er, daß er Troi mit einem
Bogen erschießen muß. In diesem Moment kommt Picard
mit Nuria herein.
Beide beteuern, daß Picard kein Gott ist. Aber Liko
ist fest davon überzeugt; wie konnte Picard ihm
sonst sein Leben wiedergeben? Er verlangt von Picard,
ihm seine Frau zurückzubringen, die im letzten Jahr
bei einer Flutkatastrophe starb. Diesen Wunsch kann
ihm Picard natürlich nicht erfüllen.
Um allen zu beweisen, daß Picard tatsächlich ein
Gott ist, beschließt Liko, mit dem Bogen auf ihn zu
schießen. Picard sagt ihm: wenn das der einzige Weg
wäre, allen zu zeigen, daß er kein Gott ist, dann
solle Liko schießen. Aber er solle auch bedenken:
wenn er sich täuscht, dann würde er Picard töten.
Trotzdem schießt Liko, und Picard bricht getroffen
zusammen. Da er blutet, gibt es keinen Zweifel mehr:
Picard ist kein Gott!
Dr.
Crusher kann die Wunde, die glücklicherweise nicht
gefährlich ist, heilen, und Picard kehrt noch einmal
auf den Planeten zurück, um den Mintakanern zu
sagen, daß die Forschungsstation, die den Zweck
hatte, die Mintakaner zu beobachten und dadurch etwas
über die eigene Geschichte zu erfahren, jetzt
abgebaut wird, und daß es absolut wichtig sei, daß
sich die Mintakaner ohne Einmischung entwickeln. Sie
verstehen ihn und hoffen, daß auch ihr Volk eines
Tages zu den Sternen reisen kann.
Bewertung
"Der
Gott der Mintakaner" ist eine ganz hervorragende
Episode, in der nach
"Brieffreunde" wieder
die oberste Direktive mit ihren guten und schlechten
Seiten thematisiert wird. Der Konflikt, der sich aus
dem Ausfall der Tarnungsvorrichtung ergibt, ist
spannend, und dadurch, daß sich die Handlung auf ein
einzelnes Dorf beschränkt, sehr glaubwürdig
dargestellt.
Es wird ausführlich diskutiert, weshalb sich die
Föderation auf keinen Fall in die Angelegenheiten
fremder Kulturen einmischen darf, und die
letztendliche Lösung ist unerwartet und gut
geschildert.
Interessant:
Ray Wise (Liko) spielt in der VOY-Episode
"In
Furcht und Hoffnung" den listigen Alien Arturis.
|
|