TOS 2.08 Der dressierte HerrscherI , M u d dReview: Matthias Weber |
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Episodenbeschreibung
Sternzeit: 4513,3An Bord der Enterprise befindet sich mit Mr. Norman ein neues Besatzungsmitglied. Dr. McCoy ist der Meinung, dass sich Norman ziemlich seltsam verhält. Er hat schon 2 medizinische Untersuchungen verpasst und redet nie über sein Privatleben. Kurze Zeit später dringt Norman tatsächlich in den Hilfskontrollraum der Enterprise ein, überwältigt ein Besatzungsmitglied und verändert den Kurs der Enterprise. Danach geht er in den Maschinenraum und überwältigt dort die Crew. Kirk und die restliche Brückencrew versuchen den Kurs wieder zu ändern, doch ohne Erfolg. Als Norman auf die Brücke kommt, erläutert er sein Verhalten. Er hat das Schiff übernommen und wenn jemand versucht den Kurs des Schiffes zu ändern, wird es explodieren. Spock stellt mit den internen Schiffssensoren fest, dass Norman ein Android ist. Während sich die Enterprise auf dem fremden Kurs befindet, schaltet sich Norman ab und aktiviert sich erst wieder, als die Enterprise einen nicht kartographierten Planeten erreicht und in den Orbit einschwenkt. Norman bestimmt, wer alles auf den Planeten beamen soll. Er wählt Kirk, Spock, McCoy, Chekov und Uhura aus. Die 5 beamen zusammen mit Norman auf die Oberfläche und materialisieren in einem Gebäudekomplex, wo sie von zwei Frauen, die genau gleich aussehen erwartet werden. Die beiden bringen das Außenteam in eine Halle. Dort treffen sie auf Harry Mudd, der auf einem Thron sitzt. Als Kirk von Mudd wissen will, was das alles soll, erklärt Mudd, dass er der Herrscher über diesen Planeten ist, auf dem außer ihm ausschließlich Androiden leben. Auf Kirks Nachfragen rückt Mudd langsam damit heraus, dass er auf diesem Planeten gelandet ist, nachdem er vor der denebianischen Polizei geflüchtet ist. Dort fand er die Androiden vor, die von einem fremden Volk geschaffen wurden, welches dann ausgestorben ist. Die Androiden waren begierig von Mudd zu lernen und akzeptierten ihn als Herrscher. Doch inzwischen sind Mudd die Ideen ausgegangen, wie er die Androiden zufriedenstellen kann. Deswegen hat er Norman losgeschickt, um die Enterprise zu entführen. Die Crew der Enterprise soll nun für frische Ideen sorgen, damit Mudd den Planeten wieder verlassen kann, denn auf Dauer wurde es Mudd auf dem Planeten zu langweilig. Mudd bietet der Crew ein Leben im Paradies an, da die Androiden jeden Wunsch der Menschen erfüllen. Doch die Enterprise Crew ist nicht interessiert. Das Paradies ist zwar für eine gewisse Zeit ganz nett, wird den Menschen aber auf die Dauer zu langweilig, sie brauchen Entwicklung, Aufgaben, Herausforderungen. Mudd ist jedoch hartnäckig und will die Enterprise-Crew zwingen auf dem Planeten zu bleiben. Mudd zeigt dem Außenteam seinen ganz persönlichen Androiden, Stella, seine Ex-Frau. Stella stellt sich als Schreckschraube sondersgleichen heraus und Mudd aktiviert sie auch nur, wenn er Sehnsucht nach ihr hat, und nur um sie dann kurz danach wieder abzuschalten. Kirk und das Außenteam werden zu ihren Quartieren gebracht. Das Team berät sich und kommt zu dem Schluss, dass sie sich zunächst etwas umsehen sollten. Spock findet Norman in einem großen Computerraum. Norman erklärt, dass es sich dabei um das zentrale Leitsystem der Androiden handelt. Kirk und Uhura lassen sich inzwischen von einer der Alices erklären, dass die Androiden die Fähigkeit haben ein menschliches Bewusstsein in einen Androiden zu verpflanzen. Inzwischen ist auch Scotty eingetroffen, der von einem Androiden heruntergebeamt wurde. Scotty erklärt, dass die gesamte Besatzung auf den Planeten gebeamt wurde und sich auf der Enterprise nur noch Androiden befinden. Kirk ist darüber sehr wütend, doch das ändert nichts an der Situation. Harry Mudd macht sich inzwischen fertig den Planeten mit der Enterprise zu verlassen, doch die Androiden gehorchen ihm plötzlich nicht mehr und lassen ihn nicht auf die Enterprise. Die Androiden haben Mudd nur benutzt, um an die Enterprise heran zu kommen. Die Androiden sind der Meinung, dass die Menschheit eine unvollkommene und gefährliche Rasse ist. Sie wollen sie deswegen kontrollieren, indem sie der Menschheit dienen, bis diese von ihnen abhängig ist. Das Außenteam berät nun, was zu tun ist. Harry Mudd ist bereit der Crew der Enterprise zu helfen. Spock ist inzwischen der Meinung, dass Norman das eigentliche Kontrollzentrum der Androiden ist. Wenn es gelingt, ihn auszuschalten, dann würden auch alle anderen Androiden nicht mehr funktionieren. Kirk ist der Meinung, dass die Androiden von ihnen einen Fluchtversuch erwarten und diesen Gefallen tut er ihnen auch, indem er ihnen einen solchen vorspielt. Als dies erledigt ist, beginnt Kirk seine eigentliche Strategie, die Androiden zu verwirren. Das gesamte Außenteam spielt den Androiden also eine Show vor. Alle verhalten sich höchst unlogisch und verwirren die Androiden damit so sehr, dass bei ihnen nach und nach die Schaltkreise durchschmoren. Norman erweist sich als schwerer Fall, doch auch er kommt mit der Unlogik der Menschen irgendwann nicht mehr klar und es gelingt schließlich auch ihn lahmzulegen. Kirk und seine Crew übernehmen wieder die Enterprise. Kirk veranlasst, dass alle Androiden umprogrammiert werden und sie wieder ihre Aufgabe übernehmen den Planeten zu bewohnen und zu bearbeiten. Mudd wird von Kirk dazu verdonnert, auf dem Planeten zu bleiben, bis er sich gebessert hat. Mudd gefällt dies ganz gut, bis er von der neuen Androiden-Serie erfährt. Diese umfasst 500 Exemplare seiner Ex-Frau Stella. Mit diesem Abschiedsgeschenk lässt die Crew der Enterprise Mudd auf dem Planeten zurück. Bewertung In "Der dressierte Herrscher" hat Harry Mudd, der einzige nicht zur Enterprise Crew gehörende Gaststar, der mehrmals in der Originalserie auftaucht, seinen zweiten und letzten Auftritt. Das Drehbuch wurde erneut von Stephen Kandel geschrieben, der auch schon für die erste Harry Mudd Folge 1.06: Die Frauen des Mr. Mudd verantwortlich war. Unterstützung erhielt er von David Gerrold, der hier sein erstes Drehbuch für TOS beisteuerte, allerdings nicht in den Credits aufgeführt wurde. Gerrold sollte später vor allem durch 2.15: Kennen Sie Tribbles? positiv auffallen sollte. Der dressierte Herrscher ist gleichzeitig auch eine Premiere in der Star Trek Geschichte. In den bisherigen 36 Folgen (oder 37, wenn man "The Cage" mitrechnet) hat der Humor immer eine wichtige Rolle gespielt und lockerte oft ernsthaftere Themen und Handlungen auf. Doch der Humor wurde niemals in den Mittelpunkt einer Folge gestellt, er spielte bisher nie eine zentrale Rolle. Mit dieser Folge versucht sich Star Trek nun zum ersten Mal an einer reinen Komödie (auch wenn die Folge nicht komplett ohne ernsthafte Handlung auskommt, kann man diese Folge getrost als Komödie bezeichnen). In der Originalserie sollten noch einige wenige Komödien folgen, in der zweiten Staffel vor allem, das sehr bekannte 2.15: Kennen Sie Tribbles? In der dritten Staffel wurden diese Geschichten dann wieder seltener, da der neue Produzent der Serie, Fred Freiberger, der Meinung war, Komödien würden nicht zur Serie passen. So kam es, dass richtige Star Trek Komödien erst wieder mit TNG aktuell wurden. Dort konnten sich diese rein auf Humor ausgelegten Folgen aber schnell etablieren und sind heutzutage wohl nicht mehr aus dem Star Trek Universum wegzudenken (man denke nur an Folgen, wie TNGs 4.13: Noch einmal Q oder DS9s 6.10: Der glorreiche Ferengi.) Dass die Star Trek-Crew mit reinen Komödien noch keine, bzw. wenige Erfahrungen hatte, merkt man dieser Folge manchmal durchaus an. Die Witze sind nicht immer unbedingt die besten und ganz allgemein scheinen die Autoren vergessen zu haben, dass sich auch bei der witzigsten Komödie die Geschichte, die erzählt wird, irgendwie entwickeln sollte, was hier vor allem am Anfang nur im Schneckentempo der Fall ist. Nach 1.06: Die Frauen des Mr. Mudd fällt Roger C. Carmel erneut positiv in der Rolle des Harry Mudd auf. Ihm verdankt es die Folge vor allem, dass sie keinen totalen Schiffbruch erleidet. Trotzdem bleibt natürlich die Figur des Harry Mudd Geschmackssache. Nicht umsonst scheiden sich an ihr die Geister der Fans. Die einen empfinden ihn als originellen und witzigen Charakter, der die Originalserie gekonnt auflockert, während andere wiederum mit dem Harry-Mudd Humor wenig anfangen können und ihn eher albern finden. Das muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich finde einige Witze recht gelungen, andere dafür recht albern. Mal abgesehen vom Humor, gibt es in der Handlung einige kleinere Ungereimtheiten, die hier ebenfalls erwähnt werden sollen. Zum einen erscheint es fragwürdig, wieso McCoy bei Norman nicht früher festgestellt hat, dass er ein Android ist. Spock konnte das später mit nur einem Blick auf seine Instrumente feststellen und man kann ja wohl vermuten, dass eine Dienstantrittsuntersuchung zu den üblichen Prozeduren auf einem Raumschiff gehört. Erklärung dafür ist mal wieder die ZDF Schere, die bei dieser Folge mal wieder recht umfangreich gewütet hat. Ihr fiel auch eine Szene zum Opfer, in der McCoy Spock erzählt, dass Norman schon 2 medizinische Untersuchungen versäumt hat. Die Enterprise weist in dieser Folge erneut erstaunliche Sicherheitsmängel auf. Hier ist ein einzelner Mann, auch wenn es sich um einen Androiden handelt, fähig, das Schiff innerhalb kürzester Zeit zu übernehmen. Diese Mängel in der Sicherheit traten bereits des öfteren zu Tage, zum Beispiel in der Folge 1.22: Der schlafende Tiger. Ebenfalls etwas im Unklaren wird der Zuschauer über die Motivation der Androiden gelassen. Diese wollen die Menschheit kontrollieren, ohne dass dafür ein vernünftiger Grund genannt wird oder auch nur der Versuch unternommen wird, die Haltung der Androiden zu erklären. Das ganze wirkt daher etwas arg an den Haaren herbeigezogen. Wieso haben sich die Androiden zum Beispiel ausgerechnet die Menschheit als unvollkommene Spezies ausgesucht, davon gibt es im Weltall sicher noch viele andere. Auch die Auflösung vermag nicht zu überzeugen. Die Androiden lassen sich viel zu leicht verwirren. Schon nach kurzer Zeit brennen bei ihnen die Schaltkreise durch, so, dass man es unmöglich mit sonderlich hoch entwickelten Androiden zu tun haben kann, wie uns die Folge ja glauben lassen will. Insgesamt zusammengefasst handelt es sich bei dieser Folge um ein Experiment, denn noch nie wurde dem Humor eine so wichtige Rolle in einer Folge zugestanden. Solche Experimente sind im Großen und Ganzen immer begrüßenswert, da sie, ob nun gelungen oder nicht auf jeden Fall verhindern, dass eine Serie für immer auf einem eingefahrenen Gleis bleibt, ohne sich weiterzuentwickeln. Nichts desto trotz handelt es sich bei dieser Folge objektiv gesehen um Durchschnittskost, da weder die Spannung, noch die Handlung an sich, großartig überzeugen können und die Folge damit einfach nicht die Fähigkeit hat, aus der Masse herauszuragen. Vor allem im Hinblick auf die hervorragende Komödie 2.15: Kennen Sie Tribbles? geht diese Folge, unabhängig davon, was man nun von der Person des Harry Mudd hält, unter. Ein Wiedersehen gibt es in dieser Folge mit Harry Mudd. Es ist sein letzter Auftritt in Star Trek. Das Drehbuch stammt, wie bereits erwähnt von Stephen Kandel, welcher hier zum zweiten und letzten Mal für die Originalserie tätig war und David Gerrold, der außer dieser und Folge 2.15: Kennen Sie Tribbles? noch an der Story zu 3.21: Die Wolkenstadt beteiligt war. Regie führte wieder einmal Marc Daniels. Die deutsche Version wurde vom ZDF hergestellt. Außer der oben bereits erwähnten Szene wurden auch noch etliche andere vom ZDF geschnitten. Leider hat keine dieser Szenen den Weg zurück auf den deutschen TV-Schirm gefunden. Hier eine kurze Übersicht über die geschnittenen Szenen:
"Der dressierte Herrscher" ist ansonsten eine der wenigen Folgen bei der das ZDF wenig lockere Sprüche und Albernheiten hinzufügen musste, da bereits recht viele im Original enthalten waren. Interessant ist, dass ein Hinweis auf Mudds ersten Besuch auf der Enterprise in der deutschen Version enthalten blieb, obwohl die erste Mudd-Folge erst Jahre später von Sat.1 gezeigt wurde. Für die DVD-Version wurden alle fehlenden Szenen ergänzt. Zur eigentlichen Bewertung an sich, bleibt nur noch zu sagen, dass die Effekte sich durchaus sehen lassen können. Die Androiden wurden zwar durch Zwillingspaare dargestellt, was aufwändige Split-Screen-Technik meistens überflüssig werden ließ, jedoch darf man einige Male auch mehr als 2 Androiden von einer Serie nebeneinander sehen und dies wurde für damalige Verhältnisse sehr gut umgesetzt, vor allem auch die 3 um Harry Mudd herumstehenden Stellas, am Ende der Folge. Damit hat die Folge eine gute Bewertung der Effekte verdient, was die Folge im Gesamturteil etwas anhebt. |
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Zusammenhänge Harry Mudd begegnete uns bereits TOS Folge 1.06: Die Frauen des Mr. Mudd. Außerdem war eigentlich geplant, dass Mudd die Tribbles in der Folge 2.15: Kennen Sie Tribbles? verkaufen sollte. Doch dies konnte genauso wenig verwirklicht werden, wie ein geplanter Auftritt von Mudd in der TNG. Ebenfalls bereits bekannt ist Bob Bass (hier als Ingenieur zu sehen). Dieser spielte in 2.04: Ein Parallel-Universum einen von Chekovs Helfern. Mike Howden, hier als Lieutenant Rowe zu sehen, wird noch einmal in Folge 3.02: Die unsichtbare Falle als romulanische Wache zu sehen sein. Ebenfalls wiedersehen wird man Bob Orrison, der in 2.15: Kennen Sie Tribbles? einen Klingonen verkörpert. Michael Zaslow, hier als Fähnrich Jordan zu sehen, hat in Folge 1.01: Das Letzte seiner Art Sergeant Herman Darnell gespielt. |
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Kleine TOS-Statstik
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-------------------------------- Ausdruck vom: 08. 02. 2012 Stand des Reviews: 21. 04. 2010 URL: http://www.startrek-index.de/tv/tos2_8.htm |