Deutscher StarTrek-Index  
  1.11/1.12 Talos IV-Tabu  
  T h e   M e n a g e r i e  
 

von Matthias Weber

 
 
 

Episodenbeschreibung

Teil 1:
Sternzeit: 3012,4
Spock empfängt einen Funkspruch von Captain Pike, dem früheren Kommandanten der Enterprise, unter dem Spock viele Jahre gedient hat. Die Enterprise soll sofort zur Raumbasis 11 kommen. Als die Enterprise dort ankommt, beamen Kirk, Spock und McCoy zur Station herunter. Allerdings weiß dort keiner etwas von einem Funkspruch an die Enterprise. Der Kommandant der Raumbasis, Commodore José Mendez, kann sich das ganze nicht erklären. Er lässt aber die Computeraufzeichnungen überprüfen. Inzwischen zeigt er Kirk, Spock und McCoy, wieso Pike unmöglich der Absender des Notrufs sein kann. Der Captain war vor einiger Zeit an Bord eines Schulschiffes, als einer der Schutzschirme zerbrach. Dabei zog er sich eine Strahlenvergiftung zu und sitzt seither gelähmt im Rollstuhl. Er kann über ein Blinklicht ja und nein signalisieren. Außerdem ist er in der Lage seinen Rollstuhl, der mit seinem Nervensystem verbunden ist, ein wenig hin und her zu bewegen, er kann aber unmöglich einen Ruf an die Enterprise geschickt haben.
Pike möchte keinen Besuch, lediglich mit Spock ist er bereit einige Minuten zu verbringen. Als Spock mit Pike alleine ist, erklärt er ihm, dass er einen Plan hat und diesen ausführen will. Pike blinkt draufhin die ganze Zeit nein, doch Spock lässt sich nicht umstimmen, er möchte seinen Plan ausführen.
Inzwischen hat die Computerzentrale der Station festgestellt, dass von der Basis auf keinen Fall ein Funkspruch an die Enterprise gesendet wurde. Mendez wundert sich darüber, dass Sock der einzige war, der den Funkspruch empfangen hat. Kirk argumentiert dagegen, dass Vulkanier zu Illoyalität gar nicht in der Lage sind. Allerdings bekommt auch Kirk nach und nach Zweifel an Spocks Geschichte. Er unterhält sich mit McCoy darüber.

Spock dringt unterdessen in die Computerzentrale ein und überwältigt zwei Techniker. Mit den Maschinen in der Computerzentrale maniuliert er die Stimme von Kirk und sendet einen gefälschten Funkspruch an die Enterprise, indem es heißt, dass auf der nächsten Mission der Computer der Enterprise die Steuerung übernimmt. Danach kehrt Spock auf die Enterprise zurück.

Kurze Zeit später wird McCoy auf die Enterprise zu einem medizinischen Notfall gerufen. Als er auf der Enterprise ankommt, gibt es jedoch gar keinen Notfall.

Auf der Raumbasis zeigt Mendez Kirk ein geheimes Sternenflottendokument, indem einige Informationen über den Planeten Talos IV stehen, der von der Sternenflotte zur verbotenen Zone erklärt wurde. Kein Schiff darf den Planeten anfliegen, wer es doch tut, wird zum Tode verurteilt. Das einzige Schiff, dass je den Planeten angeflogen hat, war die Enterprise unter Captain Christopher Pike und mit dem Wissenschaftsoffizier Spock. Das war vor 13 Jahren, als Pike noch das Kommando über die Enterprise hatte. Während Kirk sich diese Unterlagen ansieht, verschwindet plötzlich Captain Pike und die Enterprise verlässt den Orbit mit Kurs auf Talos IV.

Auf der Enterprise hat Spock der Besatzung mitgeteilt, dass er die Enterprise auf dieser Mission befehligen wird. Kirk sei auf Befehl des Sternenflottenkommands Erholungsurlaub verordnet worden. Als McCoy sich darüber wundert, spielt Spock ihm eine Aufzeichnung von Kirk vor, in der er McCoy befiehlt, Spock zu vertrauen und seinen Befehlen zu gehorchen. McCoy ist sehr überrascht davon, dass Captain Pike an Bord ist. Dieser signalisiert immer noch die ganze Zeit nein, kann aber natürlich die Frage, was er damit meint, nicht beantworten.
Die Enterprise wird noch immer per Computersteuerung geflogen. Lieutenant Hansen registiert mit den Sensoren ein Objekt, dass der Enterprise folgt. Es hat ungefähr die Größe einer Raumfähre. Spock befiehlt auf die Rufe der Fähre nicht zu antworten und auch nicht umzukehren, damit die langsamere Raumfähre die Enterprise einholen kann.

Auf der Raumfähre sind Kirk und Mendez. Sie versuchen die Enterprise zu rufen, jedoch ohne Erfolg. Sie haben gerade noch genug Energie, um zur Raumbasis M-11 zurückzukehren, doch sie kehren nicht um.
Spock findet inzwischen mit Hilfe des Bordcomputers heraus, dass es sich tatsächlich um eine Raumfähre handelt. Er rechnet aus, dass Mendez und Kirk bald keine Luft zum Atmen mehr haben. Spock lässt die Enterprise anhalten, damit die Raumfähre die Enterprise erreichen kann. Außerdem gesteht er McCoy und der Crew, dass er nie einen Befehl erhalten hat, die Enterprise zu übernehmen. Er schlägt vor, dass man ihn unter Arrest stellt. McCoy entscheidet sich schweren Herzens dafür, Spock in sein Quartier einzusperren.

Die Enterprise fliegt inzwischen weiter in Richtung Talos IV. Die Computersteuerung kann nicht abgeschaltet werden, da Spock die Steuerung mit den Lebenserhaltungssystemen kurzgeschlossen hat. Wenn man die Computersteuerung deaktiviert, würde die Sauerstoffversorgung auf der Enterprise versagen.
Als Kirk und Mendez an Bord der Enterprise sind, beginnt die Voruntersuchung gegen Spock. Spock verzichtet darauf, einen Verteidiger zu nehmen und er verzichtet auch auf die Voruntersuchung und möchte sofort vor das Militärgericht gestellt werden. Kirk lehnt dies ab, da an einem Militärgerichtsverfahren mindestens drei Kommandooffiziere anwesend sein müssen, mit Mendez und Kirk stehen aber nur zwei zur Verfügung. Spock erwidert, dass auch Captain Pike zur Verfügung steht. Pike ist zwar vollinvalide, aber er steht immer noch auf der Liste des aktiven Personals. Somit wird das Militärgericht einberufen. Die Anklage lautet auf Meuterei.

Mendez weist Spock darauf hin, dass er der Todesstrafe gewiss ist, wenn die Enterprise die Talosgruppe erreicht. Spock ist sich dessen bewusst, er kann die Computersteuerung aber trotzdem nicht abschalten. Mendez möchte wissen, wieso Spock Captain Pike nach Talos bringen will. Um diese Frage zu beantworten lässt Spock eine Übertragung ablaufen, die die Reise der Enterprise vor 13 Jahren nach Talos IV zeigt. (Auf dem Bildschirm sieht man die Ereignisse aus dem Pilotfilm "Der Käfig". Inhaltsangabe dazu beim Review der Folge 1.00: Der Käfig.)

Die Übertragung wird einige Male unterbrochen. Mendez möchte wissen, woher diese Aufzeichnungen stammen, denn kein Schiff der Föderation macht so detaillierte Aufzeichnungen einer Mission. Spock kann diese Frage aber im Moment nicht beantworten. Captain Pike bestätigt aber, dass sich die Ereignisse vor 13 Jahren genau so abgespielt haben. Mendez möchte die Aufzeichnung trotzdem nicht weiter ansehen, doch Kirk und Pike können sich durchsetzen, die Aufzeichnung wird weiter angeschaut.

Die Aufzeichnung wird erneut unterbrochen, als eine Nachricht vom Sternenflottenkommando eintrifft. Das Kommando hat festgestellt, dass die Enterprise Übertragungen von Talos IV empfängt, was einen Verstoß gegen die Vorschriften darstellt. Captain Kirk wird deswegen seines Kommandos enthoben, Mendez übernimmt das Kommando. Außerdem soll sichergestellt werden, dass die Übertragungen von Talos IV sofort unterbrochen werden. Spock bestätigt dass die gesehene Aufzeichnung tatsächlich von Talos IV stammt. Sein Einwand, dass Kirk nichts dafür kann, ändert nichts an der Situation, da Kirk als Captain für alles verantwortlich ist, was auf der Enterprise passiert. Das Verfahren wird unterbrochen, Spock wird wieder festgenommen.

Teil 2:
Sternzeit: 3013,1
Während die Enterprise weiterhin Kurs auf Talos IV nimmt, geht auch die Verhandlung gegen Spock weiter. Die Übertragung von Talos IV kann nicht unterbrochen werden. Die Bildschirmkontrolle untersteht jetzt dem talosianischen Wächter.
(Erneut erscheinen die Ereignisse aus 1.00: Der Käfig auf dem Bildschirm.)
Die Übertragung endet als die Enterprise den Orbit um Talos IV errreicht hat. Plötzlich verschindet Commodore Mendez. Stattdessen erscheint auf dem Bildschirm der talosianische Wächter. Er erklärt Kirk, dass Mendez seit dem Flug in der Raumfähre eine Illusion war, von den Talosianern erzeugt. Die Anwesenheit von Mendez sollte ein Militärgerichtsverfahren gegen Spock ermöglichen. Die Talosianer hofften, dass das Verfahren Kirk soweit ablenkt, dass er keinen Versuch unternimmt, die Kontrolle über die Enterprise wieder zurück zu erlangen. Der Wächter erklärt weiterhin, dass sie bereit sind, Pike ein Leben mit der Illusion wieder jung und gesund zu sein, zu bieten. Die Entscheidung muss aber natürlich Captain Pike treffen.
Die Enterprise erhält einen Funkspruch von der Sternenflotte. Aufgrund der Verdienste von Captain Pike für die Raumfahrt, wird das Gesetz nachdem Spock die Todesstrafe droht, für diesen einen Fall außer Kraft gesetzt. Pike darf nach Talos IV beamen, wenn er das möchte. Kirk fragt Pike, ob er nach Talos IV möchte, was dieser bejaht. Spock bringt seinen früheren Captain in den Transporterraum und Kirk sieht auf dem Bildsschirm, wie der junge und gesunde Pike zusammen mit Vina den Lift zur unterirdischen Talosianer-Stadt betritt.

Bewertung

1964 entwarf Gene Roddenberry für die Desilu-Studios und NBC eine neue Serie, Star Trek. Er schrieb das Drehbuch zu 1.00: Der Käfig. NBC erkannte das Potential, bewilligte den Pilotfilm und stellte teilweise das Budget zur Verfügung. Als der Film fertig war, lehnte NBC ihn ab, da er ihrer Meinung nach zu komplex für das Fernsehpublikum war und nicht genug Action enthielt. Sie erlaubten jedoch, dass Gene Roddenberry eine neue Pilotfolge schrieb. Nach der zweiten Pilotfolge ging die Serie 1966 in Produktion. Mit dieser Doppelfolge gelang es Gene Roddenberry nun, während der ersten Staffel die Handlung von 1.00: Der Käfig doch noch in die Serie einzubinden. Der ursprüngliche Pilotfilm war zu diesem Zeitpunkt noch nie im TV gezeigt worden. Er sollte seine Premiere erst im Dezember 1988 haben.

Die Einbindung der Handlung aus "The Cage" in eine Rahmenhandlung ist sehr geschickt gemacht. Die Unterschiede in den Kulissen der Enterprise, werden mit einer inzwischen vergangenen Zeitspanne von 13 Jahren erklärt. Die Filmaufnahmen werden damit erklärt, dass sie von den Talosianern stammen.

In der Rahmenhandlung steht vor allem Spock im Vordergrund. Man erfährt viel über ihn und seine Auffassung von Loyalität. Spock ist in dieser Folge uneingeschränkt und bis zur Selbstaufgabe loyal, sowohl gegenüber seinem früheren Kommandanten, Captain Pike, als auch gegenüber seinem jetzigen Captain. Diese Loyalität geht sogar so weit, dass er für den gelähmten Pike seine Karriere und sein Leben opfern würde, nur um ihm zu einem angenehmen Leben zu verhelfen. Spock zeigt dabei erstaunlich menschliche Züge, denn seine Handlungen haben ohne Frage Mitleid gegenüber Pike als Ursprung. Pikes Unfall bringt Spock in einen Gewissenskonflikt. Auf der einen Seite ist er seinem früheren Kommandanten, Captain Pike, verpflichtet und will ihm gerne helfen, auf der anderen Seite muss er Kirk hintergehen, um Pike zu helfen. Interessant ist, dass er sich in dieser Zwickmühle dafür entscheidet Captain Pike zu helfen. Seine Entscheidung basiert natürlich auf logischen Erwägungen. Nach Spocks Überlegungen ist Pikes Wohlergehen wichtiger, als sein eigenes Leben und auch wichtiger, als das Vertrauen, das Kirk in Spock setzt, denn er ist sowohl bereit sein Leben zu opfern, als auch Kirk gegen sich aufzubringen, indem er ihn hintergeht. Er greift also zur, aus seiner Sicht, einzig logischen Lösung und entführt die Enterprise, um Pike zu helfen. Erwähnenswert ist noch die Tatsache, dass Spocks Handlungsweise erstaunliche Ähnlichkeit mit Kirks Handlungen in Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. Spock aufweist. In diesem Film entführt Kirk ebenfalls die Enterprise und opfert seine Karriere, um Spocks Leben zu retten.
Ebenfalls interessant ist, dass Spock den gesamten Verlauf der Geschehnisse vorausgeahnt und geplant hat. Er entführte die Enterprise von vorne herein mit der Gewissheit, dass Kirk ihm mit einer Raumfähre folgen wird. Die Tatsache, dass die Talosianer Kirk die Illusion von Mendez suggeriert haben, deutet darauf hin, dass sie und Spock sich auch bewusst waren, dass Kirk nicht umkehren wird, solange er noch genügend Energie dazu hat. Spock rechnete von Anfang an damit, dass es auf der Enterprise zur Militärgerichtsverhandlung kommt.

Die Freundschaft zwischen Kirk, Spock und McCoy wird in dieser Folge ganz deutlich. Als zum ersten Mal ein Verdacht auf Spock fällt, setzt sich Kirk sofort für ihn ein. Als Kirk dann selbst zu zweifeln beginnt, wird Spock wiederum von McCoy in Schutz genommen. Das Vertrauen zwischen Kirk und Spock dürfte nach dieser Folge gelitten haben. Zwar versteht Kirk, wieso Spock so gehandelt hat, allerdings lässt sich Spocks Vertrauensbruch auch nicht leugnen. Leider wird in späteren Folgen auf diesen Vertrauensbruch nie wieder eingegangen.

Größter Schwachpunkt der Handlung ist die Tatsache, dass man am Ende nicht so Recht weiß, wo die Illusion der Talosianer eigentlich angefangen und die Realität aufgehört hat. Da man das nicht so recht trennen kann, kann man fast alle Ungereimtheiten der Handlung damit begründen, dass es sich um eine Illusion der Talosianer handelte.

Etwas komisch wirkt das Ende des 1. Teils. Die Enterprise erhält einen Funkspruch vom Sternenflottenkommando, indem Kirk und Mendez darauf hingewiesen werden, dass die Enterprise Übertragungen von Talos IV empfängt und damit gegen die Bestimmungen der Föderation verstößt. Aufgrund dieses Vergehens wird Kirk seines Kommandos enthoben und Mendez das Kommando übergeben. Nach dieser Meldung sagt Mendez zu Spock, dass er durch sein Verhalten nicht nur sich, sondern auch Kirk geschadet hat, da Kirk für alles verantwortlich ist, was auf dem Schiff vor sich geht. Anscheinend soll Kirk also dafür bestraft werden, dass die Enterprise eine Übertragung von Talos IV empfängt, für die Kirk nun wirklich nichts kann. Auch wenn Kirk der Captain des Schiffes ist und damit für alle Geschehnisse an Bord verantwortlich ist, erscheint mir diese Bestimmung doch etwas arg engstirnig für Sternenflottenverhältnisse.
Das wäre ja ungefähr so, als würde man Kirk anklagen, wenn ein Besatzungsmitglied ein Verbrechen begeht. Man könnte allerdings argumentieren, dass die Absetzung Kirks vermutlich auch nur eine Illusion der Talosianer war (was auch dadurch bestätigt wird, dass die Mitteilung an Mendez gerichtet war, der sich ja aber zu keinem Zeitpunkt wirklich an Bord befunden hat).
Auf Kirks Entmachtung wird im 2. Teil der Episode auch nicht mehr großartig eingegangen. Er nimmt nach wie vor an den Verhandlungen teil und es wird auch nicht erwähnt, dass weitere Schritte gegen Kirk eingeleitet werden. Am Ende ist die Sache dann wohl sowieso erledigt, da sich Mendez und alle Anklagepunkte in Luft auflösen.

Komisch ist in diesem Zusammenhang auch Spocks Reaktion auf Kirks Absetzung. Er reagiert relativ bestürzt. Entweder haben Vulkanier ein verborgenes Schauspieler-Talent, oder Spock wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass es sich bei der Entmachtung Kirks auch um eine Illusion der Talosianer handelte.

Obwohl sich die Unklarheiten mit dem Eingreifen der Talosianer erklären lassen, wirkt Kirks Absetzung etwas aufgesetzt, um einen guten Cliffhangar zum 2. Teil zu kostruieren. Auf jeden Fall hätte man im 2. Teil einen kurzen Satz darüber verlieren sollen, ob Kirk wirklich das Kommando entzogen wurde, oder ob dies eine Illusion war.

Es gibt auch sonst noch einige kleinere Schwächen und unlogische Stellen in der Handlung.
Da wäre zum einen das Verhalten der Sternenflotte im Fall Talos IV. Natürlich macht es Sinn, dass kein Sternenflottenschiff den Planeten anfliegen darf, damit die Menschen nicht auch die Fähigkeiten der Talosianer erlernen, aber muss man deswegen einen Verstoß gegen dieses Gesetz gleich unter Todesstrafe stellen? Dies erscheint mir im fortschrittlichen 23. Jahrhundert doch etwas zu weit hergeholt, war hier aber wohl aus Gründen der Dramatik notwendig.
Fraglich ist auch, wie Spock überhaupt Kontakt mit den Talosianern aufgenommen hat, um seinen Plan mit ihnen abzusprechen. Als die Enterprise die Übermittlung von Talos erhielt, hat dies die Sternenflotte sofort bemerkt (es sei denn die Reaktion der Sternenflotte war eine Illusion), anscheinend wurde aber die Kommunikation von Spock mit dem Planeten nicht bemerkt.
Ebenso merkwürdig ist, wieso Spock nicht einfach beim obersten Kommando eine Sondergenehmigung für Pike erbeten hat. Wenn dies abgelehnt worden wäre, hätte er Pike ja immer noch entführen können, aber einen Versuch wäre es wohl wert gewesen.

Abgesehen von diesen kleinen Mankos ist die Handlung allerdings mitreißend und auch logisch erzählt. Der erste Teil beginnt gleich mitten in der Handlung, was der Spannung sehr zu Gute kommt. Auch ansonsten ist das ganze sehr spannend, da man ja als Zuschauer in der gleichen Lage wie Kirk und Mendez ist. Man weiß genausowenig, was Spock eigentlich vor hat, und was vor 13 Jahren auf Talos IV passierte.

Im 1. Teil halten sich die Rahmenhandlung und die Szenen aus 1.00: Der Käfig im Großen und Ganzen die Waage, die Rahmenhandlung überwiegt ein bißchen. Im 2. Teil fehlt dann doch ein wenig die Balance, denn die Rahmenhandlung spielt sich in einigen sehr kurzen Szenen ab, ansonsten besteht der zweite Teil vollständig aus Szenen aus "The Cage".

Interessanterweise blieben in dieser Doppelfolge die Szenen aus "The Cage", in denen Spock lächelt, erhalten. Als "Der Käfig" gedreht wurde, hatte Spock nämlich durchaus noch Emotionen. Die Emotionslosigkeit war damals eher eine Eigenschaft von Nummer eins (gespielt von Majel Barrett). Diese Eigenschaft wurde später auf Spock übertragen.

Das Blinklicht, mit der Pike ja und nein signalisieren kann, sorgt für einige originelle Szenen und als Zuschauer ertappt man sich immer wieder dabei, wie man gespannt darauf wartet, wie oft er blinkt.

Die Einbindung der Geschehnisse aus dem ersten Pilotfilm war für die erste TOS Staffel sehr wichtig. Man hatte mit der Produktion der Staffel einige Wochen vor der TV Ausstrahlung begonnen. Dieser Vorsprung wurde jedoch während der ersten paar Folgen, wegen einiger Produktionsschwierigkeiten aufgebraucht. Drehbücher ließen auf sich warten, der Drehplan konnte mehrere Male nicht eingehalten werden und es musste um einen oder zwei Tage überzogen werden. Außerdem konnte während der Sommerferien und Weihnachstferien nicht gedreht werden. Dieser Umstand führte dazu, dass die TOS-Produzenten bald sehr unter Druck standen, für die Nachbearbeitung der Folgen blieb immer weniger Zeit. Die Talos IV-Doppelfolge konnte hier etwas Entspannung bringen, da man ungefähr die Hälfte der Handlung aus 1.00: Der Käfig übernahm, brauchte man für die gesamte Doppelfolge nur 5 Drehtage, was über eine Woche Ersparnis brachte. Da die Folge außerdem noch das angeschlagene Budget schonte, war sie doppelt sinnvoll und wichtig.

In dieser Folge wird behauptet Vulkanier könnten nicht lügen, was allerdings zu einigen Widersprüchen führt, denn sowohl Spock, als auch Tuvok in Voyager, sagen nicht immer die Wahrheit.

Die Folge gewann 1966 einen Hugo Award für die beste dramatische SF-Geschichte.

Der amerikanische Abspann musste für die Folge extra verlängert werden, damit alle Gaststars (auch die aus den Szenen aus "The Cage") aufgeführt werden konnten.

Mit dem in dieser Doppelfolge auftauchenden Lieutenant Hansen, gespielt von Hagan Beggs wird es noch ein Wiedersehen geben.
Das Drehbuch zu dieser Folge verfasste Gene Roddenberry selbst.
Regie führte Stammregisseur Marc Daniels (bzw. Robert Butler bei 1.00: Der Käfig).

Die deutsche Version geht auf das Konto von Sat.1 und enthält alle Szenen der Originalepisode. Die Übersetzung fällt allerdings durch eine Fülle an unnötigen und unsinnigen Übersetzungsfehlern auf. Zum Beispiel sagt der Talosianer in der deutschen Version am Ende zu Kirk: "Wir dachten, die Fiktion einer militärgerichtlichen Verhandlung würde sie davon überzeugen, das Kommando Ihres Schiffes wieder vorzeitig zu übernehmen." Dabei wurde der eigentliche Sinn genau verdreht. Die Militärverhandlung war ja dazu da, Kirk davon abzuhalten, das Kommando über die Enterprise wieder zu übernehmen. Dieser Fehler wurde inzwischen auf der DVD-Version der Episode behoben. Leider ist dies ist jedoch nicht der einzige völlig unsinnige Übersetzungsfehler und während dieser inzwischen korrigiert wurde, sind die anderen Fehler auch in der DVD-Version nach wie vor enthalten.
Zum Beispiel meint Kirk zu Mendez einmal: "Indem Sie ihn nach dem Warum gefragt haben, ist er gezwungen, die Karten auf den Tisch zu legen." Im Zusammenhang der Folge macht das natürlich keinen Sinn, da Spock die Filmvorführung ja wollte und keineswegs dazu gezwungen wurde. Wäre richtig übersetzt worden, hätte es lauten müssen: "Indem Sie ihn nach dem Warum gefragt haben, kann er nun jeden Beweis vorbringen, den er möchte."
Bei der zweiteiligen Fernseh-Version gibt es zu Beginn des 2. Teils eine Rückblende auf den 1. Teil. Mendez sagt in dieser Rückblende zu Spock: "Ihnen war doch bekannt, dass jeder Kontakt mit Talos IV verboten ist, also auch eine Filmvorführung über diesen Planeten! Auf diese Weise sind Sie der Todesstrafe gewiss." Dass Spock aufgrund einer Filmvorführung verurteilt werden soll, erscheint reichlich absurd. Auch hier wurde bei der Übersetzung geschlampt. In Wirklichkeit hätte es (wie im 1. Teil auch noch richtig übersetzt) heißen müssen: "Ihnen waren doch die Vorschriften über den Planeten Talos IV bekannt! Wollten Sie absichtlich zum Tode verurteilt werden?" Warum ein Dialog, der einmal im 1. Teil der Doppelfolge und dann noch einmal in der Rückblende zu Beginn des 2. Teils auftaucht, beim 2. Mal nochmal neu übersetzt werden muss, bleibt sowieso ein Rätsel.
Neben den oben genannten gravierenden Fehlern, gibt es noch etliche weitere, kleinere Übersetzungsfehler, die den Sinn des Originals verdrehen, deren Auflistung hier aber den Rahmen sprengen würde.
Für die DVD-Version wurden neben der oben genannten Szene auch noch zwei andere Szenen korrigiert, die jedoch zu den Szenen aus 1.00: Der Käfig gehören. Hier wurden die Dialoge auch tatsächlich nicht neu aufgenommen, sondern einfach die bereits vorhandene Synchronisation aus 1.00: Der Käfig verwendet.

Fazit:
Die Spannung könnte nicht besser sein. Sie erhält hier zum ersten Mal die volle Wertung von 6 Punkten.
Auch die Special Effects können sich sehen lassen. Man darf zum ersten Mal ein Shuttleschiff bewundern, ebenso werden die Galauniformen eingeführt. Auch die Ansicht von Raumbasis M 11 ganz zu Beginn des ersten Teils ist gelungen. Besonders lobenswert ist dabei, dass man später Teile der Außenkulisse nochmal sieht und zwar als Blick aus dem Fesnter von Mendez' Büro. Dabei wurde allerdings der Hintergrund geschwärzt, damit man den Eindruck erhält, es wäre bereits Nachts. Aus heutiger Sicht sieht das zwar alles sehr primitiv aus, allerdings war das damals eine enorme Leistung und erhält hier deswegen auch die Wertung von 6 Punkten.
Die Handlung ist gut erzählt, wenn auch hier und da mit einigen kleineren Ungereimtheiten. Hierfür gibt es 5 Punkte.
Insgesamt bekommt die Folge eine sehr gute Wertung. Die Doppelfolge stellt den ersten Höhepunkt der Serie dar, für den es langsam aber auch Zeit wurde. Es sollten bald noch weitere folgen.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

In dieser Doppelfolge wurde fast die komplette Handlung (nur einige wenige Szenen wurden nicht verwendet) aus dem ersten Pilotfilm 1.00: Der Käfig, der von NBC abgelehnt und erst 1988 gesendet wurde, in die Handlung integriert. Dabei traten allerdings einige Probleme auf.
Jeffrey Hunter, der Darsteller des Captain Pike, hatte kein Interesse daran, in dieser Doppelfolge noch einmal mitzuspielen. Also nahm man für die Rahmenhandlung den Schauspieler Sean Kenney. Durch die Strahlenvergiftung konnte man Kenney so sehr schminken, dass man unmöglich einen Unterschied zwischen den beiden Darstellern feststellen konnte. Sean Kenney spielte ansonsten Lieutenant DePaul in den Folgen 1.18: Ganz neue Dimensionen und 1.23: Krieg der Computer.
Im Pilotfilm 1.00: Der Käfig wurde der talosianische Wächter im Original von Malachi Throne synchronisiert. Da Throne nun aber Commodore Mendez spielte, mussten alle Szenen mit dem talosianischen Wächter neu synchronisiert werden. Malachi Throne spielt übrigens noch einmal in der TNG-Doppelfolge 5.07 + 5.08: Wiedervereinigung? als Senator Pardek mit.

Nach der Produktion dieser Folge galt der ursprüngliche Pilotfilm 1.00: Der Käfig lange Zeit als verloren. Man war der Ansicht, dass nur noch die Szenen, die in dieser Doppelfolge verwendet wurden, existieren würden. 1986 wurde "The Cage" in Amerika dann auf Video veröffentlicht. Kurz zuvor wurde eine komplette Fassung des Films in den Paramount-Archiven gefunden. Da diese Kopie allerdings in Schwarz/Weiß war, wurden die farbigen Szenen aus "Talos IV-Tabu" mit den restlichen Schwarz/Weiß-Szenen ergänzt. 1988 entdeckte dann ein Verantwortlicher von Paramount in seinem Schrank eine komplette Farb-Kopie von "The Cage". Der Film wurde 1988 zum ersten Mal dem amerikanischen Publikum präsentiert und zwar als Füllepisode für die 2. TNG-Staffel.

Hagan Beggs werden wir noch einmal in Folge 1.20: Kirk unter Anklage als Lieutenant Hansen sehen.

George Sawaya, der hier Humboldt, den Abteilungsleiter der Compuzterzentrale spielt, werden wir in der Folge 1.26: Kampf um Organia als Klingone wiedersehen.



Kleine TOS-Statistik
1. Zerrissene Shirts von Kirk: 0
Kirks Shirt bleibt in tadellosem Zustand.
2. Kirks Eroberungen: 0
Die Frauen bleiben unbeeindruckt.
3. Anwendungen von Spocks Nackengriff: 2
Zunächst betäubt Spock einen Techniker in der Computerzentrale der Raumstation, dann setzt er Chief Humboldt damit außer Gefecht.
4. Spocks "Faszinierend": 0 mal
Spock fasziniert hier nichts.
5a. Spocks "logisch": 1 mal
Spock glaubt, dass er in der ganzen Angelegenheit logisch gehandelt hat.
5b. Spocks "unlogisch": 0 mal
Spock findet hier überhaupt nichts unlogisch.
6. McCoys: "Ich bin Arzt und kein...": 0 mal
McCoy darf seinen berühmten Satz nicht sagen.
7. McCoys: "Er ist tot, Jim." und Variationen: 0 mal
Alle leben noch, Jim.
8. Tote Rothemden: 0
Die Rothemden bleiben diesmal verschont.
9. Hysterisch kreischende Frauen: 0
Hier kreischt niemand.
 
 
 
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  Druckbare Version

 Credits 1. Teil:
 Erstausstrahlung USA:
  17. 11. 1966

 Erstausstrahlung D:
  16. 11. 1987

 Regie:
  Marc Daniels
  (Rahmenhandlung)
  Robert Butler
  (Szenen aus "The Cage")

 Buch:
  Gene Roddenberry

 Gaststars:
  Malachi Throne
   [Commodore
   José Mendez]
  Sean Kenney
   [gelähmter
   Captain Pike]
  Hagan Beggs
   [Lieutenant Hansen]
  Julie Parrish
   [Miss Piper]
  George Sawaya
   [Chief Humboldt]
  Brett Dunham
   [Sicherheitsoffizier]

 Credits 2. Teil:
 Erstausstrahlung USA:
  24. 11. 1966

 Erstausstrahlung D:
  23. 11. 1987

 Regie:
  Marc Daniels
  (Rahmenhandlung)
  Robert Butler
   (Szenen aus "The Cage")

 Buch:
  Gene Roddenberry

 Gaststars:
  Malachi Throne
   [Commodore
   José Mendez]
  Sean Kenney
   [gelähmter
   Captain Pike]
  Hagan Beggs
   [Lieutenant Hansen]

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