Deutscher StarTrek-Index  
  1.17 Tödliche Spiele auf Gothos  
  T h e   S q u i r e   o f   G o t h o s  
 

Review: Matthias Weber
Statistik: Elisabeth Leidenfrost

 
 
 

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 2124,5
Die Enterprise durchfliegt auf dem Weg zur Kolonie Beta VI eine öde Region des Weltraums. Plötzlich taucht auf dem Schirm ein Objekt auf, das in den Sternenkarten nicht verzeichnet ist, es handelt sich um einen Planeten, der hohe Radiostrahlung aussendet. Kirk will dem Planeten gerade ausweichen, als plötzlich Sulu verschwindet. Kurze Zeit später ist auch Kirk verschwunden.
Spock umkreist den Planeten und sucht mit den Sensoren nach Kirk und Sulu, ohne die beiden zu finden. Dann empfängt die Enterprise eine Grußbotschaft vom Planeten. McCoy, Lt. Jaeger und Lt. DeSalle beamen auf den Planeten runter. Obwohl die Instrumente der Enterprise schwere Stürme und eine nicht atembare Atmosphäre angezeigt haben, finden sich die drei in einem schönen Garten wieder. Von Stürmen ist keine Spur zu sehen und auch die Luft kann man ohne Bedenken atmen. Sie finden auch eine Art Schloss. Im Innern finden sie Sulu und Kirk, zur Salzsäule erstarrt.
Plötzlich taucht ein Mann auf, der Kirk und Sulu aus ihrer Starre befreit und sich als Trelane vorstellt. Er ist gekleidet wie die Menschen im 19. Jahrhundert. Auch die Einrichtung seines Schlosses erinnert an diese Zeitepoche. Er erklärt ihnen, dass er sich schon sehr lange für die Erde interessiert. Jaeger hat die Idee, dass Trelane vielleicht nicht den Zeitunterschied von 900 Jahren bedacht hat. Der Planet ist nämlich 900 Lichtjahre von der Erde entfernt. Wenn er die Erde beobachtet hat, hat er sie gesehen, wie sie vor 900 Jahren war.
Inzwischen wird klar, dass Trelane über große Willenskraft verfügt. Er kann Materie transportieren und verändern, er kann Dinge erscheinen und verschwinden lassen. Kirks Bitte, sie wieder aufs Schiff zurückkehren zu lassen, lehnt er ab. Er braucht die Menchen zu seiner Unterhaltung. Kirk und sein Team diskutieren Fluchtpläne, doch gegen Trelanes Macht können sie wenig ausrichten.

Spock hat inzwichen das Schloss von der Enterprise aus geortet. Er befiehlt Scotty alle menschlichen Lebensformen heraufzubeamen.
Dies funktioniert auch. Trelane wird sehr wütend, als das Außenteam raufgebeamt wird. Er hat ihnen nicht erlaubt zu gehen.

Kirk befiehlt sofort den Orbit mit maximaler Geschwindigkeit zu verlassen, doch zu spät, nach kurzer Zeit ist Trelane an Bord des Schiffes und bringt die gesamte Brückencrew zurück auf den Planeten. Während Kirk, Spock und McCoy diskutieren, wie sie von hier wegkommen, tanzt Trelane mit Yeoman Ross.
Kirk und Spock kommen auf die Idee, dass Trelane eine Art Maschine braucht, die seine Gedanken in Realität umsetzt. Sie kommen auf die Idee, dass sich diese Maschine hinter dem Spiegel versteckt, vor dem sich Trelane ständig aufhält. Kirk fängt an Trelane zu reizen. Er beleidigt ihn. Trelane will sich draufhin mit Kirk duellieren und Kirk willigt ein. Kirk schießt jedoch mit der antiken Waffe nicht auf Trelane sondern auf den Spiegel und zerstört damit Trelanes Maschine. Trelane ist außer sich vor Wut, Kirk kehrt mit dem Außenteam auf die Enterprise zurück.
Doch jeglicher Fluchtversuch mit der Enterprise ist zwecklos, sie fliegt im Kreis und man kommt immer wieder zum Planeten zurück. Kirk hat Trelane unterschätzt und muss nun auf den Planeten zurückkehren. Er befiehlt Spock wegzufliegen, wenn man innerhalb einer Stunde nichts von ihm hört.

Kirk findet sich in einem Gerichtsverfahren wieder. Er wird von Trelane angeklagt. Kirk bekennt sich in allen Punkten schuldig. Trelane möchte Kirk als Strafe erhängen, doch Kirk findet das unsportlich. Er schlägt Trelane ein Spiel vor. Trelane soll Kirk jagen und ihn in einem fairen Kampf mit seinem Degen töten. Der Einsatz ist Kirks Leben. Im Gegenzug lässt Trelane die Enterprise frei. Trelane ist einverstanden.
Während des Kampfes tauchen plötzlich 2 Wesen auf. Sie entpuppen sich als Trelanes Eltern. Trelane ist in Wirklichkeit ein kleiner Junge, der von seinen Eltern nicht richtig erzogen wurde. Sie haben ihm zuviel Freiheiten gelassen. Diesen Planeten sollte er eigentlich ganz für sich haben, doch er hat das Vertrauen seiner Eltern missbraucht. Die beiden wollen ihre Fehler wieder gut machen und sich mehr um Trelane kümmern. Kirk kann auf die Enterprise zurückkehren und mit der Enterprise den Orbit verlassen.

Bewertung

"Tödliche Spiele auf Gothos" weist erstaunliche Ähnlichkeit mit der TOS-Folge 1.02: Der Fall Charlie auf. In beiden Folgen geht es um einen verzogenen Jungen, der über übernatürliche Kräfte verfügt, aber nie gelernt hat, damit umzugehen. In beiden Folgen wird Kirk unfreiwillig in eine Vaterrole hineingedrängt und muss versuchen, das Vertrauen des Jungen zu erlangen.
Auch Kirks Wandlung ist in beiden Folgen ähnlich. Zunächst ist er freundlich und versucht es mit Geduld und logischen Argumenten. Doch weder Charlie noch Trelane sind logischen Argumenten zugänglich. Sie haben sich irgendetwas in den Kopf gesetzt und wollen dies auch durchsetzen, egal mit welchen Mitteln. Nach und nach wird Kirk immer wütender und in beiden Folgen endet der Konflikt am Ende in offener Feindschaft.
Trotzdem kann man weder Charlie noch Trelane einen Vorwurf machen. Charlie hat über 14 Jahre lang isoliert gelebt und hat nicht gelernt mit seinen Kräften umzugehen. Trelane hatte wohl durchaus eine Erziehung durch seine Eltern, allerdings sind diese wohl zu großzügig gewesen und haben ihm viel zu viel Spielraum gelassen.
Auch das Ende der Geschichte ist in beiden Fällen sehr ähnlich. Während Charlie am Ende von den Thasianern wieder zurück nach Thasus gebracht wird, bekommt Trelane Besuch von seinen Eltern, die ihre eigenen Fehler bei seiner Erziehung wieder ausbügeln wollen. Beide betteln am Ende darum, von der Bestrafung verschont zu bleiben.

Trelane erinnert sehr an einen kleinen Jungen, der nach Aufmerksamkeit strebt. Trelanes Verhalten erinnert an Sandkastenstreitereien, auch wenn bei ihm natürlich alles in viel größerem Rahmen abläuft.

Die Folge an sich wirkt ein wenig, wie ein müder Abklatsch vom wesentlich besseren 1.02: Der Fall Charlie. Es scheint relativ witzlos die ganze Geschichte einfach mit einem anderen Jungen nochmal zu erzählen (der einzige Unterschied besteht darin, dass man Trelane nicht sofort als Jungen erkennt) . Noch dazu wurden die Aspekte, die Folge 1.02 zu etwas besonderem gemacht haben weggelassen oder geändert. Während man am Ende von 1.02: Der Fall Charlie durchaus Mitlied mit Charlie hat, wird man hier als Zuschauer das Gefühl nicht los, dass es Trelane ganz recht geschieht.
Auch bei den Charakterisierungen von Trelane und Kirk wird man das Gefühl nicht los, das ganze doch schon mal (und vor allem schon mal besser) gesehen zu haben. Trelane nervt mit seiner kindischen Art sehr schnell. Da kann auch die gute Darstellung von William Campbell nichts dran ändern. Alles in der Folge wirkt etwas albern und die Geschichte ist wieder mal zu dünn für 45 Minuten und wirkt deswegen ziemlich zäh und langatmig.

Die Folge ist allenfalls aus heutiger Sicht interessant. Trelane wirkt nämlich ein wenig, wie ein Vorläufer des später in TNG sehr populär gewordenen Q. Trelanes Spielchen erinnern sehr an den frühen Q aus TNG Folgen wie 1.01/1.02: Der Mächtige/Mission Farpoint und 1.10: Rikers Versuchung. Da man in der Folge selbst wenig bis gar nichts über Trelanes Volk erfährt, wird unter den Fans der Originalserie auch oft darüber spekuliert, ob Trelane vielleicht tatsächlich ein Q ist. John de Lancie meinte dazu, Trelane sei Qs Vater. Ein TNG-Roman ist da anderer Meinung. Dort wird Q als Patenonkel von Trelane vorgestellt.

Das Ende der Folge ist mal wieder sehr Star Trek typisch. Anstatt eines wilden Kampfes zwichen Kirk und Trelane, in dem Kirk als Sieger hervorgeht, werden die beiden von zwei freundlichen Wesen unterbrochen, die Trelane mitnehmen, und Kirk erklären, dass ihnen die schlechte Erziehung von Trelane und die Probleme, die die Crew mit ihm hatte sehr leid tun.

Interessant sind die in der Folge getätigten Aussagen über den Zeitunterschied zwischen Gothos und der Erde. Laut Lt. Jaeger ist die Erde von Gothos 900 Lichtjahre entfernt. Somit hat Trelane die Erde beobachtet, wie sie 900 Jahre vor TOS war. Da Trelane Napoleon erwähnt, befindet er sich offenbar in dem Glauben, die Erde befände sich im 19. Jahrhundert. Somit würde die Originalserie im 28. Jahhrundert spielen, was natürlich aus heutiger Sicht falsch ist. Da in der Originalserie aber niemals explizit das 23. Jahrhundert erwähnt wurde, hat diese Aussage die Zuschauer damals keineswegs irritiert.

Zu Trelanes Sammlung gehört auch der Salzvampir aus der Folge 1.01: Das Letzet seiner Art. Das Kostüm stand normalerweise im Büro von Produzent Robert H. Justman.

Den ersten von insgesamt 4 Auftritten hat Nebenperson Lieutenant Vincent DeSalle, gespielt von Michael Barrier.
William Campbell spielte in 2.15: Kennen Sie Tribbles? sowie in einer DS9 Episode den bekannten Klingonen-Captain Koloth.
Autor Paul Schneider schrieb bereits Folge 1.14: Spock unter Verdacht.
Regisseur Don McDougall steuerte lediglich diese Folge bei.

"Tödliche Spiele auf Gothos" war die 39. und letzte Episode, die vom ZDF eingekauft und synchronisiert wurde. Die Folge hat deswegen wie üblich einige Szenen weniger. Trotz einer teilweisen Restauration von Seiten Sat.1, fehlt in der TV-Version bis heute ein Teil der Szene in der Kirk Trelane überredet ihn nicht hinzurichten und stattdessen eine Jagd daraus zu machen. Es fehlt außerdem ein Teil der Szene, in der Trelanes Eltern ihren Sohn zurechtweisen. Auch die Szene am Ende der Folge, in der Spock Kirk fragt, wie er Trelane im Logbuch bezeichnen soll, fiel der Schere zum Opfer und wurde zusammen mit den anderen aufgeführten Szenen erst für die DVD-Version (natürlich mit neuen Sprechern) synchronisiert.
Der deutsche Übersetzer zeigt auch mal wieder, dass er des Englischen offenbar nur teilweise mächtig ist, denn er übersetzt Trelanes Satz "Do you mean that you have actually members of the fair sex among your crew?" ("Sie meinen, Sie haben tatsächlich Angehörige des schönen Geschlechts unter Ihrer Besatzung?") mit "Ist das wirklich wahr, daß Sie Frauen an Bord haben, Vertreterinnen des süßen Sex?". Offenbar war dem Übersetzer nicht klar, dass "sex" auch "Geschlecht" heißt. Dieser Fehler blieb auch auf der DVD enthalten.

Alles in allem ist die Folge ein etwas schwacher Aufguss von 1.02: Der Fall Charlie, der zwar einige gelungene Gags beinhaltet, aber ansonsten eher im Mittelmaß versinkt.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Trelane könnte von seinem Verhalten her und von den Kräften, über die er verfügt, ein Verwandter von Q sein, der in zahlreichen TNG/DS9 und Voyager-Folgen das Föderationsgebiet unsicher macht.

Seinen ersten von insgesamt vier Auftritten hat Michael Barrier als Lieutenant Vincent DeSalle in dieser Folge. Er spielt außerdem in den Folgen mit.

William Campbell, hier als Trelane zu sehen, sehen wir als Captain Koloth in Episode 2.15: Kennen Sie Tribbles? wieder. Außerdem spielt er Koloth auch in der DS9 Folge 2.19: Der Blutschwur.

Barbara Babcock, deren Stimme wir hir als Trelanes Mutter hören, gehört regelrecht zum Stammpersonal der Serie. Sie ist in 1.23: Krieg der Computer (als Mea 3), in 2.26: Ein Planet, genannt Erde (als Isis), in 3.10: Platons Stiefkinder (als Philana) zu sehen und in 3.09: Das Spinnennetz (als die Tholianischen Stimmen) zu hören.

James Doohan, der Darsteller von Scotty spricht in dieser Folge im Original auch noch Trelanes Vater. Doohan wird auch Sargon in 2.20: Geist sucht Körper und M5 in 2.24: Computer M5 seine Stimme leihen.



Kleine TOS-Statistik
1. Zerrissene Shirts von Kirk: 0
Trotz eines Degenduells bleibt Kirks Shirt in tadellosem Zustand.
2. Kirks Eroberungen: 0
Keine betörten Frauen dieses Mal.
3. Anwendungen von Spocks Nackengriff: 0
Spocks Nackengriff kommt hier nicht zum Einsatz.
4. Spocks "Faszinierend": 1 mal
Spock fasziniert die Vorstellung, dass er laut McCoy auf der Erde als Osterhase eingesetzt werden würde.

Außerdem:
McCoy hätte eigentlich erwartet, dass Spock seine Beschreibung der Speisen faszinierend findet - anstatt "nur" logisch.
5a. Spocks "logisch": 1 mal
McCoys Beschreibung der Speisen findet Spock zwar nicht appetitanregend, aber logisch.
5b. Spocks "unlogisch": 0 mal
Spock findet hier überhaupt nichts unlogisch.
6. McCoys: "Ich bin Arzt und kein...": 0 mal
McCoy darf seinen berühmten Satz nicht sagen.
7. McCoys: "Er ist tot, Jim." und Variationen: 0 mal
Alle leben noch, Jim.
8. Tote Rothemden: 0
Hier stirbt niemand.
9. Hysterisch kreischende Frauen: 0
Alle Frauen bleiben ruhig.
 
 
 
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  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  12. 01. 1967

 Erstausstrahlung D:
  23. 03. 1974

 Regie:
  Don McDougall

 Buch:
  Paul Schneider

 Gaststars:
  William Campbell
   [Trelane]
  Michael Barrier
   [Lieutenant
   Vincent DeSalle]
  Richard Carlyle
   [Lieutenant
   Karl Jaeger]
  Venita Wolf
   [Yeoman Teresa Ross]
  James Doohan
   [Stimme von
   Trelanes Vater]
  Barbara Babcock
   [Stimme von
   Trelanes Mutter]


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