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Episodenbeschreibung
Sternzeit: 3156,2
Die Enterprise befindet sich im Orbit um den Planeten Beta III. Vor 50
Jahren verschwand hier das Raumschiff Archon. Die Enterprise Crew soll mehr
über das Verschwinden heraus bekommen. Sulu und O'Neil befinden sich auf
dem Planeten. Sie flüchten vor 2 Gestalten, die in lange Kutten gehüllt
sind, wie sie Mönche tragen. Sulu nimmt Kontakt mit Kirk auf der
Enterprise auf und will sich und O'Neil hochbeamen lassen, doch O'Neil
rennt vorher weg. Die 2 Gestalten treiben Sulu inzwischen in die Enge und
feuern mit einem seltsamen Rohr auf Sulu. Gerade zu diesem Zeitpunkt wird
Sulu hochgebeamt. Er kann sich nicht mehr daran erinnern, wie er heißt, er
ist wie ausgewechselt und redet wirres Zeug von Frieden, Glück und einer
Person namens Landru.
Um herauszufinden, was mit Sulu los ist, und wo O'Neil geblieben ist, beamt
Kirk mit einem Außenteam auf den Planeten. Die Kultur der Planetenbewohner
entspricht der des 19. Jahrhunderts auf der Erde. Als das Außenteam auf dem
Planeten eintrifft, treffen sie auf sehr freundliche Menschen, die aber
alle, genau wie Sulu, einen leicht abwesenden Gesichtsausdruck haben. Alle
reden von einem bevorstehenden Fest. Die Männer von der Enterprise geben
sich als Fremde aus, die nur zu Besuch in der Stadt sind. Ein Passant
empfiehlt dem Außenteam Regers Haus als Unterkunft. Plötzlich schlägt die
Uhr 6 und die ganze Bevölkerung des Planeten scheint plötzlich
übergeschnappt zu sein. Sie schreien wild durcheinander, richten in der
Stadt starke Verwüstungen an und greifen sich gegenseitig an.
Das Außenteam kann sich gerade noch in Regers Haus retten. Dort treffen sie
auf Reger, Hacom und Tamar. Sie geben sich erneut als Fremde aus, die kein
solches Fest erwartet haben. Hacom ist misstrauisch gegenüber dem
Außenteam, während Reger und Tamar Kirk und sein Team sehr freundlich
empfangen und ihnen Zimmer anbieten. Das Außenteam schaut sich von ihrem
Zimmer aus das Fest an. Es dauert 12 Stunden lang, bis die Uhr wieder 6
schlägt, dann sind auf einmal wieder alle ganz ruhig und freundlich, wie
vor dem Fest. Als Hacom erfährt, dass das Außenteam nicht am Fest
teilgenommen hat, meldet er dies den Gesetzgebern, die auch prompt in ihren
Kutten gekleidet auftauchen. Hacom verrät den Gesetzgebern auch, dass Tamar
zuvor über Landru gespottet hat, woraufhin Tamar von den Gesetzgebern
getötet wird.
Außerdem wollen sie das Außenteam absorbieren. Doch Kirk widerspricht den
Gesetzgebern, was sie offenbar nicht gewöhnt sind, denn daraufhin müssen
sie sich erstmal beraten und das Außenteam kann mit Regers Hilfe fliehen.
Als sie auf der Straße angelangt sind, bekommen alle Bewohner des Planeten,
offenbar telepathisch, den Befehl, das Außenteam aufzuhalten. Allerdings
können Kirk und seine Männer die Bewohner mit dem Phaser betäuben. Unter
den Betäubten finden sie auch O'Neil, der ähnlich wie Sulu offenbar einer
von Landrus Anhängern geworden ist. Man nimmt O'Neil mit, hält ihn
allerdings unter Betäubung, da Landru sonst von ihm den Aufenthaltsort
des Außenteams feststellen könnte. Die ganze Gruppe versteckt sich in einem
Unterschlupf von Reger.
Reger erzählt dem Außenteam, dass Beta III früher eine hochtechnisierte
Welt war, allerdings herrschte fast ständig Krieg, dann kam Landru und
führte die Bevölkerung in eine Zeit voller Frieden. Seither sind allerdings
die Bewohner total willenlos und werden von Landru gesteuert. Als vor 50
Jahren die Besatzung der Archon auf dem Planeten strandete, störten sie die
Ruhe und den Frieden, so dass Landru sie entweder absorbierte oder tötete.
Außerdem gibt es auf dem Planeten eine kleine Untergrundbewegung von
Leuten, die gegen das Absorbieren imun sind. Reger und Tamar waren zwei
Mitglieder dieser Untergrundbewegung.
Plötzlich erscheint eine Art Hologramm von Landru, der erklärt, dass das
Außenteam die Ruhe des Planeten stört und deswegen absorbiert wird. Dann
ertönen plötzlich Ultraschallwellen, wodurch alle betäubt werden. Als sie
wieder aufwachen, befinden sie sich in einer Art Gefängniszelle. McCoy und
ein Sicherheitsoffizier wurden bereits absorbiert. Sie reden wie Sulu und
O'Neil nur noch von Ruhe, Frieden und Landru. Dann kommen die Gesetzgeber
und nehmen Kirk mit. Danach kommt Spock an die Reihe. Er wird in einen Raum
gebracht, der mit viel Technik eingerichtet ist. Es handelt sich offenbar
um den Absorbtionsraum. Dort trifft er auf Kirk, der offenbar auch
absorbiert wurde. Die Gesetzgeber bringen Kirk wieder in die Zelle, während
ein Mann das Absorbtionsgerät bedient. Als dieser mit Spock alleine ist,
befreit er diesen und erklärt ihm, dass er Marplon heißt und ebenfalls
Mitglied der Untergrundbewegung ist.
Er kam leider zu spät, um McCoy noch zu helfen, Kirk allerdings konnte er
vor der Absorption retten, dieser täuscht die Symptome nur vor. Marplon
schärft Spock ein, sich ebenso zu verhalten, damit niemand Verdacht
schöpft. Daraufhin wird Spock zurück in die Zelle gebracht. Als Kirk, Spock
und Reger sich beraten, wie sie weiter vorgehen wollen, schöpft McCoy
Verdacht, er alarmiert die Wachen und wird daraufhin von Kirk
niedergeschlagen. Als die Wachen kommen, können Kirk und Spock auch diese
beiden überwältigen. Kirk und Spock ziehen die Kutten der Wachen über und
folgen Marplon, der sie zu Landru führt.
Als sie in der Audienzhalle angekommen sind, stellt sich heraus, dass
Landru schon seit langem tot ist. Als er gestorben ist, hat er einen
Computer mit seiner gesamten Weisheit programmiert, der daraufhin den
Planeten regiert hat. Der Computer gibt als wichtigstes Gebot das Wohl der
Menschen an. Kirk kann den Computer davon überzeugen, dass er selbst gegen
dieses Gebopt verstößt, in dem er die Bevölkerung unterdrückt. Das führt zu
einer Überlastung des Computers, der daraufhin explodiert. Danach ist die
Bevölkerung des Planeten und die Crew der Enterprise wieder frei. Die
Föderation hilft der Bevölkerung des Planeten, mit der neuen Situation
umzugehen und zu lernen, wieder auf eigenen Füßen zu stehen.
Bewertung
"Landru und die Ewigkeit" beinhaltet eine für Star Trek sehr wichtige
Aussage, nämlich die, dass das Wohlergehen eines Individuums genau den
gleichen Stellenwert hat, wie das Wohlergehen einer ganzen Gesellschaft.
Dies sollte nicht die letzte Folge sein, in der dieses Thema aufgegriffen
wird. Landru hat eine Gesellschaft aufgebaut, in der kein Krieg, keine
Gewalt, kein Verbrechen, kein Hass existiert. Der Preis für diese
idyllische Welt ist das Wohlergehen des einzelnen Individuum, denn das ist
unwichtig für Landru, er ist bereit einige Menschen zu opfern, damit die
Gesellschaft überlebt. Ich will in die Folge nicht zuviel hinein
interpretieren, aber man kann in Landrus Gesellschaftsordnung durchaus eine
Parallele zum Kommunismus sehen, der auch das Individuum erst an zweiter
Stelle sieht.
Kirk hingegen vertritt eher den Standpunkt des amerikanischen
Freiheitsdenkens. In der neuen Gesellschaft, die Kirk durch sein Eingreifen
schafft, geht es zwar bei weitem nicht so harmonisch zu, wie in Landrus
seelenloser Welt, dafür lebt die Gesellschaft, die Menschen können sich
entwickeln, ihre Freiheit genießen. Landrus Welt hingegen ist unbeweglich
und tritt auf der Stelle.
Soweit eine sehr interessante Ausgangsposition, aus der eine interessante
Folge mit interessanten Diskussionen hätte werden können. Doch hier enden
auch schon wieder die positiven Aspekte der Folge.
Der Rest der Folge plätschert langsam vor sich hin, ist alles andere als
spannend, und es würde mich nicht wundern, wenn einige Zuschauer sich an
den Mittelteil der Folge nicht erinnern könnten, weil sie erst wieder beim
Abspann aufgewacht sind. Die Handlung wurde wie ein alter Kaugummi in die
Länge gezogen und die Inszenierung ist allenfalls mittelmäßig.
Das einzige interessante an der ganzen Folge ist die erstmalige Erwähnung
der Hauptdirektive. Passenderweise schert sich Kirk aber schon bei ihrer
ersten Erwähnung kein bißchen um sie und umgeht sie mit der fadenscheinigen
Begründung, dass es sich hierbei um keine lebende Gesellschaft handelt (wie
auch immer das definiert sein soll). Dabei ist eigentlich genau das der
Sinn der Hauptdirektive, sie soll ja gerade verhindern, dass irgendein
dahergelaufener Raumschiffcaptain seine eigenen Ansichten, darüber, wie
eine Gesellschaft funktionieren soll, anderen Völkern aufdrängt und sie
zwingt, nach diesen Ansichten zu leben. Wer gibt Kirk schließlich das
Recht, seine eigenen Ansichten als die richtigen zu definieren.
Wie in 1.08: Miri, ein Kleinling,
handelt es sich bei Beta III um eine Parallelwelt der Erde. Während sich in
Miri noch alle darüber wunderten, scheint das hier aber niemandem
aufgefallen zu sein.
Scotty bekommt hier zum ersten Mal das Kommando über die Enterprise
übertragen. Diese Aufgabe wird ihm in Zukunft noch öfters zufallen.
Die Auflösung der Folge ist seit langem die schwächste. Der Anführer Landru
entpuppt sich als ein durchgeknallter Computer, der von Kirk solange
vollgequatscht wird, bis es ihm zu blöd ist und explodiert. Da hatten wir
schon originellere Showdowns.
In dieser Folge gibt es ein Wiedersehen mit zwei der wichtigsten Rothemden
der Serie, Lieutenant Leslie und Lieutenant Galloway. Neu dabei hingegen
sind Lieutenant O'Neil, gespielt von Sean Morgan und Yeoman Tamura
(im Deutschen: Corporal Tamara), gespielt von Miko Mayama, die beide noch
ein weiteres Mal zu sehen sein werden.
Das Drehbuch stammt dieses Mal von Autor Boris Sobelman, der nur dieses
eine Mal für die Serie arbeitete. Sein Drehbuch basiert auf einer Idee
von Gene Roddenberry.
Regie führte Stammregisseur Joseph Pevney.
Die deutsche, im Auftrag von Sat.1 hergestellte Version enthält alle
Originalszenen und ist größtenteils zufriedenstellend. Lediglich mit dem
Begriff "prime directive" (die hier zum ersten Mal erwähnt wird), konnte
man wohl wenig anfangen, stattdessen lautete der Satz, indem Spock diese erwähnt
"Sie wissen doch, unser Befehl lautet Nicht-Einmischung!". Daraus wird nicht klar,
dass die Sternenflotte eine oberste Direktive hat, die die Einmischung verbietet,
es erscheint eher so, als habe man an oberster Stelle speziell für diesen Fall
entschieden, sich nicht einzumischen.
Aus Yeoman Tamura wurde im Deutschen Corporal Tamara. Die Überstzung von "Yeoman"
machte schon bei Janice Rand Probleme, die Bezeichnung Corporal wurde bereits dort eingeführt.
Warum gleich noch der Name mitgeändert wurde, bleibt aber unklar.
Bei der DVD-Version wurde lediglich eine Pausenausblendung wieder eingefügt.
Spannung kommt bei der ganzen Folge kaum auf. Special Effects sind
praktisch nicht vorhanden, für die Kulissen verwendete man die
Stadtkulissen der Desilu Studios, die schon in
1.08: Miri, ein Kleinling zum Einsatz kamen. Die
Handlung beleuchtet zwar einen interessanten Aspekt, vermag ansonsten aber
nur zu langweilen und hat mit der haarsträubendsten Auflösung seit langem
auch nur eine mangelhafte Bewertung verdient.
Insgesamt nun wahrlich kein Highlight, im Gegenteil, auf der Hitliste der
schlechtesten Folgen der ersten Staffel hat die Folge einen Top 5-Platz
sicher.
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