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Episodenbeschreibung
Sternzeit: 1704,2
Die Enterprise fliegt den Planeten Psi 2000 an, der in Kürze explodieren wird. Die
Enterprise soll dort ein Wissenschaftlerteam vom Planeten evakuiren und den Zerfall
des Planeten beobachten.
Spock und Tormolen beamen zur Wissenschaftsstation runter, wo sie feststellen
müssen, dass alle 6 Wissenschaftler tot sind. Die Umstände ihres Todes sind
allerdings etwas merkwürdig. Offenbar wurde das Umweltkontrollsystem deaktiviert,
woraufhin einige erfroren sind. Eine Frau wurde offensichtlich erwürgt und
wieder ein anderer hat mitsamt seinen Kleidern geduscht und ist ebenfalls erfroren.
Spock möchte so schnell wie möglich auf die Enterprise zurückkehren, da er nicht
riskieren will, sich mit einem fremden Virus anzustecken. Er lässt Tormolen noch
einige Messungen vornehmen und geht in einen anderen Raum. Tormolen zieht den
Handschuh seines Schutzanzuges aus, um sich an der Nase kratzen. Ohne dass er es
merkt, steckt er sich dabei mit einem fremden Virus an.
Als Spock und Tormolen auf die Enterprise zurück beamen, werden sie im
Transporterraum dekonterminiert und anschließend von McCoy gründlich untersucht.
McCoy findet weder bei Tormolen, noch bei Spock, irgendetwas ungewöhnliches.
Tormolen ist lediglich etwas aufgewühlt, wegen des Todes der 6 Wissenschaftler.
Kirk befiehlt ihm, sich ein wenig auszuruhen.
Inzwischen findet eine Besprechung der Führungsoffiziere statt. Weder McCoy noch
Spock können sich erklären, wie es zum Tode der 6 Wissenschaftler kommen konnte.
Offenbar blieben sie ganz ruhig sitzen und warteten auf den Tod durch Erfrieren.
McCoy kann definitiv ausschließen, dass die 6 Menschen unter Drogeneinfluss
standen.
Ein anderes Problem ist der instabile Planet. Durch seinen Zerfall ändern sich
ständig die Schwerkraftverhältnisse, wodurch ständig Kurskorrekturen notwendig
sind. Gleichzeitig muss die Enterprise aber einen relativ engen Orbit fliegen, um
den Zerfall des Planten zu erkunden. Die Enterprise muss also schnell den Orbit
verlassen können, wenn der Planet explodiert. Scotty sagt jedoch, dass dies kein
Problem sei, man könne sofort auf Warpgeschwindigkeit gehen, wenn dies nötig
ist.
Unterdessen ist Tormolen in den Aufenthaltsraum gegenagen, um dort etwas zu essen.
Sulu und Riley kommen hinzu. Sie diskutieren über Sulus neues Hobby, das
Fechten.
Tormolen verhält sich plötzlich sehr eigenartig. Er sagt, die Menschen hätten
nichts im Weltraum verloren, dann nimmt er ein Messer, bedroht zunächst Sulu und
Riley damit, um es dann gegen sich selbst zu richten. Als Sulu und Riley versuchen,
ihm das Messer wegzunehmen, wird Tormolen verletzt. Er wird sofort auf die
Krankenstation gebracht, wo McCoy ihn operiert.
Sulu und Riley sind zu ihrem Dienst zurückgekehrt, auf der Brücke nehmen sie die
Kurskorrekturen vor. Doch plötzlich steht Sulu einfach auf und verlässt die Brücke,
ohne dass Spock etwas davon merkt. Erst als sich die Gravitation erneut ändert und
Riley alleine nicht mehr den Kurs halten kann, merkt Spock, dass Sulu nicht auf
seinem Posten ist. Er ersetzt ihn und kann die Enterprise vor dem Absturz retten.
Er fragt Riley nach Sulu, doch auch Rileys Verhalten wird nun immer merkwürdiger,
er ist in sehr guter Stimmung und verkündet lauthals, dass ein Riley besser ist als
1000 Vulkanier. Spock lässt Riley ablösen und befiehlt ihm, sich auf der
Krankenstation zu melden.
McCoy konnte Tormolen nicht retten, obwohl dessen Verletzungen nicht sonderlich
schwer waren. Er kann sich dies nicht erklären, er hatte nur den Eindruck, Tormolen
wollte nicht mehr leben, was sowohl McCoy als auch Kirk verwundert.
Inzwischen rennt Sulu mit einem Degen durchs Schiff und hält sich für D'Artagnan.
Er bedroht mit seinem Degen einige Crewmitglieder. Es wird immer deutlicher, dass
das Außenteam einen Virus mit auf die Enterprise brachte, der sich nun unter der
Crew verbreitet und das seltsame Verhalten der Crew erklärt. Riley stattet auf
der Krankenstation Schwester Chapel einen Besuch ab und gesteht ihr seine Liebe.
Dabei berührt er sie und auch sie zeigt bald erste Symptome einer Erkrankung.
Sulu geht auf die Brücke und will Uhura, die er für eine Königin hält, beschützen.
Kirk und Spock können ihn überwältigen und bringen ihn auf die Krankenstation. Dort
macht McCoy einige Tests mit ihm, um mehr über die eigenartige Krankheit
herauszubekommen.
Riley geht in dem Maschinenraum, schickt Scotty unter dem Vorwand hinaus, Kirk
wolle ihn sprechen und verriegelt dann von innen die Tür. Er hält sich für den
Captain der Enterprise und fängt an eine schaurige Version des Liedes "I'll take
you home again, Kathleen." zu singen. Scotty beginnt damit, mit dem Phaser die
Wand zum Maschinenraum durchzubrechen. Kommt man nicht rechtzeitig in den
Maschinenraum, wird die Enterprise auf den Planeten stürzen.
Als Spock McCoy in der Krankenstation sucht, wird er von Chapel mit dem Virus
angesteckt. Er zeigt nun auf einmal Emotionen, die er bisher immer verdrängt hat.
Er geht in den Besprechungsraum und fängt an zu weinen.
Kirk und Scotty können endlich die Tür zum Maschinenraum öffnen und Riley
überwältigen. Scotty muss aber feststellen, dass Riley alle Maschinen abgeschaltet
hat. Es dauert nun 30 Minuten sie wieder vorzuwärmen, und das wo man in 8 Minuten
auf den Planeten stürzt. Kirk will versuchen mit Hilfe einer Implosionsformel
Materie und Antimaterie kalt zu mischen, allerdings braucht er dafür Spock. Er
findet ihn im Besprechungsraum. Dort gesteht Spock Kirk, dass er seine menschliche
Mutter liebt, er hat es ihr aber noch nie gesagt. Kirk versucht vergeblich Spock
dazu zu bewegen, sich auf das aktuelle Problem zu konzentrieren. Kirk fängt an
Spock zu schlagen, damit er wieder zu seiner Selbstbeherschung findet. Spock
schlägt auf einmal zurück und infiziert dabei Kirk. Kirk gesteht nun, dass er die
Enterprise liebt. Spock kann sich jetzt wieder konzetrieren. Er kennt die
Implosionsformel tatsächlich.
McCoy findet inzwischen ein Gegenmittel und testet es an Sulu, der plötzlich wieder
völlig normal ist.
Während McCoy das Gegenmittel an die ganze Crew verteilt, die dadurch wieder normal
wird, riskieren Kirk, Spock und Scotty die Implosion. Durch die Implosion wird die
Enterprise 72 Stunden in die Vergangenheit geschleudert. Spock stellt fest, dass
man mit Hilfe der Implosion nun in jegliche Zeitepoche reisen kann. Kirk sagt, man
würde es vielleicht irgendwann mal ausprobieren.
Bewertung
"Implosion in der Spirale" ist vor allem charakterseitig eine interessante
Folge. Es sind diesmal nicht nur zum ersten Mal alle Hauptcharaktere dabei,
durch den Erreger, der auf die Besatzung wie Alkohol wirkt, erfährt man
auch viel über die geheimen Gefühle, Sehnsüchte und Ängste der Crew. So
erfährt man zum Beispiel von Christine Chapels Liebe zu Spock, die sie ihm
hier offenbart.
Ebenfalls näher beleuchtet wird Kirk. Es wird deutlich, dass er seine
Position als Captain sehr mag, allerdings macht ihm vor allem die
professionelle Zurückhaltung, die man von ihm als Captain erwartet, zu
schaffen. Zum Beispiel darf er als Captain sich nicht so einfach mit einer
Frau einlassen. In einer kurzen Szene erfährt der Zuschauer von seiner
offensichtlichen Zuneigung zu Janice Rand (die auch in späteren Folgen noch
mal aufgegriffen wird), die er aber nicht offen zeigen kann, da er
schließlich der Captain ist. Dieser Aspekt ist zwar ein interessanter
Charakterzug, passt aber eigentlich nicht so richtig zu Kirk, denn gerade
Kirk lässt später, Captain-Posten hin oder her, nie eine Gelegenheit für
eine Romanze aus und kann getrost als Frauenheld bezeichnet werden.
Glaubwürdiger ist da schon der Aspekt, dass Kirk sein Schiff, die
Enterprise, offenbar als eine Art Gefährtin für sich sieht. Sie bedeutet
ihm sehr viel und auch wenn sie ihn daran hindert sein Leben zu leben,
kommt er nicht ohne sie aus. Dieser Aspekt ist ein sehr wichtiger des
Charakters Kirk und wird vor allem in den Kinofilmen noch näher behandelt,
als er immer wieder ein eigenes Kommando anstrebt. Er unternimmt zwar immer
wieder einen Versuch sein eigenes Leben zu leben (zum Beispiel im Nexus in
Star Trek VII - Treffen der Generationen),
doch letztendlich holt ihn immer wieder seine Sehnsucht nach
der Enterprise und der Sternenflotte ein.
In dieser Folge wird auch zum ersten Mal Spock, die vielleicht
interessanteste Figur der Serie, näher beleuchtet. Man erfährt, dass die
Vulkanier keineswegs so emotionslos sind, wie bisher immer behauptet. Im
Gegenteil, werden die Vulkanier sogar von sehr tiefen Gefühlen bewegt, die
weit intensiver sein können, als die der Menschen. Früher waren die
Vulkanier ein ungewöhnlich wildes Volk, das seine Emotionen offen auslebte.
Dies führte allerdings dazu, dass der Planet im Chaos versank und so
entwickelten die Vulkanier über Jahrhunderte hinweg die Fähigkeit ihre
Gefühle zu unterdrücken. So bewegen auch Spock hinter seiner Fassade aus
Logik und Selbstbeherrschung tiefe Gefühle. Durch den Virus, der wie Alkohol
wirkt, darf man in einigen Szenen zum ersten Mal hinter diese Fassade
schauen.
Was sich dahinter verbirgt ist eine im tiefsten Innern gespaltene
Persönlichkeit. Er ist hin und hergerissen zwischen seiner menschlichen und
seiner vulkanischen Hälfte. Seine vulkanische Hälfte würde die menschlichen
Eigenschaften gern verdrängen. Er hat sich früher sogar für seine
freundschaftlichen Gefühle, gegenüber der Crew, geschämt. Durch das
Bestreben ein voller Vulkanier zu sein, wird Spock auch in einer der
späteren Folgen (1.07: Der alte
Traum) sehr getroffen, als Kirk ihn als Halbblut bezeichnet. Trotz
dieses Strebens, verbergen sich in seinem innersten sehr menschliche
Gefühle. Im Gespräch mit Kirk gibt er zum Beispiel zu, dass er seiner
menschlichen Mutter gerne mitteilen würde, dass er sie liebt, doch seine
vulkanische Selbskontrolle lässt dies nicht zu.
Diese tiefen Einblicke in die Psyche und das Zeigen von Gefühlen hat
natürlich, gerade bei Spock, einen ganz besonderen Reiz und dieses Thema
wurde wohl auch von den Autoren sehr geschätzt, denn ein Spock der
Emotionen zeigt, wurde bald zum Klischée der Serie.
Jedenfalls sind die Charakterszenen mit Kirk und Spock sehr interessant.
Über den Rest der Crew erfährt man leider nicht sehr viel. McCoys Szenen
beschränken sich auf seine Tätigkeit, das selbe trifft bei Scotty und Uhura
zu. Sulu darf zwar in einigen Szenen D'Artagnan spielen, viel über seine
Person erfährt man dadurch aber nicht. Trotzdem sind die charkaterbetonten
Szenen die besten der ganzen Folge. Leider sind sie aber immer relativ
kurz. Der Rest der Handlung gestaltet sich ziemlich wirr.
Dies fängt schon am Anfang an, als Spock und Tormolen in eigenartigen
Anzügen auf die Station auf der Oberfläche des Planeten beamen. Die
Funktion dieser Anzüge bleibt offen gesagt schleierhaft. Da sie nicht
hermetisch abriegeln, sind sie wohl kaum als Schutz vor Krankheitserregern
gedacht. Wenn sie aber nur als Schutz vor Kälte dienen sollen, bleibt zu
fragen, woher Spock und Tormolen wussten, dass es in der Station eisig kalt
ist. Da sie offenbar von dem Tod der 6 Wissenschaftler sehr überrascht
sind, kann man wohl kaum annehmen, dass sie wussten, dass das Umweltsystem
der Station ausgeschaltet war. Als die beiden dann wieder auf die
Enterprise beamen, werden sie dekonterminiert, was bisher noch nie gemacht
wurde. Doch anscheinend kann der Erreger dabei nicht getötet werden. Dann
untersucht McCoy die beiden. Dass McCoy dabei nichts findet, ist zwar ein
wenig seltsam, ich möchte aber zu seinen Gunsten mal annehmen, dass seine
medizinischen Geräte den Erreger nicht angezeigt haben. Allerdings
erscheint es mir ein wenig fragwürdig, dass McCoy die beiden nur kurz
untersucht und dann wieder den Dienst antreten lässt. Wenn wirklich die
Gefahr besteht, dass man sich mit einer fremden Krankheit infiziert hat,
dann würde doch jeder halbwegs vernünftige Arzt die beiden eine Weile unter
Beobachtung halten und nicht gleich wieder auf die halbe Besatzung
loslassen. Anscheinend hat McCoy noch nie was von der Inkubationszeit
gehört.
Ebenfalls ist es sorglos die beiden hochbeamen und übers halbe Schiff
marschieren zu lassen, bis sie dann endlich in der Krankenstation, übrigens
ohne jegliche Vorsichtsmaßnahmen, untersucht werden. Ja wäre es vielleicht
nicht angebracht, die Leute zuerst zu untersuchen, bevor man sie in Kontakt
mit anderen Personen lässt. Der Erreger hätte sich ja auch über die Luft
verbreiten können, dann wäre das ganze nicht so harmlos abgelaufen.
Die Ausbreitung der Krankheit ist ebenfalls seltsam. Wie McCoy erklärt wird
sie durch Transpirieren übertragen. Tormolen steckt sich also auf dem
Planeten an, dann steckt er Sulu und Riley im Aufenthaltsraum an, bei denen
sich ziemlich schnell die ersten Symptome bemerkbar machen. Als Sulu dann
mit dem Rapier durch die Gegend rennt und von Spock und Kirk überwältigt
wird, nachdem er Uhura in seiner Gewalt hatte, könnte man meinen, die drei
hätten sich dabei angesteckt (schließlich war Sulus Oberkörper nackt und
die drei hatten direkten Körperkontakt zu ihm) doch anscheinend war dies
nicht der Fall, denn Uhura zeigt die ganze Folge keine Symptome und Kirk
und Spock erst sehr viel später. Riley steckt unterdessen Chapel an, die im
Vergleich zu Riley und Sulu auch relativ lange braucht um darauf zu
reagieren.
Sie steckt dann wiederum Spock an, der sofort an Gefühlsausbrüchen leidet,
und Spock steckt dann zu guter Letzt noch Kirk an, der anscheinend immer
noch nicht infiziert ist, obwohl er inzwischen etliche infizierte
Crewmitglieder berührt hat. Kurze Zeit später zeigt Kirk dann die ersten
Symptome, während Spock auf einmal wieder völlig normal zu sein scheint.
McCoy zeigt dafür die ganze Folge über gar keine Symptome, obwohl er von
lauter Infizierten umgeben ist. Anscheinend infizieren sich die Personen
nur dann, wenn es gerade ins Drehbuch passt. Schade, hier wurde die Logik
zu Gunsten der Dramatik geopfert.
Unklar ist wieso Tormolen an seiner Verletzung nun eigentlich stirbt, liegt
es an dem Virus? Oder liegt McCoy mit seiner Theorie, dass er nicht mehr
leben wollte richtig. (Nicht mehr leben zu wollen scheint im 23. Jh. ein
ausreichender Grund zu sein, an einer nicht-tödlichen Verletzung zu
sterben).
Total unglaubwürdig ist die Tatsache, dass alle Infizierten sich total
unbehelligt bewegen könnenn. Wieso wird auf dem Schiff eigentlich keine
Quarantänestation für die Infizierten eingerichtet, oder sonst ein Versuch
unternommen die Seuche einzudämmen.
Wenn man nach dem Beamen Spock und Tormolen schon nicht unter Quarantäne
stellt, um sie ohne Risiko für die Besatzung zu beobachten, wäre es
spätestens als Riley durchdreht, Zeit für eine Quarantäne gewesen. Kirk
befiehlt hingegen nur alle Offiziere, die mit Tormolen Kontakt hatten, zu
untersuchen, dabei weiß er ganz genau, dass McCoy schon bei Tormolen keine
Krankheit feststellen konnte, wieso sollte er also jetzt bei den
Infizierten dazu fähig sein.
Anscheinend kommt auch McCoy nicht auf die Idee, ein wenig über seine
Befehle hinaus sein Gehirn anzustrengen und Kirk den Vorschlag einer
Quarantäne zu unterbreiten, wenn dieser schon nicht von alleine darauf
kommt. Anscheinend ist die Enterprise auf einen solchen Notstand total
unvorbereitet und das im Weltraum, wo man auf alles mögliche unbekannte
treffen kann. Meine Güte, bei solchen Zuständen muss man für jeden Tag, den
die Besatzung überlebt dankbar sein.
Auch sonst scheint an Bord einiges nicht so richtig rund zu laufen. Als
Riley zu Chapel kommt und ihr eine seltsame Liebeserklärung macht, kommt
diese anscheinend nicht auf die Idee, dies dem Captain oder sonst irgend
jemand zu melden, sie sitzt nur da und setzt einen bedenklichen
Gesichtsausdruck auf.
Als Spock Riley auf die Krankenstation schickt, ruft er den
Sicherheitsdienst, der dafür sorgen soll, dass Riley auch wirklich in die
Krankenstation geht. Doch vom Sicherheitsdienst ist weit und breit keine
Spur. Wie Riley den Maschinenraum übernehmen konnte, erklärt Scotty mit den
Worten: "Er platzte rein und sagt ich solle auf die Brücke kommen, dann
machte er die Tür zu und verriegelte sie." Ist Scotty etwa alleine im
Maschinenraum gewesen und das zu einem Zeitpunkt, bei dem man jeden Moment
volle Maschinenleistung brauchen könnte? Scotty scheint auch ein wenig arg
naiv, wenn er Rileys Geschichte einfach so glaubt. Erstens ist Riley zu
diesem Zeitpunkt schon nicht mehr ganz klar im Kopf, was Scotty auf jeden
Fall hätte auffallen müssen, außerdem ist seine Geschichte alles andere als
glaubwürdig. Wieso sollte Kirk einen Navigator, der vom Maschinenraum keine
Ahnung hat, als Scottys Ablösung schicken. Und wenn er Scotty sprechen
möchte, hätte er ihm das auch über die Sprechanlage sagen können. Und
Scotty hat diese Geschichte ernsthaft geschluckt?
Die Rückeroberung des Maschinenraums ist dann auch mehr als haarsträubend.
Scotty schneidet sage und schreibe 20 Minuten lang mit dem Phaser ein Loch
in die Wand, um an den mechanischen Türöffner heranzukommen. Hätte man
nicht einfach mit einem Phaser die Tür aufschießen können, oder von mir aus
auch mit mit mehreren Phasern, beziehungsweise mit einem Phasergewehr, wenn
die Tür so massiv ist, dass ein Phaser nicht ausreicht. Länger als 20
Minuten hätte dies wohl kaum dauern können.
Seltsam ist Kirks Befehl die Gänge zu räumen, kurz bevor er die Implosion
befiehlt. Was sollte denn das Räumen der Gänge bitte für einen Sinn haben?
Mal abgesehen von einigen wenigen guten Charakterszenen, erweist sich die
Handlung als zusammengeschusterter Blödsinn, der die Crew der Enterprise
als einen Haufen total inkompetenter Trottel erscheinen lässt. Man hat das
Gefühl der Autor hat jede Idee, die ihm eingefallen ist, in seinem Drehbuch
verwendet, egal ob diese auch nur irgendwie mit der Logik vereinbart werden
kann, oder nicht.
Nicht minder dünn ist die Auflösung der Folge, in der die Enterprise durch
ein wenig Technickgeschwätz mit Hilfe einer Implosion gerettet wird, die
aus irgendeinem Grund (den ich ehrlich gesagt nicht kapiert habe) bewirkt,
dass die Zeit rückwärts läuft.
William Shatner behauptet heute, dass George Takei bei den Dreharbeiten für
die Degenszenen ein wenig durchgedreht sei. Takei bestreitet dies zwar
vehement, allerdings bestätigten auch einige andere Schauspieler, er habe
die Sache ein wenig zu ernst genommen.
Das Produktionsteam hätte diese Folge gerne als erste in der
Ausstrahlungsreihenfolge gesehen, wohl da sie alle Hauptpersonen beinhaltet
und da man viel über die Charaktere erfährt. Allerdings ist es fragwürdig,
ob solch tiefgehende Charakterisierungen bereits in der allerersten Folge
ratsam sind.
Diese Folge ist maßgeblich für Spocks Beliebtheit im Trek-Universum
verantwortlich. Vorher war er sowohl von den NBC-Verantwortlichen, (die ihn
am liebsten ganz aus Serie entfernt hätten) als auch von den Zuschauern
eher mit Skepsis betrachtet worden. Als diese Folge ausgestrahlt wurde,
wurde Spock auf einmal besser verstanden und Leonard Nimoy bekam plötzlich
säckeweise Fanpost und avancierte kurzerhand zum Star der Serie.
Dies ermöglichte ihm im 2. Produktionsjahr ein deutlich höheres Gehalt zu
fordern. Nach dem sein Agent (für damalige Verhältnisse völlig
übertriebende) 9000 Dollar pro Folge verlangt hatte, einigte man sich
schließlich auf 2600 Dollar, statt bisher 1250.
Die Folge binhaltet den ersten Auftritt von Krankenschwester Christine Chapel,
die wir insgesamt noch 24 Mal wiedersehen werden. Sie wird vor allem in Staffel
2 und 3 viele Auftritte haben. Sie wurde von Gene Roddenberrys damaliger
Geliebten und späteren Ehefrau Majel Barrett gespielt, die schon in
1.00: Der Käfig die Rolle des ersten Offiziers der
Enterprise spielte. Diese Rolle wurde nicht in die Serie übernommen, da NBC
einen weiblichen ersten Offizier ablehnte.
Barrett bewarb sich für Chapels Rolle mit einer blonden Perücke, mit der sie
nicht mal Roddenberry erkannte. Den beiden war damit klar, dass auch NBC nicht
bemerken würde, dass es sich bei den beiden Schauspielerinnen um ein und dieselbe
handelte. In 1.00: Der Käfig trug sie auch noch ihren
richtigen Namen Majel Lee Hudec. Allerdings wäre NBC mit Barrett wohl auch
einverstanden gewesen, wenn sie es gewusst hätten, denn die Rolle einer
Krankenschwester passte definitiv besser in das damalige Frauenbild als
die des ersten Offiziers.
Ebenfalls den ersten Auftritt hat Bruce Hyde als Lieutenant Kevin Thomas Riley,
eine beim Publikum recht beliebte Nebenfigur. Riley hat noch einen Auftritt in
Folge 1.13: Kodos, der Henker.
Grace Lee Whitney ist hingegen schon zum dritten Mal in ihrer Rolle als Yeoman
Janice Rand zu sehen.
Das Drehbuch stammt von John D.F. Black, der nur dieses eine Mal für die
Originalserie arbeitete, jedoch noch die Story zur TNG Folge
1.03: Gedankengift lieferte.
Regie führte Stammregisseur Marc Daniels.
Während sich die Amerikaner bei der Folge wenigstens noch über einige gute
Charaktereszenen freuen können, wird die Qualität der Folge in der
deutschen Version durch eine unterdurchschnittliche Synchronisation noch
verschlechtert.
In den Szenen im Besprechungsraum, als Spock und Kirk mit ihren Ängsten und
Gefühlen kämpfen müssen, können die Synchronsprecher von Kirk und Spock
leider nicht überzeugen. Sie sind im Gegensatz zu den amerikanischen
Stimmen viel zu laut und alt. Sulus Sprecher hingegen ist nicht fähig
Richelieu richtig auszusprechen, Rileys Sprecher grölt beim Singen, als
hätte er schon 2 Liter Alkohol zu sich genommen, was im Original ganz
anders wirkt. Dafür wurden
seltsamerweise alle Hinweise auf Rileys irische Herkunft entfernt, ohne
dass ersichtlich wäre, wieso. In einer Szene gibt es dann auch noch einen
peinlichen Fehler, als Kirk über die Sprechanlage mit Spock sprechen will,
obwohl dieser neben ihm steht. Im Original wollte er natürlich mit Scotty
sprechen.
Die Sat.1-Version enthält außerdem alle Originalszenen, fällt dafür aber durch einen
etwas seltsamen Titel auf.
Die Sat.1-Version wurde ohne Nachbearbeitung für die DVD übernommen.
Aber zurück zur eigentlichen Folgenbewertung:
Die Handlung ist offen gesagt ziemlich dünn für 45 Minuten, außerdem
stapelt sich regelrecht der Unsinn und wird deshalb dieses Mal außergewöhnlich hart
mit nur 2 Punkten bewertet.
Die Spannung ist mäßig. Es ist eigentlich klar, dass die Enterprise
gerettet wird und im Mittelteil zeigt sich mal wieder das typische
TOS-Phänomen, es herrscht Langeweile. Insgesamt gibt es dafür 3 Punkte.
Die Folge hat für eine Science Fiction-Serie einen beängstigenden Mangel an
Special Effects. Der Planet ist der Standardplanet der ersten Staffel und
sonst gibt es so gut wie überhaupt keine Effekte, was die Bewertung von 2
Punkten erklärt.
Insgesamt macht dies das bisher schlechteste Gesamturteil von 2 Punkten.
Trotzdem sei gesagt, dass die Folge, bei all ihrer Mittelmäßigkeit, für
TOS, wegen der Entwicklung der Charaktere, relativ wichtig war.
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