Deutscher StarTrek-Index  
  1.04 Implosion in der Spirale  
  T h e   N a k e d   T i m e  
 

von Matthias Weber

 
 
 

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 1704,2
Die Enterprise fliegt den Planeten Psi 2000 an, der in Kürze explodieren wird. Die Enterprise soll dort ein Wissenschaftlerteam vom Planeten evakuiren und den Zerfall des Planeten beobachten.
Spock und Tormolen beamen zur Wissenschaftsstation runter, wo sie feststellen müssen, dass alle 6 Wissenschaftler tot sind. Die Umstände ihres Todes sind allerdings etwas merkwürdig. Offenbar wurde das Umweltkontrollsystem deaktiviert, woraufhin einige erfroren sind. Eine Frau wurde offensichtlich erwürgt und wieder ein anderer hat mitsamt seinen Kleidern geduscht und ist ebenfalls erfroren. Spock möchte so schnell wie möglich auf die Enterprise zurückkehren, da er nicht riskieren will, sich mit einem fremden Virus anzustecken. Er lässt Tormolen noch einige Messungen vornehmen und geht in einen anderen Raum. Tormolen zieht den Handschuh seines Schutzanzuges aus, um sich an der Nase kratzen. Ohne dass er es merkt, steckt er sich dabei mit einem fremden Virus an.
Als Spock und Tormolen auf die Enterprise zurück beamen, werden sie im Transporterraum dekonterminiert und anschließend von McCoy gründlich untersucht. McCoy findet weder bei Tormolen, noch bei Spock, irgendetwas ungewöhnliches. Tormolen ist lediglich etwas aufgewühlt, wegen des Todes der 6 Wissenschaftler. Kirk befiehlt ihm, sich ein wenig auszuruhen.

Inzwischen findet eine Besprechung der Führungsoffiziere statt. Weder McCoy noch Spock können sich erklären, wie es zum Tode der 6 Wissenschaftler kommen konnte. Offenbar blieben sie ganz ruhig sitzen und warteten auf den Tod durch Erfrieren. McCoy kann definitiv ausschließen, dass die 6 Menschen unter Drogeneinfluss standen.
Ein anderes Problem ist der instabile Planet. Durch seinen Zerfall ändern sich ständig die Schwerkraftverhältnisse, wodurch ständig Kurskorrekturen notwendig sind. Gleichzeitig muss die Enterprise aber einen relativ engen Orbit fliegen, um den Zerfall des Planten zu erkunden. Die Enterprise muss also schnell den Orbit verlassen können, wenn der Planet explodiert. Scotty sagt jedoch, dass dies kein Problem sei, man könne sofort auf Warpgeschwindigkeit gehen, wenn dies nötig ist.
Unterdessen ist Tormolen in den Aufenthaltsraum gegenagen, um dort etwas zu essen. Sulu und Riley kommen hinzu. Sie diskutieren über Sulus neues Hobby, das Fechten.
Tormolen verhält sich plötzlich sehr eigenartig. Er sagt, die Menschen hätten nichts im Weltraum verloren, dann nimmt er ein Messer, bedroht zunächst Sulu und Riley damit, um es dann gegen sich selbst zu richten. Als Sulu und Riley versuchen, ihm das Messer wegzunehmen, wird Tormolen verletzt. Er wird sofort auf die Krankenstation gebracht, wo McCoy ihn operiert.
Sulu und Riley sind zu ihrem Dienst zurückgekehrt, auf der Brücke nehmen sie die Kurskorrekturen vor. Doch plötzlich steht Sulu einfach auf und verlässt die Brücke, ohne dass Spock etwas davon merkt. Erst als sich die Gravitation erneut ändert und Riley alleine nicht mehr den Kurs halten kann, merkt Spock, dass Sulu nicht auf seinem Posten ist. Er ersetzt ihn und kann die Enterprise vor dem Absturz retten. Er fragt Riley nach Sulu, doch auch Rileys Verhalten wird nun immer merkwürdiger, er ist in sehr guter Stimmung und verkündet lauthals, dass ein Riley besser ist als 1000 Vulkanier. Spock lässt Riley ablösen und befiehlt ihm, sich auf der Krankenstation zu melden.

McCoy konnte Tormolen nicht retten, obwohl dessen Verletzungen nicht sonderlich schwer waren. Er kann sich dies nicht erklären, er hatte nur den Eindruck, Tormolen wollte nicht mehr leben, was sowohl McCoy als auch Kirk verwundert.
Inzwischen rennt Sulu mit einem Degen durchs Schiff und hält sich für D'Artagnan. Er bedroht mit seinem Degen einige Crewmitglieder. Es wird immer deutlicher, dass das Außenteam einen Virus mit auf die Enterprise brachte, der sich nun unter der Crew verbreitet und das seltsame Verhalten der Crew erklärt. Riley stattet auf der Krankenstation Schwester Chapel einen Besuch ab und gesteht ihr seine Liebe. Dabei berührt er sie und auch sie zeigt bald erste Symptome einer Erkrankung.
Sulu geht auf die Brücke und will Uhura, die er für eine Königin hält, beschützen. Kirk und Spock können ihn überwältigen und bringen ihn auf die Krankenstation. Dort macht McCoy einige Tests mit ihm, um mehr über die eigenartige Krankheit herauszubekommen.
Riley geht in dem Maschinenraum, schickt Scotty unter dem Vorwand hinaus, Kirk wolle ihn sprechen und verriegelt dann von innen die Tür. Er hält sich für den Captain der Enterprise und fängt an eine schaurige Version des Liedes "I'll take you home again, Kathleen." zu singen. Scotty beginnt damit, mit dem Phaser die Wand zum Maschinenraum durchzubrechen. Kommt man nicht rechtzeitig in den Maschinenraum, wird die Enterprise auf den Planeten stürzen.
Als Spock McCoy in der Krankenstation sucht, wird er von Chapel mit dem Virus angesteckt. Er zeigt nun auf einmal Emotionen, die er bisher immer verdrängt hat. Er geht in den Besprechungsraum und fängt an zu weinen.
Kirk und Scotty können endlich die Tür zum Maschinenraum öffnen und Riley überwältigen. Scotty muss aber feststellen, dass Riley alle Maschinen abgeschaltet hat. Es dauert nun 30 Minuten sie wieder vorzuwärmen, und das wo man in 8 Minuten auf den Planeten stürzt. Kirk will versuchen mit Hilfe einer Implosionsformel Materie und Antimaterie kalt zu mischen, allerdings braucht er dafür Spock. Er findet ihn im Besprechungsraum. Dort gesteht Spock Kirk, dass er seine menschliche Mutter liebt, er hat es ihr aber noch nie gesagt. Kirk versucht vergeblich Spock dazu zu bewegen, sich auf das aktuelle Problem zu konzentrieren. Kirk fängt an Spock zu schlagen, damit er wieder zu seiner Selbstbeherschung findet. Spock schlägt auf einmal zurück und infiziert dabei Kirk. Kirk gesteht nun, dass er die Enterprise liebt. Spock kann sich jetzt wieder konzetrieren. Er kennt die Implosionsformel tatsächlich.
McCoy findet inzwischen ein Gegenmittel und testet es an Sulu, der plötzlich wieder völlig normal ist.

Während McCoy das Gegenmittel an die ganze Crew verteilt, die dadurch wieder normal wird, riskieren Kirk, Spock und Scotty die Implosion. Durch die Implosion wird die Enterprise 72 Stunden in die Vergangenheit geschleudert. Spock stellt fest, dass man mit Hilfe der Implosion nun in jegliche Zeitepoche reisen kann. Kirk sagt, man würde es vielleicht irgendwann mal ausprobieren.

Bewertung

"Implosion in der Spirale" ist vor allem charakterseitig eine interessante Folge. Es sind diesmal nicht nur zum ersten Mal alle Hauptcharaktere dabei, durch den Erreger, der auf die Besatzung wie Alkohol wirkt, erfährt man auch viel über die geheimen Gefühle, Sehnsüchte und Ängste der Crew. So erfährt man zum Beispiel von Christine Chapels Liebe zu Spock, die sie ihm hier offenbart.
Ebenfalls näher beleuchtet wird Kirk. Es wird deutlich, dass er seine Position als Captain sehr mag, allerdings macht ihm vor allem die professionelle Zurückhaltung, die man von ihm als Captain erwartet, zu schaffen. Zum Beispiel darf er als Captain sich nicht so einfach mit einer Frau einlassen. In einer kurzen Szene erfährt der Zuschauer von seiner offensichtlichen Zuneigung zu Janice Rand (die auch in späteren Folgen noch mal aufgegriffen wird), die er aber nicht offen zeigen kann, da er schließlich der Captain ist. Dieser Aspekt ist zwar ein interessanter Charakterzug, passt aber eigentlich nicht so richtig zu Kirk, denn gerade Kirk lässt später, Captain-Posten hin oder her, nie eine Gelegenheit für eine Romanze aus und kann getrost als Frauenheld bezeichnet werden.
Glaubwürdiger ist da schon der Aspekt, dass Kirk sein Schiff, die Enterprise, offenbar als eine Art Gefährtin für sich sieht. Sie bedeutet ihm sehr viel und auch wenn sie ihn daran hindert sein Leben zu leben, kommt er nicht ohne sie aus. Dieser Aspekt ist ein sehr wichtiger des Charakters Kirk und wird vor allem in den Kinofilmen noch näher behandelt, als er immer wieder ein eigenes Kommando anstrebt. Er unternimmt zwar immer wieder einen Versuch sein eigenes Leben zu leben (zum Beispiel im Nexus in Star Trek VII - Treffen der Generationen), doch letztendlich holt ihn immer wieder seine Sehnsucht nach der Enterprise und der Sternenflotte ein.

In dieser Folge wird auch zum ersten Mal Spock, die vielleicht interessanteste Figur der Serie, näher beleuchtet. Man erfährt, dass die Vulkanier keineswegs so emotionslos sind, wie bisher immer behauptet. Im Gegenteil, werden die Vulkanier sogar von sehr tiefen Gefühlen bewegt, die weit intensiver sein können, als die der Menschen. Früher waren die Vulkanier ein ungewöhnlich wildes Volk, das seine Emotionen offen auslebte. Dies führte allerdings dazu, dass der Planet im Chaos versank und so entwickelten die Vulkanier über Jahrhunderte hinweg die Fähigkeit ihre Gefühle zu unterdrücken. So bewegen auch Spock hinter seiner Fassade aus Logik und Selbstbeherrschung tiefe Gefühle. Durch den Virus, der wie Alkohol wirkt, darf man in einigen Szenen zum ersten Mal hinter diese Fassade schauen.
Was sich dahinter verbirgt ist eine im tiefsten Innern gespaltene Persönlichkeit. Er ist hin und hergerissen zwischen seiner menschlichen und seiner vulkanischen Hälfte. Seine vulkanische Hälfte würde die menschlichen Eigenschaften gern verdrängen. Er hat sich früher sogar für seine freundschaftlichen Gefühle, gegenüber der Crew, geschämt. Durch das Bestreben ein voller Vulkanier zu sein, wird Spock auch in einer der späteren Folgen (1.07: Der alte Traum) sehr getroffen, als Kirk ihn als Halbblut bezeichnet. Trotz dieses Strebens, verbergen sich in seinem innersten sehr menschliche Gefühle. Im Gespräch mit Kirk gibt er zum Beispiel zu, dass er seiner menschlichen Mutter gerne mitteilen würde, dass er sie liebt, doch seine vulkanische Selbskontrolle lässt dies nicht zu.
Diese tiefen Einblicke in die Psyche und das Zeigen von Gefühlen hat natürlich, gerade bei Spock, einen ganz besonderen Reiz und dieses Thema wurde wohl auch von den Autoren sehr geschätzt, denn ein Spock der Emotionen zeigt, wurde bald zum Klischée der Serie.

Jedenfalls sind die Charakterszenen mit Kirk und Spock sehr interessant. Über den Rest der Crew erfährt man leider nicht sehr viel. McCoys Szenen beschränken sich auf seine Tätigkeit, das selbe trifft bei Scotty und Uhura zu. Sulu darf zwar in einigen Szenen D'Artagnan spielen, viel über seine Person erfährt man dadurch aber nicht. Trotzdem sind die charkaterbetonten Szenen die besten der ganzen Folge. Leider sind sie aber immer relativ kurz. Der Rest der Handlung gestaltet sich ziemlich wirr.

Dies fängt schon am Anfang an, als Spock und Tormolen in eigenartigen Anzügen auf die Station auf der Oberfläche des Planeten beamen. Die Funktion dieser Anzüge bleibt offen gesagt schleierhaft. Da sie nicht hermetisch abriegeln, sind sie wohl kaum als Schutz vor Krankheitserregern gedacht. Wenn sie aber nur als Schutz vor Kälte dienen sollen, bleibt zu fragen, woher Spock und Tormolen wussten, dass es in der Station eisig kalt ist. Da sie offenbar von dem Tod der 6 Wissenschaftler sehr überrascht sind, kann man wohl kaum annehmen, dass sie wussten, dass das Umweltsystem der Station ausgeschaltet war. Als die beiden dann wieder auf die Enterprise beamen, werden sie dekonterminiert, was bisher noch nie gemacht wurde. Doch anscheinend kann der Erreger dabei nicht getötet werden. Dann untersucht McCoy die beiden. Dass McCoy dabei nichts findet, ist zwar ein wenig seltsam, ich möchte aber zu seinen Gunsten mal annehmen, dass seine medizinischen Geräte den Erreger nicht angezeigt haben. Allerdings erscheint es mir ein wenig fragwürdig, dass McCoy die beiden nur kurz untersucht und dann wieder den Dienst antreten lässt. Wenn wirklich die Gefahr besteht, dass man sich mit einer fremden Krankheit infiziert hat, dann würde doch jeder halbwegs vernünftige Arzt die beiden eine Weile unter Beobachtung halten und nicht gleich wieder auf die halbe Besatzung loslassen. Anscheinend hat McCoy noch nie was von der Inkubationszeit gehört.
Ebenfalls ist es sorglos die beiden hochbeamen und übers halbe Schiff marschieren zu lassen, bis sie dann endlich in der Krankenstation, übrigens ohne jegliche Vorsichtsmaßnahmen, untersucht werden. Ja wäre es vielleicht nicht angebracht, die Leute zuerst zu untersuchen, bevor man sie in Kontakt mit anderen Personen lässt. Der Erreger hätte sich ja auch über die Luft verbreiten können, dann wäre das ganze nicht so harmlos abgelaufen.

Die Ausbreitung der Krankheit ist ebenfalls seltsam. Wie McCoy erklärt wird sie durch Transpirieren übertragen. Tormolen steckt sich also auf dem Planeten an, dann steckt er Sulu und Riley im Aufenthaltsraum an, bei denen sich ziemlich schnell die ersten Symptome bemerkbar machen. Als Sulu dann mit dem Rapier durch die Gegend rennt und von Spock und Kirk überwältigt wird, nachdem er Uhura in seiner Gewalt hatte, könnte man meinen, die drei hätten sich dabei angesteckt (schließlich war Sulus Oberkörper nackt und die drei hatten direkten Körperkontakt zu ihm) doch anscheinend war dies nicht der Fall, denn Uhura zeigt die ganze Folge keine Symptome und Kirk und Spock erst sehr viel später. Riley steckt unterdessen Chapel an, die im Vergleich zu Riley und Sulu auch relativ lange braucht um darauf zu reagieren.
Sie steckt dann wiederum Spock an, der sofort an Gefühlsausbrüchen leidet, und Spock steckt dann zu guter Letzt noch Kirk an, der anscheinend immer noch nicht infiziert ist, obwohl er inzwischen etliche infizierte Crewmitglieder berührt hat. Kurze Zeit später zeigt Kirk dann die ersten Symptome, während Spock auf einmal wieder völlig normal zu sein scheint. McCoy zeigt dafür die ganze Folge über gar keine Symptome, obwohl er von lauter Infizierten umgeben ist. Anscheinend infizieren sich die Personen nur dann, wenn es gerade ins Drehbuch passt. Schade, hier wurde die Logik zu Gunsten der Dramatik geopfert.

Unklar ist wieso Tormolen an seiner Verletzung nun eigentlich stirbt, liegt es an dem Virus? Oder liegt McCoy mit seiner Theorie, dass er nicht mehr leben wollte richtig. (Nicht mehr leben zu wollen scheint im 23. Jh. ein ausreichender Grund zu sein, an einer nicht-tödlichen Verletzung zu sterben).
Total unglaubwürdig ist die Tatsache, dass alle Infizierten sich total unbehelligt bewegen könnenn. Wieso wird auf dem Schiff eigentlich keine Quarantänestation für die Infizierten eingerichtet, oder sonst ein Versuch unternommen die Seuche einzudämmen.
Wenn man nach dem Beamen Spock und Tormolen schon nicht unter Quarantäne stellt, um sie ohne Risiko für die Besatzung zu beobachten, wäre es spätestens als Riley durchdreht, Zeit für eine Quarantäne gewesen. Kirk befiehlt hingegen nur alle Offiziere, die mit Tormolen Kontakt hatten, zu untersuchen, dabei weiß er ganz genau, dass McCoy schon bei Tormolen keine Krankheit feststellen konnte, wieso sollte er also jetzt bei den Infizierten dazu fähig sein.
Anscheinend kommt auch McCoy nicht auf die Idee, ein wenig über seine Befehle hinaus sein Gehirn anzustrengen und Kirk den Vorschlag einer Quarantäne zu unterbreiten, wenn dieser schon nicht von alleine darauf kommt. Anscheinend ist die Enterprise auf einen solchen Notstand total unvorbereitet und das im Weltraum, wo man auf alles mögliche unbekannte treffen kann. Meine Güte, bei solchen Zuständen muss man für jeden Tag, den die Besatzung überlebt dankbar sein.

Auch sonst scheint an Bord einiges nicht so richtig rund zu laufen. Als Riley zu Chapel kommt und ihr eine seltsame Liebeserklärung macht, kommt diese anscheinend nicht auf die Idee, dies dem Captain oder sonst irgend jemand zu melden, sie sitzt nur da und setzt einen bedenklichen Gesichtsausdruck auf.
Als Spock Riley auf die Krankenstation schickt, ruft er den Sicherheitsdienst, der dafür sorgen soll, dass Riley auch wirklich in die Krankenstation geht. Doch vom Sicherheitsdienst ist weit und breit keine Spur. Wie Riley den Maschinenraum übernehmen konnte, erklärt Scotty mit den Worten: "Er platzte rein und sagt ich solle auf die Brücke kommen, dann machte er die Tür zu und verriegelte sie." Ist Scotty etwa alleine im Maschinenraum gewesen und das zu einem Zeitpunkt, bei dem man jeden Moment volle Maschinenleistung brauchen könnte? Scotty scheint auch ein wenig arg naiv, wenn er Rileys Geschichte einfach so glaubt. Erstens ist Riley zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr ganz klar im Kopf, was Scotty auf jeden Fall hätte auffallen müssen, außerdem ist seine Geschichte alles andere als glaubwürdig. Wieso sollte Kirk einen Navigator, der vom Maschinenraum keine Ahnung hat, als Scottys Ablösung schicken. Und wenn er Scotty sprechen möchte, hätte er ihm das auch über die Sprechanlage sagen können. Und Scotty hat diese Geschichte ernsthaft geschluckt?
Die Rückeroberung des Maschinenraums ist dann auch mehr als haarsträubend. Scotty schneidet sage und schreibe 20 Minuten lang mit dem Phaser ein Loch in die Wand, um an den mechanischen Türöffner heranzukommen. Hätte man nicht einfach mit einem Phaser die Tür aufschießen können, oder von mir aus auch mit mit mehreren Phasern, beziehungsweise mit einem Phasergewehr, wenn die Tür so massiv ist, dass ein Phaser nicht ausreicht. Länger als 20 Minuten hätte dies wohl kaum dauern können.

Seltsam ist Kirks Befehl die Gänge zu räumen, kurz bevor er die Implosion befiehlt. Was sollte denn das Räumen der Gänge bitte für einen Sinn haben?

Mal abgesehen von einigen wenigen guten Charakterszenen, erweist sich die Handlung als zusammengeschusterter Blödsinn, der die Crew der Enterprise als einen Haufen total inkompetenter Trottel erscheinen lässt. Man hat das Gefühl der Autor hat jede Idee, die ihm eingefallen ist, in seinem Drehbuch verwendet, egal ob diese auch nur irgendwie mit der Logik vereinbart werden kann, oder nicht.

Nicht minder dünn ist die Auflösung der Folge, in der die Enterprise durch ein wenig Technickgeschwätz mit Hilfe einer Implosion gerettet wird, die aus irgendeinem Grund (den ich ehrlich gesagt nicht kapiert habe) bewirkt, dass die Zeit rückwärts läuft.

William Shatner behauptet heute, dass George Takei bei den Dreharbeiten für die Degenszenen ein wenig durchgedreht sei. Takei bestreitet dies zwar vehement, allerdings bestätigten auch einige andere Schauspieler, er habe die Sache ein wenig zu ernst genommen.

Das Produktionsteam hätte diese Folge gerne als erste in der Ausstrahlungsreihenfolge gesehen, wohl da sie alle Hauptpersonen beinhaltet und da man viel über die Charaktere erfährt. Allerdings ist es fragwürdig, ob solch tiefgehende Charakterisierungen bereits in der allerersten Folge ratsam sind.

Diese Folge ist maßgeblich für Spocks Beliebtheit im Trek-Universum verantwortlich. Vorher war er sowohl von den NBC-Verantwortlichen, (die ihn am liebsten ganz aus Serie entfernt hätten) als auch von den Zuschauern eher mit Skepsis betrachtet worden. Als diese Folge ausgestrahlt wurde, wurde Spock auf einmal besser verstanden und Leonard Nimoy bekam plötzlich säckeweise Fanpost und avancierte kurzerhand zum Star der Serie.
Dies ermöglichte ihm im 2. Produktionsjahr ein deutlich höheres Gehalt zu fordern. Nach dem sein Agent (für damalige Verhältnisse völlig übertriebende) 9000 Dollar pro Folge verlangt hatte, einigte man sich schließlich auf 2600 Dollar, statt bisher 1250.

Die Folge binhaltet den ersten Auftritt von Krankenschwester Christine Chapel, die wir insgesamt noch 24 Mal wiedersehen werden. Sie wird vor allem in Staffel 2 und 3 viele Auftritte haben. Sie wurde von Gene Roddenberrys damaliger Geliebten und späteren Ehefrau Majel Barrett gespielt, die schon in 1.00: Der Käfig die Rolle des ersten Offiziers der Enterprise spielte. Diese Rolle wurde nicht in die Serie übernommen, da NBC einen weiblichen ersten Offizier ablehnte.
Barrett bewarb sich für Chapels Rolle mit einer blonden Perücke, mit der sie nicht mal Roddenberry erkannte. Den beiden war damit klar, dass auch NBC nicht bemerken würde, dass es sich bei den beiden Schauspielerinnen um ein und dieselbe handelte. In 1.00: Der Käfig trug sie auch noch ihren richtigen Namen Majel Lee Hudec. Allerdings wäre NBC mit Barrett wohl auch einverstanden gewesen, wenn sie es gewusst hätten, denn die Rolle einer Krankenschwester passte definitiv besser in das damalige Frauenbild als die des ersten Offiziers.
Ebenfalls den ersten Auftritt hat Bruce Hyde als Lieutenant Kevin Thomas Riley, eine beim Publikum recht beliebte Nebenfigur. Riley hat noch einen Auftritt in Folge 1.13: Kodos, der Henker.
Grace Lee Whitney ist hingegen schon zum dritten Mal in ihrer Rolle als Yeoman Janice Rand zu sehen.
Das Drehbuch stammt von John D.F. Black, der nur dieses eine Mal für die Originalserie arbeitete, jedoch noch die Story zur TNG Folge 1.03: Gedankengift lieferte.
Regie führte Stammregisseur Marc Daniels.

Während sich die Amerikaner bei der Folge wenigstens noch über einige gute Charaktereszenen freuen können, wird die Qualität der Folge in der deutschen Version durch eine unterdurchschnittliche Synchronisation noch verschlechtert.
In den Szenen im Besprechungsraum, als Spock und Kirk mit ihren Ängsten und Gefühlen kämpfen müssen, können die Synchronsprecher von Kirk und Spock leider nicht überzeugen. Sie sind im Gegensatz zu den amerikanischen Stimmen viel zu laut und alt. Sulus Sprecher hingegen ist nicht fähig Richelieu richtig auszusprechen, Rileys Sprecher grölt beim Singen, als hätte er schon 2 Liter Alkohol zu sich genommen, was im Original ganz anders wirkt. Dafür wurden seltsamerweise alle Hinweise auf Rileys irische Herkunft entfernt, ohne dass ersichtlich wäre, wieso. In einer Szene gibt es dann auch noch einen peinlichen Fehler, als Kirk über die Sprechanlage mit Spock sprechen will, obwohl dieser neben ihm steht. Im Original wollte er natürlich mit Scotty sprechen.
Die Sat.1-Version enthält außerdem alle Originalszenen, fällt dafür aber durch einen etwas seltsamen Titel auf. Die Sat.1-Version wurde ohne Nachbearbeitung für die DVD übernommen.

Aber zurück zur eigentlichen Folgenbewertung: Die Handlung ist offen gesagt ziemlich dünn für 45 Minuten, außerdem stapelt sich regelrecht der Unsinn und wird deshalb dieses Mal außergewöhnlich hart mit nur 2 Punkten bewertet.
Die Spannung ist mäßig. Es ist eigentlich klar, dass die Enterprise gerettet wird und im Mittelteil zeigt sich mal wieder das typische TOS-Phänomen, es herrscht Langeweile. Insgesamt gibt es dafür 3 Punkte. Die Folge hat für eine Science Fiction-Serie einen beängstigenden Mangel an Special Effects. Der Planet ist der Standardplanet der ersten Staffel und sonst gibt es so gut wie überhaupt keine Effekte, was die Bewertung von 2 Punkten erklärt.

Insgesamt macht dies das bisher schlechteste Gesamturteil von 2 Punkten. Trotzdem sei gesagt, dass die Folge, bei all ihrer Mittelmäßigkeit, für TOS, wegen der Entwicklung der Charaktere, relativ wichtig war.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Ein Remake von "Implosion in der Spirale" (The Naked Time), gibt es in der ersten Staffel von TNG mit 1.03: Gedankengift (The Naked Now). Dort stößt die Crew der neuen Enterprise auf die gleiche Krankheit. Dabei wurden viele Details aus dieser Episode übernommen. Es verschanzt sich ebenfalls jemand (Wesley) im Maschinenraum und legt alles lahm, für die Reaktivierung braucht man, genau wie hier, eine Minute mehr als man eigentlich hat und es hat ebenfalls einer mit Kleidern geduscht und ist dabei erforen. Das Drehbuch zur TNG-Folge stammt ebenfalls von John D.F. Black.

In dieser Folge zum ersten Mal zu sehen ist Majel Barrett als Krankenschwester Christine Chapel. Sie hat insgesamt 25 Auftritte und zwar in den Folgen
In den Kinofilmen Star Trek - Der Film und Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart hat sie ebenfalls Auftritte als Christine Chapel.
Majel Barrett spielt außerdem Nummer Eins in den Folgen 1.00: Der Käfig und 1.11 + 1.12: Talos IV-Tabu und leiht dem Companion in Folge 2.09: Metamorphose ihre Stimme.
In TNG und DSN hatte Majel Barrett insgesamt 9 Auftritte als Deanna Trois Mutter Lwaxana.
Majel Barrett leiht außerdem den Föderationscomputern in allen Star Trek Serien seit TNG die Stimme und war am DS9-Drehbuch 4.21: Die Muse beteiligt.

Grace Lee Whitney ist dieses Mal zum 3. Mal in der Rolle von Yeoman Janice Rand zu sehen. Sie war zuletzt in 1.20: Der Fall Charlie dabei. Ihr nächster Auftritt ist in 1.05: Kirk:2=?.

Seinen ersten von insgesamt 2 Auftritten hat in dieser Folge der in Fankreisen recht populäre Lieutenant Kevin Thomas Riley, welcher von Bruce Hyde dargestellt wird. Die gleiche Rolle spielte Hyde auch in 1.13: Kodos, der Henker.

Stewart Moss, dieses Mal in der Rolle von Lieutenant Joe Tormolen spielt in der Folge 2.22: Stein und Staub die Rolle von Hanar.

John Bellah, hier als Dr. Harrison dabei, spielte in 1.02: Der Fall Charlie.



Kleine TOS-Statistik
1. Zerrissene Shirts von Kirk: 1
McCoy zerreißt Kirks Shirt, um ihm in den Oberarm zu spritzen, (was er übrigens nur bei Kirk tut, vielleicht deswegen, weil Kirks Shirt die ganze Folge noch nicht einen Kratzer hatte).
2. Kirks Eroberungen: 0
Keine betörten Frauen dieses Mal.
3. Anwendungen von Spocks Nackengriff: 1
Spock überwältigt Sulu mit seinem Nackengriff.
4. Spocks "Faszinierend": 3 mal
Den Zerfall des Planeten bezeichnet Spock als faszinierenden Vorgang.
Sulus Aktivitäten als D'Artagnan findet er ebenfalls faszinierend!
Die Implosion eröffnet außerdem faszinierende Perspektiven.
5a. Spocks "logisch": 0 mal
Spock findet hier überhaupt nichts logisch.
5b. Spocks "unlogisch": 0 mal
Spock findet auch nichts unlogisches.
6. McCoys: "Ich bin Arzt und kein...": 0 mal
McCoy darf seinen berühmten Satz nicht sagen.
7. McCoys: "Er ist tot, Jim." und Variationen: 0 mal
Kein Kommentar von McCoy dieses Mal.

Aber:
Schwester Chapel hat McCoys Satz geklaut. Als Tormolen stirbt sagt sie: "Er ist tot, Dr."
8. Tote Rothemden: 0
Mit Tormolen stirbt nur ein Blauhemd.
9. Hysterisch kreischende Frauen: 0
Hier kreischt niemand.
 
 
 
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 Erstausstrahlung USA:
  29. 09. 1966

 Erstausstrahlung D:
  05. 10. 1987

 Regie:
  Marc Daniels

 Buch:
  John D. F. Black

 Gaststars:
  Bruce Hyde
   [Lieutenant Kevin
   Thomas Riley]
  Stewart Moss
   [Lieutenant
   Joe Tormolen]
  John Bellah
   [Dr. Harrison]
  Majel Barrett
   [Christine Chapel]
  Grace Lee Whitney
   [Yeoman Janice Rand]
  William Knight
   [singendes
   Besatzungsmitglied]
  Frank da Vinci
   [Lieutenant Brent]


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