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Episodenbeschreibung
Sternzeit: 4040,7
Das Raumschiff S.S. Beagle wird seit 6 Jahren vermisst. Das Kommando hatte R.R. Merik, mit dem Kirk
eine zeitlang auf der Sternenflottenakademie war. Merik bestand jedoch einen Test nicht und wurde
dann von der Handelsflotte angeworben. Die Enterprise hat Wrackteile der Beagle gefunden. Man
verfolgt ihren Kurs zurück und kommt dabei zum vierten Planeten des Systems 892. Uhura empfängt von
dem erdähnlichen Planeten eine Fernsehsendung. Als man diese ansieht, kommt gerade eine Vorschau für
einen Gladiatorenkampf im Abendprogramm. Man sieht, wie einer der Gladiatoren getötet wird. Spock
stellt fest, dass es ich bei dem getöteten um den Flugoffizier der Beagle handelt. Offenbar gab es
also Überlebende vor 6 Jahren.
Kirk, Spock und McCoy beamen in die Nähe der Stadt, aus der die Fernsehübertragung kam. Kurz nachdem
die drei auf der Oberfläche angekommen sind, werden sie von einigen Männern festgenommen, die mit
Maschinengewehren bewaffnet sind. Flavius hält die drei für Spione. Er möchte sie am liebsten sofort
töten, doch der Anführer der Gruppe, Septimus, ist offensichtlich gegen Gewalt und deswegen bringt
Flavius das Außenteam zu ihm, in die Berge. Septimus glaubt Kirk, dass das Außenteam in friedlicher
Absicht kommt und er empfängt sie als Gäste. Septimus erklärt ihnen, dass es sich bei ihrer Gruppe um
eine Gruppe entflohener Sklaven handelt, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Sie beten die Sonne
an. Spock findet heraus, dass es sich bei dem Planeten um eine Parallelwelt zur Erde handelt. Er
befindet sich ungefähr auf der Entwicklungsstufe des 20. Jahrhunderts, jedoch ging auf ihm das
römische Reich niemals unter. Kirk fragt Septimus nach Merik und er erfährt, dass Merik nun unter
dem Namen Mericus der erste Bürger der Stadt ist. Kirk macht Septimus klar, dass er Mericus unbedingt
sehen muss und Septimus lässt das Außenteam von Flavius begleiten. Er soll sie in die Stadt bringen.
Auf dem Weg dorthin werden sie von einer römischen Patrouille gefangen genommen. Sie werden in der
Stadt in ein Gefängnis gesteckt. Flavius wird sofort mitgenommen. Er soll in der Arena kämpfen, um so
das Fernsehpublikum zu unterhalten. Kirk verlangt von den Wachen Mericus zu sehen.
Als McCoy simuliert, er wäre krank, kann das Außenteam die Wachen erfolgreich überwältigen, doch sie
kommen nicht weit. Auf dem Gang vor ihrer Zelle werden sie bereits von Merik und einigen weiteren
Wachen erwartet. Merik ist in Begleitung von Prokonsul Claudius Marcus unterwegs, der über die Stadt
regiert und offenbar über Meriks wahre Identität Bescheid weiß.
Das Außenteam wird in Marcus Haus gebracht und Merik erzählt, was vor 6 Jahren passiert ist. Die
Beagle musste auf diesem Planeten notlanden und Merik traf auf Marcus, der Merik keine andere Wahl
ließ, als ihm zu gehorchen. Teile der Crew konnten sich an die neuen Lebensumstände anpassen, sie leben
noch, die anderen starben bei Kämpfen in der Arena. Marcus will Kirk dazu zwingen, dass er die Crew
der Enterprise herunterbeamen lässt, damit diese ebenfalls bei den Kämpfen in der Arena sterben kann,
doch Kirk nutzt die Gelegenheit und gibt das Codewort "Condition green" an Scotty durch. Scotty weiß
dadurch, dass das Außenteam in Gefahr ist, doch es ist ihm wegen der Hauptdirektive verboten, irgendwie
in den Konflikt einzugreifen. Marcus will Kirk für seinen Ungehorsam bestrafen und lässt Spock und
McCoy für die Arena vorbereiten. Kirk soll die Kämpfe zusammen mit Merik und Marcus anschauen. McCoy
kämpft gegen Flavius und Spock gegen einen anderen Gladiatoren. Flavius, McCoy und Spock wollen
eigentlich nicht kämpfen, doch sie werden von den römischen Wachen dazu gezwungen und als es für McCoy
brenzlig wird, schaltet Spock seinen Gegner mit dem Nackengriff aus und hilft McCoy, was aber ein Foul
darstellt. Marcus will den Kampf später wiederholen lassen und das Außenteam wird wieder in seine Zelle
gebracht, außer Kirk, der in Marcus Haus gebracht wird, wo ihn die schöne Sklavin Drusilla erwartet, die
von Marcus den Befehl erhalten hat, Kirk jeglichen Wunsch zu erfüllen.
Scotty hat inzwischen die Idee, das Stromnetz der Stadt zu überlasten und damit einen Stromausfall
herbeizuführen. Damit mischt er sich zwar ein, doch er verletzt nicht die Hauptdirektive, da niemand
in der Stadt darauf schließen wird, dass der Ausfall von einem Raumschiff verursacht wurde.
Am nächsten Morgen wird Kirk von Marcus zur Rede gestellt. Dieser vermutet, dass Kirk einen Kommunikator
entwendet hat, der fehlt. Er teilt Kirk mit, dass er in der heutigen Fernsehshow hingerichtet wird.
Man führt Kirk in die Arena, wo bereits sein Henker wartet. Gerade als es ernst wird, stürmt plötzlich
Flavius rein und will Kirk helfen. Er wird von einer Wache niedergeschossen, doch Kirk kann die Unruhe
nutzen, um sich ein Maschinengewehr zu schnappen. Gerade zu diesem Zeitpunkt fällt der Strom in der
Stadt aus und Kirk kann flüchten. Er schlägt sich bis zum Zellentrakt durch, wo er Spock und McCoy
befreit. Doch dort werden sie von Marcus und seinen Soldaten gestoppt. Es kommt zum Kampf und das
Außenteam hat keine Chance gegen die Übermacht. Da nimmt Merik den gestohlenen Kommunikator, ruft die
Enterprise und befiehlt ihr, das Außenteam raufzubeamen. Marcus ersticht daraufhin Merik, doch das
Außenteam wird gerade noch rechtzeitig hinaufgebeamt.
Auf der Enterprise bekommt Scotty für sein vorschriftsmäßiges Verhalten eine Belobigung und Uhura weiß
zu berichten, dass Septimus Gruppe gar nicht die Sonne, sondern Gott anbetet. Es handelt sich um eine
frühe Form von Christen, die dem römischen Reich wahrscheinlich schon bald den Untergang bescheren
werden.
Bewertung
Bei "Brot und Spiele" mag man sagen: "Schon wieder eine Parallelwelt der Erde" und tatsächlich erscheint
es inzwischen einfach lächerlich, dass die Enterprise auf eine Parallelwelt nach der anderen
trifft.
Die Folge weist allgemein sehr große Ähnlichkeiten zu
2.23: Das Jahr des roten Vogels auf. Nicht nur, dass die Folge erneut von
Gene Roddenberry selbst mitverfasst wurde, auch die Story ähnelt sich. Es geht erneut um die
Hauptdirektive und um einen Sternenflottencaptain, der diese gebrochen hat und wieder trifft man auf
eine Parallelwelt, die einen bestimmten Teil der Erdgeschichte wiederspiegelt (hier das römische Reich).
Doch obwohl die Folge 2.23: Das Jahr des roten Vogels erst 2 Folgen her ist
(es ist fraglich, ob die NBC Ausstrahlungsreihenfolge hier sinnvoll ist, nach der Produktionsreihenfolge
wäre ein deutlich größerer Abstand zwischen den beiden Folgen gewesen) und obwohl die Parallelwelten, wie
gesagt, inzwischen über Hand nehmen, kann diese Folge doch um einiges mehr überzeugen.
Vielleicht liegt das daran, dass Kirk hier ausnahmsweise die Hauptdirektive wirklich einhält. Er macht
nicht mal Anstalten sie zu brechen.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass diese Folge im Gegensatz zu
2.23: Das Jahr des roten Vogels sich nicht nur auf irgendwelche Faustkämpfe
konzentriert, sondern die Action dieses Mal so einsetzt, wie sie auch eingesetzt werden sollte, nämlich
als Gewürz, welches eine Star Trek Folge zwar verfeinern kann, aber niemals bestimmen sollte.
Vor allem Spock und McCoy Fans kommen in dieser Folge auf ihre Kosten. Ihre Dialoge sind gelungen und
ihre Streitereien wurden gut dazu benutzt, um die Geschehnisse auf dem Planeten etwas aufzulockern.
Tatsächlich verfehlen die Szenen ihre Wirkung nicht. Sie sind in der ansonsten recht trockenen Handlung,
die ohne viel Humor auskommt, richtig erfrischend. Besonders interessant ist natürlich der Dialog
zwischen Spock und McCoy, als McCoy dem Vulkanier vorwirft, mehr Angst vor dem Leben als vor dem Sterben
zu haben. McCoy ist der Meinung, dass Spock jeden Tag aufs neue Angst hat, man könnte an ihm eine
menschliche Regung feststellen. McCoy trifft damit voll ins Schwarze. Hier wird klar, was für eine
besondere Beziehung die beiden haben. Ihre Streitereien und Meinungsverschiedenheiten sind nur
oberflächlich. In Wirklichkeit kennen und mögen sich die beiden ganz gut, sie haben zwar nicht immer
Verständnis, aber immer Respekt füreinander.
Kirk überzeugt hier, wie bereits erwähnt dadurch, dass er ausnahmsweise die Gesetze der Föderation
einhält und vor allem, dass er sogar bereit ist für seine Crew und seine Überzeugungen zu sterben.
Etwas naiv stellt sich Kirk allerdings an, als er Flavius fragt, wieso es nicht schon lange einen
Aufstand gab, wenn Mericus Herrschaft so unbarmherzig ist. Wieviele ungerechte Diktaturen haben sich
auf der Erde über Jahre gehalten und halten sich auch heute noch, obwohl sie fast die komplette
Bevölkerung unterdrückt haben.
Scotty darf ebenfalls eine gute Figur machen, indem es ihm gelingt unter Einhaltung der Gesetze das
Leben von Kirk, Spock und McCoy zu retten. Er erhält dafür auch prompt eine Belobigung von Kirk.
Gene L. Coon und Gene Roddenberry haben in dieser Folge auch das TV-Geschäft etwas auf die Schippe
genommen und einige Insider-Gags eingebaut. Beispielsweise muss man über den Kommentar eines römischen
Soldaten schmunzeln, der Flavius Strafe androht, wenn wegen ihm die Einschaltquoten sinken. Coon und
Roddenberry wussten wovon sie schrieben, denn auch sie waren ständig durch die schlechten Quoten der
Serie bedroht und wurden nicht nur einmal aufgefordert mehr Action in die Serie einzubringen.
Die Folge ist vielleicht auch deswegen recht gelungen, da es hier nicht das ansonsten obligatorische
Happy End gibt. Besonders in 2.23: Das Jahr des roten Vogels ist das negativ
aufgefallen. Hier werden jedoch die Probleme auf dem Planeten ausnahmsweise mal nicht gelöst und das
römische Imperium besteht auch nach der Abreise der Enterprise noch.
Unglaubwürdig bleiben natürlich nach wie vor die Parallelen zwischen der Erde und diesem Planeten.
Wie groß ist wohl die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Planet genau gleich entwickelt, angefangen
bei der Zusammensetzung der Atmosphäre und dem Verhältnis Wasser zu Land, bishin zur Kultur, der
Sprache und der Religion? Dies wäre schon bei einem Planeten unglaubwürdig, doch die Enterprise traf
bereits mehrmals auf solche Welten.
Wieso hat sich das Außenteam eigentlich nicht von Anfang an mit der Kleidung an die Sitten des Planeten
angepasst. Schließlich war ja wohl klar, dass sie in ihren Uniformen ein gewisses Aufsehen erregen und
sofort als Fremde erkannt werden würden.
Wiederkehrende Charaktere sind dieses Mal unter den Gaststars nicht zu entdecken.
Das Drehbuch stammt von Star Trek Schöpfer Gene Roddenberry und dem früheren Produzenten und Stammautor
Gene L. Coon.
Regie führte wieder einmal Stammregisseur Ralph Senensky.
Die deutsche Version wurde vom ZDF erstellt.
Die Verwechslung, dass es sich bei den Sonnenanbetern (englisch: sun) in Wirklichkeit um Gottesanbeter
(englisch: son für Gottes Sohn Jesus) handelt, funktioniert natürlich nur im englischen Original, da
dort die beiden Worte "son" und "sun" gleich ausgesprochen werden. In der deutschen Version wird man
sich also zwangsläufig fragen, wie Uhura nun plötzlich darauf kommt, dass es sich bei den Sonnenanbetern
um die ersten Christen handelt.
Das ist jedoch nicht der einzige Unterschied zwischen Original und deutscher Version. Es fehlt unter
anderem auch eine Szene, als Kirk, Spock, McCoy und Flavius in einer Zelle sitzen und Spock und McCoy
sich mal wieder streiten. Flavius fragt Kirk, ob die beiden verfeindet seien und Kirk antwortet darauf,
dass sie das selbst nicht so genau wüssten.
Außerdem ist Merik im Deutschen nicht nur erster Bürger der Stadt, sondern der Herrscher über die Stadt,
wobei man sich als Zuschauer zwangsläufig fragen muss, wieso nicht er, sondern Marcus die Befehle
gibt.
Völlig unsinnig ist in der deutschen Version Scottys Befehl die Energiesysteme des Schiffes (!) zu
überlasten. Scotty sagt in der deutschen Version wortwörtlich "...damit die da unten das Fracksausen
kriegen, wenn sie sich vorstellen, daß die Enterprise mit Karacho auf ihren Planeten runterschießt...".
Was auch immer man sich im Synchronstudio dabei gedacht hat, es hat jedenfalls nichts mit dem Original
zu tun, dort befiehlt Scotty nämlich die Energiequellen der Stadt zu orten und sie zu überlasten, was
ja dann auch kurze Zeit später gemacht wird. Die deutsche Version entspricht nicht nur nicht dem Original,
Scottys Befehl macht auch überhaupt keinen Sinn.
Die DVD-Version der Episode enthält nicht nur die geschnittenen Szenen, auch die Szene mit Scottys
falsch übersetztem Befehl wurde neu synchronisiert, so dass die Handlung nun wieder einen Sinn ergibt.
Alles in allem handelt es sich bei 2.23: Das Jahr des roten Vogels und bei
"Brot und Spiele" eigentlich um zwei verschiedene Umsetzungen ein und desselben Grundthemas, wobei
"Brot und Spiele" deutlich vor der anderen produziert wurde. Der Unterschied ist, dass diese Folge
überzeugen kann. Es handelt sich um eine sehr gelungene Episode, mit guten Charakterszenen. Die Qualität
wird allenfalls durch das x-te Auftauchen einer Parallelwelt vermindert. Auch das Thema Hauptdirektive
wurde in letzter Zeit etwas überstrapaziert, doch sollte es nun für eine Weile in der Mottenkiste
verschwinden.
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