Deutscher StarTrek-Index  
    5.6 Temporale Paradoxie  
  T i m e l e s s     
 

von Malte Kirchner

 
 
 

Episodenbeschreibung

Zu Anfang der Episode sieht man Chakotay und Kim wie sie in einer unbehaglichen Eiswüste ein Schiff suchen. Es ist die Voyager, die von einer meterhohen Eisschicht umgeben ist. Als man sich in das Schiff beamt, muss man feststellen, dass die gesamte Besatzung erfroren ist. Ferner wird sichtbar, dass Chakotay und Kim inzwischen wesentlich älter sind. Man beamt Seven of Nine auf das eigene Schiff zu Chakotay's Freundin Tessa und aktiviert den Holodoc, der natürlich fragt, was passiert sei und von Chakotay die Antwort erhält, dass man die Vergangenheit ändern wolle.

Rückblick. Man sieht die Voyagerbesatzung im Maschinenraum versammelt und Torres weiht den neuen Slipstream-Antrieb ein, den man aus der letzten Episode der vierten Staffel erhalten hatte. Doch schnell kommen Zweifel auf, als Kim und Paris herausfinden, dass es Abwegigkeiten gibt. Man beschliesst kurzerhand diese ausgleichen zu können, indem man den Deltaflyer vorausschickt, der die entsprechenden Kurskorrekturen weiterleitet.

Gegenwart. Natürlich ging der Flug schief, wie der Holodoc richtig schlussfolgert und das schon vor 15 Jahren. Nur Chakotay und Kim überlebten, da sie im Deltaflyer vorausflogen. Die Voyager stürzte auf einen Eisplaneten am Rande des Alphaquadranten, wohingegen sie beide die Erde erreichten, doch damit nicht glücklich wurden. Deshalb will man nun den Fehler von vor 15 Jahren verhindern, indem man eine Nachricht durch die Zeit schickt. Möglich machen soll das ein gestohlener Borg-Transmitter der Sternenflotte, der jedoch nur mittels der Technologie von Seven of Nine's Implantaten zu bedienen ist und weshalb der Doktor benötigt wird. Dieser hat moralische Bedenken, willigt jedoch ein zu helfen.

Währenddessen begeben sich Chakotay und seine Gefährtin wieder auf die Voyager, wo Chakotay allerhand Erinnerungen antrifft, u.a. die letzte Logbuch-Aufzeichnung. Plötzlich meldet sich Harry. Ein Sternenflotten-Schiff ist auf Abfangkurs gegangen.

Rückblick. Der Deltaflyer von Chakotay und Harry startet vor der Voyager - Janeway macht ihren letzten Logbucheintrag im Deltaquadranten.

Gegenwart. Der Captain des Raumschiffs gibt sich schnell zu erkennen: Es ist Captain Geordi LaForge vom Raumschiff Challenger (übrigens ein Galaxy Class Raumschiff wie die Enterprise-D). Er versteht Chakotays Motive, kann jedoch keine Rücksicht darauf nehmen und droht mit der Zerstörung bei Fortführung. Das hält jedoch Chakotay und Kim nicht ab und man startet die erste Transmission, doch sie ist zu spät - in der Vergangenheit gerät die Voyager aus dem Slipstream und schlägt auf dem Eisplaneten auf.

Doch der zweite Versuch klappt. Die Nachricht gelangt zu Seven of Nine in der Vergangenheit und man geht davon aus, sie komme vom vorausfliegenden Deltaflyer. Der Flug wird abgebrochen, die Voyager bleibt in einem Stück. Doch bei der anschliessenden Nachfrage findet man raus, dass der Harry der Vergangenheit die Nachricht gar nicht gesendet hat, sondern irgendjemand in der Zukunft. Ferner enthielt die Mitteilung eine persönliche Botschaft vom Harry der Zukunft, die ihn über die Vorfälle der Zukunft aufklärt.

Bewertung

Bevor wir zur Bewertung im Detail kommen, erstmal zwei nebensächliche Dinge: "Timeless" stellt den Anspruch die 100ste Episode zu sein. Die Experten sind sich da zwar uneins, da die Zählung eher etwas anderes besagt, aber gerade dieser Anlass war auch die Ursache dafür, dass LeVar Burton wieder Geordi mimte und die Episode so aufwendig inszeniert wurde. Der nächste Punkt ist die Übersetzung des Titels ins Deutsche: "Temporale Paradoxie". Nicht nur, dass "Timeless" eine wortwörtliche Übersetzung ins Deutsche hat ("Zeitlos") - sie ist sogar sinngemäss. Und so muss man sich wieder einmal fragen, was die Herren Übersetzer sich dabei gedacht haben. Leichter zu verstehen ist der deutsche Titel sicherlich nicht! Vielmehr handelt es sich um das eher gehasste als geliebte Techno Bubble und nimmt der Episode etwas von ihrem Glanz.

Doch 100ste Episode hin, temporale Paradoxie her - die Episode hat es nicht nötig auf derartige Kleinigkeiten zu achten. Denn in "Timeless" weiss man wirklich in allen Sparten zu toppen: Unglaubliche Spannung, nie gesehene Special Effects und eine geniale Handlung machen diese Episode zu einem absoluten Highlight der bisher ohnehin nicht schlecht angefangenen fünften Staffel.

Aber beginnen wir mit der Spannung. In "Timeless" setzt man nicht auf einen einzigen Spannungsbogen, sondern auf mehrere, miteinander verknüpfte. So geht es los mit dem Rätsel um die in der Eiswüste herumirrenden Gestalten, bis wir uns schliesslich fragen - als dieses Geheimnis gelöst ist - was denn überhaupt passiert ist und zu welchem Zeitpunkt das Ganze sich abspielt. Man könnte diese Aufzählung noch unendlich weiterfassen, was aber den Rahmen dieser Bewertung sprengen würde. Signifikant ist einfach, dass es nicht plump darum geht, ob die Voyager gerettet wird oder nicht (was ja von vornherein klar ist), sondern dass der Akzent auf der Lösung der kleinen Geheimnisse liegt und auf der späteren Lösung. Die eingeschränkte Perspektive des Zuschauers ermöglicht ihm mitzuerahnen, mitzuhoffen und mitzufühlen. Besser geht es nicht.

Gleiches lässt sich auch zur Handlung sagen. Das geschickte ,,Switchen" zwischen Gegenwart und Vergangenheit bereitet langsam auf den Showdown vor. Vor allen Dingen aber wird die Tragik der Problematik unterstrichen. Als dann die Voyager doch abstürzt, nach einem misslungenen ersten Rettungsversuch, weiss man selber nicht mehr, wie es denn nun weitergehen solle - hier ergibt sich ein Handlungs-Spektrum beginnend vom zweiten Versuch, angefangen beim zweiten Versuch bis hin zur Möglichkeit, dass vielleicht eine ganz andere Lösung die richtige ist. Vor allen Dingen aber geht es um innere Konflikte. Angefangen bei der Voyager, wo man die hohen Risiken lieber in Kauf nimmt, als möglicherweise gar nicht nach Hause zu kommen, bis hin zur Gegenwart, wo Chakotay nicht mehr ganz sicher ist, ob er eine Änderung der Zeit wirklich noch verantworten kann. Lediglich Kim - in der Zukunft leider auch nicht mehrdimensionaler als in der Gegenwart - hat eine unabänderbare Zielstrebigkeit. Und da wäre da noch der Auftritt von LeVar Burton, der aber insgesamt lediglich in der Verkörperung von LaForge liegt - es hätte aber auch ein x-beliebiger Captain sein können.

Und dann wäre da noch das Highlight der Highlights: Die Special Effects. Hier hat man sich nicht lumpen lassen bei dieser besonderen Episode und zeigt neben vielen Raumschiffen und dem Slipstream auch noch den Voyager-Absturz, der dermassen gut in Szene gesetzt wurde, dass er sogar den Absturz der Enterprise-D in "Generations" zu überbieten vermag.

Insgesamt ist das Ergebnis also recht eindeutig: Sehr gut. Abstriche gibt es erfreulicherweise so gut wie gar keine und somit kann sich die Episode, interessanterweise als Einteiler, in die Riege der besten Episoden der Serie einreihen. Wer bereits noch ein wenig weiter in die Zukunft blickt, sieht bereits mit "Dark Frontier" das nächste Highlight, aber bis dahin kann sich "Timeless" seiner sicher sein. Mehr davon, liebe Autoren. Auch ohne besonderen Anlass...

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Nicht berücksichtigt.

 
 
 
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  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  18. November 1998
  
 Erstausstrahlung D:
  30. April 2000
  
 Regie:
  LeVar Burton
  
 Buch:
  Brannon Braga
  
 Gaststars:
  LeVar Burton
  Christine Harnos

  


  zuletzt geändert:
  2002-04-21, 12:03
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