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Ruhr Con abgesagt: "Keine Lust, zum schwarzen Schaf zu werden"

Von Malte Kirchner (malte@startrek-index.de)

Das Ende der Ruhr Con Es war ein Jahr der Absagen. Im November 2003 verschwanden die Internet-Seiten der VulcanCon spurlos, während ohne großes Aufsehen ein weiteres Projekt eingestellt wurde: Die Ruhr Con. Wer die Domain der Homepage aufruft, gelangt nunmehr auf die Seiten einer Partnervermittlung für rumänische Frauen. Betreiber ist der ehemalige Organisator der Convention, Thorsten Rottmann. Grund für die Absage sei, dass er "den Fans keine Chaosconvention zumuten wollte", sagte Ruttmann dem Deutschen StarTrek-Index.

Es mangelte an Organisatoren. "Nach drei Anläufen das Projekt zu realisieren und vielen Enttäuschungen habe ich nun das Projekt aufgegeben", gab Rottmann enttäuscht bekannt. So habe er zwar immer wieder ein neues Team gefunden, dessen Interesse jedoch nach kurzer Zeit schnell nachließ. Das aus den ständigen Wechseln resultierende Chaos wolle er den Fans ersparen: "Unseriöse Geschäfte kann ich mir nicht leisten, in meiner Branche gibt es schon genug 'Schwarze Schafe'".

Ein schwerer Entschluss für den Geschäftsmann: "Dabei hatte ich schon sehr viel Zeit, Arbeit und nicht zuletzt auch Geld investiert." Besonders an der finanziellen Unterstützung hätte es nicht gefehlt, so Rottmann.

Die Ruhr Con ist aufgegeben, die Hoffnung nicht. Thorsten Rottmann hofft darauf, dass sich vielleicht andere seiner Idee annehmen. Gerne unterstütze er mögliche Nachfolger bei der Realisierung: "Es würde mich freuen, wenn es einmal doch eine Ruhr Con geben würde."

Kommentar von Malte Kirchner

Geld ist eben doch nicht alles. Die Ruhr Con scheiterte - welche Ironie! - an ihrer Klientel, den Fans. Nicht, dass sich niemand fand, der die Convention mit organisieren wollte. Doch bei den Versprechen, mitzumachen, und der lukrativen Möglichkeit, sich als Organisator zu bezeichnen, blieb es bei den meisten. Drei Anläufe startete Organisator Thorsten Rottmann. Dann war er es endgültig leid.

Eben diese Einstellung der Fans ist es, die das Ende einer von Fans für Fans gestalteten Convention-Landschaft besiegelt. Die Pioniere der Neunziger haben den Sprung zur Professionalisierung ihrer Veranstaltungen geschafft, die Veranstalter von morgen bekommen noch nicht einmal ihre Internet-Seiten organisiert, wie zuletzt das Beispiel der VulcanCon eindrucksvoll zeigte.

Zurecht lassen sich Convention-Interessierte nicht mehr so leicht auf neue Veranstaltungen ein. Immerhin mussten sie sich im Falle der VulcanCon schon zum zweiten Mal von ein und derselben Veranstalterin etwas versprechen lassen, was nun abermals auf der Kippe steht und wahrscheinlich dann doch abgesagt wird. Auf der anderen Seite ist es gerade die zunehmende Passivität der Fans, - die Mentalität, sich bedienen zu lassen, - an der aufstrebende Veranstaltungen, wie zuletzt die Ruhr Con, scheiterten.

Die Absagen von 2003: Vielleicht müssen sich die Star Trek-Fans den Vorwurf gefallen lassen, am Niedergang selber schuld zu sein.

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