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VOY 5.3 Extreme Risiken


Extreme Risk

von Malte Kirchner

Episodenbeschreibung

Als B'Elanna Torres auf dem Holodeck sich gerade in einer Simulation aus einem Shuttle auf einen Planeten stürzt, mit ausgeschalteten Sicherheitsprotokollen, wird sie von Chakotay gerufen. Ein Malon-Schiff verfolgt eine Sonde der Voyager. Um sie kurzzeitig vor ihnen zu schützen, lässt man sie in die äußere Hülle eines Gasriesen fliegen, was aber keine Dauerlösung ist. Man setzt einen Abfangkurs.

Bei einer Besprechung, zu der Torres zu spät kommt, erörtert man Möglichkeiten, die Sonde zu bergen. Ein Transport scheint unmöglich, Torres lässt keine Diskussion zu. Paris schlägt vor, dass man sie mit einem Shuttle herausholt, doch dazu brauche er zwei und ein Eintauchen der Voyager in den Gasriesen wäre zu riskant. Paris hat jedoch noch einen Vorschlag: Er will ein neues Shuttle konstruieren, was außer dieser Mission auch anderen Erkundungsflügen im Deltaquadranten gerecht wird - den Delta Flyer. Janeway genehmigt das Projekt.

Und so treffen sich Paris, Kim, Tuvok, Seven of Nine und Torres schon kurz danach im Holodeck, um den Delta Flyer weiterzuentwickeln. Doch schon bald kommt es zu Meinungsverschiedenheiten über das Design, welches Paris mit Rallyestreifen und Extraflügeln optimieren, Tuvok jedoch auf das Nötigste reduzieren will. Die erhoffte Unterstützung von Torres bleibt auch aus, sie lehnt sich gelangweilt zurück.

Am Abend kommt Torres zu Paris und bringt ihm einige Triebwerksspezifikationen, bevor sie ihn schon sofort wieder verlässt und heimlich, wie gehabt ohne Sicherheitsprotokolle, im Holodeck eine Kampfsimulation abfährt, in der sie gegen Cardassianer kämpft, die einige ihrer damaligen Maquis-Freunde umgebracht haben. Auf der Brücke, wo man inzwischen Kontakt mit den Malon aufgenommen hat, erhält man auch eine Kampfansage.

Die Antwort, warum die Malon wirklich noch da sind, gibt es einige Zeit später im astrometrischen Labor: Sie bauen ebenfalls eine Art Delta Flyer, praktisch ein Konkurrenzprojekt. Das erhöht natürlich kurzerhand den Zeitdruck, das eigene Schiff herauszubringen, bevor die Malon fertig werden.

Während man engagiert den Bau des eigenen Flyers vorantreibt, widment sich Torres derweil wieder ihrem neuen Hobby. Dieses Mal jedoch nicht folgenlos, denn sie wird bewusstlos und die Simulation hält nicht an. Als die Voyager von den Malon beschossen wird ist sie nicht erreichbar und nachdem man sie gefunden hat, wacht sie auf der Krankenstation auf. Chakotay konfrontiert sie mit ihren kürzlichen Trips im Holodeck, doch sie versucht abzuwiegeln.

Später besucht Chakotay sie in ihrem Quartier und man geht gemeinsam aufs Holodeck, um eines ihrer Programme zu starten, was sie jedoch ablehnt. Dennoch startet Chakotay das Programm und sieht die toten Maquis. Im Gespräch kommt heraus, dass Torres die ganzen Programme nur gestartet hatte, weil sie überhaupt nichts mehr fühle. Jede weitere Diskussion lehnt sie jedoch ab und Chakotay geht weg.

Währenddessen ist der Delta Flyer bereit zum Start. Torres möchte auch mitfliegen und nach einigen Erläuterungen gestattet Chakotay ihr dies. Man hat alsbald auch schon Schwierigkeiten, die Torres ohne Probleme meistert. Die Crew kehrt unbeschadet zurück, während die Malon nicht aus der Außenschicht des Gasriesen entkommen können. Später bedankt sich Torres bei Chakotay für das Gespräch auf dem Holodeck und meint, dass es ihr schon besser gehen würde.




Bewertung

Mit "Extreme Risiken" haben wir wieder eine Episode vorliegen, die einen derart glücklichen Handlungsverlauf aufweist, dass er schon fast nicht mehr glaubwürdig wirkt.

Da wäre zunächst die Torres-Depression. Neu ist sie nicht, das muss man zugeben, denn sie entwickelte sich inbesondere in den letzten zwei Episoden zunehmend, bis sie jetzt fokussiert wurde. Dennoch kommt die Lösung recht plötzlich und unerwartet. Warum sollte diese eine Mission B'Elanna den Kick geben, den sie auf den anderen Missionen nicht fand? Das wirkt recht fragwürdig, wenn auch ihre Depression vom Motiv her nachvollziehbar erscheint. Chakotay als Problemlöser wirkt leider wieder etwas unglücklich, trägt mit seiner Erlaubnis zum Mitflug jedoch wenigstens dazu bei, dass ein Lösungsweg gefunden wird.

Die Malon-Story vermag leider auch nicht sehr zu überzeugen. Diese Aliens, die im eigenen Müll umkommen, brauchen gar nicht zu agieren, um im Vergleich zu den feinen und sauberen Sternenflotten-Menschen unsympathisch zu wirken. Und so sind sie auch die klassischen Bösewichte dieser Episode, wobei allerdings der Wettlauf um den ersten einsatzbereiten Delta Flyer sehr stark an den Wettlauf um die erste Reise zum Mond zwischen den Amerikanern und den Russen in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wirkt. Zufall oder Absicht?

Nett hingegen ist die Einführung des Delta Flyers, die Lösung gegen den Verschleiß von weiteren Einweg-Shuttles. Vor allem die kleinen Dispute zwischen Paris und Tuvok sind nett anzuschauen, da Paris ja lieber etwas Nostalgik (Capt. Proton-Konsole) und Design (Flügel, Rallyestreifen) möchte, während Tuvok rein funktionell denkt.

Insgesamt also eine Episode, die auf der einen Seite gute Ansätze liefert, auf der anderen Seite, gerade wegen ihrer Berechenbarkeit, wenig zu überzeugen vermag. Sie fällt zwar nicht ins Bodenlose in der Bewertung, muss sich jedoch der Durchschnittlichkeit zuordnen lassen, was an und für sich schade ist.

Spannung: 3 SFX: 5 Handlung: 4 Gesamt: 4
Zusammenhänge

Nicht berücksichtigt.

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Ausdruck vom: 17. 05. 2022
Stand des Reviews: 26. 11. 2020
URL: http://www.startrek-index.de/tv/voy5_3.htm