TNG 7.23 Neue IntelligenzE m e r g e n c e |
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Episodenbeschreibung
Sternzeit: 47869,2Data übt auf dem Holodeck die Rolle des Prospero aus dem Shakespearestück "Der Sturm", Picard gibt ihm Ratschläge und Hilfestellung. Plötzlich kommt wie aus dem Nichts ein Zug angebraust, nur knapp können die beiden in Deckung springen. An der Konsole erfährt Data, daß es sich um den berühmten Orient-Express handelte, der in einem Holodeckprogramm von Dr. Crusher vorkommt. Bis geklärt ist, wie die beiden Programme sich miteinander vermischen konnten, läßt Picard alle Holodecks abschalten. Auf der Brücke ist man mit der Suche nach möglichen Kolonialstätten beschäftigt, als das Schiff plötzlich auf Warp geht - ohne Befehl. Die Kontrollen sind blockiert, nur eine Notabschaltung des Warpkerns könnte die Enterprise noch zum Stehen bringen, wodurch sie aber für mindestens eine Woche keinen Antrieb zur Verfügung hätte. Picard will gerade den Befehl geben, als die Enterprise unter Warp geht und die Kontrollen wieder benutzbar sind. Auf der Suche nach
einer Erklärung entdeckt Geordi, daß dieser kurze
Warpflug ihnen allen das Leben gerettet hat: um das
Schiff herum hatte sich eine Thetaflußverzerrung
gebildet. Wäre die Enterprise nur noch 1,7 Sekunden
an Ort und Stelle geblieben, wäre sie in Stücke
gerissen worden. Bleibt jedoch die Frage, weshalb das
Schiff weggeflogen ist und wieso es eine
Sensorenaufzeichnung der Verzerrung gibt, obwohl die
Sensoren nicht darauf eingestellt sind, nach
Theta-Partikeln zu suchen. Es zeigt sich
weiterhin, daß ähnliche Knoten über das ganze
Schiff verteilt sind. Allerdings überschneiden sich
ihre Verbindungen in Holodeck 3. Riker, Worf und Data
machen sich auf den Weg und entdecken, daß bereits
mehrere Programme auf dem Holodeck laufen. Da alle
Holodecks deaktiviert waren, muß es sich selbst
eingeschaltet haben. In einer
Crewbesprechung erläutert Data, daß offensichtlich
alle Aktionen auf dem Holodeck eine direkte Wirkung
auf das ganze Schiff haben. Zudem hat er ein Muster
bei der Anordnung der Knoten erkannt: es erinnert mit
ein wenig Fantasie an das neurale Netzwerk im
menschlichen Gehirn und an sein positronisches Netz.
Das führt ihn zu der These, daß es sich hierbei um
eine Intelligenz handelt, die vom Schiff
hervorgebracht wird. Zusammen mit Data und Worf geht sie ins Holodeck, um dort mehr in Erfahrung zu bringen. Es zeigt sich, daß der Zug nach "Keystone City" unterwegs ist, wovon der Gangsterboß sagt: "An diesem Ort beginnt alles." Dort angekommen, folgen ihm Deanna und die anderen, da er noch den Ziegelstein des Schaffners bei sich hat, in die Stadt. Während Data Zugriff auf das Energiegitter nimmt, um die Knoten zu depolarisieren, folgen Deanna und Worf dem Mann, der den Stein bald darauf in eine Lücke in einer Mauer einfügt. Dabei erklärt er, daß er das Fundament legt. Anschließend geht er zum Zug zurück. Nachdem die Enterprise unter Warp gegangen ist, registriert Geordi im Frachtraum 5 einen Druckabfall, empfängt gleich darauf merkwürdige Energieanzeigen. Indes depolarisiert Data die Knoten, doch sofort wird das ganze Schiff durchgeschüttelt, die Lageregelung versagt, bis Data den Vorgang abbricht. In einer weiteren
Besprechung wird klar, daß das Schiff sich, wie
zuvor, selbst geschützt hat. Deanna meint, es würde
im Holodeck wie ein Kind die Welt entdecken und
versuchen, zu lernen. Also könnte man am ehesten
dort Einfluß auf die Ereignisse nehmen. Die Partikel werden direkt nach Frachtraum 5 gebeamt, wo Geordi mittlerweile eine merkwürdige Struktur entdeckt hat, die sich dort bildete, als der Holozug in "Keystone City" ankam. Während die Struktur die Vertion-Partikel aufnimmt, wächst sie, und Geordi entdeckt, daß sie über eine interne Energiequelle verfügt. Er erkennt, daß es sich dem Trikorder nach um organisches Material handelt, also um eine Lebensform, die hier entsteht. Doch als der Vertion-Vorrat abgebaut ist, kommt es zu Fluktuationen, das Wachstum ist vorbei. Offensichtlich braucht die Lebensform neue Vertion-Partikel. Das scheinen die Knoten auch zu wissen, denn die Enterprise beschleunigt auf maximum Warp und nimmt Kurs auf das Kordanas-System, wo es einen weiteren weißen Zwergstern gibt. Geordi erläutert, daß weiße Zwergsterne die einzigen natürlichen Quellen für jene Partikel sind. Der Flug dorthin wird etwa zwölf Stunden dauern; gerade genug, daß die neue Lebensform bis dahin am Leben bleibt. Problematischerweise wurde sämtliche Energie zum Antrieb transferiert - auch die der Lebenserhaltung, und der Sauerstoffvorrat reicht nur noch für zwei Stunden. Doch Geordi fällt ein, daß man Vertion-Partikel auch künstlich erzeugen kann. Der nahe der Flugroute gelegene McPherson-Nebel könnte die entsprechenden Partikel produzieren, wenn man einen modifizierten Torpedo hineinschießt. Also muß Data auf dem Holodeck den Schaffner überzeugen, die Route zu ändern und das Schiff anzuhalten, was ihm gelingt. Als man angekommen ist, feuert Geordi den Torpedo ab, und wie erhofft bilden sich Vertion-Partikel im Nebel. Das Schiff sammelt sie ein und beamt sie wie zuvor in den Frachtraum. Die Lebensform wächst weiter, beginnt dann zu schweben und verläßt das Schiff. Gleichzeitig deaktivieren sich alle Knoten von selbst, so daß die Crew wieder volle Kontrolle über die Enterprise hat. Es läßt sich nicht erkennen, wo die Lebensform hinfliegt, und so macht man sich auch nicht auf die Suche nach ihr. Später betritt Data
den Raum des Captains und lädt ihn zu einer
Aufführung von "Der Sturm" ein.
Anschließend fragt er den Captain, weshalb Picard
der Lebensform erlaubt hat, zu wachsen und das Schiff
zu gebrauchen, obwohl unklar war und ist, ob das neue
Leben gut oder schlecht ist, ob es vielleicht sogar
eine Gefahr für die Enterprise darstellt. Gleich zu Beginn
gibt es eine schöne Theaterszene mit Data, der
unermüdlich wie immer seine Rolle lernt und sich von
Picard, der ja erklärter Shakespeare-Fan ist, Tips
und Ratschläge geben läßt. Es steht zu vermuten,
daß diese Szene, wie auch in anderen Episoden, auf
die Inspiration Patrick Stewarts (Picard)
zurückzuführen ist, der als Mitglied der Royal
Shakespeare Company auch privat den selben
Lieblingsautor wie Captain Kirk haben dürfte. Die Holodeck-Fehlfunktion, als der Orient Express vorbeirauscht, erinnert u.a. an "Das Schiff in der Flasche" oder auch "Eine Handvoll Datas"; in beiden Episoden ließen sich die Fehlfunktionen zunächst nicht erklären. Die Möglichkeit, das Schiff vom Holodeck aus zu steuern, gab es u.a. in "Sherlock Data Holmes" sowie "Die Reise ins Ungewisse". Darüber hinaus ist die neue Intelligenz, die aus der Enterprise heraus entsteht, eine Mischung aus "Datas Hypothese", wo Data der Meinung war, bei den Exocomps, neuartigen Arbeitsrobotern, handele es sich um eine Lebensform, sowie "Sherlock Data Holmes", wo die bereits erwähnte Holodeck-Fehlfunktion dazu führte, daß Professor Moriarty, eine Holofigur, ein Bewußtsein bekam. Auch den Verlust der
Steuerkontrolle aus unerklärlichen Ursachen gab es
bereits mehrfach. So bleibt die Frage, weshalb man
sich "Neue Intelligenz" überhaupt
anschauen soll. Womit wir bei der
Logik wären: natürlich kann man sich im Rahmen des
Trek-Universums vorstellen, daß ein derart komplexes
System wie ein Schiff der Galaxy-Klasse eine Art
Intelligenz darstellt bzw. einen Überlebensinstinkt
entwickelt, woraus die Flucht vor der
Thetaflußverzerrung resultiert. Schön ist dann auch die Schlußszene mit Picard und Data, wo Picard seine Hoffnung erläutert, daß die neue Lebensform, die geschaffen wurde, etwas Gutes ist, da sie ja aus den Erfahrungen der Crew und des Schiffes gelernt hat, und diese sollte man wohl als positiv bezeichnen. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, daß die lieb gewonnene Enterprise D in gewissem Maße eine Persönlichkeit erhält: das Schiff hat, auf welche Weise und aus welchem Grund auch immer, Leben hervorgebracht. Daß es beinahe die gesamte Besatzung, die das Schiff ja tragen und beschützen soll, umgebracht hätte, weist darauf hin, daß die Enterprise sich nicht der Tatsache bewußt ist, daß ihr Zweck nicht etwa das Hervorbringen neuen Lebens, sondern vielmehr die Beherbergung der Crew ist. In charakterlicher Hinsicht bietet die Episode wenig neues, jeder hat seinen Teil zu arbeiten, und Data darf einmal mehr eine humoristische Einlage bringen, als er auf dem Holodeck den Zugang zu den Knoten mitten auf einer Straße findet. Als dann ein Taxi angefahren kommt und ihn erfassen will, stoppt er es kurzerhand mit einem Arm, während er mit dem anderen weiterarbeitet. Auffällig ist noch, daß Worf jede Gelegenheit nutzt, in Deannas Nähe zu sein und sie zu beschützen. Seit "Parallelen" ist ihre Beziehung merklich intimer geworden, wobei es sich noch nicht um eine Liebesbeziehung handelt, aber man merkt doch, daß die beiden Gefallen an einander gefunden haben. Eine faszinierende Reminiszenz an "Hotel Royal", zweite Staffel, stellt der erste Besuch des Außenteams auf dem Holodeck dar: damals waren Riker, Worf und Data in einem Hotel gefangen, das auf einem Roman basierte und von Aliens erschaffen wurde. Hier sind es wieder die drei, die in einer ganz ähnlichen Situation herauszufinden versuchen, was vorgeht. Ob dieser Bezug bewußt herbeigeführt wurde oder nur ein Zufall ist, bleibt unklar, da es keine direkten Anspielungen gibt. Markant: Gastdarsteller Thomas Kopache, der hier einen Ingenieur spielt, war bereits in "So nah und doch so fern", fünfte Staffel, als Romulaner zu sehen. Insgesamt läßt sich sagen, daß "Neue Intelligenz" eine interessante, obgleich zusammengeklaubte Episode ist, die ihr Niveau vor allem durch die hintergründige Erkenntnis der Intelligenz der Enterprise erreicht, da sie in den meisten anderen Belangen eher als durchschnittlich bezeichnet werden muß. |
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Zusammenhänge Einige Ähnlichkeiten zu anderen Episoden sind in der Bewertung aufgeführt. Ansonsten keine Zusammenhänge. |
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-------------------------------- Ausdruck vom: 08. 02. 2012 Stand des Reviews: 21. 04. 2010 URL: http://www.startrek-index.de/tv/tng7_23.htm |