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Episodenbeschreibung
Sternzeit: 46307,2
Die Enterprise soll bei Tyrus VII A die
Tauglichkeit einer Partikelquelle für den Einsatz
beim Bergbau begutachten. Während Geordi sich auf
der Station befindet, kommt es zu einem Zwischenfall,
der beinahe die Abschaltung der Quelle erfordert,
doch Dr. Farallon, technische Leiterin des
unkonventionellen Projektes, setzt einen von ihr
entwickelten Miniroboter, einen sogenannten Exocomp
ein, der das Problem in einer knappen Minute beheben
kann.
Später bittet sie
Picard, den Aufenthalt noch um 48 Stunden zu
verlängern, da sie mit Hilfe der Exocomps die volle
Leistungsfähigkeit der Partikelquelle unter Beweis
stellen will. Doch kurz nachdem sie einen ihrer drei
Exocomps in eine Leitung geschickt hat, die er
reparieren soll, kommt er wieder heraus und nimmt
keine weiteren Befehle an. Kurz darauf explodiert die
Leitung, doch glücklicherweise kommt niemand zu
Schaden. Als Geordi und Data später den Exocomp
unter die Lupe nehmen, entwickelt Data die Theorie,
daß der Exocomp den Haarriß, der die Explosion
verursachte, bemerkt und sich in Sicherheit gebracht
hatte, da er bei der Explosion zerstört worden
wäre.
Er befragt Dr.
Crusher nach der Definition von Leben und kommt zu
der Überzeugung, daß es sich bei den Exocomps um
Lebensformen handelt. Er schlägt vor, sie nicht mehr
einzusetzen. Dr. Farallon, die nicht vorhatte, mit
den Exocomps eine Lebensform zu erschaffen, sondern
nur ein Werkzeug, hält das für Quatsch, stimmt aber
einem Test zu. Also simulieren Geordi und Data auf
der Enterprise eine überlastete Leitung und schicken
den Exocomp zur fingierten Reparatur eines Relais
hinein. Wider erwarten bleibt er bis zur simulierten
Explosion. Datas Hypothese scheint also widerlegt,
aber er führt noch eine Reihe weiterer Tests durch.
Als Dr. Crusher abends vorbeischaut, passiert etwas
unerwartetes: der Exocomp repariert nicht nur, wie
befohlen, das Relais, sondern schaltet auch noch das
Überlastungssignal ab. Crusher und Data folgern,
daß dem Roboter die ganze Zeit klar war, das keine
reale Gefahr bestand, er also doch eine intelligente
Lebensform zu sein scheint.
Doch dann kommt es
bei der Quelle zu einem weiteren Zwischenfall, gerade
als der Captain dort ist. Die Station muß evakuiert
werden, doch Picard und Geordi bleiben zurück, weil
sie einen Verletzten retten wollen. Wegen starker
Ionisierung kann man sie nicht herausbeamen, und die
Strahlung erreicht in knapp 20 Minuten tödliches
Niveau. Jetzt könnte man ihnen bloß noch helfen,
wenn man die Quelle abschaltet, was aber nicht so
leicht ist. Zunächst wird vorgeschlagen, einen
Torpedo so zu modifizieren, daß er den
Partikelstrahl unterbricht, doch das würde zu lange
dauern. Dr. Farallon schlägt vor, die Exocomps zu
benutzen, obgleich sie dabei zerstört würden. Data
ist dagegen, doch Riker befiehlt, es so zu machen.
Farallon überbrückt die Kommandobahnen der
Exocomps, damit sie sich nicht weigern können, den
Auftrag auszuführen, doch Data sperrt die
Transporter, da er der Meinung ist, man dürfe nicht
die Exocomps opfern, um Geordi und den Captain zu
retten. Als Riker ihm befiehlt, die Transporter
freizugeben, weigert sich Data. Er schlägt vor,
selbst auf die Station zu beamen und die Quelle zu
deaktivieren; ihm ist klar, daß er dabei vermutlich
getötet wird, doch er hat - im Gegensatz zu den
Exocomps - die Wahl. Das bringt Riker auf eine Idee:
wenn man den Exocomps den Befehl gibt, die Quelle
abzuschalten und sich dabei zu opfern, ohne ihre
Kommandobahen zu überbrücken, hätten sie die Wahl,
es zu tun oder sich abzuschalten. Data stimmt zu, es
zu versuchen. Zu aller Überraschung finden die
Exocomps eine Alternative, bei der sich scheinbar
niemand opfern muß: sie lassen sich auf die Station
beamen und absorbieren gemeinsam den Partikelstrom,
der das Beamen verhindert, so daß Geordi und der
Capatin gerettet werden. Auch zwei der drei Exocomps
werden zurückgebeamt. Der Dritte mußte den Stom
weiterhin absorbieren, um den beiden anderen den
Transport zu ermöglichen. Damit ist endgültig klar,
daß es sich um intelligente Lebensformen handelt.
Schließlich reist
die Enterprise ab, nachdem Picard zustimmt, in zwei
Jahren noch einmal nach den Fortschritten des
Projektes zu gucken.
Bewertung
Diese Episode reiht
sich auf ungewöhnliche Weise in die Reihe jener
Episoden ein, wo neue Lebensformen entdeckt werden.
Interessant ist dabei, daß die Exocomps zunächst
nicht als intelligente Lebensformen erkannt werden,
obwohl sie Intelligenz besitzen, die es ihnen
ermöglicht, auch neue Aufgaben auszuführen. Data
als Entdecker und Verfechter dieses neuen Lebens ist
dabei gut gewählt, immerhin ist er selbst eine
Maschine und mußte sein Leben lang erfahren, was es
bedeutet, nur unter Vorbehalt in die Gesellschaft
aufgenommen zu werden, obwohl er menschlich aussieht.
Das Szenario erinnert ein wenig an
"Die
Macht der Naniten", wo sich ebenfalls Mikroroboter
(die im Gegensatz zu den ca. 40 cm langen Exocomps
nicht mit bloßem Auge erkennbar waren) als
intelligente Lebensform erwiesen. Auch in jener
Episode war es vor allem Data, der sich um die
Anerkennung jener Roboter kümmerte.
Was beiden Episoden
noch gleich ist, ist die Lösung, die eine
Alternative zu den zuerst genannten Vorschlägen
darstellt; in dieser Episode wird vorgeschlagen, die
Exocomps zu opfern, da man keine andere Möglichkeit
sieht. Erst als man einen Dialog mit den Robotern
eingeht, wird klar, daß die Exocomps selbst eine
Alternative kennen, weil sie dazu entwickelt wurden,
komplexe Aufgabenstellungen zu lösen.
Beachtenswert ist, daß Data bereit ist, seinen Rang
zu verlieren und vor ein Kriegsgericht gestellt zu
werden, um die Exocomps zu schützen. Darüber hinaus
ist er sogar bereit, sich für Geordi und den Captain
zu opfern, damit die Exocomps dies nicht tun müssen.
Picard attestiert ihm anschließend, daß dies das
Menschlichste ist, was Data je getan hat, womit er
Recht haben dürfte. Des weiteren fällt auf, daß
die Enterprisecrew keine Probleme damit hat, die
Exocomps als Lebensform zu akzeptieren; einzig Dr.
Farallon zweifelt daran.
Überhaupt ist Dr. Farallon eine etwas merkwürdige
Gestalt in diesem Szenario: von allen, die auf der
Station arbeiten, ist sie scheinbar die einzige, die
etwas zu sagen hat, denn sie spricht dauernd davon,
daß sie die Exocmps erfunden hat, daß sie
noch etwas Zeit braucht, um den Partikelfluß zu
stabilisieren etc. Da es sich um ein großes Projekt
handelt, an dem, den verschiedenen Statisten nach zu
urteilen, viele Personen arbeiten, sollte man doch
meinen, daß andere auch noch ein Wörtchen
mitzureden haben. Farallons Verbortheit bildet einen
heftigen Gegensatz zu Datas Meinung; dieser Gegensatz
ist auch erforderlich, um Datas Hypothese eine
Meinung entgegen zu stellen, doch die Darstellung
Farallons wirkt übertrieben.
Dazu kommt, daß sich die diversen Unfälle
ausgerechnet dann ereignen, als die Enterprise gerade
vor Ort ist. Es wird zwar erwähnt, daß das Projekt
von vielen Rückschlägen und immer neuen Problemen
betroffen ist, doch scheint dies ebenso
unglaubwürdig wie der Charakter Farallon. Wenn es
sich bei den anderen Personen, die an dem Projekt
beteiligt sind, nicht gerade um Reinigungskräfte
handelt, und den Eindruck erwecken sie nicht, sollte
man meinen, daß schon vor Data jemandem die
Intelligenz der Exocomps aufgefallen wäre. Unter
diesem Aspekt verliert die Episode einen Teil ihrer
Qualität, die sich ansonsten auf einem hohen Niveau
bewegt.
Nett gemacht ist der Anfang der Episode, in dem es
eine der traditionellen Pokerpartien zu sehen gibt.
Dabei kommt eine Diskussion über Bärte und über
Affektiertheit auf, da Geordi sich erneut einen Bart
stehen läßt (wie u.a. in "Eine
Handvoll Datas"), den er während der gesamten
Episode trägt. Dr. Crusher riskiert, sich die Haare
braun färben zu müssen, sollte sie verlieren,
verlangt aber als Gegeneinsatz, daß sich Geordi,
Worf und Riker ihre Bärte abrasieren, sollte sie
gewinnen. Leider wird die Partie vertagt und nie zu
Ende gespielt.
Insgesamt ist
"Datas Hypothese" eine interessante Episode
mit einigen intelligenten Ansätzen über
philosophische Betrachtungsweisen, einer erfrischend
offenen Dr. Crusher und einem hervorragenden Data in
der Hauptrolle.
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