TOS 2.24 Computer M5T h e U l t i m a t e C o m p u t e rReview: Matthias Weber |
|||||||||||||||||||||||||||
Episodenbeschreibung
Sternzeit: 4729,4Die Enterprise wird zur nächstgelegenen Raumbasis zurückberufen. Dort angekommen beamt Commodore Robert Wesley an Bord. Er erklärt Kirk, dass die Enterprise ausgesucht wurde, um das neue Computersystem M5 zu testen. M5 wurde von Richard Daystrom erfunden, der bereits in sehr jungen Jahren ein Computergenie war und eine Revolution der Computertechnik ausgelöst hat. M5 soll ein Raumschiff völlig ohne Hilfe der Crew steuern können und der größte Teil der Enterprise Crew scheint bei diesem Unterfangen auch nicht von Nöten zu sein. Kirk soll lediglich mit 20 Mann an Bord bleiben. Daystrom beamt an Bord der Enterprise und installiert M5 im Maschinenraum. Alle außer Spock scheinen zunächst recht skeptisch gegenüber M5 zu sein, vor allem auch, weil M5 sie alle ersetzen kann, sogar den Captain. Als M5 installiert ist, verlässt die Enterprise die Raumstation und fliegt den Planeten Alpha Carinae II an, den man erkunden soll. M5 erledigt seine Arbeit eindrucksvoll und trifft viele Entscheidungen, bevor Kirk sie befiehlt. Dann nähern sich die beiden Sternenflottenschiffe Excalibur und Lexington, die die Enterprise zum Schein angreifen. M5 wehrt den Scheinangriff erfolgreich ab. Kirk ist deprimiert, weil M5 ihm seinen Posten streitig macht. McCoy kann den Captain jedoch wieder aufmuntern. Als sich die Enterprise dem Frachter Wooden nähert, macht M5 seinen ersten Fehler. Er sieht in dem unbemannten Schiff eine Gefahr und zerstört es, ohne dass die Crew etwas dagegen unternehmen kann. Man kann M5 nicht abschalten. Kirk will M5 die Energieversorgung nehmen, doch als Ensign Harper dies erledigen will, wird er von M5 durch einen Energiestrahl getötet. M5 verschlingt nun immer größere Mengen an Energie. Spock und Scotty wollen M5 die Energie per Handsteuerung nehmen, doch M5 durchschaut offenbar ihren Plan und überlistet sie. Daystrom gibt zu, dass er M5 seine Denkstrukturen eingeprägt hat. M5 kann somit denken und handelt nun ähnlich wie ein Mensch, dessen Leben bedroht wird, er kämpft ums Überleben. Inzwischen nähern sich die Schiffe Excalibur, Lexington, Potemkin und Hood, um einen weiteren Scheinangriff durchzuführen. M5 kann nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden und greift die Flotte an. Obwohl Wesley mit seiner Flotte in der Überzahl ist, kann er gegen M5 nichts ausrichten. Es gibt auf allen Schiffen schwere Verluste. Uhura kann keinen Kontakt zu den anderen Schiffen herstellen, M5 blockiert alle Frequenzen. Als M5 die Excalibur zerstört, erbittet Wesley von der Sternenflotte die Erlaubnis, die Enterprise zu vernichten. Daystrom versucht M5 dazu zu überreden, mit den Angriffen aufzuhören. Er sieht M5 als sein Kind an, doch M5 hört nicht auf ihn und Daystrom bricht schon bald zusammen und wird auf die Krankenstation gebracht. Kirk redet nun mit M5. Er macht dem Computer klar, dass er gemordet hat. Da Daystrom M5 einprogrammiert hat, dass Mord Unrecht ist, bestraft sich M5 selbst und schaltet sich ab. Kirk lässt die Schilde senken, während sich Wesleys Flotte wieder nähert. Wesley erkennt den guten Willen hinter der Tat und lässt den Angriff auf die Enterprise abbrechen. Die Enterprise kehrt zur Raumstation zurück, wo Daystrom geholfen wird. Bewertung Am Ende der zweiten Staffel häufen sich nun doch die Klischées der Serie. Kirk darf in fast jeder zweiten Folge die Hauptdirektive verletzten, die Rothemden sind vom Aussterben bedroht, Spock überlebt oft nur - wegen seines grünen Blutes und Kirk darf hier erneut einen Computer zu Tode argumentieren. Erneut geht es in dieser Folge darum, was höher einzuschätzen ist, ein Computer oder ein Mensch. Wer handelt logischer, arbeitet der Mensch oder der Computer effizientier? Kann ein Computer Entscheidungen treffen? Ist es erstrebenswert, wenn ein Computer den Menschen Befehle gibt? Und birgt diese Konzentration auf den Computer Gefahren? Dies sind die Fragen, mit denen sich "Computer M5" auseinandersetzt. Letztendlich stellt sich die Folge ganz klar auf die Seite der Menschen. Kein Computer kann die menschlichen Aufgaben so gut erledigen, dass der Mensch überflüssig wird. Die Folge betont den Computer als wichtiges und gutes Werkzeug, um viele verschiedene Arbeiten zu erledigen, doch der Computer muss immer unter der Kontrolle des Menschen stehen, und nicht andersrum. Der Computer darf nie mächtiger werden, als seine Erbauer. Die Folge sagt sogar, dass es gefährlich sein kann, sich zu sehr auf einen Computer zu verlassen. Dieses interessante Thema wird in dieser Folge durchaus gelungen behandelt. Man kennt das Thema bereits zum Teil aus der Folge 1.23: Krieg der Computer. Neben dieser interessanten Thematik kann "Computer M5" vor allem charakterseitig überzeugen. Die Folge liefert solide Charakterstudien. Vor allem gibt es einige interessante Einblicke in Kirks Figur. Kirk ist von Anfang an misstrauisch gegenüber M5. Außerdem fühlt er sich in seiner Ehre verletzt, da er auf eine Mission geschickt wird, auf der er selbst überflüssig ist. Auch wenn Kirk dies immer abstreitet, so kann man nicht leugnen, dass er sich ein wenig durch M5 bedroht zu fühlen scheint und Daystrom hat vielleicht gar nicht so unrecht, wenn er sagt, Kirk fürchte um sein Prestige und seinen Ruhm, wenn er durch einen Computer ersetzt würde und andere Aufgaben übernehmen müsste. Dabei kann man als Zuschauer richtiggehend mit Kirk mitfühlen. Man kann sich gut vorstellen, wie deprimierend es für Kirk sein muss, zu erkennen, dass M5 seine Aufgaben genausogut oder vielleicht sogar noch besser erledigen kann. Kirk war immer jemand, der seinem eigenen Urteil mehr als dem eines Computers vertraut hat. Spock zeigt sich dieses Mal als sehr guter Kenner Kirks. Er erklärt dem Captain in einem Gespräch auf der Brücke sehr einfühlsam, dass seine Dienste durchaus noch gebraucht werden, da eine Raumschiffcrew einen Captain braucht, dem sie sich anvertrauen kann und dessen Urteil sie schätzt. Spock ist in dieser Folge jedoch auch von M5 fasziniert. Er ist zu Beginn weit weniger kritisch gegenüber M5, als die anderen. Spock hatte schon immer eine besondere Beziehung zu Computern, da sie ähnlich logisch handeln, wie er selbst. Auch McCoy versucht Kirk zu helfen und ihn zu unterstützen. Die Dialoge zwischen Kirk und McCoy sind sehr gelungen, besonders gut ist der in Kirks Kabine, als McCoy ihm einen Schnaps vorbeibringt. Von Scotty würde man als Ingenieur eigentlich etwas mehr Begeisterung für M5 erwarten, doch auch er scheint nicht begeistert von der neuen Erfindung zu sein. Daystrom ist ein interessanter Gastcharakter. Er hat schon sehr früh eine große Erfindung gemacht und wurde daduch sehr früh berühmt. Seither sieht er sich mit Neidern konfroniert, die seine Erfindung als Zufall verspotten und er versucht deswegen etwas ähnlich Großes zu vollbringen und hat deswegen zu M5 auch eine besondere Beziehung. Er sieht den Computer als sein Kind an. Daystrom wurde in Fankreisen recht populär. In den Nachfolgeserien wurde oft ein Daystrom-Instiut erwähnt, ein Föderationsforschungsinstitut, das nach Richard Daystrom benannt wurde. Einen interessanten selbstironischen Gag enthält die Folge, als M5 feststellt, dass Kirk und Pille für die Erforschung des Planeten unwichtig sind. In der Tat fragt man sich als Zuschauer des öfteren, warum Kirk und Pille so oft Außenmissionen begleiten, obwohl sie meistens wenig sinnvolles beitragen können. Das liegt jedoch natürlich daran, dass Kirk und McCoy zwei der wichtigsten Hauptpersonen der Serie sind und deswegen natürlich auch im Mittelpunkt der Handlung stehen. Dies war auch ein Problem, mit dem die TNG eine zeitlang zu kämfen hatte. Dort saß Picard am Anfang oft auf der Brücke herum, während sich auf dem Planeten unter Rikers Führung das eigentlich wichtige abspielte. Die Handlung von "Computer M5" erscheint an manchen Stellen etwas unlogisch. Zunächst erscheint es unglaubwürdg, dass eine so gravierende Fehlfunktion an M5, bei den sicher sehr umfassenden Tests, nicht entdeckt wurde. Fraglich ist außerdem wie M5 zu der Ansicht gelang, dass es sich bei den anderen Schiffen um Angreifer handelt. Bei der Föderationsflotte mag dies ja noch nachvollziehbar sein, da diese die Enterprise ja tatsächlich angegriffen haben, wenn auch nur zu Übungszwecken, doch der Frachter, den M5 zerstört, war ja nun wirklich nicht feindlich. Dass ein so perfektes Computersystem den Unterschied zwischen Freund und Feind nicht erkennt, erscheint seltsam. Dass M5 von Kirk zur Selbstzerstörung überredet werden kann, setzt der Unglaubwürdigkeit natürlich die Krone auf. Diese Auflösung hat schon in den Folgen 1.21: Landru und die Ewigkeit und 2.03: Ich heiße Nomad nicht überzeugen können, und sie kann es hier noch viel weniger. Wenigstens wurde Kirks Ansprache an M5 dieses Mal recht kurz und unspektakulär gehalten. Trotzdem drückt die Auflösung die Bewertung der Folge deutlich nach unten. Erneut zum Einsatz kam hier das Schläferschiff aus 1.22: Der schlafende Tiger, welches hier für den Frachter Wooden Modell stand. Außerdem durfte man kurz das Raumstationsmodell aus 2.15: Kennen Sie Tribbles? wiedersehen. Bei den anderen Föderationsschiffen handelt es sich erneut um Schwesternschiffe der Enterprise, allerdings darf Wesley in einem Kommandosessel mit höherer Rückenlehne sitzen. Die höhere Rückenlehne kennen wir bereits aus 2.04: Ein Parallel-Universum. Unter den Gaststars gibt es dieses Mal keine wiederkehrenden Charaktere. Geschrieben wurde die Folge von Stammautorin D.C. Fontana, die damit ihr letztes Drehbuch zur zweiten Staffel ablieferte. Storyautor Laurence N. Wolfe arbeite nur einmal für die Originalserie. Produzent John Meredyth Lucas führte hier zum ersten Mal Regie. Die deutsche Version kommt wieder einmal vom ZDF, welches einige Szenen geschnitten hat, wovon fast alle inzwischen wieder eingefügt wurden. Es fehlen nun nur noch einige wenige Skeunden in der Mitte der Folge, in denen Spock Dr. McCoy erklärt, was es mit Commodore Wesleys Gruß an Captain Dunsel auf sich hat. Dieser Gruß ist in der deutschen Version zwar enthalten, es wird aber nicht erklärt, was es damit auf sich hat. Im Original erklärt Spock, dass es sich bei Dunsel um ein überflüssiges Zubehörteil handelt, welches von Sternenflotten-Kadetten so genannt wird. Wesley bezeichnet mit Dunsel also den "überflüssigen" Captain Kirk. Im Original erwähnt Kirk "Dunsel" wenige Szenen später noch einmal, in der deutschen Version fiel das weg und man weiß eigentlich nicht so recht, wer oder was mit Dunsel gemeint ist. Für die DVD-Version wurden auch die letzten noch fehlenden Szenen synchronisiert und eingefügt. Die Erklärung des Begriffs Dunsel ist somit wieder enthalten. Auch einige andere Dialogzeilen wurden neu synchronisiert, um Fehler in der Übersetzung zu korrigieren. Alles in allem handelt es sich bei Computer M5 um eine durchaus spannende und stimmungsvolle Episode, mit interessanten Charakterstudien, die aber durch einige Ungereimtheiten und die schlechte Auflösung auf eine befriedigende Endwertung gedrückt wird. |
|||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||
|
Zusammenhänge Barry Russo, der Darsteller von Commodore Wesley hatte bereits als Commander Giotto in 1.25: Horta rettet ihre Kinder einen Auftritt. Sean Morgan (Ensign Harper) spielt in den Folgen 1.21: Landru und die Ewigkeit und 3.09: Das Spinnennetz die Rolle von Lieutenant O'Neil. In Folge 3.03: Der Obelisk spielt er einen Ingenieur. James Doohan, der Darsteller von Chefingenieur Scott, spricht in dieser Folge im Original außerdem noch den Computer M5. Doohan lieh bereits Trelanes Vater in 1.17: Tödliche Spiele auf Gothos und Sargon in 2.20: Geist sucht Körper seine Stimme. In dieser Folge geht Kirk erneut seiner Lieblingsbeschäftigung nach, Computer zur Selbstzerstörung zu überreden. Dies tat er bereits in 1.21: Landru und die Ewigkeit und 2.03: Ich heiße Nomad. Glücklicherweise wird er es in Zukunft nicht mehr tun. In dieser Folge sieht man mit den Schiffen U.S.S. Hood, U.S.S. Lexington, U.S.S. Excalibur und U.S.S. Potemkin gleich vier Schwesterschiffe der Enterprise. In 2.06: Planeten-Killer sah man bereits die U.S.S. Constellation, in 2.23: Das Jahr des roten Vogels die U.S.S. Exeter. Die U.S.S. Defiant in 3.09: Das Spinnennetz wird das letzte Schwesterschiff sein, das in der Originalserie auftaucht. Der Grund, warum es in der Originalserie soviele Schwesterschiffe der Enterprise gibt, ist schlicht das knappe Budget, dass keine weiteren Raumschiffmodelle, außer dem der Enterprise zuließ. |
|||||||||||||||||||||||||||
Kleine TOS-Statstik
|
|||||||||||||||||||||||||||
|
-------------------------------- Ausdruck vom: 06. 09. 2010 Stand des Reviews: 21. 04. 2010 URL: http://www.startrek-index.de/tv/tos2_24.htm |