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TOS 1.25 Horta rettet ihre Kinder


T h e   D e v i l   i n   t h e   d a r k

Review: Matthias Weber
Statistik: Elisabeth Leidenfrost

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 3196,1
Die Enterprise fliegt zum Planeten Janus VI, auf dem sich eine Bergbaukolonie befindet. Die Kolonie versorgt fast die komplette Föderation mit Pergium, das dort sehr reichhaltig vorkommt. In letzter Zeit haben die Bergleute jedoch Probleme mit einer fremdem Kreatur, die in den unterirdischen Stollen lebt und die Bergleute tötet. Bereits 50 Männer wurden getötet. Keiner hat die Kreatur bisher gesehen. Die Enterprise soll die Kreatur an weiteren Morden hindern, notfalls indem man sie tötet.
Als die Enterprise ankommt, beamen Kirk, Spock und McCoy auf den Planeten. McCoy untersucht die Leiche eines der Getöteten. Kirk und Spock werden von Vandenberg, dem Leiter des Bergwerks, über die Geschehnisse unterrichtet. Spock findet besonders einige Siliziumknollen interessant, die die Bergleute zu Tausenden in den Stollen gefunden haben. McCoy findet heraus, dass die Kreatur offenbar eine stark ätzende Säure absondert und damit die Leute tötet. Während Kirk und sein Team noch beraten, schlägt die Kreatur wieder zu. Sie tötet eine Wache und entwendet eine Umwälzpumpe für den Reaktor. Ohne diese Pumpe kann die Kolonie nicht lange überleben und Scotty kann auch nur eine provisorische Umwälzpumpe basteln.

Der Ingenieur der Station, Ed Appel, konnte auf die Kreatur feuern und hat somit als einziger überlebt. Allerdings zeigte sein Typ 1 Phaser keinerlei Wirkung. Deswegen wird das Sicherheitskommando, unter der Leitung von Commander Giotto, mit Typ 2 Phasern ausgestattet. Spock hat den Verdacht, dass die Kreatur aus Silizium besteht. Er vermutet, dass sie sich durch Stein genauso schnell, wie durch Luft bewegen kann. Als die Sicherheitsmannschaft die Stollen durchsucht, wird einer der Sicherheitsoffiziere von der Kreatur getötet. Als Kirk und Spock eintreffen, sehen sie die Kreatur für einen kurzen Augenblick, sie können ein Stück mit den Phasern herausschneiden. Doch dann flüchtet die Kreatur, indem sie in den Fels einen Stollen hineinätzt. Das abgesprengte Stück ist aus Silizium, Spocks Theorie hat sich also bestätigt. Spock vermutet, dass die Siliziumknollen etwas mit der Kreatur zu tun haben, deswegen wird nun dort gesucht, wo am meisten der Knollen herumliegen. Kirk gibt den eindeutigen Befehl aus, die Kreatur zu töten.
Inzwischen versagt Scottys provisorische Umwälzpumpe und die Station wird bis auf das Sicherheitspersonal und einige Bergleute evakuiert. Kirk und Spock untersuchen einen Stollen, der sich nach kurzer Zeit teilt und nach einem Kilometer wieder vereint. Sie trennen sich. Jeder untersucht einen der Stollen. Kirk trifft auf seiner Seite auf sehr viele Knollen. Plötzlich stürzt die Decke des Stollens ein, doch Kirk wird nicht verletzt. Spock beeilt sich, zu Kirk zu kommen. Kurze Zeit später trifft Kirk auf die Kreatur. Entgegen seines Befehls tötet er die Kreatur nicht, da sie sich sehr friedlich verhält. Dann trifft Spock ein. Die Kreatur ätzt mit ihrer Körpersäure in einen Stein die Worte "No kill I" ein. Kirk und Spock wissen allerdings nicht, ob das heißt, dass die Kreatur niemanden mehr tötet, oder, ob sie darum bittet, nicht getötet zu werden. Das Wesen ist außerdem an der Stelle verletzt, an der Kirk und Spock es mit dem Phaser getroffen haben.
Spock nimmt per Gedankenverschmelzung Kontakt mit dem Wesen auf. Er erfährt, dass sie sehr große Schmerzen durchleiden muss. Sowohl körperliche als auch psychische. Das Wesen nennt sich Horta. Sie ist die Letzte ihrer Art. Auf dem Planeten leben normalerweise Tausende dieser Kreaturen, doch alle 5000 Jahre müssen alle sterben, bis auf eine, die für die Nachkommen sorgt. Die Siliziumknollen sind die Eier, aus denen die Nachkommen schlüpfen. Über all die Jahre haben die Kreaturen die Menschen in Ruhe gelassen, doch in den letzten Wochen haben die Bergleute viele der Knollen kaputt gemacht und damit die Nachkommenschaft der Horta gefährdet. Deswegen nahm die Horta Rache. Kirk lässt McCoy kommen, damit er der Horta helfen kann. Spock erfährt auch, wo die Umwälzpumpe ist. Kirk holt sie aus dem Versteck der Horta.
Plötzlich treffen die Bergleute ein und wollen die Horta töten, doch Kirk erklärt ihnen, was passiert ist. Man schließt ein Abkommen mit der Kreatur. Man lässt sie und ihre Nachkommen in Ruhe, dafür helfen sie den Bergleuten bei dem Abbau der Rohstoffe. McCoy hat die Horta inzwischen mit Hilfe von einigen Kilo Zement geheilt. Der Zement besteht aus Silizium und kann somit als Verband für ihre Wunde dienen.
Die Enterprise Crew kehrt auf das Schiff zurück. Vandenberg meldet sich noch einaml und kann mit Hilfe der Hortas große Erfolge beim Abbau der Rohstoffe vermelden.


Bewertung
"Horta rettet ihre Kinder" ist vielleicht die bekannteste TOS-Folge überhaupt. Sie fängt an, wie die klassische Jagd nach einem tödlichen und überlegenen Monster und wandelt sich dann in ein interessantes und mitreißendes Plädoyer für Toleranz gegenüber anderen Kreaturen, Völkern, oder allgemein gegenüber Andersartigkeit. Die Auflösung der Folge passt genau in Roddenberrys Philosophie. Nach seiner Meinung ist es immer möglich, dass auch 2 total verfeindete Parteien friedlich nebeneinander leben können, wenn sie erst die Beweggründe, Motive und Gefühle des anderen kennen. Hier geht die Lösung sogar noch über die friedliche Koexistenz hinaus. Beide Parteien profitieren vom anderen. Die Horta baut die Stollen und die Bergleute müssen nur noch die Erze einsammeln. Dafür lassen die Bergleute die Horta in Ruhe.
Die Beliebtheit der Folge ist vielleicht durch den deutlichen Kontrast zu Folge 1.01: Das Letzte seiner Art, der ersten Star Trek Folge, die über den Fernsehschirm lief, zu erklären. Die Parallelen der Story sind erstaunlich, so dass man fast glauben könnte, Gene L. Coon hätte die Handlung absichtlich so ähnlich geschrieben, um sich deutlich vom intoleranten Eindruck der ersten Folge abzugrenzen. In beiden Folgen geht es darum, dass eine fremde Kreatur mehrere Menschen getötet hat und zwar wegen ihres Selbsterhaltungstriebs. Beim Salzvampir in Folge 1.01: Das Letzte seiner Art ging es um das Salz, das die Kreatur aus dem Körper der Menschen saugte. Hier geht es darum, dass die Horta Rache für den Tod ihrer Nachkommen nimmt. Der gravierendste Unterschied ist eben, dass in 1.01: Das Letzte seiner Art der Salzvampir am Ende getötet wird und man in dieser Folge ein Abkommen mit Horta trifft.

In dieser Folge zeigt sich Spock sehr friedliebend und sehr an der Wissenschaft interessiert. Er will die Kreatur verschonen, weil ihr Tod ein Verbrechen an der Wissenschaft wäre. Sein Interesse an der Kreatur geht sogar soweit, dass er den Sicherheitsleuten den Befehl von Kirk zunächst falsch wiedergibt, um es lebend einzufangen. Gleichzeitig wird aber auch die starke Freundschaft zu Kirk betont. Als Kirk in Gefahr ist, wäre er sofort bereit gewesen, die Kreatur zu töten, um ihn zu retten.
Dass Kirk seinen Befehl, die Kreatur zu töten, letztendlich selbst nicht befolgt, macht ihn sympathisch und zeigt, dass Kirk Fehler durchaus zugeben kann.

Nach Folge 1.24: Falsche Paradiese darf Spock hier schon wieder Gefühle zeigen. Auch wenn es dieses Mal nicht seine eigenen sind, sondern nur die, die er von Horta empfängt und wiedergibt, wird es langsam doch etwas arg zum Regelfall.

"Horta rettet ihre Kinder" ist nicht nur eine ungewöhnliche Folge, sie hat auch eine ungewöhnliche Entstehung hinter sich. Es ist wohl die einzige TOS-Folge, bei der es zuerst das Kostüm gab und dann erst das Drehbuch. Janos Prohaska, der die Horta spielt und der auch sonst fast alle Monster in TOS verkörperte, hatte nämlich das Kostüm erworben und war dann zu Gene L. Coon gekommen. Coon schrieb dann innerhalb kürzester Zeit ein Drehbuch passend zum Kostüm.

Das Kostüm selbst ist einfach nur grandios. Es ist lächerlich und überzeugend zu gleich. In Fankreisen wird es oft als überdimensionale lebende Pizza bezeichnet. Besonders ulkig sind die Zotteln, die es am Rand hat. Trotz des Humorfaktors ist es eine der interessantesten außerirdischen Kreaturen, die je in TOS zu sehen war und es ist zumindest mal was anderes, als die ganzen Aliens, die man von den Menschen gar nicht unterscheiden kann. Zusammen mit den gelungenen Höhlenkulissen ergibt dies die für TOS ungewöhnlich hohe Punktzahl von 6 Punkten für die Effekte.

Die Folge wurde im Laufe der Jahre zu einem einzigartigen Symbol für die Toleranz im Star Trek Universum. Keine andere Folge wurde so stark zu einem Sinnbild für die Werte, die hinter Star Trek stehen.

An dieser Folge ist auch gut zu erkennen, wie sich die erste Staffel gesteigert hat. Nach den Folgen 1.22, 1.23 und 1.24 ist dies nun schon die vierte Folge hintereinander, die sich auf höchstem Niveau abspielt. Und noch ist diese Positiv-Serie nicht zu Ende.

In dieser Folge gibt es bei den Gastdarstellern ausnahmsweise keine bekannten Charaktere, wie beispielsweise Lieuteant Leslie, oder andere Nebenpersonen.
Das Drehbuch stammt wie so viele am Ende der ersten Staffel von Stammautor und Produzent Gene L. Coon.
Die solide Regie kommt wieder einmal von Stammregisseur Joseph Pevney.

Die deutsche, von Sat.1 hergestellte Version enthält alle Originalszenen und ist ansonsten akzeptabel. Sie leidet aber unter einem Titel, der schon alles vorweg verrät, was man eigentlich erst am Ende erfahren sollte. Außerdem wurde am Ende Silizium fälschlicherweise mit Silikon gleichgesetzt, denn McCoy sagt, der Zement würde aus Silikon bestehen.
Chefingenieur Vandenberg wurde im Original mit Chief angesprochen. Interessanterweise wurde das einfach mit Chef übersetzt, was manchmal leicht komisch klingt.
Für die DVD-Version wurde lediglich ein Satz von Kirk ganz am Ende hinzugefügt, der bei Sat.1 zusammen mit der Einblendung der Produzenten wegfiel. Kirk gibt hier auch lediglich die Geschwindigkeit von Warp 2 an.

Mit der spannenden Umsetzung, der schönen Aussage, die dahinter steckt und der kultigen Horta ist die Folge bis heute eine meiner Lieblingsfolgen und macht, meiner Meinung nach, wie keine andere Folge deutlich, wieso Star Trek zum Kult wurde. Einfach nur sehr gut.
Spannung: 6 SFX: 6 Handlung: 6 Gesamt: 6
Zusammenhänge
Barry Russo, hier als Commander Giotto zu sehen, spielt in Folge 2.24: Computer M5 Commodore Robert Wesley.

Janos Prohaska, der Darsteller der Horta, taucht in Folge 2.19: Der erste Krieg als Mugato und in 3.22: Seit es Menschen gibt als Yarnek noch einaml auf.

Dick Dial spielt auch Kaplan in Folge 2.05: Die Stunde der Erkenntnis.
Kleine TOS-Statstik
1. zerrissene Shirts von Kirk: 0
Kirks Shirt bleibt in tadellosem Zustand.
2. Anwendungen von Spocks Nackengriff: 0
Selbst Horta bleibt unbeeindruckt.
3. Spocks "Faszinierend": 0 mal
Spock fasziniert hier nichts.
4a. Spocks "logisch": 3 mal
Spock findet die Siliziumknollen wissenschaftlich faszinierend.
Es ist faszinierend, dass Ed Appel der Kreatur entkommen konnte.
Außerdem findet er es faszinierend, dass sich die Horta nicht gerührt hat, als Spock zu Kirk hinzugekommen ist.
4b. Spocks "unlogisch": 0 mal
Spock findet hier überhaupt nichts unlogisch.
5. McCoys: "Ich bin Arzt und kein...": 0 mal
McCoy darf seinen berühmten Satz nicht sagen.
6. McCoys: "Er ist tot, Jim." und Variationen: 1 mal
"Ich bin Arzt und kein Maurer."
7. tote Rothemden: 0
Kein Kommentar von McCoy diesmal.
8. hysterisch kreischende Frauen: 1
Ein Rothemd wird von Horta getötet.

Außerdem:
Es sterben noch 2 Mitglieder der Bergwerks-Sicherheitswache.
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Ausdruck vom: 08. 02. 2012
Stand des Reviews: 21. 04. 2010
URL: http://www.startrek-index.de/tv/tos1_25.htm