TOS 3.10 Platons StiefkinderP l a t o ' s S t e p c h i l d r e nReview: Matthias Weber |
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Episodenbeschreibung
Sternzeit: 5784,0Die Enterprise folgt einem Notruf zu einem unbekannten Planeten. Kirk, Spock und McCoy beamen auf die Oberfläche. Dort werden sie von dem kleinwüchsigen Alexander empfangen, der ihnen erklärt, dass dies der Planet Platonius ist. Hier wohnen die Überlebenden der Platonier, die hier her flüchteten als ihre Sonne zur Nova wurde. Dies war vor vielen Jahren und auf ihrer Reise durchs All trafen die Platonier auch auf die Erde, zur Zeit des antiken Griechenland. Der Anführer der Platonier war von Platons Ideen sehr angetan und hat daraufhin ihre neue Kultur darauf aufgebaut. Auch heute leben die Platonier noch wie in der Antike. Alexander führt das Außenteam zum Anführer Parmen und dessen Frau Philana. Parmen hat sich einen Kratzer und daraufhin eine sehr schlimme Infektion zugezogen. McCoy behandelt Parmen und muss dabei feststellen, dass die Platonier über telekinetische Fähigkeiten verfügen. Philana erklärt Kirk und Spock inzwischen, dass die platonische Gesellschaft nur aus 38 Leuten besteht und perfekt aufeinander abgestimmt ist. Da keiner etwas arbeitet und alle sich sehr wenig bewegen, hat die Widerstandskraft aller sehr nachgelassen und ein kleiner Kratzer kann böse Folgen haben. Ansonsten altern die Platonier aber nicht und leben ewig. Einzig Alexander scheint keine telekinetischen Fähigkeiten zu besitzen und wird von den anderen Platoniern als Diener angesehen und von ihnen schikaniert. Parmen fällt inzwischen ins Delirium und durch seine Fähigkeiten zertrümmert er dabei das halbe Mobiliar. Auch die Enterprise spürt die Auswirkungen. Sie wird kräftig durchgeschüttelt. McCoy kann Parmen schließlich betäuben. Das Außenteam bleibt noch eine Weile auf dem Planeten, weil McCoy Parmen weiter beobachten will. Alexander führt die Drei zu ihren Quartieren und Alexander ist überrascht, dass das Außenteam so nett zu ihm ist. Von den anderen wird er nur herumgeschubst und verspottet. Scotty kann inzwischen berichten, dass der Sturm nach Parmens Betäubung zwar aufgehört hat, doch die Enterprise kann den Orbit nicht verlassen, alle Instrumente sind eingefroren. Kirk stellt Parmen zur Rede, doch dieser entpuppt sich als sehr unfreundlicher Zeitgenosse und zwingt Kirk dazu, sich selbst zu ohrfeigen. Später lässt Parmen das ganze Außenteam zu sich kommen und überreicht jedem ein Geschenk von großem Wert. Er ist nun freundlicher, doch als McCoy Parmens Bitte ablehnt, auf dem Planeten zu bleiben, um für künftige medizinische Zwischenfälle gewappnet zu sein, wird er wieder unfreundlich und zwingt Kirk und Spock zu sadistischen Spielen. Als McCoy dies sieht, ist er bereit auf dem Planeten zu bleiben, wenn Kirk und Spock dafür auf die Enterprise zurückkehren können. Kirk ist jedoch gegen diesen Plan, da Parmen die Enterprise vernichten würde. Parmen weiß genau, dass die Sternenflotte ihn nie mit einer Entführung eines Offiziers durchkommen lassen würde. McCoy stellt inzwischen fest, dass die telekinetischen Fähigkeiten der Platonier keinesfalls schon immer da waren. Sie entwickelten diese Fähigkeiten erst, als sie die Nahrung dieses Planeten und damit einen besonderen Stoff zu sich nahmen, der diese Veränderung verursachte. Alexander kann diesen Stoff nicht verarbeiten, da er eine Stoffwechselstörung hat. McCoy injiziert Alexander und dem Außenteam das Mittel und alle vier müssten bald die gleichen Fähigkeiten wie Parmen entwickeln. Plötzlich beamen Uhura und Chapel herunter. Sie werden zusammen mit Kirk und Spock von Parmen dazu gezwungen ein Schauspiel aufzuführen. Dabei müssen sich Kirk und Uhura und Spock und Chapel küssen. Danach misshandeln die beiden Männer die Frauen. Doch Kirk entwickelt langsam auch telekinetische Fähigkeiten und wehrt sich gegen Parmen. Da geht Alexander auf Parmen mit einem Messer los, doch dieser schickt ihn mit Hilfe seiner Kräfte auf Kirk los. Kirk schickt ihn jedoch wieder zurück und Alexaner setzt Parmen das Messer auf die Brust. Dieser gibt sich geschlagen. Kirk warnt Parmen davor, noch einmal ein Raumschiff in einen Hinterhalt zu locken. Die Sternenflotte ist nun gewarnt. Das Außenteam kehrt mitsamt Alexander auf die Enterprise zurück. Bewertung "Platons Stiefkinder" ist mal wieder so eine Folge, an der sich die Geister scheiden. Einige finden die Folge recht gelungen. Diese Fraktion findet vor allem die Szenen toll, in denen Kirk und Spock von den Platoniern dazu gezwungen werden, zu tanzen, zu singen und ein Schauspiel aufzuführen. Die weitaus größere Fraktion findet die Folge jedoch eher misslungen. Auch wenn es durchaus positive Ansätze gibt, neige ich eher dazu, mich der zweiten Gruppe anzuschließen. Das liegt vor allem daran, dass die Folge langatmig ist und ein inzwischen schon recht ausgelutschtes Thema noch einmal behandelt, ihm jedoch nichts Neues mehr abgewinnen kann. Auch wenn die Grundprämisse nicht schon in anderen Folgen zu Genüge verarbeitet worden wäre, wäre die Präsentation des Ganzen immer noch unheimlich langweilig. Doch zusätzlich dazu, baut die Folge auf einer der am häufigsten in der Originalserie benutzten Ideen auf und als Zuschauer bekommt man schon bald das Gefühl, das Ganze schon mal gesehen zu haben, und vor llem schon mal in deutlich besserer Ausführung. Es geht mal wieder um einige übermächtige Wesen, die etwas bestimmtes von der Enterprise Crew wollen. Die Crew der Enterprise muss also um das Überleben bzw. um ihre Freiheit kämpfen und sie können die übermächtigen Wesen, hier die Platonier, letztendlich überwältigen. Man hat es hier also im Grunde mit der x-ten Ausführung ein und desselben Themas zu tun, wobei natürlich jeder neue Aufguss einige Variationen aufweisen kann, zum Beispiel handelt es sich bei den Kräften der Platonier um telekinetische Fähigkeiten, während beispielsweise Apoll aus 2.02: Der Tempel des Apoll seine Kräfte aus einer verborgenen Energiequelle gewonnen hatte. Letztendlich handelt es sich jedoch trotzdem um das gleiche Thema und diese kleinen Veränderungen reichen nicht, um dem Thema nochmal neue Aspekte abzugewinnen. Wie ebenfalls schon in zahlreichen Folgen zuvor wird erneut die Aussage gepredigt, dass zuviel Macht korrumpiert. Offenbar wimmelt es in der Galaxie von übermächtigen Wesen, die jedoch nicht wissen, wie sie mit ihren Kräften umzugehen haben und die deswegen von Kirk erzogen werden müssen. Charlie aus 1.02: Der Fall Charlie wollte erreichen, dass alle ihn mögen. Was ihm nicht in den Kram gepasst hat, hat er mit Hilfe seiner Kräfte aus dem Weg geräumt. Trelane aus 1.17: Tödliche Spiele auf Gothos ist letztendlich ein kleines Kind und hat überhaupt keine Ahnung, wie er mit seinen Kräften umzugehen hat. Er hält die Crew der Enterprise fest und möchte Kirk sogar töten. Apoll aus 2.02: Der Tempel des Apoll lässt sich mit Hilfe seiner Kräfte anbeten. In dieses Schema passen auch die Platonier. Sie sind unheimlich von sich selbst überzeugt und wenn irgendetwas nicht nach ihren Plänen funktioniert, dann setzen sie ihre Kräfte ein, um ihr Ziel zu erreichen. Sie leben seit 2600 Jahren mit dieser unvorstellbaren Macht, sie müssen nichts arbeiten und kommandieren deswegen Alexander aus Langeweile herum. Als die Enterprise zu Besuch kommt, ist Parmen neidisch auf die Crew, die eine Aufgabe, ein Ziel vor Augen hat. Die Platonier haben dagegen eine Gesellschaft entworfen, die stagniert, sich nicht weiter entwickelt (hier wird eine weitere Hauptaussage der Serie wiederholt, nämlich dass der Mensch in einer solchen Welt nicht leben könnte). Parmen reagiert darauf, indem er der Enterprise Crew seine Macht demonstriert. Die Folge zeigt, dass große Macht auch die Verantwortung mit sich bringen sollte, mit dieser Macht sinnvoll umzugehen, leider ist dem meistens nicht so und die große Macht wird sehr oft missbraucht. Die Demütigungen, die Parmen der Enterprise Crew antut, verfehlen leider ihre Wirkung. Beabsichtigt war wohl, dass sich beim Zuschauer, aufgrund der Grausamkeiten Parmens, ein unbehagliches Gefühl einstellt, doch das Ganze wirkt eher lächerlich. Leider haben wir auch schon von Seiten der Darsteller weit bessere Darbietungen gesehen. Der interessanteste Aspekt ist die von Kirk, gegenüber Alexander, gepredigte Toleranz innerhalb der Föderation. Kirk versichert Alexander, dass weder die Größe, noch die Hautfarbe in der Föderationsgesellschaft eine Rolle spielt (damit spricht sich Star Trek zum ersten Mal ganz offen gegen die Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe aus). Die Föderation akzeptiert nicht nur die Andersartigkeit, sie lebt sogar von den Unterschieden ihrer verschiedenen Mitglieder. Dazu passt dann auch der Kuss zwischen Kirk und Uhura. Dieser Kuss ist ein Thema für sich allein. Es handelte sich dabei um den allerersten Kuss zwischen einem Weißen und einer Farbigen im amerikanischen TV. Um die Kuss-Problematik gibt es bis heute viele Gerüchte und mindestens so viele verschiedene Geschichten, wie Beteiligte an der Produktion der Folge. Zum Beispiel soll William Shatner selbst dafür gewesen sein, die ursprünglich zwischen Spock und Uhura geplante Kuss-Szene auf Kirk umzuschreiben, weil er erkannte, welche Signalwirkung diese Szene haben könnte. Angeblich soll die Szene zunächst auch niemand als irgendwie anstößig empfunden haben. Erst Regisseur David Alexander soll kurz vor den Dreharbeiten bemerkt haben, um was für einen Kuss es sich dabei handelt. Er soll dann die Studiobosse von Paramount informiert haben, die daraufhin kalte Füße bekamen und die Produktion der Folge überwachten. Es gibt auch das Gerücht, dass die Szene in 2 Versionen gedreht wurde, eine mit dem Kuss, und eine ohne den Kuss. Das war offenbar ein Angebot von Roddenberry an die Studiobosse, um diese zu beruhigen. Man wollte sich hinterher entscheiden welche Szene man in die endgültige Fassung nimmt. Die Szene wurde am Ende eines Drehtages aufgenommen und William Shatner soll in der Version ohne Kuss absichtlich eine dermaßen schlechte Darbietung gegeben haben, dass man sie unmöglich in die fertige Folge nehmen konnte. Da der Drehtag zu Ende war und man aufgrund des knappen Budgets nicht überziehen durfte, konnte die Szene auch nicht noch einmal gedreht werden, also musste man die Version mit dem Kuss in die Folge nehmen. Es gibt noch etliche weitere Gerüchte, von denen sich kaum 2 Stück miteinander verinbaren lassen, ohne dass es zu Widersprüchen kommt. Aus heutiger Sicht ist es unheimlich schwer Wahrheit von Dichtung zu trennen. Man kann unmöglich sagen, welche Berichte nun tatsächlich stimmen und welche Gerüchte von manchen Personen nur in die Welt gesetzt wurden, um sich selbst in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Der Kuss zwischen Kirk und Uhura gehörte auch zu Fred Freibergers Vorhaben mit experimentellen neuen Dingen die Serie ins Rampenlicht zu stellen und damit Zuschauer für die Serie zu gewinnen (ein Vorhaben, welches letztendlich völlig ohne Erfolg blieb, da die Quoten immer gleich schlecht blieben, egal was Freiberger an Experimenten startete). Letztendlich hat dann jedoch wohl doch der Mut gefehlt etwas wirklich gewagtes zu machen und so mussten Kirk und Uhura von Parmen zu diesem Kuss gezwungen werden. Der Kuss hätte sicher eine viel größere Signalwirkung gehabt, wenn die beiden sich freiwillig geküsst hätten, bzw. wenn eine von Kirks zahlreichen Liebschaften mal eine Farbige gewesen wäre. Hier hätte man durchaus mehr Mut zum Unbekannten haben können. Der TV-Kuss zwischen den beiden ging dann auch entsprechend völlig unter und es gab weit weniger Reaktionen, als erwartet. Einige Südstaaten-Sender schnitten die Szene, doch so richtig zu interessieren schien sich niemand dafür. In Großbritannien wurde die Folge wegen der enthaltenen "Gewalt", die Kirk und Spock von Parmen angetan wird, auf die schwarze Liste gesetzt. Einige Leute werfen der Serie aufgrund der Kuss-Szene sogar Rassismus vor, da sich Kirk und Uhura ganz entschieden gegen den Kuss wehren. Dies ist jedoch ein unsinniger Vorwurf, denn Kirk und Uhura haben sich deswegen so vehement gegen den Kuss gewehrt, da sie schließlich befreundet sind, und es ihnen einfach peinlich ist, in aller Öffentlichkeit gedemütigt zu werden, indem man sie zu diesem Kuss zwingt. Jedem von uns wäre es genauso unangenehm, wenn man uns plötzlich in aller Öffentlichkeit dazu zwingen würde, unseren besten Freund / unsere beste Freundin zu küssen. Dieses Unbehagen der beiden wird jedoch in der Episode unmissverständlich herausgearbeitet, so dass es recht albern ist, der Serie hier Rassismus zu unterstellen. Selbst Schwester Chapel, die ja offenkundig starke Empfindungen für Spock hat, ist es unangenehm ihn zu küssen, obwohl dies sicher einer ihrer intimsten Wünsche ist, doch sie hätte sich natürlich gewünscht, dass es freiwillig passiert. Dies wäre ein interessanter Ansatzpunkt für eine Nebenhandlung gewesen. Da Schwester Chapel insgeheim Gefühle für Spock hegt und Parmen ausgerechnet diese beiden sich küssen lässt, könnte man vermuten, dass er die Gedanken von Chapel gelesen hat. Heißt das dann aber auch, dass Uhura insgeheim Gefühle für den Captain hat? Hier hätte man sich als Zuschauer gewünscht, dass auf dieses Thema etwas näher eingegangen wird, anstatt dass man sich mit der langweiligen Haupthandlung herumschlägt. Erneut hat Christine Chapel in dieser Folge einen Auftritt. Die Folge stellt den einzigen Beitrag von Autor Meyer Dolinski dar. Er arbeitete später für die Science Fiction Serie "Outer Limits". Regisseur David Alexander inszenierte außerdem noch 3.20: Die Reise nach Eden. Die deutsche Version wurde von Sat.1 erstellt und enthält alle Originalszenen. Auch wenn man bei den mitunter recht albernen Dialogen Veränderungen der Synchronisation vermuten könnte, ist die Folge sehr gut übersetzt worden. Der deutsche Titel gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Manche behaupten, dass Plato und nicht Platon die korrekte Übersetzung ist. Da der Duden jedoch beide Versionen enthält, wären beide Übersetzungen in Ordnung. Da die Folge aber unter dem Titel "Platons Stiefkinder" übersetzt wurde, ist dies auch der korrekte Titel der Folge. Die deutsche Videoversion führt die Folge also fälschlicherweise unter dem Titel "Platos Stiefkinder". Für die DVD wurde die Sat.1-Version ohne Veränderungen übernommen. Alles in allem handelt es sich um eine sehr schwache Folge und so nett der Versuch war, mit dem Kuss zwischen Kirk und Uhura etwas Neues auszuprobieren, so enttäuschend war das Resultat letztendlich. |
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Zusammenhänge Majel Barrett ist dieses Mal zum 19. Mal als Christine Chapel dabei. Ihr letzter Auftritt war in 3.09: Das Spinnennetz. Das nächste Mal wird sie in 3.11: Was summt denn da? mitspielen. Barbara Babcock hat in dieser Folge ihren letzten Auftritt in der Originalserie. Sie lieh Trelanes Mutter in 1.17: Tödliche Spiele auf Gothos und den Tholianern in 3.09: Das Spinnennetz ihre Stimme. Außerdem war sie als Mea 3 in 1.23: Krieg der Computer und als Isis in 2.26: Ein Planet, genannt Erde zu sehen. |
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Kleine TOS-Statstik
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-------------------------------- Ausdruck vom: 08. 02. 2012 Stand des Reviews: 21. 04. 2010 URL: http://www.startrek-index.de/tv/tos3_10.htm |