Deutscher StarTrek-Index  
    5.17 Das Generationenschiff  
  T h e   D i s e a s e     
 

von Malte Kirchner

 
 
 

Episodenbeschreibung

Am Anfang der Episode sieht man ein kabinenartig zusammengesetztes, langes Schiff. Nach einer Blende in eine der Kabinen sieht man wie Harry Kim und eine der Bewohnerinnen dieses Wohnschiffes sich vergnügen, wobei dieses mental geschieht.

Währenddessen befindet sich Janeway auf der Brücke des Varroschiffes. Sie bemerkt, dass die Varro nur sehr ungerne die Hilfe Fremder bei der Reparatur ihres Warpantriebs annehmen und versucht einen der Varro davon zu überzeugen, dass sie und die Voyager grosse Ähnlichkeit besitzen würden. Das Varro-Schiff startete ganz klein und wurde nach und nach modulartig zu einem grossen Schiff ergänzt. Dementsprechend verfügt es inzwischen auch über eine eigene Kultur.

Harry und Tal gehen inzwischen wieder getrennter Wege. Da Janeway jeglichen Kontakt mit den Varro verboten hat, versuchen beide ihr Verhältnis geheimzuhalten, obgleich Tal das nicht verstehen will. Zurück auf der Varro-Brücke stellt man fest, dass die ganze Hülle von Mikrofrakturen durchsetzt ist. Janeway will vor dem Start des Warpantriebs eine Analyse der Ursache haben.

Auf der Voyager nimmt Harry dann wieder Kontakt mit Tal auf. Doch schon bald spürt Tuvok die Verbindung auf und verfolgt sie zurück. Paris kann sie im letzten Moment unterbrechen, so dass Tuvok sie nicht weiter zurückverfolgen kann. Als Harry später dann mit Seven zusammen in der Astrometrie plötzlich zusammenbricht, taucht wieder das Glühen der ersten Verbindung mit Tal auf. Seven sendet ihn daraufhin zur Krankenstation.

Auf der Krankenstation stellen der Holodoc und Seven fest, dass Harrys synaptische Aktivitäten verändert sind. Der Holodoc vermutet einen Virus, doch Harry erläutert ihm, nachdem er sich überwunden hat, dass er sexuellen Kontakt zu Tal hatte. Das von ihm erwartete Verständnis bleibt jedoch aus und der Holodoc verweist ihn an Janeway, die sich sehr enttäuscht zeigt, dass Harry ihre Befehle missachtet hat. Zurück auf dem Varro-Schiff teilt Harry Tal selber mit, dass Janeway ihn zur Beendigung der Beziehung aufgefordert habe, doch verfällt wieder seiner Liebe zu ihr.

Neelix und Tuvok sind derweil seltsamen Energieumleitungen auf der Spur. Bereits kurze Zeit später finden sie einen der Varro vor, der anscheinend aus dem Varro-Schiff flüchten wollte. In der Befragung gibt er an, dass er überall hinwolle, aber nur weg vom Schiff, das beileibe nicht das Paradies sei, wie es die Verwalter darstellen würden. Und es gäbe noch Hunderte, die weg wollen. Näheres gibt er jedoch nicht an, weshalb Chakotay beschliesst, ihn zurückzuschicken.

Mittlerweile hat man auch die Ursache für die Mikrofrakturen auf der Hülle gefunden. Anscheinend scheinen sie auch von der Bewegung auszugehen, um das Schiff zu trennen, da sie synthetisch hergestellt sind. Harry wird beauftragt, mit einem Shuttle bei der Entfernung mitzuhelfen. Doch statt seine Pflicht auszuüben, beamt er Tal an Bord des Shuttles. Dies bleibt jedoch nicht unentdeckt, da Tuvok mit dem Deltaflyer auf der Suche nach Tal war, die nun als Anführerin der Bewegung gesucht wird.

Auf der Voyager angekommen, erklärt sie den Einsatz der Mikrofrakturen damit, dass man das Schiff trennen wollte, um in eigene Richtungen zu fliegen. Janeway unterstellt derweil Harry, dass er nicht mehr vollkommen zurechnungsfähig sei.

Kurze Zeit später gelingt es Tal - zurück auf dem Varro-Schiff - dann doch, das Schiff zu zersplitten. Die Varro-Module fliegen fortan in alle Richtungen, einige in Gruppen, andere alleine. Der Voyager gelingt es in letzter Minute sich abzudocken, um nicht beschädigt zu werden.

Zuletzt auf der Voyager will der Doc Harry schliesslich von seiner physischen Abhängigkeit zu Tal befreien, doch Harry will diese Phase ohne Medikamente durchstehen - mit Genehmigung von Janeway.

Bewertung

The Disease, wörtlich übersetzt die Krankheit - in zweierlei Hinsicht.

Da wäre zunächst Harrys Liebe zu Tal, die nicht nur psychisch, sondern auch physisch von Abhängigkeit geprägt ist. Dass Seven Liebe als Krankheit charakterisiert, ist daher auf Harrys Fall vollkommen zutreffend. Aber auch ohne die physische Abhängigkeit wäre die zentrale Fragestellung nicht minder bewegend gewesen. Wieweit dürfen Regulierungen gehen oder vielmehr noch: Inwieweit können sie überhaupt eingehalten werden?

Trotz der Tatsache, dass die Autoren durch Harrys Beschwerden und die Auflösung, dass Tal in eine Widerstandsbewegung involviert war, den Eindruck vermitteln wollen, dass das, was er da getan hat, wirklich falsch war, bleibt doch die Überlegung, ob es nicht doch zumindestens nachvollziehbar ist. Zu recht stellt Chakotay an Janeway die Frage, ob es ihr in erster Linie um die Sache selber ginge oder vielmehr darum, dass man ihre Befehle mißachtet hat - egal welche. Dass Janeway darauf empfindlich reagiert, ist ja inzwischen nichts neues.

Die andere Krankheit sind weniger die Parasiten, die die Hülle auffressen, als vielmehr die kränkelnde Atmosphäre auf diesem scheinbar so glücklichen Kollektiv-Schiff. Hier wird ziemlich klar: Die Rechte des Individuums werden dem Kollektiv untergeordnet - Parallelen zu heutigen Religionsformen sind anscheinend erwünscht.

Und damit ergibt sich auch der Faden, der sowohl Harrys Problem mit den Bestimmungen als auch die aus dem Kollektiv herausbrechende Widerstandsbewegung zusammenfasst: Bei beiden stellt sich die Frage, inwieweit die individuelle Selbstbestimmung gehen sollte. Darf Harry das Kollektiv, also die Voyager-Besatzung zugunsten einer Liason mit Tal gefährden? Und sollten Teile des Varro-Schiffes über sich selbst bestimmen können, obwohl das Kollektiv ihnen mehr Schutz einräumt und die Mehrheit es weiterhin wünscht?

Es wird klar, dass die Antworten, die darauf gegeben werden, nicht unbedingt die einzig wahren sind. Ganz im Gegenteil: Es spricht vielfach genauso viel dafür wie dagegen. Gleichermaßen wird aber klar, dass eine Gesellschaft kaum überlebensfähig ist, wenn sie sich nicht einfach für eine der Antworten entscheidet. Dass diese auch falsch sein kann, zeigt die Form auf, die das Varro-Schiff eingenommen hat. Hier wird klar, dass eine Festlegung auf bestimmte Antworten dennoch änderbar bleiben sollte, auch wenn es keine Mehrheit dafür gibt. In der Tat ein sehr komplexes Problem, das sich am Ende der Episode nicht auf ein banales Prinzip festlegt, sondern alle Optionen aufzeigt.

Insgesamt damit eine handlungsseitig sehr gute Episode. Auch der Spannungsbogen ist gross, da anfänglich die Mikrofrakturen der Hülle noch keinen Anlass für Überlegungen geben. Erst der Flüchtende und die langsam immer mehr werdenen Details lassen durchblicken, dass das Varro-Schiff tatsächlich nicht so perfekt ist, wie es am Anfang der Episode noch scheint. Abgerundet wird dies durch die gut zu bewertenden Special Effects, da das Varro-Schiff sehr detailliert dargestellt wurde. Insgesamt eine sehr gute Episode.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Nicht berücksichtigt.

 
 
 
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  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  24. Februar 1999
  
 Erstausstrahlung D:
  22. Juli 2000
  
 Regie:
  David Livingston
  
 Buch:
  Kenneth Biller
  
 Gaststars:
  Musetta Vander
  Charles Rocket

  


  zuletzt geändert:
  2002-04-21, 12:03
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