DSi

ENT 2.9 Eigenarten


Singularity

von Yann-Patrick Schlame

Episodenbeschreibung

14. August 2152
Die Enterprise fliegt nah an einem schwarzen Loch vorbei. An Bord ist fast die gesamte Besatzung bewusstlos. Auf der Brücke sitzen und liegen die Crewmitglieder reglos herum, außerdem fehlt der Stuhl des Captains. Auf der Krankenstation ist der bewusstlose Travis auf eine Liege gefesselt, der Doktor liegt daneben auf dem Boden.
Nur T'Pol ist noch bei Bewusstsein. In einem Logbucheintrag erläutert sie, dass die Enterprise auf ein trinäres System zufliegt und dass sie einen Hilferuf ausgesendet hat. Da das nächste vulkanische Schiff mehr als neun Tage entfernt ist, bezweifelt T'Pol, dass man mehr als Trümmer von der Enterprise finden wird. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Enterprise es in einem Stück am schwarzen Loch vorbeischaffen sollte, dürfte die Crew wohl trotzdem nicht überleben.

T'Pol führt eine Analyse durch, um herauszufinden, was mit der Crew passiert ist. Sie schätzt allerdings ihre Erfolgsaussichten als gering ein und vermutet, dass der Effekt nicht umkehrbar ist. In erster Linie will sie für die Sternenflotte dokumentieren, was sich gerade an Bord zuträgt. Die Symptome begannen, als die Enterprise zwei Tage zuvor Kurs auf das trinäre System setzte...

Zwei Tage zuvor:

T'Pol macht den Captain auf ein schwarzes Loch der Klasse 4 aufmerksam, das nicht allzu weit entfernt ist. Zwar haben die Vulkanier bereits über 2.000 solcher schwarzen Löcher untersucht, aber noch keines, das in einem trinären System liegt. Den Warpantrieb kann man in der Nähe eines schwarzen Loches nicht benutzen, aber mit Impulsantrieb sollte die Enterprise bis auf fünf Millionen Kilometer heranfliegen können. In zwei Tagen könnte man vor Ort sein, also lässt Archer Kurs setzen.
Nebenbei macht er Trip auf ein kleines Problem aufmerksam: Sein Stuhl auf der Brücke ist etwas unbequem, deshalb bittet er Trip, sich den Stuhl einmal anzuschauen.

Später feilt Archer am Vorwort für ein Buch, das sich um seinen Vater Henry dreht, als T'Pol mit dem aktuellen Dienstplan hereinkommt. Malcolm möchte ein neues Sicherheitsprotokoll einführen, der Küchenchef hat sich eine leichte Viruserkrankung eingefangen und Hoshi bietet an, für den Küchenchef einzuspringen. Archer ist einverstanden, dass Hoshi vorläufig die Kombüse übernimmt und will sich später mit Malcolm unterhalten. Fürs Erste bittet er T'Pol um Rat, wie er das Leben seines Vaters auf nur einer Seite zusammenfassen soll und fragt T'Pol, wohl nur halb im Scherz, ob sie nicht lieber das Vorwort schreiben will. T'Pol lehnt ab, weil sie dafür kaum hinreichend qualifiziert sei, gibt dem Captain aber zumindest einen guten Ratschlag.

In der Kombüse erfährt Hoshi, dass der Küchenchef eigentlich Hühnchen mit Kartoffeln und minaranischem Spinat von Risa geplant hatte, aber dieses Rezept will sie ihn nach seiner Genesung lieber selbst kochen lassen. Ihr schwebt stattdessen Oden vor, eine Spezialität ihrer Großmutter, die das Rezept in der Familie weitergegeben hat. Vom Protein-Resequenzer hält sie nichts, die Zubereitung will sie komplett selbst übernehmen.

Auf der Krankenstation bittet Travis den Doktor um ein Mittel gegen leichte Kopfschmerzen, an denen er seit einigen Tagen immer mal wieder leidet. Phlox will aber lieber die Ursache der Kopfschmerzen ergründen und behält Travis erst einmal da. Der Steuermann protestiert, denn eigentlich soll er ein Upgrade der Navigations-Sensoren durchführen, aber als Phlox einen möglichen Zusammenhang zwischen den Kopfschmerzen und den Implantaten herstellt, die Travis vor Kurzem auf der Reparaturstation bekommen hatte, stimmt er dem Arzt zu. Phlox muntert Travis auf, dass es bestimmt nichts Schlimmes sei, erwähnt aber gleich im Anschluss, dass beispielsweise die Terrellianische Pest mit eben solchen Symptomen beginnt...

Trip werkelt auf der Brücke lautstark am Stuhl des Captains herum, sehr zu T'Pols Missfallen. Er meint, diese Arbeit wäre jetzt wichtig und er könnte sie nicht unterbrechen. Außerdem mokiert er sich über T'Pol, rühmten sich die Vulkanier doch ihrer Disziplin und Willensstärke. T'Pol stimmt ihm zwar zu - aber Vulkanier hätten eben auch ein sehr feines Gehör. Sie überlässt Trip die Brücke und zieht sich mit ihrer Arbeit in ihr Quartier zurück.

In der Waffenkammer spricht der Captain mit Malcolm über das neue Sicherheitsprotokoll. Malcolm meint, dass die Reaktion der Crew auf Bedrohungen schon ziemlich vorbildlich ist, aber gerade bei den Reaktionszeiten könnte man noch deutlich besser werden. Konkret nennt er den letzten Angriff der Suliban und eine Begegnung mit den Mazariten als Beispiele, bei denen die Enterprise überrascht wurde. Ihm schwebt ein schiffsweiter Alarm vor. Archer ist nicht grundsätzlich abgeneigt und bittet Malcolm, das Thema zunächst mit den anderen Führungsoffizieren zu besprechen. Außerdem findet er, der Begriff "Kampfstationen" klingt zu sehr nach einem Kriegsschiff, da sollte sich Malcolm etwas weniger aggressives überlegen.

In der Messe überzeugt sich Hoshi, dass das Oden allen schmeckt. Malcolm und Trip sind ins Gespräch vertieft, aber eigentlich reden beide nur über das eine Thema, das sie gerade am meisten interessiert: Malcolm sucht nach einem neuen Begriff für das Sicherheitsprotokoll, so etwas wie "Alarmstufe Rot", und Trip macht sich stattdessen Gedanken um den Stuhl des Captains - ob ein Tassenhalter eine gute Idee wäre? Immerhin geht er auf Malcolms Frage ein und schlägt "Reed Alarm" vor.
Hoshi bemerkt, dass Malcolm gar nichts gegessen hat und will ihm schon eine neue Schale holen. Malcolm meint, er hätte einfach keinen Hunger, aber vielleicht war die Suppe auch ein klein wenig zu salzig.

Phlox hat Travis untersucht und bisher nichts gefunden. Und genau das findet er hochgradig verdächtig, deshalb will er Travis über Nacht auf der Krankenstation behalten und einen vollen molekularen Scan durchführen.

Archer feilt noch immer am Vorwort. Er erinnert sich, wie sein Vater ihn einmal zur Warp-5-Anlage nahe Bozeman, Montana, mitnahm, als er acht Jahre alt war. Dort traf er auf Wissenschaftler wie Tasaki und Cochrane, deren Bedeutung er damals noch nicht einschätzen konnte.
Porthos gibt bellend zu verstehen, dass es nun aber wirklich an der Zeit für die nächste Fütterung ist, aber Archer blafft seinen Hund nur an, er solle sich noch eine Minute gedulden. Dann diktiert er weiter das Vorwort, kann sich aber nicht richtig konzentrieren und lässt den Computer schließlich alles löschen. Porthos geht nach wie vor leer aus.

T'Pol hat Trip in ihr Quartier gebeten. Das trinäre System sendet eine ungewöhnliche Strahlung aus, die sie gerne untersuchen möchte. Dazu soll Trip ihr ein Sensor-Interface installieren. Trip hält das für einen schlechten Scherz und erklärt T'Pol lautstark, dass der Sessel des Captains nun wirklich wichtiger ist als irgendeine Strahlung.

Travis musste tatsächlich die ganze Nacht auf der Krankenstation zubringen und kam gar nicht zum Schlafen. Nun hat er endgültig die Nase voll und will endlich das Upgrade durchführen. Phlox sieht die Sache ganz anders und möchte eine zerebrale Mikrosektion bei Travis durchführen. Immerhin hat ein kortikaler Scan erhöhte Werte von Serotonin und Neuro-Transmittern festgestellt. Travis ist davon wenig beeindruckt, sorgt sich viel mehr, dass er vors Kriegsgericht gestellt werden könnte, wenn er seine Arbeit nicht erledigt.
Phlox scheint klein beizugeben und bietet Travis an, ihm ein Mittel gegen Kopfschmerzen zu verabreichen - genau das wollte Travis ja auch die ganze Zeit nur haben. Tatsächlich gibt er dem Steuermann aber ein starkes Schlafmittel - Travis wird sofort bewusstlos und der Doktor fesselt ihn an die Liege.

Im Maschinenraum bastelt Trip am Stuhl des Captains herum, als Malcolm einige ausgesprochen unangenehm klingende Alarm-Signale vorführt. Ihren Zweck, Aufmerksamkeit zu erregen, erfüllen sie zweifelsfrei. Außerdem braucht er von Trip noch Hilfe für eine Prozedur, um das EPS-Gitter herunterzufahren. Trip nimmt ihn kaum wahr und meint nur, dass er sich dann später darum kümmern wird.

Hoshi hat ihr Gericht inzwischen mehrfach neu gekocht, und wieder ist sie mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden. Kreetassanisches Gewürz und Karotten sollen es diesmal richten. Dass die Crew vor lauter Hunger inzwischen kurz vor einer Meuterei steht, interessiert sie gar nicht, sie braucht jetzt sofort KAROTTEN!

Nachdem Trip ihr nicht geholfen hat, wendet sich T'Pol an Malcolm und will ihn bitten, das Sensor-Interface anzuschließen. Außerdem fragt sie ihn, ob ihm eigentlich irgendetwas Ungewöhnliches am Verhalten der Crew aufgefallen ist. Malcolm möchte am liebsten erst einmal ihren Zugangscode hören, immerhin sucht sie ihn in der Waffenkammer auf, zu der der Zugang eingeschränkt ist. Nach den Erfahrungen mit Aliens, die ihre Gestalt ändern können, könnte T'Pol ja schließlich in Wirklichkeit sonstwer sein. Dass sie in ihrem Quartier Zugriff auf die Sensoren haben will, findet er besonders verdächtig.
Für den Fall der Fälle hat sich Malcolm außerdem mit einer Phasen-Pistole bewaffnet. Das ist zwar noch nicht direkt mit dem Captain abgestimmt, aber da der Captain ja seine Zeit ohnehin lieber mit Frühstücken oder Wasserpolo verplempert, will sich der Sicherheitschef notfalls über ihn hinwegsetzen und die notwendigen Änderungen direkt bei der Führung der Sternenflotte durchdrücken.

T'Pol ist sich nun sicher, dass offenbar alle Besatzungsmitglieder betroffen sind und sich in belanglose Details verrennen, auch der Captain ist davor nicht gefeit. T'Pol selbst scheint als einzige an Bord immun zu sein.

Noch immer arbeitet Trip wie versessen am Stuhl des Captains. Ihm ist klargeworden, dass Stühle dieser Art schon auf Forschungs-Schiffen der Neptune-Klasse verwendet wurden und damit schon seit über einer Dekade auf Warp-2-Schiffen im Einsatz sind. Der Sitz ist also kaum würdig, auf der Warp-5-fähigen Enterprise eingesetzt zu werden. Deshalb will Trip bei Null anfangen und den Stuhl von Grund auf neu konstruieren. Vom Captain nimmt er einige parametrische Scans, denn der neue Sessel soll wie angegossen sitzen.
Archer ist wenig begeistert, dass er für diese Lappalie in den Maschinenraum gerufen wurde, aber wo er schon da ist, liest er Trip den Beginn des Vorwortes vor, das inzwischen 19 Seiten umfasst. Trip gefällt es nicht, und die beiden werfen sich gegenseitig vor, keine Ahnung vom Schreiben zu haben.

In der Kombüse möchte T'Pol etwas zu Essen haben, kann aber nicht auf Hoshis Hilfe bauen, denn Hoshi hat 83 Besatzungsmitglieder zu versorgen und will den Führungsoffizieren jetzt keine Sonderwünsche erfüllen. Auch Archer kommt hungrig herein und gerät mit Hoshi in eine regelrechte Rangelei um den Suppentopf, als Malcolms Alarm ertönt und alle Besatzungsmitglieder auf ihre Stationen beordert.

Malcolm ist von der Leistung der Besatzung alles andere als beeindruckt, ganze 38% hätten sich gar nicht auf ihrer Station gemeldet. Der Captain brauchte eine Minute und 15 Sekunden, Trip sogar eine Minute und 49 Sekunden, um auf die Brücke zu kommen. Archer ist sauer, weil er gar keine Übung angeordnet hat, Malcolm findet aber, dass eine Übung keinen Wert hat, wenn vorher alle darüber Bescheid wissen.
Trip ist ebenfalls erbost und prügelt sich fast mit Malcolm, doch der Captain geht dazwischen und ruft die beiden zur Ordnung. Anschließend weist er T'Pol an, ihn nur noch in einem echten Notfall zu rufen, wenn es etwa zu einem Reaktorbruch kommen sollte, und zieht sich in sein Quartier zurück.

Da die Situation ihrer Ansicht nach tatsächlich kritisch ist, sucht T'Pol gleich danach den Captain auf. Sie findet das Verhalten der Besatzung hochgradig auffällig, selbst nach menschlichen Maßstäben. Sie schlägt vor, einen medizinischen Notfall auszurufen und Dr. Phlox die gesamte Crew untersuchen zu lassen, angefangen beim Captain. Der aber will davon nichts wissen und drängt T'Pol regelrecht zur Tür hinaus.

Also versucht T'Pol es auf eigene Faust beim Doktor. Der ist kurz davor, eine Gehirn-Operation bei Travis durchzuführen und freut sich, dass sie offenbar der seltenen Gelegenheit beiwohnen will. Er hat bei Travis ein chemisches Ungleichgewicht im präfrontalen Kortex entdeckt und will zunächst die Scheitellappen extrahieren. Eine subzellulare Analyse soll anschließend Licht ins Dunkel bringen.
T'Pols Hinweis, dass die gesamte Besatzung krank ist und seine Hilfe braucht, bringt den Doktor auch nicht aus dem Konzept, er macht sich daran, das Skalpel anzusetzen und bedroht T'Pol sogar damit, als sie ihn aufhalten will. T'Pol bleibt nur, ihn mit Hilfe des vulkanischen Nackengriffes außer Gefecht zu setzen. Allerdings wirft sie einen sehr interessierten Blick auf die Scans, die Phlox zuvor von Travis' Gehirn angefertigt hat.

Während sich die Enterprise dem schwarzen Loch weiter annähert, geht T'Pol an Bord herum und nimmt bei den mittlerweile bewusstlosen Besatzungsmitgliedern Scans. Im Logbuch vermerkt sie, dass die Lebenszeichen der Crew zunehmend unregelmäßig sind und die Crewmitglieder wohl nur noch wenige Stunden zu leben haben. Allerdings waren Phlox' Scans sehr hilfreich und brachten sie auf die Spur der Strahlung, die die Probleme verursacht.
Inzwischen ist eine radiometrische Analyse fertig und T'Pol wird klar, dass eine Rückkehr keine Option ist, da sich die Strahlung in allen Richtungen mindestens ein halbes Lichtjahr weit ausdehnt - außer in einer Richtung. Wenn es ihr gelingt, einen Kurs zwischen den Sternen hindurch zu setzen, könnte die Enterprise vielleicht rechtzeitig entkommen, doch alleine kann sie das Schiff nicht steuern.

T'Pol weckt darauf hin Archer auf, verpasst ihm eine kalte Dusche und flößt ihm Kaffee ein. Immerhin genügt das, damit der Captain ihr zuhört und sie das Problem schildern kann. Archer findet zwar, dass er nun wirklich nicht in der Verfassung ist, das Schiff zu steuern, aber mangels Alternativen lässt er sich von T'Pol auf die Brücke schleppen.
Sie hat einen Kurs berechnet, der die Enterprise in nur 17 Minuten aus dem Einflussbereich der Strahlung herausbringen soll. Allerdings führt der Kurs gerade einmal zwei Millionen Kilometer am schwarzen Loch vorbei, wo ein Trümmerfeld und Gravitations-Scheren die Navigation erschweren.

Wohl oder übel steuert der Captain die Enterprise durch das Feld aus Asteroiden-Trümmern, während T'Pol die notwendigen Kurskorrekturen berechnet und ihm durchsagt. Archer hat große Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, verwechselt mehrfach den Kurs, aber immerhin ist die Enterprise nur noch 6 Minuten vom Rand der Strahlung entfernt.
Kleinere Asteroiden-Brocken treffen das Schiff, aber laut T'Pol hält die Hüllenpanzerung. Archer, der T'Pols Anweisungen nur mit Mühe befolgen kann, fühlt sich wieder wie in der Flugschule, aber T'Pol spricht ihm Mut zu und meint, er mache seine Sache gut.

Direkt voraus befindet sich plötzlich ein riesiger Brocken. Archer kann zwar zunächst ausweichen, doch genau in dem Moment zerbricht der Brocken in Dutzende, immer noch mächtig große Trümmer. T'Pol soll die Phasenkanonen benutzen, um der Enterprise den Weg freizuschießen, aber ihr fehlt die Zeit, um die Kanonen zu laden. Genau in dem Moment ertönt wieder Reeds Alarm, und wegen des Sicherheitsprotokolls aktivieren sich alle Waffen von selbst. Damit ist T'Pol tatsächlich in der Lage, den Weg freizuschießen, und gleich darauf hat die Enterprise das Trümmerfeld hinter sich gelassen.

Danach erwachen die Besatzungsmitglieder langsam wieder. Trip ist ziemlich groggy, scheint aber alles in allem okay zu sein - jedenfalls fragt er, ob eigentlich ein paar nette Fotos vom schwarzen Loch angefertigt wurden.
Nunmehr außerhalb der Gefahrenzone kann die Enterprise auf Warp gehen und das trinäre System hinter sich lassen.

Einige Zeit später besucht der Captain die Krankenstation und erkundigt sich bei Phlox, wie es allen geht. Der Doktor sieht keinen Anlass zur Sorge, die Effekte der Strahlung klingen bereits ab und ansonsten gab es nur ein paar Kratzer und Beulen, als die Besatzungsmitglieder ohnmächtig geworden sind. Travis' Kopfschmerzen sind offenbar ganz von selbst verschwunden, denn Phlox hat - zum Glück - nichts gemacht.
Bei T'Pol bedankt sich der Doktor für den Nackengriff. Sie war nicht sicher, ob der bei Denobulanern überhaupt wirken würde, aber Phlox fand ihn sehr effektiv. Dem Captain verspricht er einen detaillierten Bericht über die Vorkommnisse auf der Krankenstation, sobald er sich um die Besatzung gekümmert hat.

Malcolm befürchtet das Schlimmste, als er später in Archers Quartier gerufen wird. Er hat bereits gehört, dass der Alarm im Trümmerfeld losging und entschuldigt sich dafür. Außerdem hat er das Sicherheitsprotokoll schon deaktiviert. Doch Archer wollte ihn gar nicht maßregeln. Ganz im Gegenteil hat das Sicherheitsprotokoll, als es die Waffen aktivierte, das Schiff gerettet. Archer möchte das Protokoll deshalb zur Standard-Prozedur machen. Nur am Alarm-Signal sollte Malcolm noch arbeiten.

Auf der Brücke hat Trip inzwischen wieder den alten Stuhl des Captains installiert. Aber Archer ist begeistert, der Stuhl fühlt sich jetzt viel besser und bequemer an. Breit grinsend erklärt Trip, dass er den Stuhl um einen Zentimeter heruntergesetzt hat. Wenn er ein paar Tage Zeit bekommt, könnte er auch wie vorgeschlagen neue Dämpfer und taktische Displays einbauen, was der Captain aber ablehnt - nicht einmal für einen Tassenhalter kann Trip ihn begeistern. Schließlich wendet sich Archer an T'Pol und will ihre Meinung zum aktuellen Entwurf seines Vorworts einholen.




Bewertung

Der Episode geht es wie Hoshis Suppe: ihr fehlt das gewisse Etwas, und obendrein ist sie versalzen.

Dabei ist das Rezept ja eigentlich gar nicht schlecht. Unmengen an Techno-Babble gehören bei Star Trek zum guten Ton, und so haben wir es hier mit einem schwarzen Loch, einem trinären System, mysteriöser Strahlung, Scans, Upgrades, kortikalem irgendwas und zerebralem Foo zu tun, und das alles ist im Wesentlichen dafür da, das zunehmend merkwürdige Verhalten der Crew zu erklären. Da wir die langsamen Verhaltensänderungen aus der Perspektive T'Pols beobachten, ist ein gewisses Maß an Rätselraten und Mitfiebern angesagt.

Aber was ist eigentlich so spannend an einem schwarzen Loch in einem trinären System? Schwarze Löcher sind für sich genommen zweifelsohne hochgradig spannende und faszinierende Phänomene. Heutzutage kann man schwarze Löcher nicht einmal direkt beobachten (und wird es vielleicht auch nie können). Ihre Anziehungskraft ist so stark, dass sie sogar das Licht anziehen, deshalb kann man sie nicht sehen. Sie lassen sich also nur indirekt beobachten. Es gibt vermutlich auch nur eine überschaubare Anzahl von Wissenschaftlern, die schwarze Löcher einigermaßen verständlich erklären können. Enterprise hätte also die Zutat "schwarzes Loch" benutzen können, um den Zuschauern darzulegen, was schwarze Löcher in etwa sind und warum sie so eine Faszination auf die Wissenschaft ausüben.

Update vom 10.4.2019: Einem internationalen Forscherteam ist es erstmals gelungen, ein schwarzes Loch, oder besser gesagt dessen sogenannten Schatten, mit Hilfe zahlreicher über die Erde verteilter Radioteleskope zu "fotografieren". /Update

An einem guten Tag hätte man erläutern können, wie die Enterprise in der Zukunft dieses schwarze Loch eigentlich beobachtet, denn das wäre ja im wahrsten Sinne des Wortes Science Fiction gewesen - Wissenschafts-Fiktion.
An einem besonders guten Tag hätte man noch erläutern können, warum ein schwarzes Loch in einem trinären System so außergewöhnlich spannend sein soll.
An einem wirklich guten Tag hätte man sichergestellt, dass das schwarze Loch beim Vorbeiflug der Enterprise nicht zu sehen ist. Hier mag ich mich täuschen, doch die Darstellung des schwarzen Loches und die strudelartige Wirkung, die es auf die umliegenden Himmelskörper entfaltet, sieht zwar sehr schön aus, ist aber vermutlich gerade nicht sehr realistisch.

Leider ist das schwarze Loch in dieser Folge ein komplett austauschbares Phänomen, das irgendwie nach Science Fiction klingt, dessen eigentliche Faszination aber nicht ergründet wird. Schade, hier wurde die Chance vergeben, dem Publikum etwas beizubringen und eine wahrhaftige Science Fiction-Geschichte zu erzählen.
Etwaige Anspielungen auf den Science Fiction-Klassiker Das Schwarze Loch aus dem Jahr 1979 scheinen nicht enthalten zu sein.

Die Aufgabe dieses schwarzen Loches ist es also, eine geheimnissvolle Strahlung auszusenden und damit die Crew langsam, aber sicher den Verstand verlieren zu lassen. Anfangs wirkt die Fokussierung auf einzelne Aufgaben und Probleme auch in der Tat recht subtil. Malcolm hat ja tatsächlich Recht, dass ein neues Sicherheitsprotokoll eine gute Idee ist. Phlox erinnert daran, dass Travis' Gefangennahme in Todesstation Spätwirkungen haben könnte. Wer, wenn nicht Jonathan Archer, sollte das Vorwort verfassen für ein Buch über seinen Vater?

Aber je offensichtlicher das merkwürdige Verhalten der Crew zu Tage tritt, desto langweiliger wird es auch. Als Zuschauer haben wir noch im Hinterkopf, dass T'Pol von einer tödlichen Bedrohung spricht. Man kann sich also schnell ausmalen, wie die Beschäftigung der Charaktere mit belanglosen Aufgaben darauf hinwirkt, dass irgendwann keiner mehr das Schiff steuert. Nun ist also nicht die Frage, was passieren wird, sondern nur noch, wie es dazu kommt. Und die Klärung dieser Frage erstreckt sich über einen Großteil der Episode, bis T'Pol endlich die Strahlung des schwarzen Loches als Quelle der Verhaltensänderungen ausmachen kann.
Dabei wird aber nicht erklärt, warum praktisch die gesamte Besatzung zur gleichen Zeit von spleenigem Verhalten auf Bewusstlosigkeit wechselt oder warum T'Pol vollständig immun ist.

Die Auflösung des Dilemmas läuft dann nicht nur schnell und gradlinig ab, sie wirkt vor allem ziemlich aus dem Hut gezaubert, um nicht zu sagen an den Haaren herbeigezogen. Warum dehnt sich die Strahlung in der einen Richtung kaum aus? Hat das irgendetwas mit dem Trümmerfeld zu tun, das sich mit präzisem Gespür für Dramaturgie genau in dieser Richtung ausbreitet?
Warum aktiviert sich Malcolms Sicherheitsprotokoll genau in dem Moment von selbst, als es am dringendsten gebraucht wird (die Hülle wurde schon einige Zeit vorher von Trümmern getroffen)? Warum endet die Strahlung so abrupt, dass Trip schon wenige Sekunden später wieder wach wird? Warum ist die Detail-Versessenheit der Crew urplötzlich wieder verflogen? Warum mutmaßt T'Pol zu Beginn der Folge, die Wirkung auf die Besatzung wäre vermutlich nicht mehr umkehrbar, wenn dies am Ende nicht den Hauch eines Problems bereitet? Warum kann die Enterprise eigentlich nicht auf Warp gehen? Warum versucht T'Pol nicht viel früher, den Kurs umzukehren?

Gerettet wird die Episode zumindest halbwegs von T'Pol, die das exzentrische Verhalten ihrer menschlichen Kameraden sowieso mit stoischer Ruhe erträgt. Es ist durchaus witzig dargestellt, wie sie sich über längere Zeit keine nennenswerten Gedanken zu machen scheint und das Ganze als die typisch menschlichen Marotten abtut. Bis zu einem gewissen Punkt ist es auch durchaus interessant, der Crew bei der langsam eintretenden Verhaltensänderung zuzuschauen, aber als die Marotten dann auf die Spitze getrieben werden, driftet es ins slapstickhafte ab.

Es findet auch leider keine Charakterentwicklung statt. Außer T'Pol sind ohnehin alle von den Auswirkungen der Strahlung betroffen, aber auch ihr Charakter geht ohne erkennbare Veränderung aus der Episode heraus.

Der einzige Fortschritt ist die Einführung des neuen Sicherheitsprotokolls. Von Kirks Enterprise kennen wir den roten Alarm (im Englischen: "Red Alert"), und in dieser Episode wird ein wenig damit kokettiert, als Trip den Begriff "Reed Alert" vorschlägt. Da die Enterprise ein Forschungsschiff ist, wirken Marine-Begriffe wie "Kampfstationen" sicher etwas zu militärisch, insofern ist es eine gute Idee, das man sich auf einen "Taktischen Alarm" verständigt. Das Polarisieren der Hüllenpanzerung und das Laden der Waffen sollte also künftig automatisch erledigt werden, wenn der Captain taktischen Alarm gibt.

Immerhin geben ein paar nette Details zu erkennen, dass Autor Chris Black, der zugleich als stellvertretender Produzent bei der Serie beteiligt war, die vorigen Episoden kennt und einige Bezüge herstellt. Der Küchenchef wollte einen Spinat zubereiten, den er auf Risa mitgenommen hat. Risa wurde in Zwei Tage auf Risa besucht. Die Kreetassaner, deren Gewürz Hoshi verwenden will, traf man in Eine Nacht Krankenstation. Die Suliban waren zuletzt in Die Schockwelle (2) an Bord, Ärger mit den Mazariten gab es in Gefallene Heldin.
Der Chefkoch, der nie im Bild ist, entwickelt sich zunehmend zum Running Gag. In dieser Folge sehen wir ihn nicht, weil er offenbar gerade erkrankt ist. In Der Laufsteg werden wir ihn wieder nicht zu sehen bekommen.

Alles in allem leidet die Folge an Schwächen in der Handlung und unnötig viel Techno-Babble (sie ist versalzen), und die Ereignisse sind letztlich komplett belanglos (es fehlt das gewisse Etwas). Gerade am Ende, als es mit dem angeschlagenen Archer am Steuer noch einmal spannend werden soll, ist längst klar, dass die Enterprise gleich wieder in Sicherheit sein wird. Die Effekte sind gut, vor allem das Trümmerfeld dürfte eine Menge Arbeit bereitet haben. Insgesamt eine eher unterdurchschnittliche Episode.

Spannung: 2 SFX: 5 Handlung: 3 Gesamt: 3
Zusammenhänge

Obwohl die Ereignisse fast zur Zerstörung des Schiffes führen, werden sie später nicht mehr aufgegriffen.

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Ausdruck vom: 23. 09. 2021
Stand des Reviews: 26. 11. 2020
URL: http://www.startrek-index.de/tv/ent2_9.htm