DSi

TNG 5.24 So nah und doch so fern


The Next Phase

von Yann-Patrick Schlame

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 45892,4
Die Enterprise erhält einen Notruf von einem romulanischen Schiff. Als man eintrifft, beamen Riker, Worf, Geordi und Fähnrich Ro herüber, um die Schäden zu inspizieren und ihre Hilfe anzubieten. Geordi meint, der Generator müsste ersetzt werden, und so beamt er mit Ro auf die Enterprise, um einen zu replizieren. Doch der Transport geht schief, die beiden werden nicht mehr materialisiert und für tot erklärt.
Bald darauf erwacht Ro in einem Gang auf der Enterprise. Sie geht zur Krankenstation, doch niemand nimmt von ihr Notiz, sie scheint für die anderen überhaupt nicht zu existieren. Ihr Kommunikator funktioniert nicht, und die Türen öffnen sich für sie nicht automatisch. Sie beobachtet Picard und Dr. Crusher, die über den offiziellen Bericht sprechen - den Bericht über Ros und LaForges Tod. Als Picard herausgeht, marschiert er einfach durch Ro hindurch; als sie dann nach einem Pult greift, fasst sie hindurch.
Indes leitet Riker einen Energietransfer zum Romulanerschiff ein, damit es nach Abschluss der Reparaturen wieder auf Warp gehen kann und lässt Worf einen möglichst alten Computerkern bereitstellen, da der Kern der Romulaner zerstört wurde. Währenddessen stellt Data anomale Energiefluktuationen am Transporter fest, wo Geordi und Ro hätten materialisieren sollen. Nebenbei bittet er den Captain, die Feier für Geordis und Larrens Abschied arrangieren zu dürfen, da er Geordi als seinen Freund betrachtete, was Picard ihm gestattet.
Nachdem auch Geordi erwacht, trifft er Ro im Maschinenraum. Sie können einander sehen und sogar berühren. Ro vermutet, dass sie beide tot sind und möchte sich nun, wie sie es von ihrem Volk gelernt hat, von allen verabschieden, während Geordi sich alles andere als tot fühlt. Er möchte lieber herausfinden, was passiert ist und macht sich auf die Suche nach einer Erklärung. Er nimmt den kürzesten Weg: Durch eine Wand hindurch.
Inzwischen entdeckt Data einige Chronitonfelder über das Schiff verteilt, die er sich noch nicht erklären kann. Als er dann zusammen mit Worf in einem Shuttle auf das Romulanerschiff fliegt, da die Transporter vorläufig stillgelegt wurden, lassen Ro und Geordi sich, von Data und Worf natürlich vollkommen unbemerkt, mitnehmen, da sie glauben, die Lösung für ihr Problem auf dem Romulanerschiff zu finden.
Und tatsächlich: Geordi findet Indizien, dass die Romulaner versucht haben, einen Phasenumkehrer mit der Tarnvorrichtung zu koppeln. Wenn das gelänge, wäre man nicht nur unsichtbar, sondern auch unverwundbar. Allerdings hatten die Klingonen solche Versuche vor längerer Zeit eingestellt, da sie sehr gefährlich waren. Vermutlich war dieses Experiment die Ursache für die Explosion auf dem Romulanerschiff.
Dann belauschen die beiden zwei Romulaner, die sich darüber unterhalten, durch den Energiestrahl von der Enterprise eine Myon-Rückkopplungswelle laufen zu lassen, damit die Enterprise zerstört wird, wenn sie wieder auf Warp geht. Also müssen Geordi und Ro die Enterprise warnen. Aber wie? Zunächst kehren sie mit Data im Shuttle zurück. Dann entdeckt Geordi beinahe einen Weg, mit Data zu kommunizieren: Er bemerkt, dass die Chronitonfelder immer dann entstehen, wenn er durch etwas hindurchgeht, und Data scannt im Maschinenraum gerade danach; doch obwohl Geordi ihm Zeichen zu geben versucht, entdeckt Data ihn nicht, sondern scheint nur verwirrt. Aber Geordi bemerkt noch etwas: Ein Anionenstrahl, mit dem Data die Chronitonfelder beseitigen will, kann ihn "aus der Phase" bringen, also wieder in die normale Welt, doch er muss Data erst begreiflich machen, dass der Strahl sehr stark sein muss...
Indes trifft Ro auf der Brücke auf einen Romulaner, der sie sehen kann. Er meint, er wäre ebenfalls wie sie und LaForge "in Phase" gebracht worden und suche nun nach einem Weg, das rückgängig zu machen. Ungünstigerweise hat er eine Waffe bei sich und bedroht Ro, weil er wissen will, wo Geordi ist, von dem er sich Hilfe verspricht. Ro kann fliehen, doch er ist ihr dicht auf den Fersen und erwischt sie schließlich in einem Quartier. Im letzten Moment kommt Geordi ihr zur Hilfe, und sie können den Romulaner durch die Außenwand ins All werfen, behalten aber zum Glück den Phaser.
Bald darauf ist die Energieübertragung beendet, und die Romulaner ziehen wieder ihrer Wege. Picard will gerade auf Warp gehen, als ihn eine Ingenieurin noch um etwas Zeit bittet, wegen einer Chronitonsäuberung im Maschinenraum.
Dann findet die Gedenkfeier im Zehn Vorne statt, was für Geordi und Ro eine gute Gelegenheit ist, möglichst viele Chronitonfelder zu erzeugen. Data wird von der Brücke aus über die vielen neuen Felder informiert und lässt einen starken Anionenstrahl initiieren. Für wenige Sekunden sehen er und der Captain Ro und Geordi. Data zieht die richtigen Schlussfolgerungen, lässt einen sehr starken Anionenstrahl durch den Raum fluten, und die beiden tot geglaubten liegen absolut lebendig vor ihm. Geordi lässt als allererstes den Warpantrieb deaktivieren, dann wird aus der Gedenkfeier eine Freudenfeier.




Bewertung

"So nah und doch so fern" ist eine sehr humorvolle Episode, da Geordi und Ro den Rest der Crew vollkommen unbehelligt belauschen können, wobei das Gesprächsthema Nummer Eins natürlich ihrer beider Tod ist. Es ist wunderbar anzusehen, wie sie mit anderen in einem Raum stehen und doch für die anderen nicht existieren. Mit Data und Geordi gibt es eine herrliche Szene im Maschinenraum, als Geordi immer wieder in ein Pult fasst und Data immer wieder verwirrt mit dem Tricorder die Stelle lokalisiert. Ähnlich schön ist eine Szene, in der Ro Riker und Picard belauscht, als Riker darum bittet, die Rede über Ro halten zu dürfen, was sie doch sehr verwundert.
Spannung kommt zum Schluss hin auf, denn bevor Geordi einen Weg gefunden hat, die Enterprise vor der drohenden Explosion zu warnen, wenn man auf Warp geht, will der Captain bei mehreren Gelegenheiten Warp befehlen. Jedesmal kommt in letzter Sekunde die Bitte, noch nicht zu beschleunigen, einmal von einer Ingenieurin, einmal von Data. Neben der Spannung ist dies vor allem ein running Gag, da dem Zuschauer ja klar ist, dass die Enterprise nicht explodieren wird; spannend ist eher die Frage, was dazwischen kommen wird.

Interessant: Gastdarsteller Brian Cousins ist im Zweiteiler "Angriff der Borg" als Borg Crosis noch einmal zu sehen, Susanna Thompson in "Phantasie oder Wahrheit".

Die Handlung ist letzten Endes nebensächlich, wurde aber geschickt mit der Unsichtbarkeit der beiden Totgeglaubten verbunden und durch den ebenfalls unsichtbaren Romulaner noch erweitert, obwohl das eigentliche Augenmerk, wie gesagt, auf Geordis und Ros desolater Situation liegt.
Leider gibt es, wie so oft, einiges an der Logik zu bemängeln. Zunächst stellt sich die grundsätzliche Frage: Wenn Geordi und Ro durch alle Gegenstände hindurchgehen können, warum hat der Fußboden dann Materie für sie?
Aber selbst, wenn man diesen Aspekt einmal ignoriert, gibt es noch interne Widersprüche, da Ro in einer Szene ein Pult auf der Brücke berührt. Außerdem können sich die beiden auf Bänke, Stühle und ähnliches setzen, aber sie sind nicht in der Lage, irgendetwas in die Hand zu nehmen.

Von diesen Schwächen abgesehen ist die Episode aber absolut empfehlenswert und verdient, nicht zuletzt wegen der hervorragenden Darsteller, die sich ja beim Dreh durchaus in ein und demselben Raum befanden, ein insgesamt gutes Urteil.

Spannung: 5 SFX: 5 Handlung: 4 Gesamt: 5
Zusammenhänge

Keine

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Ausdruck vom: 18. 09. 2020
Stand des Reviews: 24. 03. 2019
URL: http://www.startrek-index.de/tv/tng5_24.htm