Deutscher StarTrek-Index  
  6.25 Gefangen in einem temporären Fragment  
  Timescape  
 

von Anke Grießbach und Sebastian Köller

 
 
 

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 46944,2
Die Enterprise erhält einen Notruf von einem romulanischen Schiff. Comander Riker, der das Kommando über die Enterprise hat, lässt Kurs auf das Schiff setzen.

Unterdessen sind Data, Picard, Troi und LaForge mit einem Runabout auf dem Rückflug zur Enterprise. Sie waren auf einer Konferenz und tauschen ihre (z.T. sehr witzigen) unterschiedlichen Erlebnisse aus. Doch plötzlich scheinen der Captain, Data und Geordi einige Sekunden wie eingefroren zu sein, bevor sie sich wieder ganz normal bewegen. Counselor Troi ist aber offensichtlich die einzige Person, die das bemerkt hat. Nach weiteren ähnlichen Zwischenfällen, welche die anderen Offiziere beobachten können, deutet alles darauf hin, dass das Runabout in ein Gebiet eingeflogen ist, indem es einige Zeitschalen gibt und in denen die Zeit anders verläuft. Man stellt fest, dass die Enterprise nicht zum Rendezvouspunkt mit dem Runabout erschienen ist, kann sie jedoch mit den Scannern unweit orten. Den vier Offizieren auf dem Runabout bietet sich ein ungewöhnliches Bild, als sie die Enterprise erblicken. Ein romulanischer Warbird feuert auf das Föderationsschiff und ein Strahl scheint von der Enterprise auf das andere Schiff auszugehen. Die ganze Szenerie jedoch ist bewegungslos, die beiden Schiffe scheinen sich nicht zu bewegen. Alles wirkt so eingefroren wie zuvor im Runabout. Die Vermutung, dass die Romulaner eine Art Überraschungsangriff durchführten, erscheint den Föderationsoffizieren zunächst ziemlich naheliegend. Man entschließt sich auf die Enterprise zu beamen um herauszufinden, was vorgefallen ist. Ein technisches Gerät soll verhindern, dass der zeitliche Unterschied die Hinüberbeamenden auch einfriert. Geordi bleibt zurück auf dem Runabout und überwacht alles.

Währenddessen sieht im Schiff alles bewegungslos aus. Die drei erblicken halb geschlossene Türen, stehende, in die Luft schauende Starfleet-Leute und einige sich auf der Enterprise befindende Romulaner. Unterdessen macht Data im Maschinenraum eine wichtige Entdeckung: Die Zeit bewegt sich doch, nur so langsam, dass die Menschen sie nicht wahrnehmen können. Außerdem ist ein Warpkernbruch ausgelöst worden, der nach Datas Aussage in 9 Stunden die Enterprise vernichten wird. Die Feststellung, dass einige unbewaffnete Romulaner vor Kurzem absichtlich an Bord gebeamt wurden, bekräftigt die Vermutung, dass die Romulaner gar keinen Angriff planten. Wegen der Auswirkungen des zeitlichen Unterschieds wird Picard zurück an Bord des Runabouts gebeamt. Troi, Geordi und Data begeben sich nun an Bord des romulanischen Warbirds, wo man herausfindet, dass sich offensichtlich Lebewesen im Energiekern des Schiffes in einer Quantensingularität, also in einer Art Schwarzem Loch, befinden. Ein außerirdisches Wesen in Gestalt eines Romulaners hält die drei Offiziere für Aggressoren und attackiert Geordi. In Absicht ihn zu retten nimmt ihm Data das zeitausgleichende technische Gerät ab, um ihn so in die Zeitebene des romulanischen Schiffes zu versetzen. Der verletzte Außerirdische wird an Bord des Runabouts gebeamt, wo er erklärt, dass sein Volk Quantensingularitäten als eine Art Brutstätte für ihre Nachkommen benutzt. Da die romulanische Energiequelle jedoch eine künstliche Quantensingularität ist, misslang der Versuch, diese für ihre Nachkommen als Nest zu gebrauchen. Nun ist der Zeitfluss verändert worden. Die Enterprise hatte versucht, dem romulanischen Schiff mit dem Energiestrahl, den die vier Offiziere zuvor aus dem Runabout sahen, zu helfen. Dies jedoch verschärfte die schlechte Situation für die Nachkommen der Fremden. Da man jedoch jetzt die Ursache für das Problem kennt, gelingt es, während die Zeit wieder normal verläuft, den Warpkernbruch zu verhindern und die Romulaner aus dem Warbird hinüberzubeamen. Das Runabout wird dabei zerstört, der Warbird verschwindet aus der Zeitebene.

Die geretteten Romulaner werden an der Neutralen Zone übergeben und Data untersucht, um den Verlauf der Zeit besser zu verstehen, wieviel Zeit es braucht, bis eine bestimmte Menge Wasser zum Sieden gebracht wird. Datas interner Chronometer sagt ihm, dass es immer die gleiche Zeit ist und daher sieht Data keinen Unterschied im Verlauf der Zeit. Um besser nachzuvollziehen, wie Menschen den Zeitverlauf erleben empfiehlt Riker Data seinen internen Chronometer auszuschalten....

Bewertung

Die Folge "Timescape/Gefangen in einem temporären Fragment" ist eine durchaus abwechslungsreiche Folge mit einer Grundidee, die zwar selbst für Star Trek nicht neu ist, aber doch originell umgesetzt wurde. Folgen mit Zeitverschiebungen, Zeitreisen etc. sind beim Star Trek-Publikum sehr populär und deshalb gibt es auch mittlerweile eine Fülle an Episoden, in denen die Autoren mit der Zeit ein bisschen experimentieren konnten. Es ist wohl vor allem für die Fans, welche die Serie regelmäßiger verfolgen, interessant, die Hauptcharaktere in einem von der Norm abweichenden Rahmen zu sehen. Timescape ist nicht ganz eine Folge, in der alles umgestellt wird, d.h. in der die bekannte Welt verlassen wird, und dennoch ist es ungewöhnlich, die Crews auf der Enterprise und dem romulanischen Schiff "erstarrt" zu sehen. Die Episode scheint sich zunächst langsam zu entwickeln und man erwartet keine größeren Überraschungen. Es gibt eine witzige Szene auf der Krankenstation der Enterprise und den Rückflug des Runabouts mit Picard, Data, LaForge und Troi, die von einer Tagung auf dem Rückflug zur Enterprise sind. Die Erlebnisse, die diese drei Charaktere schildern, wirken auf den Zuschauer wirklich sehr witzig und auflockernd, so dass man erwartet, eine humorvolle Episode zu sehen.

Aber dass diese Szene im Runabout so unterhaltend wirkt liegt nicht nur an den witzigen Inhalten der Erlebnisse, sondern auch zu einem großen Teil an den überzeugenden Darstellern. Vor allem Patrick Stewarts "Nachahmung" des hypnotiesierenden Professors sei hier erwähnt, da diese Vorstellung für den sonst so ernst verkörperten Picard sehr ungewöhnlich ist. Spannung kommt mit den zwei Außerirdischen auf, von denen in gekonnter Manier der Zuschauer schon vor den vier Sternenflotten-Offizieren weiß. Zusätzlich verschärft die zeitliche Eingrenzung und die Bedrohung durch den Warpkernbruch die ohnehin schon schwierig erscheinende Situation und bietet damit auch eine reale Gefahr für die Hauptcharaktere. Besonders interessant ist es, Picard, Troi, LaForge und Data in der bewegungslosen Umgebung agieren zu sehen. Die stillstehenden Personen sind gut gespielt und bieten genug Substanz für einige interessante und auch teilweise witzige Szenen. Erwähnenswert ist auch der Rauch aus dem Warpkern, in den Picard ein Smiley- Gesicht zeichnet. Die Special-Effects sind auch aus heutiger Sicht noch ziemlich überzeugend, inkl. der Explosion der Enterprise. Hier hatten die Autoren einmal mehr Gelegenheit, die Enterprise zu zerstören, ohne das Schiff wirklich aufzugeben. Einige Flugszenen des Runabouts, denen ja bei Star Trek: Deep Space Nine vor allem in den ersten beiden Staffeln eine besondere Bedeutung zukommt, sind aus der Nachfolgeserie entnommen, dafür wurde aber der Hinterraum, in dem die vier zu Beginn der Folge speisen, in DS9 später nie verwendet.

Abschließend lässt sich also sagen, dass Timescape zwar keine tiefgehende Episode ist oder eine weitergehende Botschaft hat, sondern wohl nur ziemlich gut unterhalten soll. Und man kann sagen, dass sie diese Aufgabe gut erfüllt.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Keine

 
 
 
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  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  12. 6. 1993

 Erstausstrahlung D:
  21. 6. 1994

 Regie:
  Adam Nimoy

 Buch:
  Brannon Braga

 Gaststars:
  Michael Bofshever
  Joel Fredericks
  John DeMita



  Zuletzt geändert:
  2015-01-27, 02:47
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