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  6.24 Riker:2=?  
  Second Chances  
 

von Sebastian Däs

 
 
 

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 46915,2
Die Enterprise erreicht den Planeten Nervala IV, einen früheren Forschungsposten, der jedoch vor acht Jahren durch das raue Klima zerstört wurde. Damals führte Riker das Außenteam der Potemkin an, das die Forscher evakuierte. Da dort Daten und Gegenstände zurückgelassen wurden, will man diese jetzt bergen.

Commander Riker führt auch diesmal wieder das Außenteam an und als drei kurze Transportfenster in der Atmosphäre entstehen, beamt man auf den Planeten. In den verlassenen Ruinen der Forschungsstation entdeckt Commander Riker plötzlich etwas Unglaubliches: Er steht einem Ebenbild von sich selbst gegenüber.

Der zweite Riker ist zunächst verstört über die Anwesenheit von Menschen, doch nachdem er auf die Enterprise gebracht wird, entspannt sich die Situation allmählich. Im Bereitschaftsraum wird über den "Unfall" diskutiert. Der Riker-Klon kehrte vor acht Jahren nicht auf die Potemkin zurück und blieb allein auf Nervala IV. Er dachte, der Transporter hätte ihn nicht mehr erfassen können und man hätte ihn zurückgelassen. LaForge erklärt, was genau damals geschah: Durch die raue Atmosphäre wurde das Signal des Transporters so gestört und dupliziert, dass ein zweites entstand, jedoch ein Transporterstrahl auf die Potemkin kam und der andere zu Nervala IV zurückkehrte. Da ein Riker auf dem Schiff war, konnte niemand ahnen, dass es einen zweiten gab.

Der neue Riker gewöhnt sich langsam an das Leben auf der Enterprise und dient als Lieutenant auf dem Schiff. Dennoch ist er impulsiv und es fällt ihm schwer Befehlen zu gehorchen. Durch seine lange Isolation hat sich sein Charakter nicht sehr in den acht Jahren verändert, im Gegensatz zu Commander Riker, der deutlich reifer und gesetzter ist. Schnell wächst die Spannung zwischen den beiden Rikers.

Sei es bei den Bergungsarbeiten auf dem Planeten oder auf der Enterprise, die Ebenbilder streiten sich um die verschiedensten Dinge. Verschärft wird die Situation auch noch, als Lt. Riker beim gemeinsamen Training mit Troi den Wunsch äußert, ihre Beziehung fortzuführen. Zum Zeitpunkt des Unfalls hatte er mit ihr noch eine romantische Beziehung und er musste die ganzen acht Jahre immer an sie denken. Der Commander ist darüber natürlich gar nicht erfreut und ihn ärgert es besonders, dass Deanna bereit ist, mit Lt. Riker ein neues Verhältnis einzugehen. Er will sie warnen und sagt ihr, dass sein Duplikat wahrscheinlich seine Karriere über ihre Liebe stellen wird - genau wie er es tat.

Der Transporter-Klon entschließt sich derweil die Enterprise zu verlassen und nimmt einen Posten auf der U.S.S. Gandhi an. Er will, dass Deanna ihn begleitet und macht ihr - im Gegensatz zu seinem Pendant - einen Heiratsantrag. Doch der Counselor will die Enterprise auf keinen Fall verlassen und Lt. Riker möchte nicht bleiben.

In der Zwischenzeit wird es eng was die Bergung der Daten angeht. Die Atmosphäre von Nervala IV verschlechtert sich zunehmend und in Kürze wird Beamen unmöglich sein. Auch die Station ist aufgrund der starken Umwelteinflüsse unsicher geworden. Lt. Riker hat einen riskanten Plan zur Bergung der Daten und möchte auf den Planeten gehen. Doch sein Ebenbild hält das für zu gefährlich und lehnt ab. Da aber die Bergung für lange Zeit unmöglich sein wird, schaltet sich Captain Picard ein. Er stimmt dem Plan von Lt. Riker zu.

In der Forschungsstation spitzt sich die Situation zu: Die Stürme außerhalb richten heftige Schäden in den Räumen an. Plötzlich bricht ein Laufsteg zusammen, auf dem das Transporterduplikat stand und er sitzt in der Falle. Glücklicherweise kann ihn sein Doppelgänger noch retten und ihn vor dem Tod bewahren. Dieses Ereignis hilft dabei, die Spannungen der beiden Rikers zu überwinden.

Trotz ihrer Versöhnung bricht Lt. Riker zur Gandhi auf. Bei der Verabschiedung in Rikers Quartier teilt der Riker-Klon seinem Pendant und Deanna mit, dass er von nun an seinen zweiten Vornamen - Thomas - benutzen wird um sich von Commander William Riker zu unterscheiden. Dieser schenkt seinem Ebenbild zum Abschied seine Posaune, weil Thomas Riker noch nicht so "meisterlich" wie Commander Riker spielt. Deanna will nicht ihre Karriere opfern und entschließt sich auf der Enterprise zu bleiben, sie meint jedoch, dass die Beziehung zu Thomas Riker irgendwann später fortgesetzt werden könnte.

Bewertung

Die Idee eines Doppelgängers ist sicher nicht gerade die innovativste, wird aber in "Riker: 2=?" trotzdem gekonnt umgesetzt. Wissen wir doch schon seit "Der Mächtige", dass Riker und Troi eine Beziehung hatten, bisher konnten wir aber nur im Entferntesten erahnen, wie diese ausgesehen haben mag. Mit dieser Episode wird das etwas klarer und wir können uns vorstellen, wie Riker früher einmal gewesen sein muss. Dass er in der Zwischenzeit sich sehr verändert hat, erkannte er selbst schon in "In den Händen der Borg".

Wie schon gesagt ist aber die Doppelgänger-Story schon ziemlich abgegriffen, auch bei Star Trek selbst. So ist zwar die Erklärung für die Entstehung des Unfalls nachzuvollziehen, aber ganz realistisch erscheint sie auch nicht - wieder ist mal der allseits beliebte Transporter schuld. Genau das gleiche gab es auch schon in der TOS-Folge "Kirk : 2 = ?", allerdings war es dort noch surrealer. Hier zeigt sich auch, dass die deutschen Übersetzter doch mal einen guten deutschen Titel für eine Folge finden können, die Anspielung auf TOS-Zeiten ist gelungen.

Die Handlung ist faszinierend - besonders als Troi bereit ist, mit Lt. Riker die Beziehung zu erneuern, kommt Zündstoff in die Folge. Das Ende der Folge ist zwar typisch, weil die persönlichen Angelegenheiten mit einer Gefahren-Story verknüpft werden, behebt jedoch die Spannungen zwischen den Doppelgängern in angemessener Weise.

Die Spezialeffekte sind im Bereich der alltäglichen SF-Notwendigkeiten eher dürftig, dafür gibt es jedoch die Doppelgängerszenen, die sehr gut dargestellt wurden. Mit heutigem Standard kann zwar jeder Hobbyfilmer am PC solche Effekte herstellen, doch zur Zeit des Drehs war es weitaus schwieriger und die Interaktion der beiden Rikers muss auch berücksichtigt werden. Also insgesamt befriedigend.

Spannungsmäßig kann die Episode mit einigem aufwarten. Zunächst ist man natürlich über einen doppelten Riker genauso überrascht wie Riker selbst. Ist die Entstehung geklärt, flacht jedoch die Spannung nicht ab, weil man ziemlich gespannt ist, wie sich der impulsive Riker auf der Enterprise verhalten wird, und als dann das Thema Hochzeit mit Counselor Troi ins Spiel kommt, ergibt dies eine humorvolle Dreiecks-Beziehung. Bei der Entscheidung, ob Troi mit Lt. Riker geht, ist zwar jedem klar, dass sie lieber auf der Enterprise bleibt, dennoch macht es die Folge unterhaltsamer. Trotzdem wirkt die Todesgefahr für Thomas Riker auf dem Planeten etwas aufgesetzt um eine Versöhnung zu erzwingen. Aber auch das trägt etwas zur Spannung bei.

Schließlich sollte man noch die hervorragende darstellerische Leistung von Jonathan Frakes hervorheben. Er schafft es, dem Zuschauer klarzumachen, wie dieser Riker in seiner Entwicklung stehen geblieben ist - aufgrund seiner langen Isolation. Später wird sich das bei DS9 noch zeigen, wenn Lt. Riker zum Maquis überläuft.

Insgesamt kann man die Folge trotz ihrer altbackenen Idee noch mit "gut" bewerten, weil sie wichtige Aspekte von Riker und auch Troi gekonnt darstellt und die Spannung gut dazu beiträgt.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

 
 
 
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  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  22. 5. 1993

 Erstausstrahlung D:
  20. 6. 1994

 Regie:
  LeVar Burton

 Buch:
  René Echevarria
  Michael A. Medlock

 Gaststars:
  Dr. Mae Jemison



  Zuletzt geändert:
  2015-01-27, 02:42
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