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  7.15 Beförderungen  
  Lower Decks  
 

von Yann-Patrick Schlame

 
 
 

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 47566,7
Während Riker und Troi im Zehn Vorne die Mannschaftsbeurteilungsberichte verfassen, unterhalten sich am Nebentisch die Offiziersanwärter: Fähnrich Sam Lavelle, Schwester Alyssa Ogawa, die Bajoranerin Sito Jaxa und der Vulkanier Taurik. Alle fragen sich, weshalb Troi und Riker beim Verfassen der Berichte so gut gelaunt scheinen, und natürlich würde jeder von ihnen gerne wissen, wer überhaupt für eine Beförderung in Frage kommt. Barkeeper Ben, der nicht zur Sternenflotte gehört und daher ein kumpelhaftes Verhältnis zu Riker hat, meint, dass sowohl Sito als auch Lavelle für einen Posten auf der Ops, also einer der Brückenkonsolen, vorgeschlagen sind, was bei beiden Hoffnungen weckt.

Später führt die Alpha-Schicht, zu der Sito und Lavelle gehören, eine Kampfsimulation auf der Brücke durch, liegt aber 7% unter der Zeit, die zuvor die Beta-Schicht erreichte. Riker gibt Sito einige Tipps, wie man ein Ziel schneller angreifen kann, nachdem das eigene Schiff eine Kursänderung durchgeführt hat, was sie dankbar zur Kenntnis nimmt.
Nach der Übung betritt der Captain die Brücke und lässt mit Maximum Warp Kurs auf das Argaya-System setzen - es liegt nahe der cardassianischen Grenze...

Im Maschinenraum unterbreitet Taurik indes Geordi einige Vorschläge, wie man die Effizienz des Antriebs um 7% steigern könnte. Geordi nimmt es zur Kenntnis, meint aber, dass man vor einem Test erst noch ausführliche Simulationen benötigen würde, um eventuelle Probleme auszuschließen. Taurik ist verwundert, hat er doch als Vulkanier alle erdenklichen Faktoren und Variablen in seine Überlegungen mit einbezogen, gibt sich aber zwangsläufig damit zufrieden, dass Geordi momentan nicht auf seine Modifikationen eingeht.

Auf der Krankenstation unterhält sich Schwester Ogawa mit Dr. Crusher und erfährt, dass sie gute Aussichten hat, ebenfalls zum Lieutenant befördert zu werden, da Crusher sie vorgeschlagen hat. Im weiteren Gespräch erfährt man, dass sie ganz frisch in Lt. Andrew Powell verliebt ist, sich aber auch Sorgen macht, da er erst kürzlich ein Rendezvous vorgeblich wegen zu viel Arbeit abgesagt hat. Crusher rät ihr, das nicht so ernst zu nehmen, es hätte sicher nichts zu bedeuten.

Später unterhält sich Fähnrich Sito im Zehn Vorne mit Worf; sie meint, dass sie in letzter Zeit an vielen Stationen Dienst tun musste, obwohl sie ja eigentlich nur zur Sicherheitsabteilung gehört. Worf muntert sie auf und meint, dass es nie schaden kann einen guten Überblick zu haben - außerdem hat er sie dafür empfohlen.
Einige Tische weiter ist Sam Lavelle besorgt und vermutet, dass Sito den erhofften Posten auf der Ops bekommt, nicht er. Als Riker den Raum betritt, erklärt er auch, weshalb er das glaubt: Er denkt, dass Riker ihn nicht mag. Als Sito an den Tisch kommt, beschließt Lavelle, von Barkeeper Ben aufgemuntert, sich mit Riker zu unterhalten, um sich ihm sympatischer zu machen. Doch das Gespräch verläuft eher stockend, und er tritt in ein Fettnäpfchen nach dem anderen: Erst bestellt er sich einen neuen Drink, um ein Gespräch zu beginnen, obwohl er noch ein volles Glas in der Hand hält, dann verwechselt er Rikers alaskanische Herkunft mit Kanada. Schließlich flüchtet er förmlich aus dem Raum, um sich nicht noch weiter zu verzetteln.

Am nächsten Tag ist man im Argaya-System angekommen, jedoch werden keine Schiffe angezeigt, was den Captain zu beunruhigen scheint. Doch dann orten die Sensoren ein Rettungsshuttle, das sich aber noch 50.000 km weit auf cardassianischem Raum befindet. Um den Passagier an Bord zu beamen, ohne die Grenze zu überqueren, muss der Transporterstrahl um 7% verstärkt werden, was Geordi und Taurik zum Glück schnell gelingt.
Der Insasse des Shuttles wird direkt auf die Krankenstation gebeamt, wo Dr. Crusher zuvor Schwester Ogawa hinaus schickt.

Als bald darauf auf der Brücke der Schichtwechsel stattfindet, bittet Lavelle Cmdr. Riker, noch eine weitere Schicht arbeiten zu dürfen, da es ein gutes Training wäre. Riker lehnt den Vorschlag ab - was Lavelle in seinem Glauben bestärkt, dass der Commander ihn nicht mag.

Vor der Krankenstation hält Sito wache; sie hat Anweisung, niemand außer den Führungsoffizieren hinein zu lassen. Nach kurzer Zeit kommt Picard dorthin, mustert sie noch einige Sekunden, bevor er den Raum betritt. Als er hinauskommt, bittet er Sito in seinen Bereitschaftsraum. Sie ist glücklich darüber, vom Captain persönlich zu einer Unterredung gebeten zu werden - allerdings nicht lange, denn Picard spricht mit ihr über den Trainingszwischenfall auf der Akademie, bei dem vor drei Jahren wegen eines riskanten Manövers ihrer Shuttle-Staffel ein Kadett getötet wurde. Sie meint, dass sie seitdem hart gearbeitet hat und ihren Abschlussflug mit dem Ausbilder durchführen musste, da kein anderer nach dem Unfall noch mit ihr zusammen fliegen wollte. Picard ist ob ihrer schweren Zeit nicht gerade mitleidig, gibt ihr vielmehr zu verstehen, dass die anschließende Vertuschungsaktion, an der Sito beteiligt war, ihn zweifeln lässt, ob sie für den Dienst auf der Enterprise geeignet ist. Eigentlich sei er sogar der Meinung, sie hätte in der Sternenflotte nichts verloren. Geknickt verlässt sie den Raum des Captains.

Zur selben Zeit beschießt Taurik unter Geordis Anleitung ein Shuttle mit einem Phasergewehr. Auf Tauriks Frage erläutert Geordi, dass dies einem Test der strukturellen Integrität dient. Der junge Fähnrich hält das für merkwürdig und schlägt ein Verfahren vor, bei dem das Shuttle nicht beschädigt wird, doch Geordi wiegelt ab. Als Taurik erwähnt, dass das Muster der Einschüsse so aussieht, als wäre das Shuttle in einen Kampf geraten, meint Geordi, das müsse wohl Zufall sein und gibt dem Vulkanier zu verstehen, dass er nicht weiter nachfragen soll.

Inzwischen wurde Alyssa doch auf die Krankenstation gerufen und entdeckt zu ihrer Überraschung einen cardassianischen Patienten. Zusammen mit Dr. Crusher behandelt sie ihn, wird aber aufgefordert, niemandem davon zu berichten.

Am Abend findet unter den Offiziersanwärtern eine Pokerpartie statt. Lavelle äußert noch immer, dass er Riker für vorurteilsbehaftet hält, während Ben meint, er solle sich lieber keine Gedanken machen und versuchen, Riker durch seine Leistungen zu beeindrucken, nicht durch Anbiederung. Sito interessiert sich für dieses Gespräch so gut wie gar nicht, da sie noch immer an ihre Unterredung mit dem Captain denken muss. Die anderen versuchen, ihr Mut zu machen, doch so recht will das nicht gelingen.
Zur gleichen Zeit spielen die Führungsoffiziere in einem ganz ähnlichen Raum Poker. Riker erläutert nebenbei, dass er Lavelle nicht mag, da der Fähnrich ständig versuche, sich ihm anzubiedern. Verschmitzt erwidert Troi, dass Riker als Fähnrich ganz ähnlich gewesen sei und sogar mit den Offizieren auf der Potemkin Poker gespielt habe, um sie zu beeindrucken. Riker überdenkt das und kommt zu dem Ergebnis, dass Troi wohl Recht hat. Dann meint Worf, dass er Sito für sehr fähig hält, wo Riker ihm zustimmt; beide halten viel von der jungen Bajoranerin. Nebenbei läuft natürlich das Spiel weiter, und wie üblich gewinnt Riker, da Geordi fälschlicherweise dachte, der Commander würde bluffen.
Dasselbe glaubt Ben von Lavelle, allerdings in diesem Fall zu Recht. Als sich Sito verabschiedet, fragt sich Taurik, ob er sein Verhältnis zu Geordi durch seine Vorschläge "irreparabel beschädigt" hat. Lavelle gibt zu bedenken, dass Tauriks Vorschläge wahrscheinlich besser waren als einige von Geordis Ideen. Wenn LaForge ein guter Commander sei, würde er das anerkennen.
Offensichtlich ist LaForge ein guter Offizier, denn gleich darauf betritt er das Quartier und bittet den Vulkanier, ihm bei den Modifikationen zu helfen.

Am nächsten Morgen gibt Worf Nahkampfunterricht. Am Ende der Stunde bittet er Sito, noch zu bleiben, da er sie für fähig hält, nun zu den Fortgeschrittenen aufzusteigen. Dafür muss sie sofort und ohne Vorbereitung das "Gi'tahl" absolvieren: Worf verbindet ihr die Augen und führt sie auf die Matten, wo er ihr nur sagt, dass sie seinen Angriff voraussehen und sich verteidigen muss.
Nachdem er sie dreimal zu Boden geschickt hat, hat Sito die Nase voll: Sie nimmt die Augenbinde ab und erklärt, dies sei ein unfairer Test und sie werde nicht länger daran teilnehmen, ob sie ihn nun besteht oder nicht.
Worf erklärt, dass sie ihn genau jetzt bestanden hat: Es ging nicht darum, den Kampf zu gewinnen, sondern den Mut aufzubringen, dem führenden Offizier zu sagen, dass die Bedingungen unfair sind. Wenn sie dies nächstes Mal früher tut, dann wird sie auch weniger blaue Flecken abbekommen.
Sito versteht worauf Worf hinauswill und begibt sich gleich danach zum Captain. Dort meint sie, dass Picard sie nach ihren Leistungen beurteilen soll, nicht nach ihrer Vergangenheit. Wenn er das nicht könne, würde sie um ihre Versetzung auf ein anderes Schiff bitten. Picard ist beeindruckt und meint, es wäre gut, dass sie den Mut aufgebracht habe, ihm das zu sagen; die Schikanen, denen sie durch seine Standpauke und Worfs Unterricht ausgesetzt war, hätten den Zweck gehabt, ihre Widerstandsfähigkeit zu testen, da sie möglicherweise an einer Geheimmission teilnehmen soll, die allerdings noch um einiges unangenehmer werden könnte. Picard bittet sie, um neun Uhr zur Crewbesprechung in die Beobachtungslounge zu kommen. Als sie gerade hinausgeht, erklärt er noch, dass er selbst sie für die Enterprise angefordert hat, um sicherzustellen, dass sie nach dem Zwischenfall auf der Akademie eine faire Chance bekommen würde.

Auf der Krankenstation unterhält sich Beverly einmal mehr mit Alyssa. Beverly hatte von Troi gehört, dass Alyssas Freund Andrew im Zehn Vorne mit einem anderen Mädchen unterwegs war. Sie will Alyssa gerade davon erzählen, als Alyssa freudestrahlend berichtet, dass Andrew ihr einen Heiratsantrag gemacht hat. Beverly ist beruhigt und wünscht ihr viel Glück.

In der Beobachtungslounge erfährt Sito, worin der Auftrag besteht: Joet Dal, ein Mann vom cardassianischen Militär, liefert der Föderation seit einiger Zeit wertvolle Informationen. Damit er nun aber wieder in cardassianischen Raum zurückkehren kann, benötigt er ein Shuttle der Enterprise. Allerdings würde er sehr viel glaubwürdiger wirken, wenn er neben den Beschussspuren, die das Shuttle aufweist, noch eine bajoranische "Terroristin" gefangen genommen hätte; auf diese Weise könnte er die Grenze überqueren, und Sito soll anschließend mit einem Rettungsshuttle zur Enterprise zurückfliegen, da ein solches kaum bemerkt werden würde. Allerdings kann Picard ihr diesen Auftrag nicht befehlen.
Sito braucht jedoch keine Zeit zum Überlegen, denn sie nimmt den Auftrag freiwillig an.

Schon bald darauf verabschiedet sie sich in der Shuttlerampe von Worf und betritt mit Joet Dal das Shuttle, das Geordi und Taurik präpariert hatten.
Auf der Reise fragt sie den Cardassianer, weshalb er seine Heimat verrät. Er erwidert, dass er sich nicht als Verräter sieht; aber die Kriege, die Cardassia seit langem führt, gingen ihm zu weit, so dass er es bereits als einen Gewinn ansieht, wenn er nur helfen kann, eine kleine Schlacht zu vermeiden. Allerdings ist er von Sito genauso beeindruckt, da sie als Bajoranerin bereit ist, ihm zu vertrauen. Dann kommt ein cardassianisches Patrouillenschiff in Sensorenreichweite, und die beiden bereiten sich auf ihre Rollen vor.

Später, im Zehn Vorne, fragt sich Lavelle, wo Sito nur steckt. Er vermutet, dass sie in dem Shuttle war und hat Gerüchte gehört, dass es nach Cardassia geflogen sei. Als sowohl Ogawa als auch Taurik ihm sagen, dass er ruhig sein soll, wird ihm klar, dass beide etwas von Sito wissen, jedoch sind sie zum Schweigen verpflichtet.

Die Zeit verrinnt, mittlerweile ist das Rettungsshuttle 32 Stunden überfällig, als man einen cardassianischen Bericht abfängt, in dem von der Zerstörung eines Rettungsshuttles nahe der Föderationsgrenze die Rede ist. Außerdem erkennen die Sensoren, unterstützt von einer Sonde, Trümmer, die tatsächlich von einem Rettungsshuttle zu stammen scheinen.
Betrübt begibt sich Picard in seinen Bereitschaftsraum und hält an alle an Bord eine kurze Rede, in der er von Sitos Tod berichtet und sie als Person lobt.

Im Zehn Vorne herrscht eine niedergeschlagene Stimmung. Lavelle wurde befördert, freut sich aber angesichts des Todes von Sito nicht darüber. Worf trauert für sich alleine an einem anderen Tisch, als Ben ankommt und zu Worf meint, ob er sich nicht an den Tisch von Sitos Freunden setzen wolle, was Worf dann auch tut.

Bewertung

"Beförderungen" ist eine Episode, wie es schon viel früher eine hätte geben sollen. Denn wie in wenigen anderen wird hier einmal das Leben auf der Enterprise aus einer ganz neuen Perspektive gezeigt und das Schiff erscheint somit viel lebendiger.

Während es normalerweise um die wichtigen und schwerwiegenden Entscheidungen der Hautpdarsteller geht, hat man doch immer den Eindruck, dass auf der Enterprise vielleicht bis zu 100 Personen leben: die meisten von ihnen Sternenflottenangehörige, von denen die Wenigsten nach Feierabend einmal im Zehn Vorne herumsitzen. Von all den Fähnrichs und Familien ist dort kaum eine Spur zu sehen, die knapp über 1.000 Menschen und Außerirdischen, die auf der Enterprise leben und arbeiten, scheinen sich grundsätzlich im Hintergrund zu halten.

Genau dies nutzt "Beförderungen" aus, um den Eindruck der Lebendigkeit zu erzeugen: Die Handlung wird größtenteils aus der Sicht jener Statisten gezeigt, die man ab und zu im Hintergrund herumwuseln sieht, also jene Leute, die schweigend PADDs reichen oder wortlos bestimmte Stationen übernehmen, wenn Riker ein Außenteam zusammenstellt und Data damit von der Ops, Worf von der Taktik etc. abzieht.
Während es für jene Führungsoffiziere meist um Höheres geht, ist die Welt aus der Sicht eines Fähnrichs relativ einfach: Gibt es die heiß ersehnte Beförderung oder bleibt sie aus, und was kann man alles tun, um sie zu bekommen?
Die Stimmung wird geschickt eingefangen, so dass dem Zuschauer vor Augen geführt wird, was sich hinter den Kulissen abspielt, mit welchen Gedanken und Gefühlen sich die Besatzungsmitglieder beschäftigen.

Dabei ist die Handlung intelligent um diese Erläuterung des Hintergrundgeschehens herumgestrickt, eben dadurch, dass die nächsten Beförderungen anstehen, so dass man um die Gunst der vorgesetzten Offiziere zu buhlen versucht - zumindest, wenn man es für nötig hält, wie Lavelle.

Ihm kommt eine besondere Rolle zu, da er gewissermaßen eine Neuauflage von Riker darstellt, was Troi ja auch während der Pokerpartie verdeutlicht: Sam ist eifrig, lernwillig, karrierebewusst, kurz: Er ist, wie Riker in seinem Alter gewesen sein muss, und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit einmal ein Kommando bekommen (wenn er nicht wie Riker ewiger 1. Offizier bleibt, aber das ist eine andere Geschichte).

Taurik ist ein Vulkanier, wie er im Buche steht: Immer logisch, er verfügt über kein Verständnis für Humor und analysiert seine Beziehungen zu anderen, um aus seinen Fehlern zu lernen, ähnlich wie Data es als Android tut. Taurik fehlt die Intuition und die Impulsivität der Menschen; auf der anderen Seite macht ihn das zu einem guten Ingenieur, wie sich zeigt: Er greift auf die Theorien eines namhaften Theoretikers zurück, baut sie aus bzw. adaptiert sie, überarbeitet sie und erreicht damit eine Leistungssteigerung im Antrieb der Enterprise.
Dass Geordi dies erst einmal verdauen muss, liegt wohl auf der Hand, ist der Antrieb bzw. generell die Technik doch Geordis Lieblingsspielzeug, an dem er sich für unübertroffen hält (siehe z.B. auch "Die Begegnung im Weltraum"). Geordis charakterliche Qualitäten zeigen sich, als er Tauriks Leistung anerkennt und mit ihm zusammen die Modifikationen durchführt.
Erwähnenswert ist, dass Darsteller Alexander Enberg (Taurik) bereits in "Gefahr aus dem 19. Jahrhundert" eine Gastrolle als Reporter hatte und später bei VOY als Fähnrich Vorik erneut einen Vulkanier, der im Maschinenraum arbeitet, darstellt.

Als Nächstes wäre Patti Yasutake zu nennen: Seit der vierten Staffel ist sie als Schwester Ogawa mit zunehmender Regelmäßigkeit auf der Krankenstation zu sehen, und im Gegensatz zu vielen anderen Gastdarstellern bekam sie bereits mehrfach kurze Dialoge. Dies ist ihr wohl größter Auftritt in der Serie; da sie von Crusher zur Beförderung in den Rang einer Lieutenant vorgeschlagen wurde, muss ihr aktueller Rang der eines Fähnrich sein (was sich auch mit dem einen Knopf als Rangabzeichen deckt), was bisher nie erwähnt wurde, da sie immer mit "Schwester" angesprochen wurde.
Am Interessantesten bei ihr ist wohl das Verhältnis zu Andrew Powell, einem Lieutenant, der allerdings in dieser Episode nicht gezeigt wird. Damit erhält Alyssa endlich ein Privatleben, das ihren Charakter formt und ihm mehr Leben verleiht. Leider wird in den letzten Episoden der Serie so gut wie nicht mehr darauf eingegangen, abgesehen von "Gestern, Heute, Morgen", wo sie schwanger ist; höchstwahrscheinlich Andrews Verdienst, obwohl nicht explizit erwähnt.

Abschließend ist Fähnrich Sito Jaxa, gespielt von Shannon Fill, zu nennen. Sie ist eine alte Bekannte aus "Ein missglücktes Manöver", 5. Staffel. Damals gab es auf der Sternenflottenakademie einen Trainingsunfall, als die Flugstaffel, der Wes Crusher und Sito Jaxa angehörten, ein riskantes und verbotenes Manöver durchführte, bei dem ein Kadett getötet wurde. Die verbleibenden vier Mitglieder versuchten, den Zwischenfall zu vertuschen und als Unfall darzustellen. Unglücklicherweise war Picard mit der Enterprise zugegen, so dass Wes gezwungen wurde, das Manöver zuzugeben. Als Bestrafung wurde der Staffelführer Nicholas Locarno von der Akademie geworfen, die anderen mussten das letzte Jahr wiederholen, unter ihnen Sito.
Nun ist sie auf der Enterprise, und zwar seit sieben Monaten, wie sie Picard gegenüber erwähnt. Es ist etwas schade, dass sie in jenen sieben Monaten nicht einmal als Gastdarstellerin zu sehen war, aber man kann es wohl verzeihen, freut man sich doch jedes Mal, wenn überhaupt eine bekannte Person noch einmal mit von der Partie ist.
Sitos Charakter wird hier ausgebaut, man geht auf ihre bajoranische Herkunft ein, so dass sie lebendiger wirkt und einem sympathisch wird. Es zeigt sich, dass sie offensichtlich zu Worfs Lieblingsschülern gehört, den sie auch zu beeindrucken weiß, als er mit ihr das Gi'tahl durchführt, einen Test, den es eigentlich nicht gibt. Er wollte ihr damit vielmehr klarmachen, dass sie sich gegen Picard durchsetzen muss, wenn ihr das Leben auf der Enterprise nicht zur Hölle werden soll. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass Picard sie sicher schon vorher für den Auftrag vorgesehen hatte und Worf daher die Möglichkeit ließ, ihr ein wenig Hilfestellung zu geben, immerhin wird man nicht jeden Tag vom Captain zur Sau gemacht für einen Fehler, den man längst eingesehen hat.
Bedauerlich und sinnlos, genau deswegen auch tragisch, ist ihr Tod auf der Geheimmission. Es passiert generell selten, dass bei TNG ein Besatzungsmitglied stirbt. Nur in einem Fall gab es dabei irgendeine Form von anhaltender Betrübnis, nämlich als Tasha in der ersten Staffel starb ("Die schwarze Seele"), ansonsten beschränkte man sich auf eine kurze Verlustmeldung (etwa in "Zeitsprung mit Q", wo bei einem Angriff der Borg mal eben 18 Crewmitglieder getötet wurden, für die keine Zeremonie gezeigt wurde). Daher wirken Picards Niedergeschlagenheit, wie auch die von Worf und Sitos Freunden, einigermaßen echt und verständlich und verleihen der Episode einen traurigen Schluss, was sehr selten ist und den Zuschauer nach einer spannenden Episode ein wenig nachdenklich stimmen mag.

Über die Handlung ist nicht viel zu sagen: Neben dem Beförderungsplot geht es nur um den cardassianischen Spion, der irgendwie wieder zurückkommen muss. Als Haupthandlung hätte man sehr viel mehr daraus machen können, als Nebenhandlung jedoch gibt es genug her, um in die Episode zu passen.

Eine geradezu faszinierende Anhäufung stellen allerdings die "7%" dar: An drei Stellen, wo es um eine Leistungssteigerung geht, beträgt diese sieben Prozent: zunächst Tauriks Verbesserung am Antrieb, dann die Zeit, die die Beta-Schicht schneller war als die Alpha-Schicht, und zum Schluss die nötige Leistungssteigerung des Transporters, um den Cardassianer aus der Kapsel zu beamen. Ob es sich hier um einen Zufall handelt oder einen versteckten Scherz, bleibt wohl der Phantasie des Zuschauers überlassen.

Zu erwähnen ist auf jeden Fall noch die wunderbare Szene, als sowohl die Anwärter als auch die Offiziere pokern: Geschickt wechselt die Kamera zwischen beiden Räumen, wo die Gespräche jeweils einen ganz ähnlichen Verlauf nehmen, und setzt immer da an, wo zuvor aufgehört wurde. Das bietet sowohl eine gute Prise Humor als auch einen interessanten Einblick, wie ähnlich sich manche Leute sind (mit dem Unterschied, dass Riker immer gewinnt, Lavelle nicht).

Ein interessantes Detail ist unserem Leser Robby Tonn aufgefallen:
Bei der deutschen Erstausstrahlung auf SAT.1 und auch bei den Wiederholungen auf kabel eins hieß die Episode "Beförderung", siehe Screen-Capture.
Bei den DVDs wird der Titel im Gegenzug mit "Beförderungen" angegeben, jedenfalls auf der Packung (die Episodentitel selbst sind auf allen DVDs im englischen Original).

Abschließend lässt sich festhalten, dass "Beförderungen" das Leben auf der Enterprise vielfältiger darstellt, als es sonst der Fall ist und sich dadurch zu Episoden wie "Datas Tag" einreiht, wo die Handlung hinter der Atmosphäre zurücktritt und einem angenehm anderen Fernsehereignis Platz bereitet.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

  • Fähnrich Sito ist bekannt aus "Ein missglücktes Manöver", fünfte Staffel.
  • Alexander Enberg (Taurik) spielt auch bei VOY einen Vulkanier.
  • Die Streitigkeiten mit den Cardassianern bilden die Ausgangssituation von DS9.
 
 
 
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 Erstausstrahlung USA:
  5. 2. 1994

 Erstausstrahlung D:
  12. 7. 1994

 Regie:
  Gabrielle Beaumont

 Buch:
  René Echevarria
  Ronald Wilkinson
  Jean Louise Matthias

 Gaststars:
  Bruce Beatty
  Alexander Enberg
  Shannon Fill
  Dan Gauthier
  Don Reilly
  Patti Yasutake



  Zuletzt geändert:
  2015-02-06, 23:40
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