Deutscher StarTrek-Index  
  1.24 Falsche Paradiese  
  This Side of Paradise  
 

Review: Matthias Weber
Statistik: Elisabeth Leidenfrost

 
 
 

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 3417,3
Die Enterprise fliegt zum Planeten Omicron Ceti III, auf dem sich vor 3 Jahren eine Siedlergruppe niedergelassen hat. Seither ist jeder Kontakt abgebrochen. Die Kolonisten wurden für tot erklärt, denn der Planet sendet Berthold-Strahlen aus, die bei längerer Einwirkung tödlich sind.
Ein Außenteam, bestehend aus Kirk, Spock, McCoy, Sulu sowie den Lieutenants DeSalle und Kelowitz beamt auf den Planeten. Erstaunlicherweise finden sie alle Kolonisten lebend vor. Die Berthold-Strahlen haben ihnen offenbar nicht geschadet. Sie haben sich lediglich nicht gemeldet, da ihr Subraumfunk defekt ist, erklärt Elias Sandoval, der Anführer der Siedlergruppe, der dem Außenteam alles zeigt. Spock trifft unter den Siedlern eine alte Bekannte, Leila Kalomi. Sie lernte ihn vor 6 Jahren auf der Erde kennen und verliebte sich in den Vulkanier, doch Spock konnte ihre Liebe nicht erwidern.
Während McCoy die Kolonisten untersucht, schauen sich die anderen Crewmitglieder in der Umgebung etwas um. Der Doktor stellt fest, dass alle Bewohner des Planeten kerngesund sind. Seltsamerweise stellt der Tricorder bei einem Kolonisten fest, dass er seinen Blinddarm noch hat, obwohl dieser laut den medizinsichen Unterlagen schon längst entfernt wurde. DeSalle findet heraus, dass die Getreideproduktion gerade reicht, um alle Siedler zu ernähren und obwohl der Boden eine viel größere Ernte hergeben würde, wird kein Getreide eingelagert. Außerdem gibt es auf dem Planeten keine Tiere, weder Schweine, noch Kühe, noch Pferde, nicht einmal Insekten sind vorhanden.
Spock macht einige Untersuchungen, als Leila ihn zu einer seltsamen Pflanze führt, die Sporen versprüht, als Spock ihr zu nahe bekommt. Der Vulkanier kann dadurch auf einmal Gefühle empfinden. Leila erklärt ihm, dass die Pflanzen überall auf dem Planeten sind, sie sorgen dafür, dass man gesund bleibt, gleichzeitg würden sie ein anhaltendes Glücksgefühl erzeugen. Spock gesteht Leila nun seine Liebe. Er denkt nicht mehr an seine Arbeit sondern spaziert mit ihr in der Gegend herum.

Die Enterprise hat inzwischen den Befehl vom Sternenflottenkommando erhalten, dass alle Kolonisten zu evakuieren sind. Doch Sandoval ist nicht begeistert von diesem Vorschlag, er weigert sich zu kooperieren. Kirk ruft Spock und fragt nach den Ergebnissen seiner Untersuchungen, doch sein Erster erklärt, unter dem Einfluss der Sporen stehend, dass er keine Lust mehr habe zu arbeiten. Daraufhin begibt sich Kirk selbst auf die Suche nach Spock. Als er ihn findet, hängt dieser zum Spaß an dem Ast eines Baumes. Kirk versteht nicht was mit ihm los ist und lässt den Vulkanier von Sulu und DeSalle unter Arrest stellen. Spock jedoch führt die beiden zu der Pflanze mit den Sporen und so werden auch seine Bewacher infiziert. Nur Kirk ist noch normal. Als er McCoy trifft ist dieser auch schon von den Sporen benebelt.
Kirk beamt auf die Enterprise, doch irgend jemand hat auch schon einige Pflanzen auf das Schiff gebracht und es infizieren sich immer mehr Crewmitglieder mit den Sporen. Uhura hat die Kommunikation mit der Sternenflotte sabotiert, man kann jetzt nur noch mit dem Planeten Kontakt aufnehmen. Die gesamte Crew begibt sich zum Transporterraum und möchte auch hinuntergebeamt werden. Auf Kirks Befehle reagiert sie nicht mehr. Der Captain begibt sich erneut auf den Planeten. Er trifft auf Spock und Sandoval. Der Vulkanier erklärt ihm die Wirkungsweise der Sporen und ist der Meinung, dass dieser Planet das Paradies sei und dass Kirk sich ihnen anschließen solle. Doch Kirk beamt zurück auf die Enterprise und bleibt dort als Einziger zurück.
Durch Zufall wird der Captain auf dem Schiff von einer herumliegenden Pflanze infiziert. Plötzlich ist auch er bereit, sich auf den Planeten zu begeben. Er packt seine Sachen, doch im Transorterraum besinnt er sich noch einmal und wird wütend auf sich selbst. Durch diesen Zorn lässt die Wirkung der Sporen nach, was bei Kirk zu der Vermutung führt, dass starke Emotionen die Sporen neutralisieren. Er nimmt mit Spock Kontakt auf und lockt ihn unter einem Vorwand auf das Schiff. Dann provoziert er seinen Ersten Offizier so lange, bis dieser ausrastet und sich eine wilde Schlägerei mit seinem Captain liefert. Dadurch wird auch bei Spock die Wirkung der Sporen aufgehoben und die beiden überlegen sich einen Plan, wie sie die Crew wieder auf das Schiff zurückholen können.
Spock baut einen Unterschallsender, der über die Kommunikationsfrequenz auf den Planeten gerichtet wird und bewirkt, dass die Nerven aller Crewmitglieder auf der Oberfläche bis aufs Äußerste gereizt werden. Das führt zu einer Reihe von körperlichen Auseinandersetzungen, die alle wieder normal werden lassen.
Die Crew wird aufs Schiff zurückgebeamt und auch Sandovals Gruppe ist nun bereit mitzukommen.
Im Transporterraum nimmt Spock Abschied von Leila. Sie empfindet noch immer das Gleiche für ihn, auch wenn die Wirkung der Sporen nicht mehr vorhanden ist, doch Spock kann ihre Gefühle nicht mehr erwidern.

Bewertung

Nach einigen recht komplexen Folgen haben wir es bei "Falsche Paradiese" eher mit einer spaßigen Folge ohne besonderen Tiefgang zu tun. Die Story ist haarsträubend. Da hätten wir einige Pflanzen, die durch ihre Sporen Gesundheit garantieren und gleichzeitg eine Art Glückspille sind. Die Auflösung ist nicht weniger "interessant". Kirk findet heraus, dass starke Gefühle, wie Wut und Zorn, das Ganze wieder aufheben und prügelt sich daraufhin mit Spock herum. Ebenso merkwürdig ist der sogenannte Unterschallsender, der eine Massenschlägerei unter der Besatzung und den Kolonisten auslöst. Die ganze Geschichte scheint ziemlich an den Haaren herbeigezogen zu sein, aber darauf kommt es bei dieser Folge auch nicht großartig an. Vor allem durch ihren Humor kann sie eigentlich gar nicht schief gehen.
Bezüglich Spock ist die Folge charakterseitig durchaus interessant. Er darf nach 1.04: Implosion in der Spirale hier zum zweiten Mal Gefühle ausleben, kann allerdings, im Gegensatz zu damals, inzwischen ungleich besser damit umgehen. Er darf sich zum ersten Mal im Laufe der Serie verlieben und obwohl er später seine vulkanische Kontrolle wieder zurückerlangt, scheint er es fast zu bedauern, dass er nicht einfach wieder zu Leila zurückkehren kann. Insofern endet die Folge außergewöhnlich tragisch. Leonard Nimoys Darbietungen wirken überzeugend und er hatte sichtlich Spaß daran Szenen zu drehen, die sonst für seinen Charakter völlig unmöglich wären. So gehört der gewandelte Spock zu den Highlights der Folge.
Nicht weniger gelungen ist William Shatners Darstellung des einzig nicht Infizierten. Kirk argumentiert, dass die Menschen für das Paradies nicht geschaffen seien. Sie seien vielmehr dazu gemacht, zu kämpfen, zu arbeiten und sich weiterzuentwickeln. Stagnation, wie in Sandovals Welt, liege nicht in der Natur des Menschen, deswegen könne er im Paradies auch nicht existieren. Der Mensch brauche eine Herausforderung, die ihn immerzu antreibt. Neben dieser sehr amerikanischen Argumentation sind auch die Szenen mit dem einsamen Captain auf der Enterprise besonders gelungen.

Die wundersamen Sporen der seltsamen Pflanzen auf dem Planeten sollte man einer Betrachtung aus medizinischer Sicht besser nicht unterziehen. Erstaunlich ist nur, dass die so gefährliche Berthold-Strahlung am Ende der Folge überhaupt keine Rolle mehr spielt.

Ein Wiedersehen gibt es in dieser Folge mit den Lieutenants Leslie und DeSalle und Lieutenant Commander Kelowitz. Letzterer ist hier das letzte Mal zu sehen, während die anderen beiden noch weitere Auftritte haben werden.
Das Drehbuch stammt wieder einmal von D.C. Fontana, welche nach diesem Beitrag endlich in den ständigen Autorenstab aufgenommen wurde. Ursprünglich sollte sich in der Folge nicht Spock, sondern Sulu verlieben. Erst D.C. Fontana kam auf die Idee, das Ganze auf Spock umzuschreiben. Von dieser Idee waren ursprünglich weder die Produzenten noch die Schauspieler überzeugt. Storyautor Jerry Sohl lieferte bereits das Drehbuch zu 1.10: Pokerspiele und ist auch an der Story zu 3.14: Wen die Götter zerstören beteiligt.
Regie führte erstmals Stammregisseur Ralph Senensky, welcher insgesamt 7 Episoden inszenierte.

Die deutsche Version wurde von Sat.1 hergestellt und enthält wieder alle Originalszenen. Auch sonst gibt es wenig auszusetzen, lediglich Kirks Aussage, dass man nicht gekommen sei um Sandovals Radio zu reparieren ist Blödsinn. Ein Radio besitzt dieser im 23. Jahrhundert sicherlich nicht. Hier wurde das englische "radio" wörtlich übersetzt, statt mit der korrekten Übersetzung "Funk".
Der deutsche Titel "Falsche Paradiese" ist wieder einmal falsch, da es - wenn überhaupt - nur ein einziges Paradies auf dem Planeten gibt und nicht mehrere.
Interessant ist auch, dass die deutsche Version immer noch Probleme mit den Namen der Beteiligten hat. Kirk kontaktiert hier Spock mit den Worten: "Ich bin's, Jim." Das ist auch vollkommen richtig übersetzt, allerdings wird es vom deutschen Sprecher so betont, als ob Spocks Vorname Jim ist.
Für die DVD-Version wurde nichts verändert.

An der Spannung gibt es wenig auszusetzen, die Folge ist so in Szene gesetzt, dass hier ohne Probleme 5 Punkte vergeben werden können.
Special Effects gibt es in der ganzen Folge kaum, sie kommt aber auch gut ohne diese aus. Die vielen Außendrehs wirken sich aber positiv auf diese Wertung aus. Sie mussten an zwei verschiedenen Schauplätzen durchgeführt werden, da die Darstellerin der Leila, Jill Ireland, einen Tag krank war und der ursprüngliche Drehort nach diesem Tag Pause nicht mehr verfügbar war.
Die Handlung wird etwas durch die wirre Herleitung abgeschwächt, kann aber durch gute Charakterstudien von Kirk und Spock immer noch einigermaßen überzeugen und erhält 4 Punkte.

Fazit: Leichte Star Trek-Kost für zwischendurch, bei der vor allem der am Baum hängende Spock, die Schlägerei zwischen ihm und Kirk und die bewegende Abschiedsszene mit Leila in Erinnerung bleiben.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Eddie Paskey ist hier zum 4. Mal als Lieutenant Leslie mit von der Partie. Sein letzter Auftritt war in Folge 1.21: Landru und die Ewigkeit. Das nächste Mal wird er in 1.27: Auf Messers Schneide zu sehen sein. Eddie Paskey spielt außerdem einen Eminianer in 1.23: Krieg der Computer.

Michael Barrier ist in dieser Folge zum zweiten Mal als Lieutenant Vincent DeSalle zu sehen. Sein letzter Auftritt war in Folge 1.17: Tödliche Spiele auf Gothos. Als Nächstes wird er in 1.28: Griff in die Geschichte zu sehen sein.

Grant Woods ist hier zum dritten und letzten Mal in der Rolle von Lieutenant Commander Kelowitz zu sehen. Er spielte die Rolle auch schon in 1.16: Notlandung auf Galileo VII und 1.18: Ganz neue Dimensionen.

Bobby Bass war in 1.22: Der schlafende Tiger als Wache zu sehen. In 1.26: Kampf um Organia wird er einen Klingonen spielen.

Dies ist Ralph Senenskys erster Regiebeitrag zur Originalserie. Er drehte insgesamt 7 Episoden, neben "Falsche Paradiese" auch noch

In der TNG-Folge 6.04: Besuch von der alten Enterprise gibt es eine kurze Szene, in der die leere Brücke der alten Enterprise zu sehen ist. Diese Szene wurde aus dieser Folge entnommen. Eine kurze Sequenz, in der man hier eine leere Brücke sieht, wurde dabei zu einer Endlosschleife verarbeitet.



Kleine TOS-Statistik

1. Zerrissene Shirts von Kirk: 0
Kirks Shirt bleibt in tadellosem Zustand.
2. Kirks Eroberungen: 0
Dieses Mal darf ausnahmsweise Spock erobern.
3. Anwendungen von Spocks Nackengriff: 0
Spocks Nackengriff kommt hier nicht zum Einsatz.
4. Spocks "Faszinierend": 0 mal
Spock fasziniert hier gar nichts.

Aber:
Sulu findet die Wirkung der Pflanzen faszinierend.
5a. Spocks "logisch": 0 mal
Spock findet hier nichts logisch.

Aber:
Kirk: "Wenn wir beide im Knast sitzen, wer baut dann den Unterschallsender?"
Spock: "Das enthält eine gewisse Logik."
5b. Spocks "unlogisch": 0 mal
Spock findet hier überhaupt nichts unlogisch.
6. McCoys: "Ich bin Arzt und kein...": 1 mal
Pille zu Sandoval: "Wieso Arbeit. Ich bin Arzt!"
7. McCoys: "Er ist tot, Jim." und Variationen: 0 mal
Alle leben noch, Jim.
8. Tote Rothemden: 0
Die Rothemden bleiben diesmal verschont.
9. Hysterisch kreischende Frauen: 0
Hier kreischt niemand.
 
 
 
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  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  02.03.1967
  
 Erstausstrahlung D:
  04.01.1988

 Regie:
  Ralph Senensky

 Buch:
  D. C. Fontana

 Story:
  D. C. Fontana
  Nathan Butler
  (=Jerry Sohl)

 Gaststars:
  Jill Ireland
   [Leila Kalomi]
  Frank Overton
   [Elias Sandoval]
  Michael Barrier
   [Lieutenant
   Vincent DeSalle]
  Eddie Paskey
   [Lieutenant Leslie]
  Dick Scotter
   [Lieutenant Painter]
  Grant Woods
   [Lieutenant
   Commander Kelowitz]
  Bobby Bass
   [Crewmitglied]



  Zuletzt geändert:
  2017-02-10, 02:25
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