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TOS 2.16 Meister der Sklaven


T h e   G a m e s t e r s   o f   T r i s k e l i o n

Review: Matthias Weber
Statistik: Elisabeth Leidenfrost

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 3211,7
Die Enterprise befindet sich im Orbit um den Planeten Gamma II. Kirk, Uhura und Chekov wollen auf den Planeten beamen, um die Kommunikations- und Astronomieeinrichtungen auf der unbemannten Station der Föderation zu überprüfen. Als die drei auf die Transporterplattform treten, verschwinden sie plötzlich spurlos. Scotty kann keine Fehlfunktion am Transporter feststellen. Spock beginnt damit die Oberfläche des Planeten nach den dreien abzusuchen.

Kirk, Chekov und Uhura wachen unterdessen auf der Oberfläche eines Planeten wieder auf. Sie glauben zunächst auch an eine Transporterfehlfunktion, da sie sich keinesfalls auf Gamma II befinden. Sie befinden sich in einem trinären System. Kirk bekommt mit dem Funksprechgerät auch keinen Kontakt zur Enterprise.

Zwischen den Felsen treten plötzlich 4 Gestalten hervor, die einen Kampf mit dem Außenteam anfangen wollen. Kirk muss feststellen, dass auch die Phaser nicht funktionieren. Die drei verteidigen sich nach besten Kräften, doch sie werden letztendlich von den vier Angreifern überwältigt. Plötzlich erscheint eine glatzköpfige Gestalt, die sich als Galt vorstellt. Galt erklärt dem Außenteam, dass es sich auf dem Planeten Triskelion befindet, und hier zu Sklaven ausgebildet werden soll um dann den Rest des Lebens als Sklaven zu dienen. Die sogenannten Versorger haben die drei auf den Planeten transportiert.

Auf der Enterprise verläuft inzwischen die Suche nach den drei Vermissten nach wie vor ohne Ergebnis.

Als Kirk, Uhura und Chekov in ihre Zellen geführt werden, unternehmen sie einen Fluchtversuch, doch Galt hat offenbar die Kraft auf irgendeine Weise das Halsband, welches alle Sklaven tragen zu aktivieren. Dies verursacht bei den Betroffenen starke Schmerzen und Erstickungsanfälle. Die drei werden in drei verschiedene Zellen gesperrt. Als erstes taucht Uhuras Ausbilder Lars auf. Er wird sofort aufdringlich, doch Uhura kann ihn erfolgreich abwehren. Kirk bekommt als Ausbilderin die schöne Shahna zugeteilt. Sie bringt ihm zunächst sein Essen und er bekommt einige Informationen von ihr. Sie ist bereits auf Triskelion geboren worden und kennt nichts anderes als das Sklavenleben. Wenn die Ausbildung der drei beendet ist, werden sie von einem der drei Versorger ersteigert werden.
Auch Chekov bekommt eine Ausbilderin zugeteilt. Tamoon scheint an Chekov interessiert zu sein, doch Chekov erwidert diese Gefühle nicht.

Auf der Enterprise gibt es inzwischen eine erste Spur. Man hat eine ionisierte Wasserstoffwolke mit einer ungewöhnlichen Energieanzeige entdeckt. Spock folgt der Spur, obwohl McCoy und Scotty lieber auf dem Planeten weitersuchen würden.

Auf Triskelion ist es Zeit für das erste Training. Die drei üben mit ihren jeweiligen Ausbildern die verschiedensten Kampfstile. Galt erscheint mit einem Sklaven, welcher ungehorsam war. Der Sklave soll nun dazu verwendet werden, an ihm zu üben, doch Uhura weigert sich. Auch die anderen beiden wollen nicht an dem anderen Sklaven üben. Galt aktiviert erneut das Halsband, da melden sich zum ersten Mal die Versorger zu Wort. Man hört ihre Stimmen, ohne dass eine Quelle der Stimme zu sehen wäre. Sie zeigen Nachsicht mit der Enterprise Crew, da sie sich noch nicht lange auf dem Planeten befinden. Doch Uhura soll jetzt stattdessen zum Üben benutzt werden, doch Kirk sagt, dass er für die Handlungen seiner Leute verantwortlich ist, also wird Kirk für das Training genommen. Ihm werden die Hände auf dem Rücken zusammengebunden und Kirk muss sich auf einen Kampf mit Kloog, einem riesigen Neanderthaler einlassen. Der Kampf verläuft für Kirk nicht gut. In einer Pause kann Shahna Kirk jedoch den Tipp geben, dass Kloog auf dem einen Auge schlecht sieht. Kirk kann dieses Wissen nutzen, um Kloog zu schlagen. Die Versorger sind begeistert von den Neuankömmlingen und steigern bereits um sie. Versorger I bietet am meisten und ersteigert die drei.

Die Enterprise folgt weiter der Spur, auch wenn Scotty und McCoy immer noch der Meinung sind, dass Spock einer Phantasie nachjagt.

Shahna und Kirk machen einen Dauerlauf. Während einer Pause versucht Kirk einige Informationen aus Shahna herauszuholen. Als sie etwas Verbotenes über die Versorger sagen will, wird sie sofort mit Hilfe des Kragens von ihnen bestraft. Kirk nimmt jedoch die Schuld auf sich und da die Versorger dies sehr interessant finden, hören sie mit Shahnas Bestrafung auf. Shahna will wissen, wieso Kirk das gemacht hat und er erklärt ihr, dass es bei den Menschen üblich ist, sich gegenseitig zu helfen. Die beiden kommen auf das Thema Liebe zu sprechen. Shahna weiß nicht, was Liebe ist und Kirk vedeutlicht es ihr, indem er sie küsst. Da taucht Galt auf und schickt die beiden ins Trainingslager zurück.

Auf der Enterprise werden McCoys und Scottys Proteste gegen Spocks Vorgehen immer lauter, doch Spock macht ihnen klar, dass er das Kommando inne hat und nicht bereit ist, über sein Vorgehen zu diskutieren.

Bei einem weiterem Fluchtversuch werden Kirk, Uhura und Chekov erneut von Galt gestoppt.

Die Enterprise ist im Orbit um Triskelion. Als Spock sich gerade hinunterbeamen möchte, übernehmen die Versorger die Kontrolle über die Enterprise.

Kirk verlangt inzwischen die Versorger zu sehen und weil diese von ihm fasziniert sind, gewähren sie ihm die Bitte. Er steht plötzlich in einer unterirdischen Höhle vor einer Kuppel unter der drei Gehirne liegen. Die Versorger waren früher auch Wesen ähnlich den Menschen, doch sie haben sich über ihre körperliche Form hinausentwickelt und halten nun die Sklavenkämpfe zu ihrem Zeitvertreib ab. Kirk bietet ihnen den ultimativen Kampf an. Er kämpft gegen drei Sklaven, und wenn er gewinnt, werden alle Sklaven freigelassen und die Versorger bringen ihnen bei, wie sie ein eigenständiges Leben führen, wenn Kirk verliert, dann wird die gesamte Crew der Enterprise zu gehorsamen Sklaven. Die Versorger akzeptieren.

Kirk kämpft gegen Kloog, Lars und Thrall, einen Andorianer. Er kann den Kampf letztendlich für sich entscheiden. Die Versorger lösen ihr Versprechen ein und lassen alle Sklaven frei. Kirk verabschiedet sich von Shahna und die Enterprise verlässt den Planeten.


Bewertung
"Meister der Sklaven" wurde offenbar nach dem Prinzip geschrieben, was in anderen Folgen funktioniert hat, kann hier auch nicht schaden. So gibt es eine ganze Menge an Elementen, die man bereits aus anderen Folgen kennt, frei nach dem Motto: Man nehme ein paar übermächtige Wesen, eine Romanze Kirks, ein paar Auseinandersetzungen zwischen Spock und McCoy, sowie eine gehörige Portion Action in Form von ein paar Faustkämpfen und fertig ist eine tolle Star Trek Folge. Doch so einfach ist das ganze nun leider doch nicht. Oder vielleicht lieber Gott sei Dank ist es nicht so einfach, denn würde eine gute Star Trek Folge wirklich aus diesen Elementen bestehen, wäre ich wohl nie ein Star Trek Fan geworden.

Die Folge dürfte wohl vor allem die Action Fans erfreut haben, denn es wird die ganze Folge über sehr viel gekämpft. Entsprechend ist dann auch das Finale ein großer Kampf, indem Kirk mal wieder reihenweise seine Gegner verprügeln darf.
Ein ernsthafteres Thema behandelt die Folge kaum. Es ist auch schwer irgendeine Aussage herauszufiltern.

Einzig Kirks Plädoyers für die Freiheit, welches er hier erneut vom Stapel lässt und welches man als regelmäßiger TOS Zuschauer fast schon auswendig kennt, erinnern entfernt an eine Aussage, die hinter der Folge stecken soll. Kirk betont erneut, wie wichtig die Freiheit für die Menschen ist. So oft wie es behandelt wird, scheint es sich dabei um eines der absoluten Lieblingsthemen der Star Trek Autoren zu handeln.

Neben der vielen Action bietet die Folge vor allem einige leicht bekleidete, schöne Frauen und viele Streitereien zwischen Spock, McCoy und Scotty.

Recht interessant ist die Beziehung zwischen Kirk und Shahna. In die Entwicklung dieser Beziehung wurde relativ viel Zeit investiert und sie ist vielleicht noch das beste Element der Folge, für das erforderliche Zungenschnaltzen reicht's dann jedoch auch nicht.
Kirk setzt hier nach 2.07: Das Spukschloss im Weltall zum zweiten Mal seine Wirkung auf Frauen gezielt dazu ein, um an Informationen heranzukommen. So darf er die ganze Folge über sehr viel Süssholz raspeln.

Was Spock und McCoy angeht, so haben die beiden wahrlich schon bessere Zeiten erlebt. Die Folge scheint fast die These zu bestätigen, dass Spock und McCoy ohne Kirk, den dritten Teil des Triumvirats, ihren Reiz verlieren.
Jedenfalls widerlegt die Folge ganz deutlich die Behauptung, dass es in einer guten Serie unbedingt Konflikte unter den Hauptpersonen geben müsse. Die ewigen Streitereien zwischen Spock auf der einen und Spock und Scotty auf der anderen Seite beginnen in dieser Folge schon sehr bald zu nerven. Die Folge verzettelt sich ähnlich wie schon 1.16: Notlandung auf Galileo 7 wieder in Diskussionen über Spocks Logik, sowie seine Gefühlskälte, was auf Dauer leider nicht sehr interessant ist. Natürlich ist Spocks emotionsloses Verhalten für die Crew ungewöhnlich, aber ein gewisser Gewöhnungseffekt hätte inzwischen ja gerade bei McCoy und Scotty doch einsetzen müssen. Auch müsste McCoy und Scotty nach 44 Episoden eigentlich klar sein, dass Spock selten etwas unternimmt, wenn er nicht wirklich an den Erfolg glaubt. Und so behält Spock ja auch dieses Mal wieder Recht.
Hier hätte man also lieber auf die Auseinandersetzungen zwischen den dreien verzichtet, die Charaktere wirken um einiges sympathischer, als sie sich wieder vertragen und zusammenarbeiten. Die Streitereien wirken außerdem stark wie ein Mittel, um die Handlung auf die erforderlichen 45 Minuten zu strecken, da der Rest nicht genug hergab.

Das Außenteam, welches zu Beginn der Folge auf den Planten geschickt wird, ist ungewöhnlich zusammengesetzt. Es besteht aus Kirk, Chekov und Uhura. Obwohl Uhura und Chekov zum Außenteam gehören, haben sie jedoch kaum größere Rollen als sonst. Immerhin dürfen sie mal ein wenig aus ihrer gewohnten Umgebung heraus und die beiden dürfen immerhin ein paar Mal ihren Mut demonstrieren, als sie sich den Anweisungen der Versorger widersetzen. Trotzdem hätte die Folge vielleicht besser funktioniert, hätten Uhura und Chekov etwas mehr Handlung bekommen. Walter Koenig verdankte seine größere Rolle in dieser Folge übrigens dem Umstand, dass George Takei durch seine Mitarbeit an dem Film "The Green Berets" verhindert war.

Kirk pokert am Ende der Folge ganz schön hoch, als er sich mit den Versorgern auf ein Spiel einlässt. Für den Fall, dass er den Kampf verloren hätte, hätte die gesamte Enterprise Crew gehorsame Sklaven werden müssen. Entweder ist Kirk von seinen Kampfeskünsten sehr überzeugt, oder er hat sich schlicht gesagt, dass er nichts mehr zu verlieren hat.

Unter den Sklaven auf Triskelion befindet sich auch ein Andorianer, die in 2.10: Reise nach Babel eingeführt wurden.

Obwohl die Regeln für den finalen Kampf am Ende der Folge vorschreiben, dass Kirk auf den gelben und die Angreifer auf den blauen Flächen bleiben, scheint das niemanden zu interessieren. Alle trampeln nämlich dort rum, wo es ihnen gerade gefällt.

Unklar bleibt, um was die Versorger eigentlich wetten. Es ist die Rede von Quatloos, es wird aber nicht erklärt, um was es sich dabei handelt. Um Geld kann es sich wohl kaum handeln, da Geld für die Versorger keinen Wert hat.

Interessanterweise wird in der Folge sogar eine versuchte Vergewaltigung von Lars an Uhura angedeutet. Dies ist den damaligen Zensoren wohl entgangen, denn sonst wäre die Szene wohl nicht in der TV-Fassung gelandet.

In dieser Folge gibt es unter den Guest Stars keine bekannten Charaktere.
Das Drehbuch stammt von Margaret Armen, die zum ersten Mal für die Originalserie schrieb. Von ihr stammen auch noch die gelungenen Beiträge 3.03: Der Obelisk und 3.21: Die Wolkenstadt.
Regisseur Gene Nelson arbeitete nur dieses eine Mal für die Originalserie. Es ist die erste Folge in der 2. Staffel, in der kein Stammregisseur engagiert wurde.

Die deutsche Version wurde von Sat.1 hergestellt. Trotzdem wurden einige kleinere Szenen geschnitten. Dies ist zum einen ein kleiner Teil der Kampfszene zwischen Kirk und dem Einäugigen. Hier fiel gleichzeitig auch ein Logbucheintrag von Kirk der Schere zum Opfer. Außerdem wurde noch beim finalen Kampf geschnitten, als Kirk einen seiner Angreifer mit einem Speer durchbohrt. Ansonsten gibt es wenig an der deutschen Version auszusetzen. Lediglich Kirks Wettaussage gegen Ende der Episode wurde falsch übersetzt. In der deutschen Version sagt Kirk, dass seine Leute gegen die Sklaven gewinnen werden, wenn sie sich die Waffen aussuchen dürfen. Dies dürfte wohl den einen oder anderen deutschen Zuschauer verwirrt haben, da gerade die Waffenwahl später den Versorgern überlassen wird. Im Original sagt Kirk dagegen auch, dass die Waffenwahl den Versorgen überlassen wird.
Für die DVD-Version wurden auch die fehlenden Szenen noch ergänzt.

Alles in allem beinhaltet die Folge ein ziemlich merkwürdiges Sammelsurium an Elementen, die man bereits aus anderen Folgen kennt. Die Folge mag vielleicht die Action-Fans zufriedenstellen, doch die anderen Zuschauer wird sie wohl eher enttäuscht haben. Insgesamt wohl der Tiefpunkt der 2. Staffel und das ausgerechnet zwischen zwei Highlights der Serie.
Spannung: 2 SFX: 4 Handlung: 2 Gesamt: 2
Zusammenhänge
Dick Crockett hatte bereits in der vorherigen Folge 2.15: Kennen Sie Tribbles? einen Auftritt als Klingone.

Joseph Ruskin, der Darsteller von Galt, spielte in den DS9-Folgen 3.03: Das Haus des Quark und 5.03: Gefährliche Liebschaften die Rolle von Tumek. Außerdem hat er einen Auftritt als Informant in der DS9 Folge 3.20: Der geheimnisvolle Garak Teil 1, sowie als Vulcan Master in der Voyager Folge 5.13: Schwere.
Kleine TOS-Statstik
1. zerrissene Shirts von Kirk: 1
Kirks Shirt zerreißt während eines Kampfes mit Kloog. Anschließend zieht Kirk sein Shirt sogar aus und lässt uns seine Wunden bewundern.
2. Anwendungen von Spocks Nackengriff: 1
Kirk verzaubert die schöne Ausbildnerin Shahna, während deren Kollegin Tamoon von Chekov angetan ist.
3. Spocks "Faszinierend": 0 mal
Spock fasziniert hier nichts.
4a. Spocks "logisch": 4 mal
Spock meint, eine Untersuchung, wie lange Menschen in einem Transporterstrahl leben können, wäre ein faszinierendes Forschungsprojekt.
Spock findet die ionisierte Spur, die sie schließlich zu den entführten Crewmitgliedern führt, faszinierend.
Weiter findet er es faszinierend, dass es auf Triskelion keine Energiequelle gibt.
Ebenso bezeichnet er Kirks Erklärung als faszinierend, dass die Versorger Menschen entführen, um sie gegeneinander kämpfen zu lassen und Wetten auf sie abzuschließen.
4b. Spocks "unlogisch": 1 mal
Spock zu Pille, als dieser an seinem vulkanischem Verstand zweifelt: "Ich will damit gar nichts sagen, Doktor. Ich bemühe mich eine logische Schlussfolgerung zu ziehen."

Außerdem:
Pille zu Spock: "Ich will von Ihnen keine Schätzung und verschonen Sie mich bitte mit Ihrer gefühllosen Logik!"
5. McCoys: "Ich bin Arzt und kein...": 0 mal
McCoy darf seinen berühmten Satz nicht sagen.
6. McCoys: "Er ist tot, Jim." und Variationen: 0 mal
Alle leben noch, Jim.
7. tote Rothemden: 0
Die Rothemden bleiben diesmal verschont.
8. hysterisch kreischende Frauen: 0
Hier kreischt niemand.
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Ausdruck vom: 08. 02. 2012
Stand des Reviews: 21. 04. 2010
URL: http://www.startrek-index.de/tv/tos2_16.htm