Deutscher StarTrek-Index  

Archer gegen eine unbekannte Bedrohung

von Andrej Schwabe, 05.03.2004

Handlung:
Die Enterprise empfängt einen Notruf vom Planeten Oan. Seine Bevölkerung leidet offenbar an einer unbekannten Krankheit, an denen dann auch fast alle gestorben sind, als die Enterprise den Planeten erreicht. Die Crew rätselt noch, woher die Seuche kam, als ein telepathisches Energiewesen Kontakt zu T'Pol aufnimmt, um der Crew zu helfen.

Kritik:
Da haben wir mal wieder einen guten alten Trek-Roman wie er auch zu Kirks Zeiten hätte spielen können. Dillard fährt alle erzählerischen Geschütze auf, die es in dieser Hinsicht gibt: Der Captain stellt sich kampfesentschlossen dem Gegner, es geht um das Aussterben einer ganzen Zivilisation, es gibt Energiewesen und natürlich noch eine kleine Botschaft am Ende.

Suraks Seele J.M. Dillard hat sich ja mit ihren meist sehr gut geschriebenen Star Trek-Romanen und den Nacherzählungen zu den Filmen (die ebenfalls von guter Qualität sind) einen großen Namen gemacht. Diesen kann sie auch dieses Mal zum Einsatz bringen.
Die Idee der Geschichte ist leider nicht neu und auch relativ schnell wird klar, wie sich alles auflösen wird. Doch J.M. Dillard versteht es, durch geschickte Formulierungen und gute Dialoge trotzdem die Spannung für den Leser aufrechtzuerhalten und sogar noch zu steigern. Eigentlich weiß man, was passieren wird, blättert aber dennoch jedes Mal gespannt um. Sie trimmt die Geschichte nicht auf simple Action, sondern gleicht Charaktere und Handlung gut aus, sodass der Leser die Möglichkeit hat, die Handlung intensiv zu erleben.
Probleme hat Dillard leider etwas am Anfang; sie verweilt zu lange bei Archers Trauer um die vielen Toten, was sicher moralisch in Ordnung geht, aber die Geschichte absolut nicht in Gang bringt. Und Archer halte ich zudem auch nicht für einen Menschen, der sich so stark an seinem Vater orientiert, dass er sich immer nur in seiner Verantwortung sieht und sich Vorwürfe macht. Dafür ist er zu selbständig, glaube ich.

Mit den anderen Charakteren geht Dillard behutsam um. Sie sind so lebendig wie im Pilotfilm, teilweise sind noch sympathischer. Viel erfahren wir nicht, können wir auch nicht schon aufgrund der Handlungsstruktur und der Kürze des Textes wegen. Ziemlich oft wirken sie wie eine moderne Variante der Classic-Crew, was eine nette Anlehnung an die Classic-Romane darstellt und nicht antiquiert oder gar aufgezwungen wirkt.

T'Pol lernt diesmal, dass Notwehr manchmal doch nötig ist und absolute Gewaltlosigkeit wenig sinnvoll ist. Es bedarf nämlich auch einer gewissen Wehrhaftigkeit. Das ist uns Menschen natürlich sofort klar, wir stoßen eher ins andere Extrem.
Trotzdem der Konflikt natürlich interessant und spannend ausgestaltet wird (Bezug zu Ghandi und Surak, dem Vater der vulkanischen Philosophie), ist seine Lösung dennoch vorhersehbar. T'Pol würde nun mal doch den Finger heben, wenn das Schiff vor der Vernichtung stünde.

Fazit: Kein richtig genialer Roman, aber durchaus als Nebenbei-Lektüre zu empfehlen.

Infos:
Enterprise, Band 4
Titel: Suraks Seele (Surak's Soul)
Autor: J. M. Dillard
Erscheinungsjahr: Deutschland: 2003, USA: 2003
Deutsche Übersetzung von Andreas Brandhorst
Preis: 7,95 €
Wilhelm Heyne Verlag, München
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