Deutscher StarTrek-Index  

Aufbruch ins Unbekannte

von Andrej Schwabe, 31.07.2008

David Mack Lange mussten die Fans der deutschen Star Trek-Literatur warten, aber seit Anfang des Jahres 2008 gibt es neues Material auf dem Markt.
Den Anfang des neuen dreiteiligen Zyklus "Vanguard" macht "Der Vorbote". Als Autor zeichnet sich David Mack verantwortlich, der schon für DS9 bei "Starship Down" und "It’s only a Paper Moon" zur Feder gegriffen hat und einige Star Trek Romane verfasst hat. Er lebt mit seiner Frau Kara in New York (www.infinitydog.com).

Handlung:
Nach den Ereignissen aus "Where No Man Has Gone Before"/"Die Spitze des Eisbergs" steuert die Enterprise die Taurus-Region an, um in der Vanguard-Raumstation ihre Schäden reparieren zu lassen.
Für die Taurus-Region scheint sich nicht nur die Föderation sehr zu interessieren, auch Klingonen und Tholianer zeigen starke Präsenz. Kirks Interesse wird durch einen seltsamen Vorfall noch weiter verstärkt.

Kritik:
Vanguard: Der Vorbote Da "Der Vorbote" der erste Teil der "Vanguard"-Reihe ist, investiert Mack viele Seiten, um die Charaktere mitsamt ihrer Probleme einzuführen, genauso wie den neuen Ort: Vanguard, eine mächtige, eilig gebaute Raumstation am Rande des Föderationsgebietes.
Nicht nur die Raumstation selbst auch die vielen Konflikte und Probleme der Charaktere erinnern ein wenig an DS9 oder ihre Schwesterserie Babylon 5. Öfters scheinen die Figuren nicht die zu sein, für die sie gehalten werden. Beispielsweise der Spion, der sich unter die Föderationsleute gemischt hat, aber auch der zwielichtige Geschäftsmann Ganz wird sicher noch für einige Überraschung gut sein. Und auch Commodore Reyes hat eine bewegende Vergangenheit.
Mack hat gut daran getan, den Personenkreis noch stärker als bei DS9 zu erweitern und erzählt nicht nur von der Sternenflotten-Crew, sondern zum Beispiel auch von einem jungen Reporter, der noch einigermaßen grün hinter den Ohren ist. Das bringt einige Abwechslung in die Geschichte und man nimmt als Leser viel mehr Facetten der Story wahr.
Natürlich hindert die Einführung in Personen und Orte Mack daran, übermäßig in Action zu schwelgen, andererseits bieten sie eine gute Grundlage für eine spannende Fortsetzung.

Die Handlung läuft anfangs etwas schwerfällig an, gewinnt aber im Verlauf des Romans erfreulicherweise an Fahrt und man fragt sich als Leser schon, warum die abgelegene Taurus-Region eine solche Aufmerksamkeit seitens der Föderation, Klingonen und Tholianer genießt.
Insgesamt ist die Atmosphäre düsterer als zu Zeiten der Originalserie – auch das ein Tribut an die DS9-Vergangenheit von Mack. Dadurch wirken die "alten" Trek-Charaktere ein wenig wie in die heutige Zeit gebeamt, was allerdings zu keiner Zeit lächerlich oder unangemessen wirkt.

"Der Vorbote" erscheint nicht im Heyne-Verlag/Random House wie frühere Romane, sondern im Cross-Cult-Verlag. Cross-Cult wird dankbarerweise auch weitere Star Trek-Romane herausgeben (www.cross-cult.de).
Dies ist gleichzeitig ein Glücksfall für alle Leser, die sich über den Roman hinaus zum Beispiel für den Autor interessieren, denn der Verlag hat sich nicht lumpen lassen und noch ein offenes Interview mit David Mack über die Entstehungsgeschichte von "Der Vorbote" und persönliche Eindrücke zu Star Trek, eine Karte der Raumstation und ein umfangreiches Register der Charaktere spendiert.
Bleibt zu hoffen, dass dieses hohe Niveau auch bei zukünftigen Veröffentlichungen beibehalten werden kann.

Das Warten hat sich also mehr als gelohnt. "Der Vorbote" erzählt eine interessante Geschichte, die eine fantastische Ausgangsbasis bietet, um in den folgenden Romanen mitreißende und spannende Storys zu spinnen.
In dem Sinne also auf jeden Fall lesenswert.


Infos:
Star Trek: Vanguard
Titel: Der Vorbote (Harbinger)
Autor: David Mack
Erscheinungsjahr: Deutschland: 2008, USA: 2005
Deutsche Übersetzung von Mike Hillenbrand
Preis: 12,80 €
Cross Cult

Mit freundlicher Unterstützung vom Cross Cult Verlag

Fragen, Kritik oder Anregungen? Schreiben Sie an Andrej Schwabe.

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