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Picard im Winter

von Andrej Schwabe, 04.12.2009

Inhalt:
Auf Kevratas wütet ein Tod bringender Virus unter der einheimischen Bevölkerung. Zwar möchte die Föderation ihnen helfen, allerdings liegt der eisige Planet in der romulanischen Neutralen Zone. Daher begibt sich die Leiterin des Medizinischen Dienstes Beverly Crusher, die inzwischen die Enterprise verlassen hat, auf einen geheimen Hilfseinsatz. Als sie nach mehreren Tagen vermisst wird und für tot gehalten wird, schickt die Föderation Picard und einige Bekannte, mit denen er auf der USS Stargazer zusammen gearbeitet hat, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Kritik:
Tod im Winter Der sicherlich beherrschende Teil des Romans umfasst die Beziehung zwischen Beverly und Jean-Luc, die sich hier sogar über mehrere Zeitebenen fortsetzt. "Tod im Winter" beginnt bei der Hochzeit von Beverly und Jack Crusher während Jean-Lucs Stargazer-Zeit und lässt viele Stationen Revue passieren, wie den Tod von Jack oder die Zeit an Bord der Enterprise-D. Was am Anfang noch ein wenig wirkt, als würde nach Deanna und Will ein zweites Star Trek-Offizierspärchen gesucht werden, findet dadurch am Ende eine ganz nachvollziehbare und hübsche Wendung. Trotzdem ist es schon verwirrend, dass es dazu einen Beinahe-Tod und die unwirtliche Landschaft von Kevratas mitsamt der Romulaner braucht.

Noch weniger leuchtet es ein, warum Picard zusammen mit seinen alten Stargazer-Kumpels nach Kevratas aufbricht. Dr. Greyhorse soll anstelle von Beverly den Virus bändigen, hat sich aber in dem mittelmäßigen Friedman-Roman "Wieder vereint" dadurch hervorgetan, dass er bei einem Treffen aller Stargazer-Offiziere die gesamte Mannschaft der Enterprise vergiften wollte. Pug Joseph hat zwar einen Frachter, mit dem die drei problemlos in den romulanischen Raum vordringen können, nervt aber schon nach ein paar Seiten mit überheblichem Geschwafel. Eine andere Ursache als eitle Selbstreferenz seitens Friedmans scheint hinter dem Auftreten von Greyhorse und Joseph nicht zu stecken.

Interessant hätte ebenfalls der romulanische Teil der Handlung sein können, immerhin sind auch Sela und Tomalak mit von der Partie. Außerdem beginnt "Tod im Winter" mit einer Passage über den romulanischen Spion Manathas, der versucht, einige Haar- und Hautzellen von Picard zu ergattern, um später daraus einen Klon züchten zu können, der als Shinzon bekannt wird. Leider sind nach dem ersten Titan-Roman "Eine neue Ära" aber die wichtigsten politischen Entwicklungen im romulanischen Imperium bekannt. So bleibt für die Romulaner und den Leser am Ende nur der schwach brüstige Action-Teil, den man dann gepflegt durchblättern kann.

Als erster Roman der "Second Decade" der Next Generation-Romane wirkt "Tod im Winter" arg beliebig - mit austauschbarer Story und oft langweiligen Charakteren. Man spürt zwar die Leere an Bord der Enterprise, denn nur Picard, Geordi und Worf sind geblieben, aber gefüllt ist sie noch lange nicht.


Infos:
Star Trek: The Next Generation
Band 1
Titel: Tod im Winter (Death in Winter)
Autor: Michael Jan Friedman
Erscheinungsjahr: Deutschland: 2009, USA: 2007
Deutsche Übersetzung von Stephanie Pannen
Preis: 12,80 €
Cross Cult Verlag

Mit freundlicher Unterstützung vom Cross Cult Verlag

Fragen, Kritik oder Anregungen? Schreiben Sie an Andrej Schwabe.

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