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Gefangene der Götter

von Andrej Schwabe, 13.12.2010

Inhalt:
Die Borg setzen ihre Angriffe unvermindert auf den ohnehin schon angeschlagenen Föderationsraum fort, während die Enterprise Subraumkanäle entdeckt, die den Borg als Korridore dienen, um schnell in den Föderationsraum zu gelangen. Picard lässt sie untersuchen, um einen Weg zu finden, die Borg davon abzuhalten, die Kanäle zu nutzen.
Die Titan ist von den Caeliar gefangen genommen und darf ihren Planeten nicht verlassen, ebenso wie es Hernandez mit der Columbia zwei Jahrhunderte zuvor passiert ist. Es stellt sich schnell heraus, dass nach den Geschehnissen in "Götter der Nacht" die Stadt der Caeliar nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit geschleudert wurde - mehrere Jahrhunderte in die Vergangenheit.

Kritik:
Destiny 2: Gewöhnliche Sterbliche Im Wesentlichen erzählt der zweite Band der Destiny-Reihe die Geschichte von Captain Hernandez. Zwar gibt es drumherum immer wieder die Borg-Story, aber im Kern geht es darum, was mit ihr und ihren Leuten nach der Ankunft bei den Caeliar passiert ist. Sie müssen sich damit resigniert abfinden, nichts gegen ihre Gefangennahme tun zu können, alles zurückzulassen, was ihnen lieb und teuer ist, und letztendlich bei den Caeliar zu sterben. Ungewöhnlich intensiv schildert Mack die Gefühle und Gedanken von Hernandez. Der Leser erlebt in gewisser Weise selbst, wie zunächst die Jahre, dann Jahrzehnte und schließlich Jahrhunderte langsam verrinnen. Die Verzweiflung der Mannschaft angesichts der aussichtlosen Lage und der Isolation von der Menschheit ist deutlich spürbar. Mack treibt den Roman damit an manchen Stellen weit über den Trek-Durchschnitt.
Traurig, dass für die diskutierten Konflikte und Gefühle an anderen Stellen die Logik leiden muss, wenn zum Beispiel Hernandez zweimal darauf besteht, ihre Untergebenen gegen deren Willen (und letztlich erfolglos) zu Caeliar zu transformieren, um sie vor dem Tod zu bewahren. Konstruiert mag dann auch erscheinen, dass gerade die gesundheitlich angeschlagene Deanna Mitglied des Außenteams ist, das zu den äußerst fortschrittlichen Caeliar geschickt wird. Hier hätte es sich gelohnt, ein paar Seiten weniger zu schreiben und dafür ein paar Minuten längere Denkzeit zu investieren.
Ansonsten fällt wie schon beim ersten Teil die angenehme Ruhe auf, die die Destiny-Reihe bisher prägt und damit auch von Macks anderen Werken unterscheidet. Mack vermittelt vor allem ein intensives Stimmungsbild sowohl der düsteren Borg-Story als auch von dem abgeschiedenen Caeliar-Planeten mit der Columbia-Crew.
Die Destiny-Reihe umfasst Crews aus vier TV-Serien, so dass die Vertiefung aller Charaktere schwer möglich ist und von Mack offenbar nicht unbedingt angestrebt ist. Die Konzentration auf Hernandez und ihre Crew mitsamt ihren Problemen und Wünschen zahlt sich hier auf jeden Fall aus, zumal sich Hernandez als zentrale Figur der Reihe deutlich heraus kristallisiert.

Gelungener Roman und passendes Mittelstück der Destiny-Reihe.


Infos:
Star Trek: Destiny
Band 2
Titel: Gewöhnliche Sterbliche (Mere Mortals)
Autor: David Mack
Erscheinungsjahr: Deutschland: 2010, USA: 2008
Deutsche Übersetzung von Stephanie Pannen
Preis: 12,80 €
Cross Cult Verlag

Mit freundlicher Unterstützung vom Cross Cult Verlag

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