Deutscher StarTrek-Index  

Der Verlust der Föderation

von Andrej Schwabe, 14.12.2010

Inhalt:
Mehr als 7000 Borg-Kuben schicken sich an, die gesamte Föderation auszuradieren. Alle Tricks und Pläne schlagen fehl. Eine riesige Verteidigungsflotte versucht zwar, die Föderation und die angrenzenden Gebiete zu verteidigen, wird aber vermutlich erfolglos sein: Die Situation sieht denkbar schlecht aus.
Picard muss nun zusammen mit Riker von der Titan und Dax von der Aventine eine Lösung finden, bevor es zu spät ist. Aber zum Glück gibt es da ja noch die Caeliar...

Kritik:
Destiny 3: Verlorene Seelen "Verlorene Seelen" ist das lang erwartete Finale der Destiny-Reihe und es enttäuscht nicht. Die Borg-Handlung wird bis zum Äußersten getrieben: die Föderation steht nicht wie im Domion-Krieg vor der Kapitulation, sondern vor der vollständigen Vernichtung. Die Borg scheinen übermächtig; wichtige Welten fallen eine nach der anderen: Deneva, Riegel, ... Mack gelingt es, ohne viele Schlachten und Action-Gedöns ein Gefühl der direkten Bedrohung und am Ende der schicksalhaften Resignation herauf zu beschwören. Verschiedene kurze Passage aus angegriffenen Raumgebieten malen hautnah aus, welchen Schrecken und welche Zerstörung die Borg bringen. Destiny geht mit den weitreichenden Zerstörungen weiter, als jeder andere Roman zuvor, und es wird sich zeigen, wie folgende Autoren die Entwicklung der verwüsteten Föderation sehen werden.
Letztendlich gelingt dann in einem rasanten Schlussteil doch der finale Sieg gegen die Borg und ihre durchtriebene Königin auf sehr gelungene, ziemlich Trek-typische Weise. Dass dabei sowohl die frühere Captain der Columbia Hernandez als auch die Caeliar eine zentrale Rolle spielen werden, war seit dem ersten Buch deutlich, aber Mack entwirft eine Lösung, die den Kreis auch in Bezug auf die Destiny-Reihe auf elegante Weise schließt. Dabei wohnt der Leser ganz natürlich dem Ursprung und der Entstehung der Borg bei, was allerdings als Geschmacksfrage gewertet werden muss, weil Mack dafür schon ein wenig Story-Konstruktion betreiben muss.

Da es diesmal etwas Action betonter zugeht, treten die Charaktere nicht stark in den Vordergrund. Hervorheben muss man allerdings neben Rikers Zweifeln daran, Troi bei den Cealiar zurück gelassen zu haben, Picards Reaktionen auf den übermächtigen Borg-Angriff. Relativ unplakativ schildert Mack Picards Resignation vor den Borg: Genau wie Seven of Nine wird er im Verlauf der Handlung immer nachdenklicher, verschlossener und deprimierter. Seine kühle Überlegenheit wird mit jedem siegreichen Borg-Kubus und jeder verwüsteter Welt geringer. Seine früheren Siege über die Borg, die sowohl für ihn als auch für Seven eine starke persönlich Komponente beinhalten, erscheinen nun sinnlos und verfrüht gefeiert worden zu sein, so dass sich man fast den Eindruck gewinnt, dass Picard sich in sein Inneres zurück zieht.
Gerade vor diesem Hintergrund sind die Dialoge zwischen Picard und seinem früheren Ersten Offizier Riker feinfühlig und messerscharf ausgearbeitet. Aber auch Dax bringt auf gewohnte Art eine gehörige Portion Dynamik ein.

Zurückblickend hat es David Mack mit dem Destiny-Zyklus geschafft, eine gute Balance zwischen Action, Charakteren und Story zu finden. Die Erwartungen an die drei Bücher als den Borg-Zyklus waren hoch und er hat sie trotz einiger Hänger letztendlich auf andere Weise mehr als erfüllt.


Infos:
Star Trek: Destiny
Band 3
Titel: Verlorene Seelen (Lost Souls)
Autor: David Mack
Erscheinungsjahr: Deutschland: 2010, USA: 2008
Deutsche Übersetzung von Stephanie Pannen
Preis: 12,80 €
Cross Cult Verlag

Mit freundlicher Unterstützung vom Cross Cult Verlag

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