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Das Leben nach Calhoun

von Andrej Schwabe, 28.01.2014

Inhalt:
Die Excalibur scheint explodiert zu sein, zusammen mit dem offenbar einzigen Toten, Calhoun. Die Überlebenden gehen fortan ihre eigenen Wege: Soleta erfährt, dass ihr Vater von dem Romulaner Rajari bedroht wird, der vor Jahrzehnten ihre Mutter vergewaltigt hat. Als sie auch noch herausbekommt, dass er auf Titan lebt, macht sie sich hasserfüllt auf die Reise. McHenry und Kebron helfen indessen einem Volk, das von Aliens tyrannisiert wird. Si Cwan und seine Schwester Kallinda finden durch einen ihrer Träume heraus, dass dessen früherer Lehrer Jereme ermordet wurde.

Kritik:
Requiem Der letzte Roman "Dunkle Verbündete" endete mit einer gänzlich unerwarteten Wendung und ebenso beginnt dieser Roman - mit dem Ende der Excalibur. Aus welchem Grund das Schiff das Zeitliche gesegnet hat und was mit seinem Captain geschehen ist, wird (noch) nicht geklärt. Doch während der Leser grade noch rätselt und begierig auf eine Auflösung oder zumindest einen Hinweis wartet, steuert David den Roman gekonnt in Richtung Charakterstudie. Da "New Frontier" allerdings mit einer großen Menge an unkonventionellen, d.h. Sternenflotten untypischen, Charakteren aufwarten kann, ist es für "Requiem" kein großes Problem, dass David den dringendsten Leserwunsch nicht erfüllt.

Anfangs breitet sich eine gänzlich resignierte Stimmung aus. Man gewinnt den Eindruck, dass die so lieb gewonnene Crew auseinander fällt. Während Calhoun die Crew früher zusammen gehalten hat, werden die Leute nun auf ihre eigenen Probleme und Vergangenheiten zurückgeworfen. Vor allem Commander Shelby erkennt für sich, dass sie ungern mit den anderen weiter zusammenarbeiten möchte.

Ein Hauptteil der Handlung beschäftigt sich dann mit Soleta, die auf den Peiniger ihrer Mutter trifft. Zuerst völlig gepolt auf Hass auf ihn und bereit alles zu tun, um ihren Vater zu schützen, wird Soletas vorher völlig klare Einstellung schnell auf eine harte Probe gestellt, als sie erfährt, dass dieser schwer krank ist und nicht mehr lange leben wird. Die Geschichte wandelt zwischen dem erwachenden Interesse oder gar Verständnis für Jereme, als Soleta beginnt, viel Zeit mit ihm zu verbringen, und dem wiederkehrenden Misstrauen bezüglich seiner Motive. Weder Soleta noch der Leser können sich seiner wahren Absichten und Gedanken absolut sicher sein. Es wäre allerdings auch kein Roman von David, wenn nicht, als sie schließlich nach Romulus fliegt, der Ausgang trotzdem ziemlich verblüffend wäre.

Weit weniger emotional aufgeladen, dafür aber mit mehr Humor sind die Kapitel, die sich um McHenrys und Kebrons Ermittlungen drehen, die auf einem "Hinterwäldler"-Planeten das spurlose Verschwinden von Personen aufklären sollen. Dass dabei ein alter Bekannter auftaucht, dessen Name hier nicht verraten werden soll, ist eine freudige und gelungene Überraschung.

Si Cwans Handlungsstrang wirkt streckenweise etwas unmotiviert, bekommt aber vermutlich im nächsten Roman mehr Raum.

Der erste reguläre, neu veröffentlichte New Frontier-Roman seit Jahren bringt eine interessante Ausgangslage mit sich und viele lustige und spannende Momente, aber ist wohl zu ruhig um allen gefallen zu können.


Infos:
Star Trek: New Frontier
Band 7
Titel: Excalibur: Requiem (Excalibur - Requiem)
Autor: Peter David
Erscheinungsjahr: Deutschland: 2013, USA: 2000
Deutsche Übersetzung von Bernhard Kempen
Preis: 12,80 €
Cross Cult Verlag

Mit freundlicher Unterstützung vom Cross Cult Verlag

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