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Zurück in der Heimat

von Andrej Schwabe, 30.10.2014

Inhalt:
Die Voyager ist zur Erde zurückgekehrt und die Crew muss sich an die neue Lage der Föderation gewöhnen, die nach dem Dominion-Krieg am Boden liegt. Gleichzeitig gilt es, viele persönliche Angelegenheiten zu absolvieren: Janeway lernt die Familie ihres früheren Verlobten Mark kennen, Chakotay muss sich damit abfinden, dass der Maquis durch das Dominion vernichtet wurde und Seven lernt ihre Verwandten kennen. Der Holo-Doc wird unabsichtlich in den aufkommenden Hologramm-Aufstand hineingezogen. Und zu allem Überfluss gibt es Anzeichen für eine Seuche, die jeden Betroffenen in einen Borg umwandelt.

Kritik:
Heimkehr Während der Neustart bei Deep Space Nine angesichts seiner Komplexität fast schon eine (höchst erfolgreiche) Formsache war, stellt sich bei Voyager die grundsätzliche Frage, welches neue Thema die Serie nach ihrem natürlichen Ende, das in ihrer Rückkehr bestand, bekommen soll. Diese wird hier nur zum Teil beantwortet: Die Besatzung geht teilweise neuen Aufgaben nach (Janeway wird Admiral, Seven und der Holo-Doc schließen sich einem Think-Tank an) und die neue Technologie wird komplett aus der Voyager ausgebaut, um sie zu studieren.

"Heimkehr" beschäftigt sich mehr mit den persönlichen Entwicklungen, die sich an die Rückkehr anschließen. Zwar wird die Voyager-Crew mit viel Interesse und Freude auf der Erde begrüßt. Beides verfliegt aber schnell, da die Föderation nach dem zermürbenden Dominion-Krieg materiell, personell und auch ideell ausgelaugt ist. Im Gegenteil, es wächst sogar Misstrauen, als es zum Ausbruch der Borg-Seuche kommt. Im Gegensatz zur TV-Serie widmet sich Christie Golden intensiv den vielen Charakteren: Janeway freundet sich überraschend gut mit der Familie ihres Ex-Verlobten an, B'Elanna und Tom erfreuen sich an und kämpfen mit ihrem neuen Elternglück und dem Schicksal von B'Elannas Mutter. Kim trifft seine Freundin Libby wieder, die ein dunkles Geheimnis vor ihm verbirgt. Sevens Handlungsstrang ist besonders interessant, weil sie nach den vielen Jahren im "Voyager-Kollektiv" zunächst davor zurückschreckt, ihre Tante kennen zu lernen. Kleinere Ungereimtheiten bleiben aber auch nicht aus: Beispielsweise fliegen Janeway und Chakotay einfach mal eben mit dem Delta-Flyer innerhalb kurzer Zeit von der Erde zu einem weit entfernten Mond am Rand zum Cardassianischen Imperium, auf dem sich die letzten Maquis vor dem Dominion versteckt hatten und durch ein Massaker hinterhältig ermordet wurden.

Eine weitere Handlung entwickelt sich um den Holo-Doc, der ein Buch mit dem kämpferischen Titel "Photonen brauchen Freiheit" verfasst hat. Er wird von einem gewissen Oliver Baines aufgesucht, der ihm vorschlägt, sich für die Rechte aller Hologramme einzusetzen. Zwar sympathisiert der Doc zunächst mit seinen Ideen, aber schnell wird ihm klar, dass die Rebellion, die Baines losbricht, auf Terror hinausläuft: Gebäude werden zerstört und schließlich auch Menschen umgebracht.

Der Roman ist ein langsamer und angemessener Start in den Voyager-Relaunch. Der dramatische Schluss hingegen, in dem Borg-Seuche und Holo-Rebellion dazu führen, dass Seven, Icheb und der Holo-Doc festgenommen werden, deutet auf einen deutlich actionreicheren zweiten Teil hin.


Infos:
Star Trek: Voyager
Band 1
Titel: Heimkehr (Homecoming)
Autor: Christie Golden
Erscheinungsjahr: Deutschland: 2013, USA: 2003
Deutsche Übersetzung von Andrea Bottlinger
Preis: 12,80 €
Cross Cult Verlag

Mit freundlicher Unterstützung vom Cross Cult Verlag

Fragen, Kritik oder Anregungen? Schreiben Sie an Andrej Schwabe.

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