Deutscher StarTrek-Index  
  3.8 Meridian  
  Meridian  
 

von Matthias Weber

 
 
 

Episodenbeschreibung

Der Händler Tiron findet Gefallen an Major Kira, doch seine Avancen stoßen auf wenig Gegenliebe und um ihn loszuwerden behauptet Kira, Odo sei ihr Liebhaber. Tiron begibt sich daraufhin in Quarks Holosuite, welche ihm aber nicht seine Befriedigung verschaffen kann. Er beauftragt Quark damit, ein Holosuiteprogramm von Kira zu gestalten.

Inzwischen ist die Defiant mit Sisko, Dax, O'Brien und Bashir an Bord unterwegs, um den Gammaquadranten weiter zu erforschen. Sie stoßen dabei auf einen Planeten, der wie aus dem Nichts auftaucht. Sie werden von Seltin, der Anführerin ihrer Siedlung gerufen. Sie lädt die Crew der Defiant zum Essen auf den Planeten ein. Dort erklären die Bewohner der kleinen Siedlung, dass ihr Planet aus bisher noch ungeklärter Ursache zwischen zwei Dimensionen hin- und herwechselt. Die letzten 60 Jahre hat der Planet Meridian in der anderen Dimension verbracht. Dort haben alle Bewohner keine körperliche Form. Die Dimensionswechsel gestalten sich jedoch unregelmäßig. Während die Phasen in der körperlichen Dimension immer kürzer werden, verbringen die Bewohner immer größere Zeit in der nicht körperlichen Dimension. Sie altern nur in der körperlichen Dimension, die jedoch in 12 Tagen schon wieder beendet sein wird.

Die Crew der Defiant kehrt zusammen mit Deral, dem Wissenschaftler der Siedlung, auf die Defiant zurück. Sisko schickt eine Sonde zur Sonne des Systems, denn Deral ist davon überzeugt, dass die Sonne die Dimensionswechsel auslöst. Bis die Ergebnisse der Sonde ausgewertet sind, lädt Deral Dax auf Meridian zu einem Spaziergang ein. Die beiden scheinen Gefallen aneinander zu finden.

Auf Deep Sace Nine versucht Quark inzwischen vergeblich Kira in eine Holosuite zu locken, um damit ein Holobild von ihr zu machen, welches er benötigt, um das von Tiron gewünschte Programm zu erstellen.

Dax und Deral haben sich ineinander verliebt und beginnen eine Beziehung. Die Crew der Defiant findet einen Weg, die Dimensionswechsel zu stabilisieren, allerdings brauchen die Vorbereitungen einige Zeit und Meridian wird dann schon wieder in der anderen Dimension sein. Für die Bewohner heißt das, dass sie erst in 60 Jahren wieder eine längere Zeitspanne in der körperlichen Form leben können. Deral entscheidet sich deswegen, Meridian zu verlassen und mit Dax nach Deep Space Nine zu gehen. Er trifft alle Vorbereitungen und lässt sich nur noch ein letztes Mal auf den Planeten beamen, als Dax feststellt, dass Deral Meridian nicht wirklich verlassen will. Als sie dies bemerkt, bietet sie Deral an, auf Meridian zu bleiben und mit ihm zusammen in die andere Dimension zu gehen.

Quark versucht inzwischen mit einer Holokamera ein Bild von Kira zu bekommen, doch auch dieser Versuch schlägt fehl. Daraufhin dringt er in die personenbezogenen Dateien der Station ein und holt sich dort seine Informationen. Odo bemerkt dies jedoch und informiert Kira.

Kira und Odo haben inzwichen das Holosuiteprogramm umgeschrieben und auf Tiron wartet jetzt nicht mehr Kira, sondern Quark. Der empörte Tiron verlässt wütend die Bar und verspricht Quark Rache.

Bashir trifft inzwischen Vorbereitungen, damit Dax den Dimensionswechsel übersteht. Sie verabschiedet sich von allen an Bord und kehrt nach Meridian zurück. Als der Dimensionswechsel beginnt, geht jedoch etwas schief. O'Brien stellt fest, dass Dax' Anwesenheit die Übergangsmatrix stört und damit den Dimensionswechsel unterbricht. Sisko beamt Dax sofort auf die Defiant und Meridian verschwindet in die andere Dimension. Auf der Defiant bleibt eine traurige Dax zurück.

Bewertung

Liebesgeschichten, in denen die Hauptpersonen von Serien beteiligt sind, haben fast immer ein Problem. Sie sind meistens nur mäßig spannend, da von Beginn an klar ist, wie die Folge enden wird.
Liebesgeschichten gab es schon immer in Serien, auch in Star Trek haben die Romanzen der Hauptpersonen Tradition. In TOS hatte Kirk fast in jeder zweiten Folge eine neue weibliche Eroberung zu verbuchen. Damals stellte das jedoch noch nicht das Problem dar, denn es gab kaum eine Folge, in der die Romanze im Vordergrund stand. Zudem waren Kirks Romanzen eigentlich immer nur eines von vielen Elementen einer Story und sie trugen zwar oft einen wichtigen Teil zur Handlung bei, waren jedoch nie der Hauptbestandteil.
TNG fing damit an, einer Liebesgeschichte auch durchaus mal eine ganze Folge oder zumindest den Hauptteil der Handlung zu widmen (zum Beispiel in 6.19: Der Feuersturm). Gleichzeitg galt leider der Grundsatz, dass eine Hauptperson nie eine feste Bindung eingehen durfte, schon gar nicht zu einer anderen Hauptperson, denn dadurch wären die Darsteller ja für eventuelle schnelle Abenteuer mit einem Gastcharakter in anderen Folgen nicht mehr frei. Erst in der zweiten Hälfte von DS9 und in Voyager erkannten die Autoren, welches Potenzial sie damit verschenkten und so hatten Will Riker und Deanna Troi in TNG etliche Affären und kurze Beziehungen, bis sie dann endlich in Star Trek IX - Der Aufstand zusammenkommen durften. Mit Tom Paris und B'Elanna Torres in Voyager wurde ebenfalls gezeigt, dass feste Beziehungen in einer Serie dieser nicht unbedingt schaden müssen.

Doch diese Erkenntnis hatten die Produzenten von DS9, wie gesagt, erst später und so durfte Dax hier noch einmal eine kurze Beziehung haben und auch in dieser Folge zeigt sich überdeutlich, welches Problem diese Liebesgeschichten haben.
Schon als klar wird, dass die Folge auf eine Liebesbeziehung zwischen Deral und Dax hinsteuert ist es klar, dass die Beziehung unglücklich enden wird, denn als TV-Zuschauer weiß man, dass Deral Dax nie nach DS9 begleiten wird, da sich die Produzenten ansonsten mit der Dax-Figur viel zu früh festlegen würden. Noch viel unglaubwürdiger ist die zweite Variante, dass Dax auf dem Planeten verbleibt. Wenn das wirklich passieren würde, hätten die Fans schon Monate vor der Ausstrahlung der Folge erfahren, dass Terry Farrell, die Dax-Darstellerin, die Serie verlässt.
Die einzige spannende Frage die verbleibt, ist letztendlich die nach dem Grund des Scheiterns der Beziehung. Doch selbst hier kann die Folge nicht überzeugen, denn der Grund setzte sich letztendlich aus langweiligem Technogeschwätz zusammen.

Da die Handlung von Anfang an sehr durchschaubar ist, wirkt auch die Abschiedsszene zwischen Sisko und Dax gezwungen und geht einem als Zuschauer damit auch nicht wirklich nahe.

Hinzu kommt, dass Dax Entscheidung auf dem Paneten zu bleiben, unglaubwürdig erscheint. Die Liebesbeziehung wurde zwar gut inszeniert und die Chemie zwichen den beiden Darstellern stimmt durchaus, man nimmt ihnen auch ihre Beziehung ab, doch es erscheint trotzdem zu weit hergeholt, dass Dax nach nur 12 gemeinsamen Tagen mit Deral bereit ist, ihre Sternenflottenkarriere, ihren Posten auf DS9 und ihre Freunde aufzugeben, um mit Deral die nächsten 60 Jahre in einem körperlosen Zustand zu verbringen.

Beim Planeten Meridian handelt es sich leider mal wieder um das langweilige Weltraumphänomän der Woche, welches den Zuschauer nun absolut nicht zu fesseln vermag. Hinzu kommt, dass Sisko mit der Defiant mal wieder aus einem völlig nichtigen Grund im Gammaquadranten herumdüst. Warum sollte Sisko sich um die Erforschung des Gammaquadranten kümmern, er hat schließlich eine Aufgabe auf DS9. Wenn tatsächlich eine Erforschung stattfinden sollte, dann wird diese bestimmt nicht von Sisko oder der Defiant durchgeführt, sondern von einem Forschungsschiff der Sternenflotte.

Merwürdig erscheint auch Derals Aussage, dass die Siedlung auf Meridian in den letzten Jahrzehnten/Jahrhunderten kleiner wurde. Er erklärt, dass sich die Bewohner nur dann vermehren, wenn sie sich im körperlichen Zustand befinden, doch das trifft auf den Alterungsprozess und damit auch das Sterben genauso zu. Warum sollte die Siedlung also kleiner werden, oder sogar vom Aussterben bedroht sein?

Die B-Handlung auf der Station ist um einiges interessanter als der Meridian-Handlungsstrang. Quarks Versuche, einen Kunden damit zufriedenzustellen, ein Holoprgrogramm von Kira anzufertigen, war um einiges origineller und auch interessanter als die Haupthandlung und der Schlussgag war wirklich gelungen. Tirons Drohung, es Quark heimzuzahlen, wurde leider nie wieder aufgegriffen.

Dies ist die zweite von insgesamt drei DS9-Folgen der dritten Staffel, die unter der Regie von Riker-Darsteller Jonathan Frakes entstanden. Außerdem ist zum ersten Mal Jeffrey Combs zu sehen. Er spielt hier Tiron, wurde aber bei Star Trek bekannt durch die wiederkehrenden Rollen des Ferengi Brunt und des Vorta Weyoun.

Alles in allem stellt die Folge einen ziemlich langweiligen Beitrag zur dritten DS9-Staffel dar. Es gibt an der Handlung an sich nicht viel auszusetzen, sie hat wenig logische Schwächen, sie ist solide erzählt. Das Problem ist viel eher, dass sie einfach uninteressant ist. Das triftt auch auf die gesamte Folge zu, sie ist nicht wirklich schlecht, nur ist man inzwischen von Deep Sace Nine deutlich Besseres gewohnt.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Jeffrey Combs hat hier einen Auftritt als Tiron. Er spielt in zahlreichen anderen DS9-Folgen den Vorta Weyoun und den Ferengi Brunt.

Den Regisseur dieser Folge Jonathan Frakes kennt man aus "The Next Generation" als Darsteller des Ersten Offiziers William T. Riker.

 
 
 
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  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  12. 11. 1994

 Erstausstrahlung D:
  23. 02. 1996

 Regie:
  Jonathan Frakes

 Buch:
  Mark Gehred-O'Connell

 Story:
  Hilary Bader
  Evan Carlos Somers

 Gaststars:
  Brett Cullen
   [Deral]
  Jeffrey Combs
   [Tiron]
  Christine Healy
   [Seltin Rakal]
  Mark Humphrey
   [Kind]



  Zuletzt geändert:
  2015-03-28, 23:59
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