Deutscher StarTrek-Index  
  4.15 Jäger  
  Hunters  
 

von Malte Kirchner

 
 
 

Episodenbeschreibung

Die Voyager erhält weiterhin über das Relaisnetzwerk Nachrichten der Sternenflotte, doch der Datenstrom ist höchst instabil. Seven of Nine schlägt vor, näher an eine der Stationen heranzufliegen, in der die Informationen temporär gespeichert werden. Dort angekommen macht man eine interessante Entdeckung, nämlich dass die Stationen bereits über 100.000 Jahre alt sind und von kleinen Quantensingularitäten in Form zentimetergroßer schwarzer Löcher angetrieben werden.

Doch die Voyager bleibt nicht lange allein. Ein Hirogen-Schiff fängt die Transmissionen ab und begibt sich auf einen Abfangkurs zur Voyager. Auf dem Erdenschiff gehen währenddessen Briefe aus der Heimat ein, die jedoch nicht für jeden positiv ausfallen: Chakotay und B'Elanna müssen zur Kenntnis nehmen, dass der Maquis komplett besiegt wurde und Janeway erfährt, dass ihr Verlobter Marc geheiratet hat.

Paris sieht die Briefe aus der Heimat nicht gern, da er auf der Voyager erstmals ein geordnetes Leben führt und er mit seiner Vergangenheit nichts mehr zu tun haben will. Als das Datensignal zu kollabieren droht, entsendet Janeway Tuvok und Seven in einem Shuttle, die das Relais stabilisieren sollen. Doch sie werden plötzlich von den Hirogen angegriffen und auf deren Schiff gebeamt.

Janeway plant das Schiff anzugreifen, doch es kommen weitere Hirogen-Schiffe, gegen die die Voyager keine Chance hätte. Also entschließt sich Janeway die Gravitationswellen der Quantensingularität auszunutzen, indem sie das Eindämmungsfeld der Station dimmt. Das gelingt auch, bis die Hirogen-Schiffe trotzdem angreifen und das Eindämmungsfeld zum kollabieren bringen. Alles wird in das Schwarze Loch hineingesaugt, außer der Voyager, die sich mit großer Mühe aus dem Sog befreien kann. In letzter Minute glückte auch der Rücktransport von Tuvok und Seven an Bord. Torres erklärt Janeway in der Astrometrie, dass durch die Singularität nunmehr das das gesamte Relaisnetzwerk zerstört wurde. Einige Nachrichten konnten noch gerettet werden, darunter ein verschlüsselter Sternenflottentext. Das Dekodieren würde jedoch Zeit brauchen. B'Elanna überbringt Tom die schlechte Nachricht, dass die letzte Nachricht seines Vaters nicht überspielt werden konnte. Tuvok warnt Janeway in einer Analyse vor den Hirogen, die er als sehr gefährlich einstuft und die man wohl wieder sehen wird.

Bewertung

"Jäger" ist eine Episode, die man in zweierlei Hinsicht unterscheiden sollte: Einerseits in den inhaltlichen Teil und andererseits in den charakterlichen Teil. Inhaltlich kommen einige interessante Details zum Vorschein: Das Relaisnetzwerk ist an sich schon bemerkenswert und sein Knotenpunkt erinnert an die Raumstation aus "Der Fürsorger". Mit den Nachrichten aus dem Alphaquadranten wurde vieles aufgelöst, was in den bisherigen vier Staffeln unklar war. Insbesondere die Auslöschung des Maquis ist ein Meilenstein, da in der ersten Staffel die Crew noch stark nach dieser Zugehörigkeit unterschieden wurde. Interessant ist auch die Einführung der Hirogen, deren wahre Absichten erst im Laufe der Folge wirklich zum Vorschein kommen. Ohne Vorwissen ist es kaum ersichtlich, dass sie trotz der fortgeschrittenen Technologie doch so primitive Jäger sind.

Charakterlich ist diese Folge leider nicht so gelungen. Einige Ausnahme: Janeway. Sie ist es, die in dieser Episode überzeugt. Ihre Euphorie über die Botschaft aus der Heimat weicht einer schnellen Ernüchterung. Dadurch, dass Janeway hier richtig persönlich betroffen ist, wird ihr Charakter viel tiefgründiger als er bisher war. So wird nun auch in Voyager mehr Wert auf Gefühle gelegt, ein Aspekt, den der Zuschauer in TNG und DS9 schon lange zu schätzen weiß. Die privaten Probleme von TNG-Picard und DS9-Sisko waren nie ein Geheimnis für den Zuschauer, oft aber für den Rest der Crew. In Voyager erfuhr man leider von Janeway dagegen nur das, was die restliche Crew auch schon wusste - damit war ihr Charakter zu oberflächlich ausgearbeitet.

Enttäuscht haben dagegen viele der restlichen Charaktere. Harry Kim wirkte wie ein Kleinkind, er war in dieser Folge mehr als fehl am Platze. Torres, mit ihrem pseudo-klingonischen Wutanfall, wirkte leider alles andere als glaubhaft. Warum sollte sie die Nachricht über den Maquis so stark treffen, da ihre Reise doch sowieso 70 Jahre lang dauern und sie diese Leute nie wieder sehen wird? Hätte sie in der ersten Staffel so reagiert, wäre das nachvollziehbar aber in dieser Episode wirkte es einfach fehl am Platze - da hätte ein Zeigen von großer Enttäuschung und Trauer gereicht. Die Ernennung von Neelix zum Briefträger war bestenfalls ein schlechter Versuch, den Talaxianer irgendwie in das Geschehen einzubinden. Auch von Chakotay hätte man mehr erwarten können.

Akzeptabel waren in dieser Episode Seven, Tuvok und Paris. Letzterer überzeugte durch sein Desinteresse an den Briefen, was allerdings zu sehr ausgeweitet wurde, da seine Motive dafür ohnehin auf der Hand liegen. Seven spielte auch wieder ihren Part, doch von einer Weiterentwicklung konnte man leider nicht sprechen. Tuvok letztlich überraschte dadurch, dass er den Brief seiner Arbeit vorzog, was für einen Menschen vielleicht selbstverständlich ist, für einen Vulkanier aber nicht.

Sehr schön sind wieder einmal die Special Effects. Von der Spannung her kann diese Episode auch mit einem "Gut" überzeugen, so dass sie letztlich mit "Gut" zu bewerten ist.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Die verschlüsselte Nachricht der Sternenflotte wird erst in 4.26 "In Furcht und Hoffnung" dekodiert.

Der großwüchsige Tiny Ron, der hier wie auch in der vorangegangenen Episode "Flaschenpost" den Alpha-Hirogen spielt, war außerdem in insgesamt 7 DS9-Episoden als Maihar'du, Diener des Großen Nagus Zek, zu sehen.

 
 
 
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  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  28. Januar 1998

 Erstausstrahlung D:
  26. Februar 1999

 Regie:
  David Livingston

 Buch:
  Jeri Taylor

 Gaststars:
  Tiny Ron
  Roger Morrissey



  Zuletzt geändert:
  2015-12-17, 23:09
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