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  5.20 Die Denkfabrik  
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von Malte Kirchner

 
 
 

Episodenbeschreibung

Ein blauhäutiges Alien betritt einen großen Raum auf einem kleinen Schiff, in dem verschiedene Wesen zu sehen sind. Kurros, der Sprecher der Wesen, empfängt den Blauen, der sich bei ihm für sein Volk bedankt, das durch die Geostabilisierung ihres Planeten gerettet wurde. Als Gegenleistung bietet er ihm einen seltenen Edelstein an, doch Kurros lehnt ab. Er will etwas Einzigartiges, andernfalls will er die Rettung rückgängig machen.

Währenddessen, auf der Voyager, findet man einen Planetoiden, der große Deuteriumvorräte beinhaltet, die für viele Monate reichen würden. Die genauere Untersuchung zeigt jedoch, dass es sich um eine Falle der Hazari handelt, die sogleich mit einem ihrer Schiffe die Voyager angreifen. Die Hazari, Kopfgeldjäger, haben den Auftrag erhalten, die Voyager zu kapern. Janeway gelingt es jedoch durch die Entzündung eines Nebels den Verfolgern zu entkommen. Wenn diese auch schwer beschädigt sind, verfolgen sie zum Erstaunen von Janeway die Voyager jedoch nicht.

In der Astrometrie findet man den Grund für die ausbleibende Verfolgung: Die Voyager ist quasi von Hazari-Schiffen umzingelt. Es gibt keine Lücke in ihrer Umkreisung, die Lage scheint aussichtslos. Auch Janeway kann vorerst keine brauchbare Lösung finden. Bis auf einmal Kurros in der Messe erscheint und seine Hilfe anbietet. Janeway zweifelt erst, dass er wirklich helfen will, doch als er erläutert, dass er und seine Kollegen Probleme nur gegen Bezahlung lösen würden, gewinnt sie langsam Vertrauen. Er bietet ihr an, zusammen mit einem anderen Besatzungsmitglied sein Schiff zu besuchen. Janeway willigt ein und sie und Seven werden zum Schiff transportiert.

Dort angekommen stellt Kurros den beiden sein Team vor, das über einen Kern im Schiff telepathisch kommuniziert. Er erzählt von ihren bisherigen Problemlösungen, darunter der Behebung der Vidiianer-Krankheit (Fresszellen). Für das Voyager-Problem favorisiert Kurros eine gewaltsame Lösung. Er will Janeway mitteilen, was er und seine Crew sich als Gegenleistung dafür vorstellen könnten.

Schon kurze Zeit später überreicht seine isomorphe Abbildung auf der Voyager auch schon die Liste der Dinge, die hauptsächlich aus wertlosen Sachen besteht, mit Ausnahme von Punkt vier: Seven of Nine. Janeway lehnt entrüstet ab, fragt aber auch Seven of Nine selber, die frei entscheiden kann. Seven erwägt ein Hinzustoßen zu Kurros' Beratergruppe, will sich aber zunächst mehr darüber informieren.

Im darauf folgenden Gespräch im Frachtraum versucht Kurros Seven zu überreden, sich ihnen anzuschließen. Aber Seven lehnt dann doch ab. Inzwischen wird die Voyager wieder von den Hazari angegriffen. Es sieht schlecht aus, doch Kurros erscheint und stellt sein Können unter Beweis und gibt einen kostenlosen taktischen Tipp, wodurch man sich freizukämpfen kann. Da Seven sich aber auch weiterhin ihm nicht anschließen will, wird er zunehmend aufdringlicher, bis Janeway ihn durch Modulation der Schilde vom Schiff entfernen lässt. Man sieht sich künftig zwei Gefahren gegenüber: Den Hazari sowie Kurros und seiner Gruppe, die kein Nein akzeptieren.

Zurück auf seinem Schiff berät sich Kurros mit den anderen Aliens - man will die Voyager ihrem Schicksal überlassen, um dadurch Seven schließlich doch noch gewinnen zu können. Janeway gelingt es inzwischen, zwei Hazari festzunehmen und zu verhören. Die Befragung bringt sie aber kaum weiter. Wenigstens kann man anhand der Biosignaturen in den Sensorenlogbüchern den Auftraggeber feststellen: Die Malon. Tuvok stellt jedoch fest, dass es sich nur um eine isomorphe Projektion handelte. Er kann sie entschlüsseln und findet stattdessen Kurros vor. Anscheinend geht das Hazari-Problem maßgeblich von ihm und seinem Team aus.

Konfrontiert mit ihrem Auftraggeber, den sie ebenfalls suchen, willigen die Hazari ein, über Möglichkeiten der Jagd zu diskutieren. Nach Stunden ohne Ergebnis hat Janeway einen Einfall. Sie plant Kurros vorzutäuschen, dass Sevenn nun doch auf sein Schiff wechseln will. Dadurch könnte Seven die Verbindung zwischen den verschiedenen Aliens, den telepathischen Kern auf Kurros' Schiff, zerstören. Dies würde ihn verwundbar machen.

Die Hazari kontaktieren daraufhin Kurros und teilen ihm mit, dass sie seine Täuschung durchschaut hätten und dreifache Bezahlung verlangen. Kurros stimmt widerwillig zu und die Hazari greifen die Voyager an. Kurros gibt Janeway eine letzte Chance, doch in diesem Moment fliegt Seven mit einem Shuttle selber zu Kurros' Schiff.

Nachdem Seven an Bord ist, bittet Kurros die Hazari ihre Angriffe einzustellen, doch sie wollen zunächst bezahlt werden. Kurros wittert allerdings eine Falle. Er will, dass Seven sich in das Kollektiv einschaltet, um mögliche Pläne Janeways zu enthüllen. Als Seven dies tut, nutzt der Holodoc den Moment und fährt durch eine Überlastung den telepathischen Umsetzer herunter. Das Schiff von Kurros sieht sich einer großen Flotte von Hazari gegenüber, während die Voyager das Gebiet mit Maximumwarp verlässt.

Bewertung

Seinfeld-Fans werden es bereits erkannt haben, dass Kurros von George-Darsteller Jason Alexander verkörpert wird, der sich eine Zeitlang näher mit Voyager auseinandersetzte und neben seinem Gastauftritt in dieser Episode auch einige Specials auf UPN präsentierte.

Doch zurück zur Episode: Der Konflikt ist einfach wie trickreich - Kurros und sein Team erzeugen die Probleme, um sie dann wieder - welch intellektuelle Leistung - zu beseitigen - natürlich gegen eine entsprechende Gegenleistung. Dass die ganze Episode über niemand auf die naheliegende Idee kommt, dass man die Voyager doch auch nach Hause bringen könnte, wo doch die Möglichkeiten der Denkfabrik angeblich so groß sind, verwundert ein wenig. Interessant ist auf alle Fälle der Querverweis zu den Vidiianern und der Heilung ihrer Krankheit.

Das Pikante an dieser Episode ist die Komplexität der Situation. Die Hazari sind unberechenbar, was sich auch daran ermessen lässt, dass sie am Ende nicht eindeutig zuzuordnen sind. Ist es nun abgesprochen, dass sie die Voyager angreifen oder bietet sich das gerade an, bis nachher die Denkfabrik auftaucht, ein viel lukrativeres Ziel. Noch schlechter sind da nur noch die Absichten von Kurros. Janeway muss also einen Mittelweg finden, um dieser Situation zu entfliehen. Und dahingehend gestaltet sich auch die Spannung in dieser Episode, weshalb diese durchaus mit "Gut" zu bewerten ist.

Die Handlung fällt dagegen etwas zurück. Die betrügerische Vorgehensweise von Kurros ist schon von Anfang an klar, so dass man im Laufe der Episode nicht erwarten kann, dass er plötzlich ethisch sauber handelt. Interessant, aber unwesentlich, ist die Feststellung Sevens, dass die Voyager inzwischen zu ihrem "Kollektiv" geworden ist. Die Möglichkeiten für sie in der Denkfabrik sind zwar reizvoll, aber wie wir wissen, bemüht sie sich inzwischen mehr und mehr um ihre Individualität, die dort nicht gegeben wäre.

Wenn es darum geht Kurros unsympathisch darzustellen, hat Jason Alexander eine Meisterleistung vollbracht. Tatsächlich wirkt er wie ein billiger Staubsaugervertreter, der mit statistischen Wahrscheinlichkeiten um sich wirft, wo doch jeder weiß, dass Janeway auch eine knapp über Null immer noch als Chance wahrnehmen würde. Verwunderlich ist in dieser Hinsicht einerseits auch der hohe Wissensstand über die Voyager und andererseits die Blauäugigkeit, mit der Kurros sich am Ende nicht nur von Janeway, sondern auch noch den Hazari übertölpeln lässt. Andererseits entbehrt die Idee einer derartigen Denkfabrik im Raum nicht eines gewissen Reizes. Sie könnte jederzeit ein Anknüpfungspunkt für eine wie auch immer geartete neue Star Trek-Episode sein.

Daher ist "Die Denkfabrik" letztlich auch keine mittelmäßige Episode, denn allein schon der intelligente verbale Schlagabtausch zwischen Kurros und Janeway, der auch was von Poker hat, ist sehens- und hörenswert. Vor allem aber die eindrucksvolle Vorstellung von Jason Alexander macht diese Folge neben den guten SFX und der durchaus vorhandenen Spannung um das Wie der Rettung der Voyager zu einer bemerkenswerten Episode.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Die Voyager traf das letzte Mal in 2.17 "Die Verdopplung" auf die von ihrer Krankheit gezeichneten Vidiianer.

 
 
 
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  Zusammenhänge

  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  31. März 1999

 Erstausstrahlung D:
  12. August 2000

 Regie:
  Terrence O'Hara

 Buch:
  Terrence O'Hara

 Gaststars:
  Jason Alexander
  Christopher Darga
  Christopher Shea
  Steve Dennis



  Zuletzt geändert:
  2016-01-15, 22:03
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