Deutscher StarTrek-Index  
  5.21 Verheerende Gewalt  
  Juggernaut  
 

von Malte Kirchner

 
 
 

Episodenbeschreibung

Ein Malon-Frachter fliegt durch den Raum und entledigt sich seines giftigen Mülls. An Bord des Schiffes wird jedoch plötzlich ein Strahlungsleck gemeldet. Die sofort eingeleiteten Abschottungsmaßnahmen helfen nicht, der Ausstoß des Mülls ist nicht möglich. Der Kommandant wählt schließlich einen Malon aus, der das Leck abdichten und sich damit opfern soll, damit die anderen überleben können.

Auf der Voyager wurde Torres von Chakotay angewiesen, mit Tuvok zu meditieren, damit sie ihre Aggressionen unter Kontrolle bekommt. Der jüngste Vorfall geschah unlängst im Maschinenraum, wo sie die Holokamera des Doktors zerbrach, als dieser nicht gleich gehen wollte. Tuvok bittet B'Elanna, sich an ein ärgerliches Ereignis zu erinnern. Ihr fällt sogleich ein Mitschüler aus ihrer Kindheit ein, der sie "Fräulein Schildkrötenkopf" genannt hatte und den sie daraufhin bestrafte. Tuvok rät ihr, ihre Emotionen unter Kontrolle zu bekommen, doch sie verlässt das Quartier.

Währenddessen trifft man auf das Malonschiff und kann zwei Überlebende an Bord beamen, die sich in Rettungskapseln befanden. Das Malonschiff treibt derweil weiter im Raum. Es droht zu explodieren, was in drei Lichtjahren Umgebung alles kontaminieren würde. Janeway hat daher vor, die Gefahr zu neutralisieren.

Angekommen beim Frachter beamt sich ein Außenteam, darunter Torres und die Malon, an Bord des Schiffes. Der Großteil des Frachters ist bereits kontaminiert, darunter der Kontrollraum, weshalb es notwendig ist, mehrere Sektionen manuell zu dekontaminieren. Die Malon haben allerdings Angst: Sie glauben an eine Kreatur namens Vihaar, die aus dem radioaktiven Müll kommt, um die Nichtverseuchten anzugreifen. B'Elanna hat derweil wieder mit ihrem Temperament zu kämpfen. Chakotay fordert sie auf, die Malon zu respektieren - er brauche ihr Wissen, nicht ihre schlechte Laune.

Die Probleme häufen sich - die Dekontaminierung der Sektionen kommt nicht voran. Derweil hat Torres Gelegenheit mit einem der Malon zu sprechen, der ihr erzählt, dass er diesen Beruf nur als Dienst für seine Heimatwelt ausübe, damit diese nicht so aussehe wie das Innere des Schiffes. Pelk, der andere Malon, will derweil eine Kontrolle zur Dekontamination auslösen, doch er trifft dabei auf eine Kreatur, die ihm Verbrennungen zufügt, die schließlich zum Tode führen. Chakotay ordnet daraufhin an, dass keiner mehr alleine arbeitet.

Das weitere Dekontaminieren gestaltet sich nach wie vor schwierig. Torres trägt eine Kontaminierung davon und nach einer Diskussion befiehlt ihr Chakotay sich behandeln zu lassen. Der Malon Fesek erzählt ihr dabei Weiteres über seinen Beruf, der der bestbezahlteste auf seinem Planeten sei, allerdings bei geringerer Lebenserwartung.

Inzwischen ist es gelungen, einige Decks zu dekontaminieren. Doch plötzlich öffnen sich die Luftschleusen eines Decks. Torres kann den Fehler nicht finden und man evakuiert das Deck. Chakotay wird dabei von einem Teil getroffen und bleibt liegen. Als man in Sicherheit ist, kontaktiert man die Voyager, die daraufhin Chakotay herausbeamt.

Auf dem Malonschiff glaubt man nun nicht mehr an Zufälle. Das verbliebene Außenteam wird von irgendetwas beobachtet. Tuvok zweifelt derweil auf der Voyager, ob Torres die Situation unter Kontrolle bekommt, aber Janeway hat nach wie vor volles Vertrauen in ihre Chefingenieurin. Torres will Janeway auch nicht enttäuschen. Sie versucht durch Meditationsübungen auf dem Malonschiff ihr Temperament zu kontrollieren.

Inzwischen ist Chakotay wieder bei Bewusstsein. Wie es scheint, ist diese Kreatur tatsächlich der geführchtete Vihaar. Er ist anscheinend immun gegen die Strahlung. Torres hat jetzt ganz andere Probleme: Man ist im Kontrollraum angekommen, wo nahezu alle Systeme zu kollabieren drohen. Es gelingt nur mühsam, die Zerstörung des Schiffes und damit ein bevorstehendes Inferno Schritt für Schritt auszusetzen.

Doch plötzlich werden die Maßnahmen durch einen Energieabfall unterbrochen. Janeway hat derweil mittels Traktorstrahl das Malonschiff in Richtung eines Sterns ziehen können, doch der Kreatur gelingt es, einen Ausweichkurs zu programmieren. Janeway befiehlt nunmehr die Evakuierung, doch der Vihaar verletzt Fesek und Neelix. Torres nimmt daraufhin einen Gegenstand, um ihn zu bekämpfen. Es ist der Malon, der ursprünglich das Leck verschließen und sich opfern sollte. Sein Ziel ist es nun, sich zu rächen, indem er durch die explosionsbedingte Kontaminierung des Sektors seine Situation aufzeigt. Jede Diskussion mit ihm bleibt erfolglos, so dass Torres ihn am Ende erschießen muss. Mit Neelix und Fesek zusammen beamt sie von Bord. Der Frachter wird im Stern entsorgt.

Zurück auf der Voyager lobt man Torres für ihre Selbstbeherrschung. Doch als sie ihr Quartier betritt, bereut sie es, getötet haben zu müssen, womit auch das Aufzeigen des Missstands in der Malon-Gesellschaft verhindert wurde.

Bewertung

Es ist mal wieder die klassische Frage: Darf man ein Leben opfern, um viele zu retten? Dass Torres töten musste, scheint sie nur deshalb zu bedrücken, weil Fesek voraussichtlich alles daran setzen wird, die Vorfälle zu vertuschen, anstatt die Wahrheit zu sagen.

Erneut geht es auch um die Missstände der Malon-Gesellschaft. Bereits in "Nacht" lehnten sie die Müllentsorgungstechnologie der Voyager ab, um Teile ihrer Wirtschaft nicht zu schädigen. Die Erkenntnis dieser Episode, dass man als Müllentsorger mehr verdient als ein Malon auf der Heimatwelt in seinem ganzen Leben, deckt sich mit dieser Aussage. Die Schuldigen am Schicksal des Malons, der zum Vihaar wird, sind nicht seine Mitarbeiter bzw. Leidensgenossen, sondern die gesamte Malon-Gesellschaft die dieses buchstäblich schmutzige System etabliert hat. Es basiert darauf, den Weltraum zu verschmutzen und Unschuldige dabei in den Tod zu schicken.

Von dieser zuletzt aufkommenden Tragik abgesehen, lässt die Umsetzung dieser Episode allerdings zu wünschen übrig. Spannung vermag nicht so richtig aufzukommen, da die "Monster-Perspektive" den weiteren Verlauf recht durchschaubar macht. Auch, dass die Geschehnisse an Bord des Schiffes kein Zufall sind, weiß der Zuschauer weitaus eher als die Besatzung. Insofern ist die Spannung gerade mal ausreichend.

Charakterseitig bekommen wir es wieder einmal mit der Unausgeglichenheit B'Elanna's zu tun. Wer der Auffassung war, sie hätte ihre Wutausbrüche unter Kontrolle, wird diesbezüglich erstaunt sein. Dass sie am Ende diplomatisch sein will, die Situation es aber nicht zulässt, ist schon eine Ironie des Schicksals. Verwunderlich ist aber auch das Wiederauftauchen der Malon. Immerhin hat man in "Temporale Paradoxie" und "Das ungewisse Dunkel" zwei gewaltige Sprünge in Richtung Alphaquadrant machen können - woher kommen nun plötzlich wieder die Malon? Insofern ist die Handlung eher mittelmäßig: Sowohl das Torres-Problem als auch die Malon wirken sehr weit hergeholt - eigentlich Phasen, die man längst überwunden glaubte.

Insgesamt also eine nur mittelmäßige Episode, der es an klaren Perspektiven fehlt. Der Fingerzeig auf die Malon ist einfach zu offensichtlich und darüber hinaus auch oberflächlich. Das Torres-Problem wirkt mittlerweile schon etwas deplatziert.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Nicht berücksichtigt.

 
 
 
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  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  26. April 1999

 Erstausstrahlung D:
  19. August 2000

 Regie:
  Allan Kroeker

 Buch:
  Nicholas Sagan
  Bryan Fuller

 Gaststars:
  Ron Canada
  Lee Arenberg
  Scott Klace
  Alexander Enberg



  Zuletzt geändert:
  2016-01-15, 22:03
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