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Episodenbeschreibung
Sternzeit: 45959,1
Die Enterprise wird zur Erde gerufen, da
archäologische Funde darauf hindeuten, daß sich vor
500 Jahren Außerirdische dort befanden. Noch
erschreckender: Datas Kopf befindet sich in einer
seit Jahrhunderten nicht mehr geöffneten Höhle.
Offensichtlich wird Data irgendwann in der Zukunft in
die Vergangenheit reisen und dort getötet werden.
Geordi entdeckt fossile Rückstände, die auf eine
unbekannte Spezies hinweisen; einen der gefundenen
Stoffe kann man nur auf Devidia II im Marrab Sektor
finden. Also bricht man dorthin auf.
Während der Reise bemerkt Data, daß alle sich ihm
gegenüber verändert verhalten, obwohl ihm der
Gedanke, um seinen Tod zu wissen, nicht unangenehm
ist: er hatte sich oft gefragt, ob er ewig leben
würde. Nachdem er sich mit Guinan darüber
unterhalten hat, bemerkt diese zu sich selbst:
"Der Kreis schließt sich."
Auf Devidia II angekommen, kann man triolische Wellen
in einer Höhle orten, wie sie auch auf der Erde
entdeckt wurden. Während Riker mit einem Außenteam
die Höhle untersucht, beläßt Picard Data
vorsichtshalber auf dem Schiff, obwohl Data bemerkt,
daß sich das Schicksal nicht aufhalten läßt.
Geordi erkennt eine temporale Verzerrung von 0,004
Sekunden, und Deanna spürt Leben in dem Raum, obwohl
niemand zu sehen ist. Geordi erklärt, daß sich
durchaus Personen dort aufhalten können, allerdings
in einer anderen Dimension.
Um eine Verzerrung von nur 0,004 s mit einem
Kraftfeld auszugleichen, benötigt man einen extrem
genauen Compiler - so wie Datas positronische Matrix
einen enthält. Data modifiziert seinen Kommunikator,
damit die anderen ihn hören können, wenn er die
Verzerrung ausgleicht und in die andere Dimension
geht, allerdings wird er keine Signale von ihnen
empfangen können. Als er soweit ist, berichtet er
per Kommunikator, was er sieht: in der Höhle sitzen
große, silbergraue Gestalten, die Energiefragmente
aufnehmen, welche von einem sonderbaren Gerät
abgegeben werden. Die Gestalten scheinen keine Notiz
von ihm zu nehmen, doch dann geht etwas schief, und
der Kontakt bricht ab...
Data erwacht auf
einer Straße auf der Erde. Einer Zeitung entnimmt
er, daß es die Stadt San Francisco ist, und das
Datum ist der 11. August 1893. Zunächst befragt er
Umstehende nach jemandem, der eine Schlange bei sich
hat, doch als er keinen Erfolg hat, sucht er sich
zunächst ein Zimmer. Es gelingt ihm, beim Pokern
Geld zu gewinnen, von dem er sich ein Zimmer mieten
und den Hotelpagen mit der Besorgung einiger
Gegenstände beauftragen kann, wobei er sich als
französischer Erfinder ausgibt.
Unweit des Hotels sieht man, wie zwei offensichtlich
reiche Personen einen Strahl auf einen Bettler
richten, der daraufhin leblos zusammensackt.
Geordi bastelt indes
an einem Gerät, mit dem er die Verzerrung
ausgleichen kann, aber er kann keinen Erfolg
versprechen. Währenddessen unterhält sich Picard
mit Guinan. Sie fragt ihn, ob er sich erinnert, wann
die beiden sich das erste mal trafen. Picard bejaht,
doch Guinan meint, daß er sich irrt - er muß
unbedingt die Außenmission begleiten, oder er und
Guinan werden sich niemals getroffen haben.
Data hat
mittlerweile eine interessante Apparatur gebastelt
und läßt den Pagen glauben, es handele sich um
einen Motor. Dann entdeckt er ein Bild von Guinan in
der Zeitung. Er sucht sie bei einem Empfang des
Schriftstellers Samuel Clemens auf, aber sie erkennt
ihn nicht. Als er sagt, daß er von einem Raumschiff
kommt, nimmt Guinan ihn zur Seite, und Data wird
klar, daß diese Guinan nicht aus der Zukunft kommt.
Offensichtlich muß sie im 24. Jahrhundert mehrere
hundert Jahre alt sein. Ihm war nicht klar, daß die
Spezies, der Guinan angehört, so alt werden kann. Er
berichtet ihr, woher die beiden sich kennen (werden),
und daß er eine Kontaktaufnahme für eine gute Idee
hielt, als er unterbrochen wird: der Gastgeber des
Empfangs hat die beiden belauscht...
Als Geordi soweit
ist, beamt Picard in die Höhle und befiehlt Worf,
auf die Enterprise zurückzukehren und dort das
Kommando zu übernehmen. Dann läßt er Geordi die
Verzerrung ausgleichen und betritt zusammen mit ihm,
Riker, Troi und Dr. Crusher die parallele Dimension.
Sie sehen die Wesen, die Data beschrieben hatte, und
gleich darauf betreten durch ein Portal, das
gleißendes Licht ausstrahlt, weitere Wesen die
Höhle, ohne vom Außenteam Notiz zu nehmen; eines
von ihnen trägt eine merkwürdige Schlange auf dem
Arm. Sie füllen eine Art Verteilerstation mit
biomagnetischen Leuchtfasern auf, und Troi spürt,
daß diese Leuchtfasern die Lebensenergie von
Menschen enthalten: die Außerirdischen scheinen
Leben zu verschlingen. Als die Neuankömmlinge die
Höhle durch das Portal wieder verlassen, folgt ihnen
das Außenteam...
Bewertung
Als Abschluß
der fünften Staffel bietet "Gefahr aus dem 19.
Jahrhundert" im Gegensatz zu den beiden ersten
Cliffhangern bei TNG,
"In den Händen der Borg" (dritte Staffel) und
"Der Kampf um das klingonische Reich" (vierte Staffel), eine
eher minimalistische Handlung: es geht diesmal
"nur" darum, daß Data in der Vergangenheit
sterben wird, und es muß weder die Welt noch der
Quadrant gerettet werden. Trotzdem ist diese Episode
sehr spannend: wie gewohnt gibt es gleich zu Beginn
einige Verheißungen, so z.B. Guinans mysteriöser
Ausspruch "Der Kreis schließt sich" und
später ihre Bemerkung zu Picard über ihr erstes
Treffen, dazu kommt die Erkenntnis, daß lange vor
der Entdeckung des Warpantriebs und damit vor dem
ersten Kontakt zwischen Menschen und Außerirdischen
(welches Vulkanier waren, siehe Kinofilm "Star
Trek: First Contact") bereits Außerirdische auf
der Erde waren.
Es stellt sich natürlich die Frage, wer diese Aliens
waren und welche Absicht sie hatten, ob sie gar immer
noch unter den Menschen leben. Auf die Antwort muß
man natürlich bis zum zweiten Teil warten.
Besonders gelungen
ist in jedem Fall die Vorwegnahme des Ergebnisses: es
ist zwar nicht klar, ob das Außenteam überhaupt
zurückkehren wird, obwohl Guinans Äußerungen
vermuten lassen, daß Picard nichts passieren wird,
aber es scheint, daß Data vernichtet werden wird,
was ein herber Verlust für die Crew, die Föderation
und letztlich natürlich auch die Zuschauer wäre. An
dieser Stelle nur so viel: Data wird seinen Kopf
behalten, wenn auch auf andere Weise, als man meinen
sollte.
Die vielen Szenen
mit Whoopi Goldberg als Guinan in dieser Episode sind
wie üblich sehr angenehm, und auch Picard, Data und
Geordi fallen positiv auf, während die restlichen
Darsteller etwas unterbeschäftigt wirken.
Die Erde des 19. Jh. wirkt halbwegs realistisch,
leider bekommt man immer nur kleine
Straßenabschnitte und ansonsten Innenräume zu
sehen, was zusammen mit den im Hintergrund plazierten
Statisten, die allesamt etwas zu unnötig wirken,
kein rechtes Gefühl für diese Epoche aufkommen
lassen will, obwohl Kleidung und Ausstattung
detailgetreu sind.
Personalseitig gibt
es noch einige interessante Sachen: Samuel Clemens,
Gastgeber des Empfangs, wo sich Guinan und Data
treffen, ist unter dem Namen Mark Twain berühmt
geworden. Clemens/Twain-Darsteller Jerry Hardin war
bereits in der ersten Season von TNG zu sehen, damals
als Aldeaner in "Die Sorge der Aldeaner", und ist auch als
Mulders Informant "Deep Throat" in der
ersten Akte X-Season bekannt.
Datas Zimmerbursche ist Jack London (beides wird im
zweiten Teil erwähnt).
Marc Alaimo hat hier
seinen vierten Auftritt bei TNG, nachdem er
in "Die geheimnisvolle Kraft" einen Anticaner,
in "Der Rachefeldzug" einen Cardassianer und
in "Gefahr aus dem 19. Jahrhundert" Frederick La Rouque
spielte. Bei DS9 ist er
regelmäßig als Gul Dukat zu sehen.
Ken Thorley, der
hier einen Seemann spielt, stellt in anderen
TNG-Episoden den Schiffsfriseur Mott dar.
Handlungsseitig ist
"Gefahr aus dem 19. Jahrhundert (1)" extrem
gelungen, so daß die Bewertung insgesamt sehr gut
ausfällt.
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