Deutscher StarTrek-Index  
  3.08 Der verirrte Planet  
  F o r   t h e   W o r l d   i s   H o l l o w   a n d   I   H a v e   T o u c h e d   t h e   S k y  
 

Review: Matthias Weber
Statistik: Elisabeth Leidenfrost

 
 
 

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 5476,3
Die Enterprise wird von einigen veralteten Raketen angegriffen, welche man leicht zerstören kann. Man verfolgt den Kurs der Raketen zurück und stößt dabei auf einen Asteroiden, der sich aber seltsamerweise auf einem unabhängigen Kurs befindet, sich also aus eigener Kraft bewegt. Spock stellt fest, dass es sich bei dem Asteroiden in Wirklichkeit um ein Raumschiff handelt. Er stellt außerdem fest, dass das Raumschiff sich auf Kollisionskurs mit einem bewohnten Planeten befindet.

Inzwischen wird Kirk auf die Krankenstation gerufen und McCoy kann ihm berichten, dass die jährliche Routineuntersuchung beendet ist und nur bei einem Crewmitglied etwas ergeben hat und zwar bei McCoy selbst. Er leidet an der unheilbaren Blutkrankheit Xenopolycytemia und hat noch ungefähr ein Jahr zu leben. Kirk muss McCoy versprechen, die Sache niemandem zu verraten.

Kirk, Spock und McCoy beamen auf die vermeintliche Oberfläche des Asteroiden. Plötzlich tauchen einige Männer auf, die das Außenteam überwältigen können. Die Anführerin der Fremden, die Priesterin Natira, lässt die drei durch eine Treppe in die unterirdische Welt des dort lebenden Volkes bringen. Sie werden dem Orakel vorgestellt, von welchem Natira ihre Befehle erhält. Kirk gibt sich als Freund zu erkennen. Daraufhin versetzt das Orakel den dreien einen Stromstoß, um ihnen zu zeigen, was es heißt, ein Feind zu sein. Kirk und Spock kommen in einem anderen Raum wieder zu sich. McCoy hat es aufgrund seines Gesundheitszustandes schwerer erwischt. Kirk klärt Spock über McCoys Zustand auf.

Ein alter Mann kommt zu den dreien. Er erzählt ihnen, dass er auf der Oberfläche war und obwohl es verboten ist einen der Berge bestiegen hat und darauhin den Himmel berühren konnte. Daraufhin bricht der Mann tot zusammen.

Natira erscheint und begrüßt das Außenteam nun als Gäste. Sie erklärt, dass der alte Mann vom Orakel bestraft wurde, weil er das Gesetz nicht eingehalten hat. Natira scheint interessiert an McCoy zu sein, der inzwischen ebenfalls wieder aufgewacht ist. Auch McCoy scheint nicht abgeneigt zu sein und während Kirk und Spock sich umsehen, unterhalten sich die beiden und Natira fragt McCoy, ob er ihr Mann werden will. McCoy bittet um etwas Bedenkzeit.

Inzwischen konnten Kirk und Spock erneut in den Orakelraum vordringen. Sie stellen fest, dass es sich bei diesem Volk um Nachkommen der Fabrini handelt, einer Spezies, die vernichtet wurde, als ihre Sonne zur Supernova wurde, offenbar haben sie dieses Raumschiff gebaut, um einer kleinen Zahl das Überleben zu sichern. Da das Raumschiff bereits seit 1000 Jahren unterwegs ist, wissen die Fabrini inzwischen nichts mehr über ihre Herkunft. Auch wissen sie nichts darüber, dass sie in einem Raumschiff leben, weil sonst eine Panik ausbrechen würde.

Als Natira hereinkommt, verstecken sich Kirk und Spock. Natira fragt das Orakel, ob sie McCoy heiraten darf. Das Orakel stimmt zu, unter der Bedingung, dass sich McCoy das Gerät einpflanzen lässt, mit dem das Orakel das Volk kontrolliert. Beim Hinausgehen von Natira werden Kirk und Spock entdeckt und vom Orakel unter Strom gesetzt. Natira verhängt die Todesstrafe über sie, da sie das Heilige Orakel entweiht haben.

McCoy bittet für seine Freunde um Gnade und Natira begnadigt die beiden, da McCoy bei ihr bleibt. McCoy verabschiedet sich von Kirk und Spock, die auf die Enterprise zurückkehren. Dort erhält Kirk den Befehl weiterzufliegen. Die Sternenflotte selbst kümmert sich um die Angelegenheit. Doch da ruft McCoy die Enterprise. Er hat inzwischen herausgefunden, wo die Fabrini ihr gesamtes Wissen aufgeschrieben haben. Es ist in einem Buch im Orakelraum. Mit diesem Buch müsste man das Raumschiff auch wieder auf den richtigen Kurs bringen können. Als McCoy dies gesagt hat, wird er vom Orakel bestraft. Kirk und Spock beamen sofort runter und entfernen ihm trotz Protest von Natira das Kontrollgerät. Kirk kann Natira überzeugen, dass sie nur im Interesse ihres Volkes handeln und erklärt ihr, dass sie in einem Raumschiff leben. Natira scheint zwar an Kirks Geschichte zu zweifeln, doch sie ruft trotzdem nicht die Wachen, sondern geht in den Orakelraum und fragt dieses um Rat. Das Orakel bestraft sie für ihren Ungehorsam. Da kommen Kirk, Spock und McCoy hinzu und entfernen ihr ebenfalls das Kontrollgerät. Kirk und Spock finden inzwischen das Buch und können damit den Altar öffnen, welcher die Tür zum Kontrollzentrum des Raumschiffs darstellt. Dort können sie eine Kurskorrektur durchführen.

Natira entschließt sich bei ihrem Volk zu bleiben und McCoy kehrt auf die Enterprise zurück. Die Fabrini verfügten über ausgezeichnete medizinische Kenntnisse und Spock findet dort auch das Heilmittel für McCoys Krankheit. Die Behandlung wird erfolgreich auf der Enterprise durchgeführt.

Bewertung

Bei "Der verirrte Planet" handelt es sich um eine McCoy Folge, was eigentlich schon an sich eine Seltenheit ist. Obwohl McCoy neben Kirk und Spock zum Triumvirat gehört und damit einer der drei wichtigsten Charaktere ist, stehen doch meistens Kirk oder Spock im Mittelpunkt der Handlung und McCoy wird meistens nur gezeigt, wenn er mit einem der beiden agiert. McCoys Charakter wurde bei der Planung der Serie von Roddenberry auch keineswegs eine dermaßen große Rolle zugedacht.

McCoy stellt bei der jährlichen Routineuntersuchung der Crew fest, dass er selbst an der unheilbaren Krankheit Xenopolycytemia leidet. Es ist natürlich etwas arg vorhersehbar, dass McCoy von dieser Krankheit noch in dieser Folge geheilt wird, da man wohl kaum auf McCoy als Hauptperson verzichten wird und es ist mal wieder ein recht glücklicher Zufall, dass man genau zur richtigen Zeit auf die Fabrini-Nachkommen trifft, die über ein ausgezeichnetes medizinisches Wissen verfügen. Da McCoy vorher offenbar keine Symptome gezeigt hat und die Diagnose bei der Routineuntersuchung wohl recht überraschend kam, erscheint es auch etwas merkwürdig, dass McCoy nach der Diagnose auf einmal deutliche Symtpome, wie Schwächeanfälle, usw. zeigt. Offenbar hat die Krankheit nur darauf gewartet, diagnostiziert zu werden, um dann auch auszubrechen.

Nach 3.03: Der Obelisk gibt es hier schon wieder einen Asteroiden, der mit einem Planeten kollidieren soll, mit dem Unterschied, dass es sich bei diesem Asteroiden in Wirklichkeit um ein Raumschiff handelt. Hier erweist sich mal wieder die Ausstrahlungsreihenfolge von NBC als störend, die die beiden Folgen in so dichtem Abstand zeigte.

Das Triumvirat macht hier einen eher schwachen Eindruck. Da eröffnet McCoy seinem besten Freund Kirk, dass er nur noch ein Jahr zu leben hat und der zuckt noch nicht mal mit der Wimper. Dass Spock wenig Reaktion auf die Nachricht zeigt, erstaunt natürlich nicht weiter, doch vom Captain hätte man hier doch eine etwas stärkere Reaktion erwartet, vor allem wenn man seine Reaktion auf den Tod seines Sohnes im Kinofilm Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. Spock bedenkt, den er ja eigentlich überhaupt nicht kannte. Gut, McCoy ist hier natürlich noch nicht gestorben, aber trotzdem hätte man hier etwas mehr Anteilnahme von McCoys bestem Freund erwartet.

Am ehesten zeigt noch Schwester Chapel eine Reaktion. Sie erscheint hier recht sympathisch und versucht McCoy wieder aufzumuntern, indem sie ihm gut zuredet und ihn auffordert, sein Leben nicht wegzuwerfen.

Wenn die Folge sich nun schon mit McCoy beschäftigt, hätte sie auch gleich die Chance gehabt, etwas mehr Information über McCoys Charakter und seine Vergangenheit preiszugeben, denn auch nach 62 Folgen weiß man so gut wie nichts über den Arzt der Enterprise. Man weiß weder, ob er verheiratet war oder ist, oder ob er Kinder hat. Auch von seinen Hobbys und Leidenschaften weiß man nichts. Die Chance hier etwas mehr über McCoy preiszugeben, vergibt die Folge jedoch. McCoys Charakter wird kaum näher beleuchtet und über seine Motive oder Beweggründe erfährt man unheimlich wenig, so wirkt auch seine überstürzte Liebe und Heirat mit Natira, sowie die Entscheidung auf dem fremden Raumschiff zu bleiben, unglaubwürdig.

Majel Barrett hat in dieser Folge einen erneuten Auftritt als Christine Chapel.
Drehbuchautor Rich Vollaerts arbeitete nur einmal für TOS.
Auch Regisseur Anton Leader wurde nicht wieder engagiert.

In der deutschen Version (vom ZDF kommend) fehlen einige Szenen. Außerdem entsteht durch einige falsch übersetzte Dialoge unnötige Verwirrung. Im Original wird klar, dass es sich bei dem vermeintlichen Asteroiden um ein Raumschiff handelt, welches zwei Hüllen hat, die innere Hülle ist die vermeintliche Oberfläche des Planeten und die zweite ist dann die Hülle, die das Innere des Raumschiffs vor dem Weltraum schützt. Das heißt Kirk, Spock und McCoy haben schon beim ersten Mal im Innern des Raumschiffs materialisiert und nicht auf seiner Oberfläche. Das erklärt auch die Aussage des alten Mannes, der sagte er wäre auf der Oberfläche auf einen Berg gestiegen und hätte den Himmel berührt. Offensichtlich war dieser Teil der Handlung für den Übersetzer einfach zu hoch und er hat die Sätze einfach irgendwie übersetzt, anstatt so, dass sie zur Handlung passen. Das macht die deutsche Version leider ziemlich unverständlich.
Ein weiterer Punkt wurde wohl ebenfalls nicht verstanden, so dass er in der deutschen Version keinen Sinn ergibt. In der Originalfassung fragt sich Kirk im Orakelraum, was das Orakel beim ersten Besuch alarmiert hat. Spock antwortet daraufhin, dass es wohl durch das Niederknien von Natira aktiviert wurde. In der deutschen Version hingegen sagt Spock, dass das Orakel sie bei ihrem ersten Besuch gewarnt habe, was eine unsinnige Bemerkung ist, da Kirk ja selbst dabei war.
Zu den fehlenden Szenen gehören vor allem Szenen zwischen Natira und McCoy. McCoy erzählt seiner Frau in einer Szene von seiner Krankheit. Auch ein Teil der Szene, in der McCoy Natira um Gnade für Kirk und Spock bittet und ein Teil der Szene, in der McCoy Natira dazu überreden will, ihn auf die Enterprise zu begleiten, fehlt. Andere vom ZDF geschnittene Szenen wurden von Sat.1 wieder eingefügt.
In der deutschen Version fehlt auch der Bezug zur Hauptdirektive der Sternenflotte, welche im Original von Spock erwähnt wird.
Wie fast immer beim ZDF wurden jede Menge flotter Sprüche in die deutsche Version eingefügt, die dieses Mal recht störend wirken.
Ein Lob muss wieder einmal der DVD-Version gemacht werden, für die nicht nur die fehlenden Szenen ergänzt, sondern auch die größten Fehler der Synchronisation korrigiert wurden. Leider wird die Hauptdirektive immer noch nicht erwähnt.

Kirk mischt sich hier erneut in die Angelegenheiten eines fremden Volkes ein und er missachtet sogar einen direkten Befehl von Admiral Westervliet, was aber natürlich ohne Konsequenzen bleibt.
A propos Westervliet. Der Admiral wird von dem selben Darsteller verkörpert, der auch schon Admiral Komack in 2.01: Weltraumfieber spielte, was mich zu der Frage verleitet, wieso in Star Trek eigentlich soviele Darsteller, die eigentlich mehrmals die gleiche Rolle spielen, unterschiedliche Rollennamen haben. Zum Beispiel spielt Sean Morgan sowohl Lieutenant O'Neil in zwei Folgen, als auch Ensign Harper in einer Folge, oder Jerry Ayres, der sowohl Lieutenant Rizzo als auch Lieutenant O'Herlihy verkörperte. Dies ist eine allgemeine Krankheit bei Star Trek und sollte bei den Nachfolgeserien oft sogar noch schlimmer werden, dort spielte zum Beispiel Marc Alaimo zwei verschiedene cardassianische Guls, obwohl man den Namen auch einfach beibehalten hätte können.

Das Positive an "Der verirrte Planet" ist die Tatsache, dass auch mal McCoy aus dem Schatten von Kirk und Spock treten darf und in den Mittelpunkt einer Folge gestellt wird, allerdings hätte man aus der grundsätzlich interessanten Idee der tödlichen Krankheit weit mehr herausholen können und müssen, so dass die Folge insgesamt nicht unbedingt zu beeindrucken weiß.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Majel Barrett hat dieses Mal ihren 17. Auftritt als Christine Chapel. Ihr letzter Auftritt war in 3.04: Kurs auf Markus 12. Das nächste Mal wird sie in 3.09: Das Spinnennetz zu sehen sein.

Byron Morrow, der Darsteller von Admiral Westervliet, spielte in Folge 2.01: Weltraumfieber auch die Rolle von Admiral Komack.

Jon Lormer, hier als alter Mann zu sehen, trat in den Folgen 1.00: Der Käfig, bzw. 1.11 + 1.12: Talos IV-Tabu als Dr. Theodore Haskins auf. In 1.21: Landru und die Ewigkeit spielte er Tamar.



Kleine TOS-Statistik
1. Zerrissene Shirts von Kirk: 0
Trotz eines heftigen Kampfes mit einigen Bewohnern des Asteroiden bleibt Kirks Shirt in tadellosem Zustand.
2. Kirks Eroberungen: 0
Diesmal ist es Dr. McCoy, der es der schönen Hohepriesterin Natira angetan hat.
3. Anwendungen von Spocks Nackengriff: 0
Spocks Nackengriff kommt hier nicht zum Einsatz.
4. Spocks "Faszinierend": 0 mal
Spock fasziniert hier nichts.
5a. Spocks "logisch": 3 mal
Spock findet Kirks Vermutung, das Raumschiff wäre als Asteroid getarnt damit man es nicht erkennt, "zu logisch".
Weiter findet Spock Kirks Argument logisch, dass es besser wäre, die Bevölkerung des Asteroiden Yonada aufzuklären und dadurch zu verwirren als sie sterben zu lassen.
Ebenso logisch findet Spock Kirks Schlussfolgerung, dass durch die Rettung der Yonada auch der Planet Daran V gerettet werden könnte.

Außerdem:
Kirk findet es logisch, ein Raumschiff als Asteroiden zu tarnen, damit man es nicht erkennt.
5b. Spocks "unlogisch": 1 mal
Spock bezeichnet McCoys Entscheidung, auf Yonada zu bleiben, als "ziemlich unlogisch".
6. McCoys: "Ich bin Arzt und kein...": 0 mal
Pille darf seinen berühmten Satz nicht sagen.

Aber:
Schwester Chapel zu Dr. McCoy: "Ich bin in erster Linie Schwester, Doktor, und wenn Sie selbst krank sind, haben Sie mir zu gehorchen."
7. McCoys: "Er ist tot, Jim." und Variationen: 1 mal
Dr. McCoy, als ein Bewohner Yonadas tot vor ihnen zusammenbricht: "Er ist tot."
8. Tote Rothemden: 0
Diesmal stirbt nur ein Bewohner des Asteroiden Yonada, als er mit Kirk, Spock und McCoy über verbotene Dinge spricht.
9. Hysterisch kreischende Frauen: 0
Hier kreischt niemand.
 
 
 
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 Erstausstrahlung USA:
  08. 11. 1968
  
 Erstausstrahlung D:
  28. 10. 1972

 Regie:
  Tony Leader

 Buch:
  Rik Vollaerts

 Gaststars:
  Kate Woodville
   [Natira]
  Majel Barrett
   [Christine Chapel]
  Byron Morrow
   [Admiral Westervliet]
  Jon Lormer
   [alter Mann]


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