Deutscher StarTrek-Index  

Nach dem großen Kampf

von Andrej Schwabe, 02.09.2009

Inhalt:
Der Stationscommander von Vanguard Commodore Diego Reyes kommt vor ein Sternenflottengericht, wo er des Geheimnisverrates angeklagt wird, nachdem er den Bericht des Reporters Tim Pennington über die Geschehnisse auf dem Heimatplaneten der Shedai veröffentlichen ließ. Die im Koma liegende T'Prynn wird nach Vulkan gebracht, um den Rat der dortigen Heiler einzuholen und sie vor dem Tod zu bewahren. Währenddessen scheinen die Klingonen auf irgend etwas gestoßen zu sein.

Kritik:
Vanguard: Offene Geheimnisse Nachdem in "Ernte den Sturm" der große Showdown mit den Shedai auf ihrem Heimatplaneten erzählt wurde, war bereits fraglich, was denn danach noch kommen sollte. Dieser Roman kann das auch nicht wirklich klären. Natürlich werden die Handlungsfäden weitergesponnen: Commodore Reyes steht vor Gericht, T'Prynn soll auf Vulkan mithilfe ominöser Rituale geheilt werden und mit den Shedai geht's auch irgendwie weiter. Traurigerweise ist das nicht besonders interessant, weil eigentlich wenig passiert, und zu allem Überfluss auch noch bis ins Detail ausgeführt: Ward hätte sehr gut auf die Hälfte der Seiten verzichten können.
Nun muss es ja kein Hindernis sein, wenn ein Roman wenig Handlung hergibt, dafür die Charaktere aber näher beleuchtet werden. In diese Richtung versucht der Roman auch zu gehen, was ihm leider ebenfalls nur mittelmäßig gelingt. Am Ende hat der Leser zum Beispiel kaum mehr Einsicht in Reyes Gedanken als vorher - da findet sich dazu mehr in den Vorgängerromanen. Allerdings erfährt man mehr über T'Prynn und ihre Stellung in der vulkanischen Gesellschaft und ihre Familie. Admiral Nogura, der bereits in vielen anderen Romanen aufgetaucht ist, übernimmt Reyes Kommando und wird ebenfalls interessant eingeführt. Genauso klappt die Anbindung an Star Trek II mit Dr. Carol Marcus, Kirks ehemalige Geliebte, die offenbar intensive Forschungen zur Shedai-Technologie durchführt.
Negativ fällt bei "Offene Geheimnisse" die an manchen Stellen derbe Sprache auf, die im krassen Gegensatz zur TV-Serie steht, und der öfters militärische Umgangsstil der Figuren miteinander, der auch schon in "Vanguard 2: Rufe den Donner" zu beobachten war.

Alles in allem ein durchschnittlicher Roman mit einigen Tiefen, der einerseits zu langatmig ist und andererseits an den Erwartungen scheitert, der Nachfolgeroman zu "Ernte den Sturm" zu sein.


Infos:
Star Trek: Vanguard
Titel: Offene Geheimnisse (Open Secrets)
Autor: Dayton Ward
Erscheinungsjahr: Deutschland: 2009, USA: 2009
Deutsche Übersetzung von Christian Humberg
Preis: 12,80 €
Cross Cult Verlag

Mit freundlicher Unterstützung vom Cross Cult Verlag

Fragen, Kritik oder Anregungen? Schreiben Sie an Andrej Schwabe.

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