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Die achte Staffel beginnt

von Andrej Schwabe, 06.12.2009

Inhalt:
Deep Space Nine behauptet drei Monate nach dem Ende des Krieges gegen das Dominion seine zentrale Position für das Schicksal des Alpha-Quadranten. Während Hilfspakete für Cardassia organisiert werden, dringen zahlreiche neue Erkenntnisse an die Oberfläche, die sich vor allem um Bajor und Siskos Verschwinden drehen.

Kritik:
Offenbarung (1) Nach dem DS9-Serienfinale "Was du zurücklässt" war mehr oder weniger klar, dass es keine TV- oder Kinofortsetzung von DS9 geben würde. Genauso eindeutig war aber auch, dass die Serie, die sich schon immer durch ihre mehrere Episoden umfassende Storybögen auszeichnete, geradezu nach einer passenden Auflösung und Fortsetzung der Handlungsfäden verlangte. Der verantwortliche Redakteur bei Pocket Books Marco Palmieri konzipierte deshalb eine Art Neustart in Form einer fiktiven achten Staffel, deren erstes quasi-offizielles (und lang erwartetes) Buch "Offenbarung" darstellt.

Der Roman beginnt passenderweise mit einer zwölfseitigen Zusammenfassung der Ereignisse und Erkenntnisse aus DS9, was durch einen zusätzlichen Text zum Dominion-Krieg am Ende komplettiert wird. Auch im Weiteren lässt Perrys Roman nichts von DS9s Reichhaltigkeit in Bezug auf Fakten und Ansichten missen.
Seit dem Finale hat sich auf DS9 viel verändert: Odo ist inzwischen auf der Heimatwelt der Gründer und wurde auf der Station durch die rebellische Ro Laren (bekannt aus TNG) ersetzt. Weitere neue Gesichter sind der Andorianer Shar, der die Position des Wissenschaftsoffiziers übernimmt, während die sympathische Bolianerin Commander Jast als Erster Offizier an Bord kommt. Bashir hat Beziehungsprobleme mit Ezri. Colonel Kira kämpft gegen die Probleme der halbzerstörten Station und den Verlust von Sisko. Überhaupt wirkt die Trauer um Sisko bei allen schwer, vor allem natürlich bei Kasidy und Jake. Der hilft seit drei Monaten bei Ausgrabungen in den geheimnisvollen Ruinen von B'hala, wo dann auch die eigentliche Geschichte ihren Lauf nimmt.
Neben der gelungenen Schilderungen der unzähligen Veränderungen an Bord der Raumstation und im Leben der Charaktere gelingt es S. D. Perry scheinbar problemlos, die Gefühlswelt der Figuren, die vor vielen neuen Herausforderungen stehen, einfühlsam darzustellen und ihre inneren Konflikte und Ziele dem Leser nahe zu bringen, ohne in den aufdringlichen oder naiven Stil vieler anderer Star Trek Autoren zu verfallen. An vielen Stellen erinnert das an die besseren, wenn nicht sogar besten (Charakter-)Momente der Serie.

"Offenbarung" besticht allerdings nicht nur durch die Charaktere, sondern kann auch mit einer interessanten Story aufwarten. Zwar befinden sich die schnellen Passagen, wie zum Beispiel eine Weltraumschlacht, am Anfang. Doch in der zweiten Hälfte nach den Schilderungen der Veränderungen auf der Station zieht auch die Story wieder an und kann in bester DS9 Tradition mit Mysterien und unerwarteten Wendungen aufwarten.
Interessanterweise wird auch die USS Enterprise (auf dem Stand von Star Trek 9) in den "Relaunch" eingebunden, was in netter Weise auf den Pilotfilm "Der Abgesandte" verweist. Picards Schiff macht in den Badlands eine entscheidende Entdeckung, die das Geschehen auf DS9 massiv beeinflussen wird und mit Sicherheit für einen spannenden zweiten Teil von "Offenbarung" sorgen wird.

Ohne jede Einschränkung empfehlenswert!


Infos:
Star Trek: Deep Space Nine
Band 8.01
Titel: Offenbarung, Buch 1 (Avatar, Book 1)
Autor: S. D. Perry
Erscheinungsjahr: Deutschland: 2009, USA: 2001
Deutsche Übersetzung von Christian Humberg
Preis: 11,80 €
Cross Cult Verlag

Mit freundlicher Unterstützung vom Cross Cult Verlag

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