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  4.18 Das Gefecht  
  Rules of Engagement  
 

von Thorsten Kroke

 
 
 

Episodenbeschreibung

Worf wacht in der Arrestzelle auf und wird von Odo in den Konferenzraum geführt. Dort wird er formell durch einen klingonischen Advokaten namens Ch'Pok vor einer vulkanischen Richterin der Sternenflotte angeklagt, einen klingonischen Transporter mit Zivilisten mutwillig zerstört zu haben. Sisko verteidigt ihn. Ch'Pok betont, dass es ihm vor allem um Worfs Motivation für die Tat gehe, es spiele eine Rolle, ob Worf wie ein Sternenflottenoffizier oder klingonischer Krieger gehandelt habe.

Zwischen den Anhörungen spricht Sisko mit Odo, dass Beweise für Worfs Unschuld gefunden werden müssen. Außerdem trifft sich Ch'Pok mit Sisko, der ihn überzeugen will, dass Worf mit nach Qo'noS muss, um sich dort zu verantworten.

Jadzia Dax wird als erste Zeugin Ch'Poks aufgerufen, da sie als "Expertin für Klingonen" viel Zeit mit Worf verbringe. Jadzia erklärt, dass sie gerne in der Holosuite kämpfen und Worf sich immer unter Kontrolle hat. Wenn Ch'Pok Worfs Angriffe durch seine unkontrollierbare, klingonische Kampflust darstelle, treffe dies bei Worf nicht zu, da er im Kampf eine hohe Selbstbeherrschung habe, wie Dax findet. Trotzdem setzt Ch'Pok als Beweis ein Holoprogramm, in welchem es mit übertriebener Härte gegen Wehrlose geht, gegen Worf ein, welches Jadzia bestätigen muss.

Sisko wird als nächster befragt, er erklärt, warum er Worf das Kommando gegeben hatte: Er vertraue seinen Fähigkeiten als Offizier und Worf sei sich der Gefahr durch Klingonen bei dieser Eskortmission für cardassianische Schiffe bewusst gewesen. Dennoch habe er keine kampflustigen Absichten beim Klingonen bemerkt.

Quark muss bestätigen, dass Worf klingonischen Auseinadersetzungen während der Eskorte nicht abgeneigt war, als er sich mit ihm in seiner Bar unterhielt.

Nun ruft Sisko seine Zeugen auf: O'Brien soll die genaue Situation schildern, da er an der Conn saß. Während der Eskorte griffen ein Bird of Prey und ein D7-Schlachtkreuzer den Konvoi an, sie tarnten und enttarnten sich mehrmals und versuchten, die Defiant durch diese Manöver wegzulocken. Worf schien ein Muster darin zu erkennen, er befahl die Defiant zu entsprechenden Koordinaten. An der Stelle enttarnte sich - wie von Worf erwartet - ein Schiff und Worf ließ Quantentorpedos abfeuern, die das Schiff zerstörten. Erst danach bemerkten O'Brien und Worf, dass es ein ziviler Frachter mit ungefähr 450 Klingonen an Bord war. Wegen dieses Unfalls wird Worf beschuldigt, die Tat mutwillig als Krieger begangen zu haben. O'Brien will Worf entlasten, Ch'Pok bringt ihn aber dazu zu sagen, dass er - obwohl er vollkommen mit Worfs Entscheidung und dessen Konsequenzen während Worfs Kommandos zufrieden war - in dieser Situation nicht so gehandelt hätte.

In der Pause sprechen Ch'Pok und Sisko über Worf, Ch'Pok will Worf unbedingt nach Qo'noS bringen, egal ob als Krieger oder mutwilligen Vernichter von Zivilisten.

Worf geht in den Zeugenstand und erklärt den Ereignisablauf, der sich mit Chief O'Briens Beschreibung deckt. Worf hatte das Kommando inne und war gezwungen, zum Wohle der Crew der Defiant schnell zu handeln, deshalb entschied er sich zu feuern, weil er ein klingonisches Kriegsschiff erwartete. Er lasse nie seine Gefühle in seine Professionalität mit einfließen, deshalb sei es eine Entscheidung eines Sternenflottenoffiziers. Danach spricht Ch'Pok mit Worf, er entlockt ihm, dass er niemals Wehrlose angreifen würde und dass das Feuern dementsprechend ein Unfall sei. Mit Beleidungen gegenüber Worf, seiner Familie und seinem Sohn bringt Ch'Pok Worf zur Weißglut, nach einer weiteren direkten Beschimpfung schlägt er den Advokaten nieder, was dieser als Beweis benutzt, dass Worf auch Wehrlose als kampflustiger Klingone angreift. Die Richterin zieht sich danach zur Überlegung zurück.

Odo kontaktet Sisko, er hat einen Beweis für Worfs Unschuld gefunden; Sisko lässt die Verhandlung wieder aufnehmen und ruft Ch'Pok als Sachverständigen für das klingonische Reich in den Zeugenstand. Dort zeigt er Ch'Pok eine Liste mit Namen, die Ch'Pok als die Opfer des von Worf zerstörten Frachters identifiziert. Sisko sagt, dass dies die Passagierliste eines Frachters sei, der schon zuvor bei Qo'noS abgestürzt ist. Komischerweise überleben alle diesen schweren Crash, denn genau dieselben Personen fliegen eine Woche später wieder in einem ähnlichen Frachter zusammen, doch diesmal durch das Kampfgebiet, wo sich die Defiant aufhielt. Dies sei doch sehr unwahrscheinlich. Sisko schließt daraus, dass die Personen schon beim ersten Crash gestorben sind und der Frachter, den Worf abgeschossen hat, einfach nur falsche Sensorenwerte gesendet hat. Das Ganze war nur eine Finte des klingonischen Reiches, um Worf aus der Sternenflotte zu holen. Ch'Pok bejaht dies und die Verhandlung ist beendet.

Sisko besucht Worf in seinem Quartier auf der Defiant, die Crew gibt für ihn eine Party. Worf sagt, ihm ist nicht nach Feiern zumute, weil er seine Fehler reflektiert hat: Zum einen hatte Ch'Pok recht: Er kämpfe, wenn er provoziert werde, was daran liege, dass er ein echter Klingone sei. Zum anderen hätte er nicht sofort feuern sollen, er hätte das Schiff erst identifizieren müssen. Sisko bestätigt dies und sagt, dass es in der roten Uniform nicht einfacher werde, besonders nicht als Captain. Trotzdem müsse Worf wegen der roten Uniform ein gutes Beispiel abgeben, weshalb er mit zur Party gehen sollte.

Bewertung

"Das Gefecht" ist in vielerlei Hinsicht eine interessante Folge: Zum einen durch den Charakter der Gerichtsverhandlung, der Zuschauer weiß nur so viel wie die vulkanische Richterin. Unterstützt wird diese Perspektive durch das Reden der Zeugen direkt in die Kamera, obwohl sie sich in der anderen Szenerie befinden. Dieser Effekt ist sehr gelungen, was die Spannung etwas anheizen dürfte. Das andere, Innovative in der Folge ist die Tatsache, dass die Klingonen zu für sie eher unorthodoxen Methoden greifen: Sie fintieren um Worf und lassen sich auf eine diplomatische Verhandlung ein, die sogar mit einem sehr fähigen Anwalt geführt wird, wie ich finde. Somit bekommt man als Zuschauer auch mal ein anderes Bild von den Klingonen, anstelle der kampflustigen Krieger, die man kennt. Schön ist auch die Schlusszene, in der Worf seine Fehler rekapituliert und Sisko sie kommentiert.

Die Spannung ist schon hoch, da man als Zuschauer mit Worf mitleidet und durch den Gerichtsverhandlungscharakter bekommt man die wahre Geschichte nur bruchstückhaft präsentiert. Leider erwartet man auch die Rettung, die dann doch noch erfolgt. Im Großen und Ganzen ist die "Zwei" aber gerechtfertigt.

Die Special Effects sind an sich ganz gut, denn die Kampfszenen überzeugen und die Kameraführung während der Zeugenaussagen ist professionell. Leider sind mir ein paar Schlampereien aufgefallen: Im Hearing trägt Worf seine Schärpe auf der Galauniform, nachher aber nicht mehr. In der Szene, in der Dax vernommen wird, hat Sisko nur drei Punkte am Kragen, anstelle der üblichen vier! Trotzdem denke ich, dass die Special Effets mit "Zwei" bewertet werden können.

Die Handlung ist - wie ich schon sagte - innovativ und überraschend, aber im Endeffekt handelte Worf ja aufgrund seines klingonischen Kriegerinstinktes, egal ob Zivilisten auf dem Frachter waren oder nicht, was ja für die Verurteilung und Auslieferung ausgereicht hätte. Neu ist auch, dass die Klingonen im Krieg fintieren und so eine Sache inszenieren, um einen Mann aus der Sternenflotte loszueisen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gowron so einen Hass auf Worf hegt, dass er ihn, gleichgültig welche Ressourcen es kostet, von DS9 nach Qo'noS holen will. Desweiteren ist es interessant, wenn "Exoten" der Sternenflotte wegen ihrer persönlichen Motivation auf die Kommandofähigkeit überprüft werden, was mich an die Kommandos von Data erinnert, wie in "TNG: Kampf um das klingonische Reich II" oder "TNG: Der Schachzug". Nichtsdestotrotz ist die Handlung ganz gut, schön ist auch zu sehen, wie sich die Crew - besonders Sisko - für Worf einsetzt.

Abschließend verdient "Das Gefecht" ein "Gut", weil es einfach eine interessante Folge ist.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Keine

 
 
 
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  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  6. April 1996

 Erstausstrahlung D:
  2. November 1996

 Regie:
  LeVar Burton

 Buch:
  Ronald D. Moore

 Gaststars:
  Ron Canada
  Deborah Strong



  Zuletzt geändert:
  2015-05-20, 18:14
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