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  3.23 Portal in die Vergangenheit  
  All Our Yesterdays  
 

Review: Matthias Weber
Statistik: Elisabeth Leidenfrost

 
 
 

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 5943,7
Die Enterprise befindet sich im Orbit um den Planeten Sarpeidon, der von seiner Sonne, die sich bald zur Nova transformiert, bedroht wird. Kirk, Spock und McCoy beamen auf den Planeten. Sie gelangen in eine Bibliothek, in der sie auf Mr. Atoz treffen. Dieser erklärt ihnen, dass die gesamte Bevölkerung mit seiner Hilfe bereits die Flucht angetreten habe. Als die anderen fragen, auf welche Weise sie geflüchtet sind, gibt er nur ausweichende Antworten. Kirk und Spock schauen sich einige Datenscheiben über die Vergangenheit des Planeten an. Inzwischen erklärt Mr. Atoz Spock die Funktion einer Maschine, die er Atavachron nennt. Als sich Kirk eine Datenscheibe über eine Zeitepoche, die dem Mittelalter ähnelt, anschaut, hört er plötzlich aus einem Portal eine Frau schreien. Er will ihr zu Hilfe eilen und geht durch das Portal. Daraufhin verschwindet er einfach. Mr. Atoz will die beiden aufhalten, doch Spock und McCoy folgen Kirk durch das Portal und verschwinden ebenfalls.

Kirk landet in der Zeitepoche, die er sich gerade angesehen hat. Eine Frau wird von zwei Männern verfolgt. Er greift ein und schlägt die beiden Männer in die Flucht. Als er mit der Frau in die Bibliothek zurückkehren will, ist die Tür jedoch verschwunden.

Spock und McCoy landen dagegen in einer arktisähnlichen Umgebung. Sie finden keine Spur von Kirk. Als die beiden nach ihm rufen, kann Kirk sie in seiner Zeitepoche hören und ihnen antworten. Die Frau, die Kirk gerettet hat, glaubt Spock und McCoy seien Geister. Spock mutmaßt, dass es sich bei der Atavachron um eine Maschine handelt, die alle Bewohner des Planeten in ihre eigene Vergangenheit geschickt hat, um der Katastrophe zu entkommen. Die Atavachron schickt jeden wohl in die Zeit, die er sich gerade auf der Datenscheibe angeschaut hat.

Die beiden Männer, die Kirk in die Flucht geschlagen haben, kommen mit Verstärkung zurück und nehmen den Captain und die Frau fest. Die Frau erklärt den Männern, dass ihr Retter mit Geistern redet.

Inzwischen versuchen Spock und McCoy einen Unterschlupf vor der Kälte zu finden. Der Doktor bricht jedoch schon bald mit Erfrierungen zusammen. Da treffen die beiden auf eine Person, die in einen Pelz gekleidet ist. Sie nimmt die erschöpften Männer in eine Höhle mit. Spock bereitet McCoy ein Lager und hält seinen Körper warm. Mehr kann er für ihn nicht tun. Die in Pelz gekleidete Person entpuppt sich als schöne Frau, die sich als Zarabeth vorstellt. Sie wurde von einem tyrannischen Herrscher mit Hilfe des Zeitportals in diese Umgebung geschickt, weil ihre Familie gegen den Herrscher rebellierte.

Kirk ist inzwischen ins Gefängsnis gesteckt worden. Er wird der Hexerei angeklagt. Der Ankläger scheint aufzuhorchen, als Kirk ihm von der Bibliothek erzählt. Es handelt sich bei ihm offenbar um jemanden aus der Zukunft, der in diese Zeit geflüchtet ist, was er aber nicht zugeben will.

Während sich McCoy langsam wieder erholt, erklärt Zarabeth Spock, dass sie nicht wieder zurück könnten, da die Atavachron den Körper beim Übergang durch das Portal so verändert, dass man bei einer Rückkehr sterben würde. McCoy ist nicht bereit dies zu akzeptieren, doch Spock scheint sich damit abzufinden.

Kirk kann inzwischen aus seinem Gefängnis entkommen. Der Ankläger erklärt ihm, dass er nicht mehr in die Zukunft zurück könne, doch Kirk ist sich sicher, dass er von der Atavachron nicht dieser Zeit angepasst wurde. Der Ankläger führt Kirk zum Zeitportal. Kirk sucht die Wände ab und findet das Portal tatsächlich. Er kehrt in die Bibliothek zurück und zwingt Mr. Atoz dazu, ihn bei der Suche nach Spock und McCoy zu unterstützen.

Spock wird inwzischen immer aggressiver gegenüber McCoy. Außerdem scheint er sich in Zarabeth zu verlieben. McCoy deutet das Ganze so, dass sich Spock auf das Niveau der Vulkanier dieser Zeitepoche zurückentwickelt. Zu dieser Zeit waren die Vulkanier sehr leidenschaftlich und hatten sich in Kriegen fast ausgerottet. Zarabeth gibt zu, dass sie nicht weiß, ob Spock und McCoy durch das Portal zurückkehren können, sie weiß nur, dass sie es selbst nicht kann. Spock und McCoy machen sich daraufhin auf die Suche nach dem Portal.

Kirk findet mit Atoz die richtige Zeitepoche und Spock entscheidet sich schweren Herzens dafür, mit McCoy in seine Zeit zurückzukehren. In der Bibliothek angekommen wird der Vulkanier wieder normal. Mr. Atoz ergreift nun als letzter Bewohner des Planeten selbst die Fucht in die Vergangenheit. Spock stellt fest, dass Zarabeth seit 5000 Jahren tot und begraben ist. Die drei kehren auf das Schiff zurück.

Bewertung

Mit "Portal in die Vergangenheit" bekommen wir kurz vor Ende der Serie noch einmal ein Highlight präsentiert. Es ist auch die letzte Spock-Folge der Serie und hat in Fankreisen ähnliche Popularität erreicht wie beispielsweise 2.01: Weltraumfieber. Man erfährt eine Menge über die Vergangenheit der Vulkanier. Sie waren früher ein Volk, welches sich von seinen Gefühlen und seiner Leidenschaft steuern ließ. Dadurch haben sich die Vulkanier in verschiedenen Kriegen fast selbst vernichtet. Dann kam Surak und begründete die moderne Philosophie der Logik. Die Vulkanier entschlossen sich dazu, alle Gefühle weitgehend zu unterdrücken und sich nicht mehr der Leidenschaft hinzugeben. Dadurch wurden sie zu einem sehr friedlichen Volk. Man erfährt hier auch, dass Vulkanier Vegetarier sind. Spock schämt sich dafür, dass er Fleisch gegessen und es ihm auch noch geschmeckt hat.

Spock darf sich hier nach 1.24: Falsche Paradiese zum zweiten Mal verlieben. Trotzdem bleibt es ein Logikfehler, dass sich der Vulkanier trotz der fehlenden Anpassung durch die Atavachron in einen Eiszeit-Vulkanier zurückentwickelt. Man fragt sich spätestens hier, wie denn die körperliche Veränderung überhaupt aussieht und was genau für Folgen sie hat, da ja das Gedächtnis offenbar nicht beeinflusst wird.

Die Folge ist noch einmal für das Triumvirat recht wichtig. Spock entscheidet sich am Ende für die Freundschaft zu Kirk und McCoy und gegen Zarabeth, in die er sich verliebt hat. McCoy fühlt mit ihm und versucht ihm über seinen Verlust hinwegzuhelfen. Die Folge ist eine der wenigen, die tragisch endet.

Zarabeth ist ein interessanter Gastcharakter. Man hat Verständnis dafür, dass sie Spock und McCoy über eine Rückkehrmöglichkeit im Unklaren lässt. Das Exil in völliger Einsamkeit muss ihr zugesetzt haben und man kann sich vorstellen, was für ein Glück es für sie war, die beiden Gestrandeten als Gesellschaft zu haben.

Es gab für diese Folge gleich zwei Fortsetzungen in Buchform. Darin geht es unter anderem um den Sohn, denn Spock mit Zarabeth gezeugt hat.

Dies ist die einzige Folge, in der es keine Szene auf der Enterprise gibt. Auch von den Hauptcharakteren sind nur Kirk, Spock und McCoy präsent. Über Funk hört man noch Scotty, darf ihn aber nicht sehen.

Die Folge enthält nach sehr langer Zeit mal wieder Zeitreise-Elemente. Diese aufzugreifen war eine von Fred Freibergers Experimenten, um die Quoten zu steigern. Allerdings kam dieser Versuch zu spät, um noch etwas am Ende der Serie zu ändern. Als diese Episode im Fernsehen lief, hatte NBC schon längst entschieden, keine weiteren Folgen mehr zu bestellen.

Die Flucht in die eigene Vergangenheit, um sich vor einer Katastrophe zu retten, ist eine interessante Idee. Man dürfte erwarten, dass es zu Veränderungen der Gegenwart kommt, wenn so viele Menschen in die Vergangenheit flüchten und diese möglicherweise beeinflussen. Allerdings dürfte das in diesem Fall ziemlich egal sein, da ja niemand mehr da ist, den die Veränderungen kümmern könnten. Die Bewohner des Planeten scheinen auf ihre Welt beschränkt gewesen zu sein, deswegen gibt es auch für den Rest der Galaxie keine Auswirkungen. Gleichwohl ist es eine schöne und zugleich schaurige Version der Flucht vor einer drohenden Zerstörung des Planeten, die am Ende ja auch zu sehen ist. Es ist zudem einer der wenigen Fälle, wo man angesichts der Zerstörung der Zeitmaschine und des Verschwindens von Millionen Menschen trotzdem keine Logikfehler oder ethische Bedenken ausmachen kann.

Bekannte Charaktere gibt es unter den Gaststars auch in der vorletzten Folge nicht.
Geschrieben wurde "Portal in die Vergangenheit" von Jean Lisette Aroeste, der auch für 3.05: Die fremde Materie verantwortlich war.
Regie führte nach 3.04: Kurs auf Marcus 12 und 3.07: Das Gleichgewicht der Kräfte zum dritten und letzten Mal Marvin J. Chomsky.

Die deutsche Version wurde von Sat.1 erstellt und enthält alle Originalszenen. Ansonsten gibt es wenig auszusetzen. Der deutsche Episodentitel hätte genausogut zu 1.28: Griff in die Geschichte gepasst.
Im Original sagt Kirk dem Ankläger, dass er von einer Insel namens Erde komme, während er in der deutschen Version tatsächlich vom Planeten Erde redet, obwohl die Planetenbewohner nichts von der Raumfahrt wissen, wie wir zu Beginn von Spock erfahren.
Für die DVD wurde die Sat.1-Version unverändert übernommen.

"Portal in die Vergangenheit" war die letzte regulär ausgestrahlte Folge. Die wirklich letzte Folge 3.24: Gefährlicher Tausch wurde erst im Sommer 1969 zwischen den Wiederholungen gesendet.

Alles in allem ist "Portal in die Vergangenheit" eine gut geschriebene und gut dargestellte Charakterfolge, in der man noch einmal etwas über Spock und die Vulkanier erfährt.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Ian Wolfe, hier in der Rolle des Mr. Atoz zu sehen, kennt man bereits als Septimus aus der Folge 2.25: Brot und Spiele.



Kleine TOS-Statistik

1. Zerrissene Shirts von Kirk: 0
Kirks Shirt bleibt in tadellosem Zustand.
2. Kirks Eroberungen: 0
Zarabeth und Spock entwickeln Gefühle füreinander.
3. Anwendungen von Spocks Nackengriff: 0
Spocks Nackengriff kommt hier nicht zum Einsatz.
4. Spocks "Faszinierend": 2 mal
Spock zum Archivar: "Das ist ja eine faszinierende Maschine."
Spock findet es faszinierend, dass es in der Höhle eine heiße unterirdische Quelle gibt.
5a. Spocks "logisch": 0 mal
Spock findet hier überhaupt nichts logisch.
5b. Spocks "unlogisch": 0 mal
Spock findet auch nichts Unlogisches.
6. McCoys: "Ich bin Arzt und kein...": 0 mal
McCoy darf seinen berühmten Satz nicht sagen.
7. McCoys: "Er ist tot, Jim." und Variationen: 0 mal
Alle leben noch, Jim.
8. Tote Rothemden: 0
Die Rothemden bleiben diesmal verschont.
9. Hysterisch kreischende Frauen: 1
Kirk hört aus dem Portal den Schrei einer Frau, die von zwei Männern angegriffen wird.
 
 
 
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  Statistik

  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  14.03.1969
  
 Erstausstrahlung D:
  06.06.1988

 Regie:
  Marvin J. Comsky

 Buch:
  Jean Lisette Aroeste

 Gaststars:
  Mariette Hartley
   [Zarabeth]
  Ian Wolfe
   [Mr. Atoz]
  Kermit Murdock
   [Ankläger]
  Johnny Haymer
   [Constable]
  Anna Karen
   [Frau]
  Stan Barrett
   [Gefängniswärter]



  Zuletzt geändert:
  2017-09-10, 17:25
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