Deutscher StarTrek-Index  
  3.04 Kurs auf Marcus 12  
  And the Children Shall Lead  
 

Review: Matthias Weber
Statistik: Elisabeth Leidenfrost

 
 
 

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 5027,3
Die Enterprise fliegt den Planeten Triadus an und Kirk, Spock und McCoy beamen in Professor Starnes Lager, der dort mit einer Gruppe Archäologen lebte. Das Außenteam findet überall Tote vor. Nur Starnes ist noch am Leben, doch er erkennt Kirk nicht mehr und stirbt schon bald. McCoy stellt fest, dass sich alle selbst getötet haben. Plötzlich tauchen fünf Kinder auf, die sich als die Kinder der Archäologen vorstellen. Der Tod ihrer Eltern scheint sie wenig zu kümmern und auch während der Beerdigungszeremonie für ihre Eltern gehen sie lieber spielen. McCoy ist der Meinung, dass der Tod der Eltern für die Kinder traumatisch war.

Kirk kehrt mit dem Außenteam und den Kindern auf die Enterprise zurück. Der Doktor warnt den Captain davor, die Kinder jetzt schon zu befragen, da dies ihnen schaden könnte. Also geht Kirk sehr vorsichtig vor. Die Kinder lassen ihn jedoch nicht an sich herankommen.

Als die Kinder in ihrem Quartier alleine sind, fassen sie sich an den Händen und sagen einen Reim auf. Plötzlich erscheint ein fremdes Wesen, welches ihnen sagt, sie sollen die Enterprise auf Kurs nach Marcus 12 bringen und sich von Nichts und Niemandem aufhalten lassen.

Spock hat inzwischen die Aufzeichnungen von Professor Starnes gefunden und spielt sie Kirk auf der Brücke vor. Starnes und die anderen Archäologen wurden offenbar von einer seltsamen Angst auf dem Planeten befallen. Der Professor wird von Aufzeichnung zu Aufzeichnung erregter und verwirrter. Als Tommy Starnes die Brücke betritt, gibt es plötzlich eine Bildstörung und Kirk und Spock beschließen, die Aufzeichnung in Kirks Quartier zu Ende zu schauen. Der Captain gestattet Tommy auf der Brücke zu bleiben. Das Mädchen Mary gesellt sich bald zu Tommy. Die Kinder verfügen offenbar über besondere Fähigkeiten. Ohne dass es jemand mitbekommt veranlassen sie Sulu und Chekov dazu, den Orbit zu verlassen und Kurs auf Marcus 12 zu nehmen. Die beiden Brückenoffiziere bekommen von der Kursänderung jedoch nichts mit und meinen auf dem Schirm immer noch den Planeten Triadus zu sehen.

Inzwischen bewirkt der Junge Don im Maschinenraum die gleiche Wahrnehmungsstörung bei den dortigen Technikern. Auch diese glauben weiterhin im Orbit zu sein, und als Scotty sie auf ihren Irrtum hinweist, greifen sie ihren Chef an.

In Kirks Quartier sehen sich der Captain, Spock und McCoy Starnes Aufzeichnungen weiter an. Die Archäologen wurden dermaßen verängstigt, dass sie sich schließlich selbst umbrachten. Spock weiß von einer alten Legende zu berichten, laut der Triadus früher Sitz einer Piratenbande war, die dann aber ausgerottet wurde. Doch das Böse soll sich immer noch auf dem Planeten befinden und nur auf einen Katalysator warten, durch den es wieder aktiv werden kann. Kirk und Spock glauben, dass die Kinder der Katalysator sind.

Als Kirk zwei Sicherheitsmänner auf den Planeten und die anderen Wachen von dort zurückbeamen will, stellt er fest, dass die Enterprise sich nicht mehr im Orbit befindet. Auf der Brücke angelangt, führen die Kinder gerade wieder ihren Tanz auf und das Wesen Gorgon erscheint erneut. Es erklärt ihnen, dass sie weiter nach Marcus 12 fliegen sollen, weil dort Freunde von ihm warten. Wenn die Enterprise-Crew nicht mitmacht, sollen sie sie gegeneinander aufhetzen, wie sie es mit ihren Eltern getan haben.

Kirk versucht den Kurs zu ändern, doch die Brückenoffiziere stehen inzwischen alle unter der Kontrolle der Kinder. Als den Captain ein starkes Angstgefühl überkommt, verlässt er mit Spock die Brücke, doch auch im Maschinenraum hat er keinen Erfolg. Scotty verjagt die beiden und auf dem Gang werden sie von Chekov und zwei Sicherheitsmännern erwartet, die Kirk und Spock festnehmen wollen. Die beiden können Chekov und die anderen jedoch überwältigen und sie gehen zurück auf die Brücke. Kirk lässt von Spock das Lied abspielen, welches Gorgon beim letzten Mal herbeigerufen hat und welches Spock aufzeichnete. Und prompt erscheint das Wesen. Nun zeigt Kirk den Kindern einige Aufnahmen, die auf dem Planeten gemacht wurden. Dort sieht man die Kinder, die mit ihren Eltern spielen und glücklich sind, dann sieht man noch einige Bilder der toten Eltern. Durch diesen Schock werden die Kinder aus dem Bann Gorgons geholt und sie hören nun nicht mehr auf ihn. Gorgon, dem der Katalysator entzogen wurde, verliert nun an Macht, bis er letztendlich ganz verschwindet. Die ganze Crew wird nun auch wieder normal. Die Kinder können endlich über den Verlust ihrer Eltern weinen, was McCoy als gutes Zeichen wertet.

Bewertung

Nach zwei recht erfreulichen Episoden kommt nun "Kurs auf Marcus 12", welche diesen Eindruck leider absolut nicht aufrechterhalten kann.

Star Trek hatte noch nie ein sonderlich glückliches Händchen, wenn es um Folgen ging, in denen Kinder eine große Rolle spielen. Meist handelte es sich dann immer um furchtbare Strebertypen à la Wesley Crusher (TNG), oder die Kinder begannen einen schon nach wenigen Minuten zu nerven und das Ganze artete einfach in eine furchtbar langweilige Folge aus. Seltsamerweise scheinen die Macher von Star Trek von Kinderepisoden fasziniert zu sein, denn mit fast schon verzweifelter Hartnäckigkeit präsentieren sie uns immer wieder Folgen, die sich um Kinder drehen, obwohl es eigentlich noch kaum eine wirkliche Spitzen-Folge gab, die irgendwie mit Kindern zu tun hatte. In zwei Serien wurden sogar Kinder zu Hauptpersonen gemacht, wobei man natürlich fairerweise sagen muss, dass die Autoren mit der Zeit aus ihren Fehlern doch gelernt haben und ihnen dies bei Jake Sisko (DS9) besser gelang als noch bei Wesley Crusher.

Diese Folge dürfte in die Kategorie todlangweilig fallen. Es wird irgendein böses Wesen präsentiert, das die Crew ein wenig mit ihren Ängsten konfrontiert, über das man sonst aber wenig erfährt. Obwohl die gesamte Enterprise-Crew bedroht wird, das Ganze also eigentlich recht dramatisch sein soll, kommt keine wirkliche Spannung auf, da das Ende nur allzu vorhersehbar und wenig überzeugend ist.

So richtig schlau wird man aus Gorgon nicht. Welche Ziele verfolgt er eigentlich? Was hat er vor, wenn die Enterprise auf Marcus 12 eintrifft? Warum braucht er dazu unbedingt die Kinder von einer ewig weit entfernten Forschungsexpedition? Alles Fragen, auf die die Episode keine vernünftige Antwort gibt. Sie erscheint überhaupt wenig durchdacht.
Die Auflösung ist auch eher schwach. Offenbar scheinen dem Autor hier plötzlich die Ideen ausgegangen zu sein, jedenfalls hätte man schon etwas mehr erwartet, als dass der Widerstand der Kinder lediglich durch das Anschauen von ein paar Bildern gebrochen wird und sie damit wieder normal werden. Auf diesen genialen Plan hätte Kirk auch früher kommen können.

So ist es natürlich auch nicht sonderlich überraschend, dass die Folge bei Umfragen unter den Fans bei der Beliebtheit immer wieder auf dem letzten Platz landet und auch wenn es noch schlechtere Folgen gibt (zum Beispiel die wirre Episode 1.27: Auf Messers Schneide, oder das noch schlechtere 3.01: Spocks Gehirn) hat diese Folge, was Langweiligkeit angeht, einen der oberen Plätze sicher.

Auffällig ist auch, dass hier weder charakterseitig noch von der Handlung selbst wirklich Interessantes geboten wird.
Wenigstens war die Folge recht billig, und konnte so ein wenig Geld für die teureren Episoden 3.03: Der Obelisk und 3.09: Das Spinnennetz einsparen.

Zum ersten Mal ist hier die Flagge der Föderation zu sehen, aber auch sie wirkt unspektakulär. Ein bisschen mehr als ein roter Wimpel mit einigen Sternen und dem UFP-Schriftzug drauf hätte es schon sein dürfen.

Zum vierten Mal in Folge ist Christine Chapel mit von der Partie.
Autor Edward J. Lakso arbeitete (man möchte fast sagen: Gott sei Dank) nur einmal für die Originalserie.
Regisseur Marvin J. Chomsky inszenierte auch die Folgen 3.07: Das Gleichgewicht der Kräfte und 3.23: Portal in die Vergangenheit.

Die deutsche Version kommt vom ZDF und macht aus dem Planeten Triacus den Planeten Triadus. Nur einmal im Transporterraum redet Kirk dann plötzlich doch von Triacus. Außerdem fehlt eine Szene, in der die Kinder Uhura mit ihrer Angst konfrontieren und Uhura plötzlich wie eine alte Frau aussieht. Auch am Ende fehlt ein kleiner Teil der Szene, in der Kirk mit Gorgan (der im Deutschen Gorgon heißt) redet. Der Hilfskontrollraum wird dieses Mal Notsteuerung genannt.
Für die DVD-Version wurden die noch fehlenden Szenen ergänzt. Außerdem wurde die eine Szene, in der Kirk doch von Triacus spricht so geändert, dass nun einheitlich von Triadus die Rede ist.

Alles in allem eine der langweiligsten und nichtssagendsten Folgen seit langem.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Majel Barrett hat in dieser Folge ihren 16. Auftritt als Christine Chapel. Das letzte Mal spielte sie in 3.03: Der Obelisk mit. Ihr nächster Auftritt ist in 3.08: Der verirrte Planet.

Eddie Paskey hat in dieser Folge seinen 9. und letzten Auftritt als Lieutenant Leslie. Er war in folgenden Episoden zu sehen:

Eddie Paskey spielt außerdem einen Eminianer in 1.23: Krieg der Computer.

Craig Hundley, der Darsteller von Tommy Starnes, trat bereits in Folge 1.29: Spock außer Kontrolle als Peter Kirk auf.

Brian Tochi (Ray Tsing Tao) hatte 23 Jahre später noch einen Auftritt als Fähnrich Peter Lin in der TNG-Folge 4.17: Augen in der Dunkelheit.



Kleine TOS-Statistik

1. Zerrissene Shirts von Kirk: 0
Kirks Shirt bleibt in tadellosem Zustand.
2. Kirks Eroberungen: 0
Keine Eroberung dieses Mal.
3. Anwendungen von Spocks Nackengriff: 1
Spock betäubt damit einen der Rothemden, die ihn und Kirk in die Arrestzelle bringen wollen.
4. Spocks "Faszinierend": 1 mal
Spock findet die merkwürdige Strahlung faszinierend, die von seinem Tricorder plötzlich empfangen wird.
5a. Spocks "logisch": 1 mal
Kirks Schlussfolgerung, dass die Kinder absichtlich verschont wurden, bezeichnet Spock als "bemerkenswert logischen Schluss".
5b. Spocks "unlogisch": 0 mal
Spock findet hier überhaupt nichts unlogisch.
6. McCoys: "Ich bin Arzt und kein...": 0 mal
McCoy darf seinen berühmten Satz nicht sagen.
7. McCoys: "Er ist tot, Jim." und Variationen: 1 mal
Pille über den toten Professor Starnes: "Er ist tot, Captain."
8. Tote Rothemden: 2
Außer dem Forschungsteam sterben diesmal noch 2 Rothemden, als man sie statt auf den Planeten ins Weltall beamt.
9. Hysterisch kreischende Frauen: 0
Hier kreischt niemand.
 
 
 
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  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  11.10.1968
  
 Erstausstrahlung D:
  23.04.1974

 Regie:
  Marvin J. Chomsky

 Buch:
  Edward J. Lakso

 Gaststars:
  Craig Hundley
   [Tommy Starnes]
  Pamelyn Ferdin
   [Mary Janowski]
  Mark Robert Brown
   [Don Linden]
  Caesar Belli
   [Steve O'Connel]
  Brian Tochi
   [Ray Tsing Tao]
  Majel Barrett
   [Christine Chapel]
  Eddie Paskey
   [Lieutenant Leslie]
  Melvin Belli
   [Gorgan
   dt: Gorgon]
  James Wellman
   [Professor Starnes]
  Louis Elias
   [Techniker]



  Zuletzt geändert:
  2017-09-10, 16:59
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