Deutscher StarTrek-Index  
  7.13 Reue  
  Repentance  
 

von Michael Dufner

 
 
 

Episodenbeschreibung

Die Voyager stößt auf ein schwer beschädigtes Schiff. Im letzten Moment können elf Überlebende an Bord gebeamt werden. Es stellt sich heraus, dass es sich um drei Sicherheitsbeamte mit 8 hochgefährlichen Verbrechern handelt.

Zwei der Verbrecher werden sofort auf die Krankenstation gebeamt. Dabei wird jedoch Seven von einem der Verwundeten als Geisel genommen. Sie kann sich jedoch befreien und ihr Geiselnehmer wird festgenommen.

Beim Gespräch mit Yediq, dem Leiter des nygeanischen Gefangenentransports, erfährt man, dass das Schiff sich auf dem Weg zum Heimatplaneten befand, wo die Gefangenen, allesamt Mörder, hingerichtet werden sollen. Cpt. Janeway erklärt sich bereit, die elf Überlebenden bis zu dem Treffpunkt mit einem anderen Gefangenentransporter mitzunehmen.

Schnell zeigt sich, dass das nygeanische Justizsystem wesentlich rauer mit Gefangenen umgeht, als die Föderation. Es ist schon dafür diplomatisches Geschick erforderlich, dass die Gefangenen überhaupt ordentliches Essen erhalten. Als der Mörder Iko seine Bewacher bewusst provoziert, wird er von diesen brutal zusammengeschlagen. Entrüstet lässt Cpt. Janeway die Bewachung der Gefangenen von ihren eigenen Leuten übernehmen.

Iko wurde bei seiner "Disziplinierung" schwer am Kopf verletzt, und der Doktor vermag ihn nur zu retten, indem er ihm Borg-Nanosonden injiziert. Die Operation gelingt, jedoch stellt sich heraus, dass sich sein Charakter völlig verändert hat. Er empfindet plötzlich Schuldgefühle für sein Verbrechen und hält dies für eine Art Bestrafung. Untersuchungen zeigen, dass sich bei ihm im Gehirn neue Nervenbahnen gebildet haben, die einen Geburtsfehler ausgleichen. Er hat jetzt ein Gewissen entwickelt und ist somit in der Lage, seine gewaltsamen Tendenzen unter Kontrolle zu bringen.

Als man diese Entwicklung Yediq mitteilt, ist dieser äußerst misstrauisch. Er erklärt sich jedoch bereit, nach nygeanischem Recht die Familie des Opfers um Berufung zu bitten. Diese lehnt jedoch ab.

Da greift plötzlich ein fremdes Schiff die Voyager an. Neelix hatte sich von einem der Gefangenen von dessen Unschuld überzeugen lassen. Er sorgte dafür, dass dessen Familie eine angeblich letzte Nachricht bekam. Dies war jedoch eine Falle und nun startet man einen Befreiungsversuch.

Die Energie der Arrestzellen bricht während des Angriffs zusammen und den Gefangenen gelingt die Flucht. Yediq wird jetzt als Geisel genommen. Die Verurteilten wollen ihn töten, jedoch kann Iko ihm eine Waffe beschaffen. Hierdurch gelingt es ihm, die restlichen Gefangenen zu betäuben.

Der Nygeaner ist beeindruckt und sorgt dafür, dass die Familie des Opfers mit Iko direkt spricht. Seine Hoffnung wird jedoch enttäuscht. Eine Berufung wird erneut abgelehnt und er wird dem Transporter übergeben, der ihn zu seiner Hinrichtung bringt.

Bewertung

Wiederum eine typische Star Trek-Episode, die ein aktuelles Thema aufgreift. Was macht eine Person zu einem Verbrecher, und wie soll mit ihm verfahren werden?

Es scheint so, als wollen die Autoren mit dem nygeanischen Justizsystem das aktuelle amerikanische Strafrecht beleuchten. Die Todesstrafe, sowie die Methode "Bestrafung vor Resozialisierung" erinnern doch sehr stark daran.

In dieser Episode sind Verbrechen ein Produkt falsch geleiteter Nervenbahnen. Die Sozialisierung eines Individuums wird dabei völlig ausgeblendet, obwohl sie bekanntermaßen eine wesentliche Ursache für das Begehen von Regelverstößen und Verbrechen ist.

Laut den Untersuchungen des Doktors ist Iko quasi eine neue Person, seine Hinrichtung wäre daher nur noch Rache, keine Justiz im Sinne von Gerechtigkeit im fortgeschrittenen, humanistischen Sinne. Das Problem liegt hier vielmer darin, dass in diesem System die Angehörigen des Opfers das letzte Wort bei der Bestrafung haben. Da diese jedoch den Fall nicht objektiv betrachten können, ist die nygeanische Rechtsprechung sehr emotional geprägt und zur Ungerechtigkeit geradezu vorprogrammiert. Es ist auch hier ein hoch emotionales und brisantes Thema, dem sich die Autoren angenommen haben.

Das Engagement der ehemaligen Borg Seven in diesem Fall zeigt hingegen erneut, dass sie bei Weitem nicht so kontrolliert ist, wie sie es gern beteuert. Ihr Versuch, ihre angebliche Schuld an der Assimilation von Millionen, durch die Rehabilitation Ikos auszugleichen, lässt tief in ihr schon sehr menschliches Gefühlsleben blicken.

Alles in allem eine spannende Folge, die das in den meisten Ländern der Welt angewandte Bestrafungssystem auf seine offensichtlichen Unzulänglichkeiten hinweist. Tolle Unterhaltung, die zum Diskutieren anregt und gekonnt sämtliche Klischees umgeht. Langsam wird die hohe Qualität der Episoden konstanter, so kann es weitergehen!

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Unter den Gästen sind mehrere alte Bekannte.

  • F.J. Rio, hier als Gefangener Joleg zu sehen, spielte in drei DS9-Episoden Enrique Muñiz, erstmals in 4.8 Das Wagnis. In der Enterprise-Episode 2.22 Cogenitor begegnet er uns als vissianischer Chefingenieur.
  • Jeff Kober, der den Gefangenen Iko spielt, ist in der Enterprise-Folge 1.15 Im Schatten von P'Jem als Traeg zu sehen.
  • Tim DeZarn, hier als Aufseher Yediq mit von der Partie, war bereits in 2.1 Der Namenlose als Haliz zu sehen und spielte zwischendurch in der DS9-Episode 6.17 Tiefes Unrecht die Rolle des bajoranischen Widerstandskämpfers Halb Daier.
 
 
 
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  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  31. Januar 2001

 Erstausstrahlung D:
  24. Juli 2001

 Regie:
  Mike Vejar

 Buch:
  Michael Sussman
  Robert Doherty

 Gaststars:
  Jeff Kober
  Tim DeZarn
  F.J. Rio



  Zuletzt geändert:
  2016-03-15, 23:25
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