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Episodenbeschreibung
Sternzeit: 3198,4
Nachdem die Friedensverhandlungen zwischen dem klingonischen Imperium und der
Föderation gescheitert sind, erhält die Enterprise den Auftrag, nach Organia zu
fliegen. Der Planet wird von den Organiern bewohnt, die sich ungefähr auf der
Entwicklungsstufe des Mittelalters befinden und langsame Fortschritte machen.
Der Planet ist als Ausgangsbasis für einen Angriff auf die Föderation strategisch
günstig, deswegen befürchtet die Föderation, dass die Klingonen versuchen, den
Planeten zu annektieren. Die Enterprise soll die Klingonen solange aufhalten,
bis die gesamte Kriegsflotte eintrifft.
Auf dem Weg nach Organia wird die Enterprise von einem Klingonenschiff angegriffen,
dass damit die Kriegshandlungen eröffnet. Die Enterprise kann das Schiff aber
vernichten. Als man Organia erreicht, beamen Kirk und Spock auf den Planeten. Sulu
übernimmt das Kommando. Wenn die Klingonen allerdings mit der ganzen Flotte
auftauchen, soll er sich zurückziehen und nichts unternehmen, bis Verstärkung
der Sternenflotte eintrifft.
Auf dem Planeten werden Kirk und Spock von Ayleborne, dem Vorsitzenden des
Ältestenrates empfangen, als ob man sie erwartet hätte. Auch scheinen die Bewohner
des Planeten keineswegs erstaunt über den Vorgang des Beamens zu sein. Spock
untersucht den Planeten, während Kirk den Ältestenrat aufsucht und ihm den
Standpunkt der Föderation darlegt. Die Föderation will den Planeten schützen
und den Organiern helfen, eine höhere Entwicklungsstufe zu erreichen, doch die
Oraganier sind daran überhaupt nicht interessiert. Sie sind vollkommen davon
überzeugt, dass sie sich nicht in Gefahr befinden. Spock hat inzwischen
herausgefunden, das der Planet seit Jahrtausenden überhaupt keinen Fortschritt
zu verzeichnen hat. Er befindet sich in völliger Stagnation.
Unterdessen trifft die klingonische Kriegsflotte ein. Die Enterprise wird
angegriffen und muss sich zurückziehen. Außerdem beamen 100 Klingonen auf den
Planeten, um ihn zu annektieren. Die Oragnier geben Kirk und Spock organische
Kleidung, damit man sie für Organier hält. Kurz darauf kommt Commander Kor, der
Gouverneur der Besatzungsmacht, in die Ratskammer. Er erklärt, dass der Planet
ab sofort unter der Kontrolle der Klingonen steht. Die Organier geben sich damit
zufrieden. Das ganze scheint sie recht wenig zu interessieren, sie sind den
Klingonen gegenüber sehr freundlich, als ob sie darauf gewartet hätten, von
ihnen annektiert zu werden. Kor akzeptiert Kirk als Organier, Spock erkennt er
jedoch als Vulkanier. Doch Spock gibt sich als vulkanischer Händler aus, aber Kor
misstraut ihm und lässt ihn an den Warheitsfinder anschließen, ein Gerät, dass
das Gehirn scannen kann und mit dem man die Wahrheit aus jedem rausbekommen
kann. Das Gerät ist sehr gefährlich, es führt oft zu Hirnschädigungen.
Kor wählt Kirk aus, um als Verbindungsmann zwischen der Bevölkerung und der
Besatzungsmacht zu fungieren. Er drückt ihm zunächst einige Bekanntmachungen
in die Hand. Öffentliche Versammlungen sind verboten, es werden aus der
Bevölkerung einige Geiseln ausgewählt, die sofort getötet werden, wenn die
Bevölkerung nicht das tut, was die Klingonen wollen.
Spock kommt vom Wahrheitsfinder wieder zurück. Der Klingone, der ihn untersucht
hat, hat festgestellt, dass er tatsächlich ein Händler ist und offenbar nix zu
verbergen hat. Als Kirk mit Spock alleine ist, erklärt Spock, dass die
Vulkanier die Möglichkeit haben, ihr Gehirn abzuschirmen. Kirk und Spock
planen inzwischen den Widerstand gegen die Klingonen, sie wollen ein
Waffenlager in die Luft sprengen. Die Organier sind weiterhin unkooperativ,
sie sehen noch immer keine Gefahr für sich und machen sich lediglich um Kirk
und Spock Sorgen.
In der Nacht gelingt es Kirk und Spock, das Waffenlager in die Luft zu sprengen.
Gegenüber dem Ältestenrat geben Kirk und Spock die Tat zu. Diese verurteilen
sie sehr. Die Organier verabscheuen jede Form der Gewalt. Sie fordern Kirk
auf, so etwas nie wieder zu tun. Auch Kirks Plädoyer für den Widerstand bringt
nichts, die Organier wollen die klingonische Besatzungsmacht weiterhin
erdulden.
Kor hat inzwischen die Ratskammer abgehört und erfährt so, dass Kirk und Spock
für den Anschlag verantwortlich sind. Er nimmt die beiden fest. Er beschließt,
Kirk dem Wahrheitsfinder zu unterziehen. Er sagt, dass Kirks Gehirn dabei Schaden
nehmen würde. Um Kirk diese Prozedur zu ersparen, verrät Ayleborne Kor, wer die
beiden in Wirklichkeit sind. Kor ist über diese Information sehr überrascht.
Er hat bereits von Kirk und seinem Schiff gehört. Er lässt Spock ins Gefängnis
stecken und Kirk in sein Hauptquartier bringen. Kor verabscheut die Organier,
sie haben ihre eigenen Verbündeten einfach verraten.
Von Kirk will er die Angriffstärke und die Position der Kriegsflotte der
Föderation wissen. Er gibt ihm 12 Stunden Bedenkzeit, oder er kommt unter den
Wahrheitsfinder. Kirk wird zu Spock gebracht. Nachdem sie einige Zeit in der
Zelle verbracht haben, kommen plötzlich Ayleborne und Trefayne herein und sagen,
dass sie es nicht dulden können, dass die Klingonen gewalttätig gegen Kirk und Spock
werden. Sie sollen mit ihnen kommen. Seltsamerweise gibt es vor dem Gefängnis
keinerlei Spur von Wachen, obwohl dort vorher viele standen. Auf die Frage, wie
sie sie befreit haben, antworten Ayleborne und sein Ältestenrat nur sehr
ausweichend.
Kor erfährt von dem Ausbruch. Die Klingonen können sich ihn nicht erklären, die
Wachen haben ihren Posten vor der Zelle nicht eine Sekunde verlassen. Kor lässt 200
Organier hinrichten, und er will alle zwei Stunden weitere 200 töten, wenn Kirk und
Spock nicht wieder auftauchen.
Kirk und Spock gehen in Kors Hauptquartier und können bis zu Kor vordringen. Er
erklärt ihnen, dass es in Kürze zum Kampf der beiden Flottenverbände kommen wird.
Die Sternenflotte ist im Anflug. Durch einen Trick kann er einige Wachen hinzurufen
und als es gerade zum Kampf kommt, werden plötzlich alle Phaser unbeschreiblich
heiß, so dass alle sie fallen lassen. Dann versuchen sie sich zu prügeln, auch
das funktioniert nicht. Alles was man anfasst ist unbeschreiblich heiß, alle
Menschen, alle Gegenstände. Auch auf den Schiffen, die gerade im Begriff waren,
sich anzugreifen, ist es das gleiche. Alle Konsolen und Knöpfe auf den
Raumschiffen sind heiß. Die Flottenverbände sind völlig lahmgelegt.
Da kommen Ayleborne und Trefayne hinzu. Sie erklären, dass die Organier sehr
friedliebend sind und sich nun in den Konflikt einmischen. Sie sind der Verursacher
der großen Hitze. Sie können es nicht dulden, dass es auf Organia und im Orbit von
Organia zum Kampf kommt, deswegen haben sie beide Flotten lahmgelegt. Die Organier
waren früher auch humanoid, haben sich inzwischen jedoch zu reinen Energiewesen
entwickelt. Deswegen bestand auch nie eine Gefahr für die Organier, die 200
Getöteten sind in Wirklichkeit quicklebendig. Kirk und Kor argumentieren, dass die
Organier kein Recht haben, sich einzumischen, sie wollen gegeneinander Krieg
führen. Die Organier sehen aber keinen Grund darin, Millionen von Leben zu beenden,
nur weil Krieg herrscht.
Kirk erinnert sich an seine eigentliche Mission, den Krieg zu verhindern. Er kann
nun die Handlungen der Organier nachvollziehen. Die Organier fordern die Klingonen
und Kirk und Spock auf, den Planeten zu verlassen. Dann lösen sie sich in ihre
wahre Gesalt auf, nämlich in reine Energie. Kirk und Kor beamen auf ihre Schiffe
und die Feindseligkeiten sind eingestellt. Sollte der Krieg jemals ausbrechen, werden
die Organier wieder engreifen und die Flottenverbände lahmlegen.
Bewertung
In "Kampf um Organia" tauchen in Star Trek zum allerersten Mal die Klingonen auf. Sie
waren für TOS als Bösewichte der Serie konzipiert worden. In den Star Trek Kinofilmen
gab es ein Wiedersehen mit ihnen und in den Serien TNG und DS9 entwickelten sie sich
zur wahrscheinlich wichtigsten Rasse nach den Menschen. Das Drehbuch zur Folge stammt
erneut von Gene L. Coon, der die Folgen 1.22-1.26 fast im Alleingang geschrieben hat.
Nach 1.23: Krieg der Computer nutzt er erneut die Gelegenheit,
um ein Plädoyer gegen den Krieg zu schreiben, allerdings geht er die Folge mit
umgekehrter Rollenverteilung an. Dieses Mal ist es nicht Kirk, der sich gegen den Krieg
ausspricht und einer fremden Zivilisation etwas darüber beibringt. Ganz im Gegenteil ist
Kirk am Ende ganz wild darauf, gegen die Klingonen Krieg zu führen. Er besteht auf sein
Recht, Krieg führen zu dürfen. Die Rolle, die Kirk in Folge
1.23: Krieg der Computer inne hatte, übernehmen dieses Mal die
Organier, die sich hier sehr deutlich gegen jede Form von Gewalt aussprechen.
Die Organier werden zunächst technisch unterentwickelt dargestellt, nach den Kulissen und
Kostümen zu urteilen, so ungefähr auf der Entwicklungsstufe des Mittelalters anzusiedeln.
Doch auf den zweiten Blick sind die Organier eine große Überraschung. Sie sind in
Wirklichkeit nicht humanoid, sie haben sich über diese Form hinaus entwickelt und sind nun
nur noch reine Energie und nehmen nur den Menschen und Klingonen zuliebe eine humanoide
Gestalt an.
Dass Kirk und Spock nicht früher auf die Idee kommen, dass die Organier gar nicht
unterentwickelt sind, ist wenig nachvollziehbar, denn genügend Hinweise gibt es allemal.
Da wäre Spocks Feststellung, dass es keinerlei Fortschritt auf dem Planeten gibt, die
Organier aber gleichzeitig dazu fähig sind, die Ankunft der Klingonen zu fühlen. Außerdem
wäre da die Tatsache, dass Beamen auf dem Planeten kein Erstaunen hervorruft und die sich
automatisch öffnenden und schließenden Türen, die wohl keineswegs zum sonstigen
Entwicklungsstand der Organier passen. Bei so vielen Hinweisen hätte man von Kirk und Spock
zumindest erwarten können, dass sie sich ein wenig Gedanken machen, noch dazu, da die
Organier die ganze Zeit versichern, dass für sie keine Gefahr besteht, doch nichts dergleichen
passiert.
Die Organier an sich wirken etwas merkwürdig. Es wird nicht geklärt, wieso sich die Organier
gerade in diesen Konflikt einmischen. Gut, er findet natürlich direkt vor ihrer Haustür
statt, trotzdem kündigen sie an, dass sie sofort eingreifen werden, wenn irgendwann einmal
erneut ein Krieg zwischen den beiden Völkern auszubrechen droht. Es scheint etwas wahllos
zu sein, dass sich die Organier gerade für diesen Konflikt, auch über die Grenzen ihres
Planeten hinaus, so begeistern können, gleichzeitig aber andere Kriege und gewalttätige
Konflikte einfach ignorieren. Gleichzeitig wirkt es merkwürdig, dass die Organier um ihre
Fähigkeiten so ein großes Geheimnis machen. Es ist nicht wirklich ersichtlich, was die
Geheimniskrämerei eigentlich bewirken soll. Hätten sie von Anfang an klargestellt, dass die
über sehr große Kraft verfügen und einen bewaffneten Konflikt nicht dulden werden, hätte man
sich viel Mühe sparen können, allerdings wäre die Folge dann auch nach 10 Minuten schon zu
Ende gewesen.
Die Klingonen werden hier als recht einseitige Bösewichte vorgestellt. Sie sind einfach nur
auf Eroberung aus. Von den Eigenschaften Ehre, Ruhm, Pflichterfüllung, die später typisch
für die Klingonen werden, ist hier relativ wenig zu spüren. Vor allem von der Ehre scheinen
sie noch nicht soviel zu halten, zum Beispiel begeht der klingonische Lieutenant, den Kirk
in den Würgegriff nimmt, einen Verrat gegenüber seinem Anführer, um sein Leben zu retten.
Worf, um ihn mal als Beispiel für die späteren Klingonen zu nehmen, würde sicher eher
sterben, als dem Feind den Aufenthaltsort seines Kommandanten Picard zu verraten.
Die Ausnahme scheint Kor, der Anführer der Besatzungsarmee darzustellen. Er überzeugt als
recht vielschichtiger Klingone, der sich einige der erwähnten Eigenschaften angeeignet zu
haben scheint. Vor allem ist er auf der Suche nach einem würdigen Gegner, der es mit den
Klingonen aufnehmen kann. Im Laufe der Originalserie sollten die Klingonen noch einige Male
auftauchen (siehe auch Zusammenhänge), die Eigenschaften, die Kor hier noch an den Tag legt,
wurden dabei allerdings völlig vergessen. Erst mit den Kinofilmen und vor allem der
Nachfolgeserie "The Next Generation" gehören das Streben nach Ehre und Ruhm zu den
Hauptmerkmalen der Klingonen.
Kor macht einen guten Eindruck. Vor allem die gelungenen Dialoge zwischen Kirk und Kor sind
hier hervorzuheben. Er empfindet Bewunderung für Kirk und die Sternenflotte. Erwähnenswert
ist auch, dass er bereits von der berühmten Enterprise und ihrem Captain gehört hat.
Im Gegensatz zu den Organiern, die jegliche Gewalt verabscheuen, vertritt Kirk einmal mehr
das amerikanische Freiheitsdenken. Er argumentiert, dass es sich für manche Dinge, zum
Beispiel die Freiheit lohnt, zu sterben. Er ist bereit, sein Leben für die Freiheit der
Organier zu riskieren. In diesem Punkt ist sein Standpunkt, im Gegensatz zu dem der Organier,
der Nachvollziehbarere. Die Organier wollen auf Gewalt völlig verzichten und dies ist
natürlich ein schöner Vorsatz, allerdings muss man auch bedenken, dass es aus der Position
der Organier immer einfach ist, die anderen Völker für ihre Gewalttätigkeit anzuprangern.
Als Wesen reiner Energie besteht für sie keinerlei Lebensgefahr. Auch wird kaum ein anderes
Wesen die Möglichkeit haben den Organiern ihre Freiheit zu rauben. Wie in der Folge gezeigt,
können sie den Konflikt, wenn sie wollen, sofort und ohne Gewaltanwendung beenden. Wenn dies der
Fall ist, ist es natürlich immer leicht sich das Treiben der Klingonen und der Föderation in
Ruhe anzuschauen und jegliche Form von Gewalt zu verurteilen, wenn die Organier aber wirklich
so unterentwickelt gewesen wären, wie zunächst angenommen, würde die Sache schon ganz anders
aussehen, dann müssten sie nämlich wirklich um ihr Leben fürchten und ob sie dann immer noch
bereit wären, total auf Gewalt zu verzichten, wäre eine interessante Frage, auf die die Folge
leider nicht eingeht. Aus ihrer Machtposition heraus wirkt es allerdings ziemlich arrogant, Kirk
und Spock für ihre Versuche des Widerstands zu verurteilen.
Nach Folge 1.23: Krieg der Computer hat die Folge erneut die
Gelegenheit, sich sehr amerika-kritisch zu zeigen. Während in der erwähnten Folge noch der
Vietnamkrieg thematisiert wurde, wird dieses Mal vor allem kritisiert, dass sich die Amerikaner
als eine Art Weltpolizisten fühlen und sich auch entsprechend verhalten. Indem die Föderation
hier genauso vorgeht und ganz offensichtlich die damaligen Vereinigten Staaten repräsentiert,
lässt die Folge erstaunlicherweise auch kein gutes Haar an der Föderation. Es ist ungewöhnlich,
dass Gene Roddenberry das Drehbuch in dieser Form akzeptiert hat, schließlich war er ansonsten
bemüht, die Föderation in einem guten Licht dastehen zu lassen. Entweder hat er die darin
enthaltene Kritik an der Vorgehensweise der Föderation nicht entdeckt, oder er wollte bei
Gene L. Coon nicht den gleichen Fehler, wie bei anderen Autoren machen und ihn mit seinen
Drehbuchüberarbeitungen verkraulen.
Doch zurück zum Vorgehen der Föderation. Sie spielt sich in der Folge als eine Art
Weltraumpolizei auf. Sie versucht die Organier, natürlich völlig uneigennützig, vor den
Klingonen zu schützen. Die Heuchelei, die hinter der selbstlosen Hilfe der Föderation steckt,
wird in einem Schlüsselsatz von Kirk besonders deutlich, den ich hier zitieren möchte.
Gegenüber Ayleborne sagt er:
"...haben Sie doch ein wenig Vertrauen zu uns, wir wären doch eine ganz enorme Hilfe für
Sie, außer einem militärischen Schutz, erhielten Sie von uns Spezialisten, Techniker, wir
würden Ihnen zeigen, wie man die Landwirtschaft intensiviert, schaffen bessere
Lebensbedingungen, bauen neue Schulen und lehren Ihrer Jugend die neuesten technologischen
und wissenschaftlichen Erkenntnisse. Wir bringen Sie auf eine ganz neue Entwicklungsstufe,
wir holen Sie aus ihrer Stagnation."
Was Kirk bei seinem Plädoyer allerdings vergisst zu erwähnen, ist die Tatsache, dass die
Föderation durch ihre Hilfe für die Organier, bei einem eventuellen Krieg mit den Klingonen,
einen erheblichen taktischen und strategischen Vorteil hätte und die Organier damit bei einem
Krieg in vorderster Front stehen würden.
Auch die Art und Weise, wie Kirk die Position der Föderation vorbringt, spricht für sich. Das
Ganze wirkt sehr arrogant und von oben herab, als ob den Organiern nichts besseres hätte
passieren können, als dass sich die gnädige Föderation herablässt und sich ihrer annimmt und
ihnen ihre selbstlose Hilfe anbietet. Er kann es nicht verstehen, dass die Organier bei einer
solchen Hilfe nicht sofort Hurra schreien. Offenbar hält sich die Föderation für den Nabel
des Weltraums und in seiner Arroganz kommt Kirk gar nicht auf die Idee, dass es Völker gibt,
die an der Hilfe der Föderation gar nicht interessiert sind. Hier muss Kirk mal wieder eine
Lektion lernen. Am Ende erkennt er seine Fehleinschätzung, denn er sagt zu Spock, dass sie
sich selbst für die mächtigsten Wesen im Universum gehalten haben und das das ganze aber nur
Größenwahn war.
Hier wird die Parallele zu den USA besonders deutlich. Auch die USA hielten, bzw. halten
sich für die wichtigste Nation. Sie versuchen ebenfalls die kleineren Völker zu schützen,
jedoch verfolgen sie mit ihren vordergründig ganz uneigennützigen Handlungen oft ganz eigene
Interessen. Damit erhält die Folge gerade im heutigen Zusammenhang einen ganz besonders
interessanten Beigeschmack.
Interessaant ist es, dass Spock dem klingonischen Wahrheitsfinder widerstehen konnte. Dadurch
wird Spocks Status als überlegenes Lebewesen weiter gestärkt.
Es wäre vielleicht intelligenter gewesen, die Folge vor
1.23: Krieg der Computer zu zeigen, da es etwas seltsam ist, dass
Kirk nun genau die Lektion lernen muss, die er noch wenige Wochen zuvor einem anderen Volk
gepredigt hat. In der entgegengesetzten Reihenfolge hätte es dagegen so gewirkt, als ob Kirk
aus seinen Erlebnissen auf Organia dauerhaft etwas gelernt hätte und dieses Wissen nun auch
anderen Völkern mitteilen will. So wäre auch zeitgleich noch ein loser Zusammenhang zwischen
den verschiedenen Episoden entstanden und man hätte den Eindruck gehabt, dass es sich
tatsächlich um eine einzige große Reise des Raumschiffs Enterprise handelt und eben nicht
jede Woche eine neue Reise begonnen wird und alle alten Erlebnisse vergessen wurden.
Diese Folge verursachte später erhebliche Probleme für die Produzenten. Durch das Eingreifen
der Organier in den Konflikt war es schwierig, die Kontinuität im Star Trek Universum zu
wahren, denn dadurch wird eigentlich jegliche Auseinandersetzung zwischen den Klingonen und
der Föderation unmöglich gemacht, da die Organier dann ja sofort eingreifen würden. Trotzdem
kam es sowohl in der Originalserie, als auch in den Filmen und in TNG immer wieder zu
kleineren Auseinandersetzungen, ohne dass die Organier eingegriffen hätten. Später in DS9
kam es sogar wirklich zum großen Krieg zwischen dem klingonischen Reich und der Föderation.
Doch die Organier hatten inzwischen wohl das Interesse verloren, denn auch hier haben sie
sich nicht blicken lassen.
Kor wird viel Ehre im Star Trek Universum zuteil. Er war der erste Klingone überhaupt, den
man sehen durfte und sein Darsteller John Colicos gehört zu den ganz wenigen Schauspielern,
die eine Rolle nach fast 30 Jahren Pause erneut spielen dürfen. Kor ist außerdem einer der
wenigen Klingonen, der sowohl einen Auftritt als "menschlicher Klingone" hatte als auch
einen Auftritt als Klingone mit der buckeligen Stirn. Zu TOS Zeiten waren die Maskenbildner
noch nicht fähig, solch aufwändige Masken, wie die der späteren Klingonen herzustellen,
außerdem fehlte natürlich das Geld. Eine derartige Maske hätte Unmengen des Budgets
verschlungen. Als man dann aber Star Trek - Der Film mit den
Dreharbeiten zu den Klingonenszenen fertig stellte, war noch Geld übrig. Also investierte
man es, um die Klingonen einem Face-Lifting zu unterziehen.
Seither gibt es unter den Fans natürlich die wildesten Spekulationen, wie es zum veränderten
Aussehen der Klingonen kam. Lange Zeit war eine weit verbreitete Erklärung, dass es eben
verschiedene Klingonen-Rassen mit verschiedenem Aussehen gibt. Doch in der DS9 Folge
2.19: Der Blutschwur tauchte Kor aus dieser Folge erneut auf
und er hatte nun ebenfalls eine buckelige Stirn. Damit waren wohl alle bisherigen Theorien
dahin und es wurde erneut spekuliert und phantasiert. Eine offizielle Erklärung der Star
Trek Macher zum veränderten Aussehen gibt es bis heute nicht. Das ist vielleicht auch besser
so. Dann kann jeder sich seine eigene Erklärung ausdenken.
Die Klingonen wurden übrigens nach einem Bekannten Gene Roddenberrys, der Clingan hieß, benannt.
Bereits bekannte Charaktere gibt es in dieser Folge unter den Gaststars keine.
Das Drehbuch dieser Episode schrieb, wie bereits erwähnt Stammautor Gene L. Coon.
Regie führte John Newland, der nur dieses eine Mal für Star Trek tätig war.
Die deutsche Version wurde zum ersten Mal im ZDF gezeigt. Es wurden einige Szenen geschnitten,
von denen aber heute nach der Restauration von Sat.1 nur noch ein kurze Pausenausblendung fehlt,
sowie ein ganz kleiner Teil der Szene, in der Kirk und Kor mit Ayleborne um ihr Recht Krieg zu
führen, streiten.
Außer ein paar lockeren Sprüchen die hier und da eingestreut wurden,
gehört die Synchronisation zu den besseren des ZDF.
"United Federation of Planets" wurde dieses Mal falsch mit "Föderation der vereinigten
Planeten" übersetzt, richtig müsste es natürlich "Vereinigte Föderation der Planeten"
heißen. Der deutsche Titel ist mal wieder simpel gewählt, im Vergleich zum Originaltitel
der Spielraum für Interpretationen lässt. Diese Einfallslosigkeit ist bei den deutschen
Folgentiteln leider an der Tagesordnung, auch die neueren Star Trek Serien haben oder
hatten damit zu kämpfen.
Die DVD-Version enthält auch die beiden oben erwähnten, noch fehlenden Szenen.
Die Folge ist nicht ganz so gut, wie Folge 1.23: Krieg der Computer,
vor allem durch die etwas widersprüchlichen Organier, allerdings ist das ganze immer noch eine
interessante Antikriegsfolge, in der sowohl Spannung, als auch Special Effects und Handlung
überzeugen können.
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