Deutscher StarTrek-Index  
  1.26 Kampf um Organia  
  E r r a n d   o f   M e r c y  
 

Review: Matthias Weber
Statistik: Elisabeth Leidenfrost

 
 
 

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 3198,4
Nachdem die Friedensverhandlungen zwischen dem klingonischen Imperium und der Föderation gescheitert sind, erhält die Enterprise den Auftrag, nach Organia zu fliegen. Der Planet wird von den Organiern bewohnt, die sich ungefähr auf der Entwicklungsstufe des Mittelalters befinden und langsame Fortschritte machen. Der Planet ist als Ausgangsbasis für einen Angriff auf die Föderation strategisch günstig, deswegen befürchtet die Föderation, dass die Klingonen versuchen, den Planeten zu annektieren. Die Enterprise soll die Klingonen solange aufhalten, bis die gesamte Kriegsflotte eintrifft.
Auf dem Weg nach Organia wird die Enterprise von einem Klingonenschiff angegriffen, dass damit die Kriegshandlungen eröffnet. Die Enterprise kann das Schiff aber vernichten. Als man Organia erreicht, beamen Kirk und Spock auf den Planeten. Sulu übernimmt das Kommando. Wenn die Klingonen allerdings mit der ganzen Flotte auftauchen, soll er sich zurückziehen und nichts unternehmen, bis Verstärkung der Sternenflotte eintrifft.

Auf dem Planeten werden Kirk und Spock von Ayleborne, dem Vorsitzenden des Ältestenrates empfangen, als ob man sie erwartet hätte. Auch scheinen die Bewohner des Planeten keineswegs erstaunt über den Vorgang des Beamens zu sein. Spock untersucht den Planeten, während Kirk den Ältestenrat aufsucht und ihm den Standpunkt der Föderation darlegt. Die Föderation will den Planeten schützen und den Organiern helfen, eine höhere Entwicklungsstufe zu erreichen, doch die Oraganier sind daran überhaupt nicht interessiert. Sie sind vollkommen davon überzeugt, dass sie sich nicht in Gefahr befinden. Spock hat inzwischen herausgefunden, das der Planet seit Jahrtausenden überhaupt keinen Fortschritt zu verzeichnen hat. Er befindet sich in völliger Stagnation.
Unterdessen trifft die klingonische Kriegsflotte ein. Die Enterprise wird angegriffen und muss sich zurückziehen. Außerdem beamen 100 Klingonen auf den Planeten, um ihn zu annektieren. Die Oragnier geben Kirk und Spock organische Kleidung, damit man sie für Organier hält. Kurz darauf kommt Commander Kor, der Gouverneur der Besatzungsmacht, in die Ratskammer. Er erklärt, dass der Planet ab sofort unter der Kontrolle der Klingonen steht. Die Organier geben sich damit zufrieden. Das ganze scheint sie recht wenig zu interessieren, sie sind den Klingonen gegenüber sehr freundlich, als ob sie darauf gewartet hätten, von ihnen annektiert zu werden. Kor akzeptiert Kirk als Organier, Spock erkennt er jedoch als Vulkanier. Doch Spock gibt sich als vulkanischer Händler aus, aber Kor misstraut ihm und lässt ihn an den Warheitsfinder anschließen, ein Gerät, dass das Gehirn scannen kann und mit dem man die Wahrheit aus jedem rausbekommen kann. Das Gerät ist sehr gefährlich, es führt oft zu Hirnschädigungen.
Kor wählt Kirk aus, um als Verbindungsmann zwischen der Bevölkerung und der Besatzungsmacht zu fungieren. Er drückt ihm zunächst einige Bekanntmachungen in die Hand. Öffentliche Versammlungen sind verboten, es werden aus der Bevölkerung einige Geiseln ausgewählt, die sofort getötet werden, wenn die Bevölkerung nicht das tut, was die Klingonen wollen.
Spock kommt vom Wahrheitsfinder wieder zurück. Der Klingone, der ihn untersucht hat, hat festgestellt, dass er tatsächlich ein Händler ist und offenbar nix zu verbergen hat. Als Kirk mit Spock alleine ist, erklärt Spock, dass die Vulkanier die Möglichkeit haben, ihr Gehirn abzuschirmen. Kirk und Spock planen inzwischen den Widerstand gegen die Klingonen, sie wollen ein Waffenlager in die Luft sprengen. Die Organier sind weiterhin unkooperativ, sie sehen noch immer keine Gefahr für sich und machen sich lediglich um Kirk und Spock Sorgen.

In der Nacht gelingt es Kirk und Spock, das Waffenlager in die Luft zu sprengen. Gegenüber dem Ältestenrat geben Kirk und Spock die Tat zu. Diese verurteilen sie sehr. Die Organier verabscheuen jede Form der Gewalt. Sie fordern Kirk auf, so etwas nie wieder zu tun. Auch Kirks Plädoyer für den Widerstand bringt nichts, die Organier wollen die klingonische Besatzungsmacht weiterhin erdulden.
Kor hat inzwischen die Ratskammer abgehört und erfährt so, dass Kirk und Spock für den Anschlag verantwortlich sind. Er nimmt die beiden fest. Er beschließt, Kirk dem Wahrheitsfinder zu unterziehen. Er sagt, dass Kirks Gehirn dabei Schaden nehmen würde. Um Kirk diese Prozedur zu ersparen, verrät Ayleborne Kor, wer die beiden in Wirklichkeit sind. Kor ist über diese Information sehr überrascht. Er hat bereits von Kirk und seinem Schiff gehört. Er lässt Spock ins Gefängnis stecken und Kirk in sein Hauptquartier bringen. Kor verabscheut die Organier, sie haben ihre eigenen Verbündeten einfach verraten.
Von Kirk will er die Angriffstärke und die Position der Kriegsflotte der Föderation wissen. Er gibt ihm 12 Stunden Bedenkzeit, oder er kommt unter den Wahrheitsfinder. Kirk wird zu Spock gebracht. Nachdem sie einige Zeit in der Zelle verbracht haben, kommen plötzlich Ayleborne und Trefayne herein und sagen, dass sie es nicht dulden können, dass die Klingonen gewalttätig gegen Kirk und Spock werden. Sie sollen mit ihnen kommen. Seltsamerweise gibt es vor dem Gefängnis keinerlei Spur von Wachen, obwohl dort vorher viele standen. Auf die Frage, wie sie sie befreit haben, antworten Ayleborne und sein Ältestenrat nur sehr ausweichend.

Kor erfährt von dem Ausbruch. Die Klingonen können sich ihn nicht erklären, die Wachen haben ihren Posten vor der Zelle nicht eine Sekunde verlassen. Kor lässt 200 Organier hinrichten, und er will alle zwei Stunden weitere 200 töten, wenn Kirk und Spock nicht wieder auftauchen.
Kirk und Spock gehen in Kors Hauptquartier und können bis zu Kor vordringen. Er erklärt ihnen, dass es in Kürze zum Kampf der beiden Flottenverbände kommen wird. Die Sternenflotte ist im Anflug. Durch einen Trick kann er einige Wachen hinzurufen und als es gerade zum Kampf kommt, werden plötzlich alle Phaser unbeschreiblich heiß, so dass alle sie fallen lassen. Dann versuchen sie sich zu prügeln, auch das funktioniert nicht. Alles was man anfasst ist unbeschreiblich heiß, alle Menschen, alle Gegenstände. Auch auf den Schiffen, die gerade im Begriff waren, sich anzugreifen, ist es das gleiche. Alle Konsolen und Knöpfe auf den Raumschiffen sind heiß. Die Flottenverbände sind völlig lahmgelegt.
Da kommen Ayleborne und Trefayne hinzu. Sie erklären, dass die Organier sehr friedliebend sind und sich nun in den Konflikt einmischen. Sie sind der Verursacher der großen Hitze. Sie können es nicht dulden, dass es auf Organia und im Orbit von Organia zum Kampf kommt, deswegen haben sie beide Flotten lahmgelegt. Die Organier waren früher auch humanoid, haben sich inzwischen jedoch zu reinen Energiewesen entwickelt. Deswegen bestand auch nie eine Gefahr für die Organier, die 200 Getöteten sind in Wirklichkeit quicklebendig. Kirk und Kor argumentieren, dass die Organier kein Recht haben, sich einzumischen, sie wollen gegeneinander Krieg führen. Die Organier sehen aber keinen Grund darin, Millionen von Leben zu beenden, nur weil Krieg herrscht.
Kirk erinnert sich an seine eigentliche Mission, den Krieg zu verhindern. Er kann nun die Handlungen der Organier nachvollziehen. Die Organier fordern die Klingonen und Kirk und Spock auf, den Planeten zu verlassen. Dann lösen sie sich in ihre wahre Gesalt auf, nämlich in reine Energie. Kirk und Kor beamen auf ihre Schiffe und die Feindseligkeiten sind eingestellt. Sollte der Krieg jemals ausbrechen, werden die Organier wieder engreifen und die Flottenverbände lahmlegen.

Bewertung

In "Kampf um Organia" tauchen in Star Trek zum allerersten Mal die Klingonen auf. Sie waren für TOS als Bösewichte der Serie konzipiert worden. In den Star Trek Kinofilmen gab es ein Wiedersehen mit ihnen und in den Serien TNG und DS9 entwickelten sie sich zur wahrscheinlich wichtigsten Rasse nach den Menschen. Das Drehbuch zur Folge stammt erneut von Gene L. Coon, der die Folgen 1.22-1.26 fast im Alleingang geschrieben hat. Nach 1.23: Krieg der Computer nutzt er erneut die Gelegenheit, um ein Plädoyer gegen den Krieg zu schreiben, allerdings geht er die Folge mit umgekehrter Rollenverteilung an. Dieses Mal ist es nicht Kirk, der sich gegen den Krieg ausspricht und einer fremden Zivilisation etwas darüber beibringt. Ganz im Gegenteil ist Kirk am Ende ganz wild darauf, gegen die Klingonen Krieg zu führen. Er besteht auf sein Recht, Krieg führen zu dürfen. Die Rolle, die Kirk in Folge 1.23: Krieg der Computer inne hatte, übernehmen dieses Mal die Organier, die sich hier sehr deutlich gegen jede Form von Gewalt aussprechen.
Die Organier werden zunächst technisch unterentwickelt dargestellt, nach den Kulissen und Kostümen zu urteilen, so ungefähr auf der Entwicklungsstufe des Mittelalters anzusiedeln. Doch auf den zweiten Blick sind die Organier eine große Überraschung. Sie sind in Wirklichkeit nicht humanoid, sie haben sich über diese Form hinaus entwickelt und sind nun nur noch reine Energie und nehmen nur den Menschen und Klingonen zuliebe eine humanoide Gestalt an.
Dass Kirk und Spock nicht früher auf die Idee kommen, dass die Organier gar nicht unterentwickelt sind, ist wenig nachvollziehbar, denn genügend Hinweise gibt es allemal. Da wäre Spocks Feststellung, dass es keinerlei Fortschritt auf dem Planeten gibt, die Organier aber gleichzeitig dazu fähig sind, die Ankunft der Klingonen zu fühlen. Außerdem wäre da die Tatsache, dass Beamen auf dem Planeten kein Erstaunen hervorruft und die sich automatisch öffnenden und schließenden Türen, die wohl keineswegs zum sonstigen Entwicklungsstand der Organier passen. Bei so vielen Hinweisen hätte man von Kirk und Spock zumindest erwarten können, dass sie sich ein wenig Gedanken machen, noch dazu, da die Organier die ganze Zeit versichern, dass für sie keine Gefahr besteht, doch nichts dergleichen passiert.
Die Organier an sich wirken etwas merkwürdig. Es wird nicht geklärt, wieso sich die Organier gerade in diesen Konflikt einmischen. Gut, er findet natürlich direkt vor ihrer Haustür statt, trotzdem kündigen sie an, dass sie sofort eingreifen werden, wenn irgendwann einmal erneut ein Krieg zwischen den beiden Völkern auszubrechen droht. Es scheint etwas wahllos zu sein, dass sich die Organier gerade für diesen Konflikt, auch über die Grenzen ihres Planeten hinaus, so begeistern können, gleichzeitig aber andere Kriege und gewalttätige Konflikte einfach ignorieren. Gleichzeitig wirkt es merkwürdig, dass die Organier um ihre Fähigkeiten so ein großes Geheimnis machen. Es ist nicht wirklich ersichtlich, was die Geheimniskrämerei eigentlich bewirken soll. Hätten sie von Anfang an klargestellt, dass die über sehr große Kraft verfügen und einen bewaffneten Konflikt nicht dulden werden, hätte man sich viel Mühe sparen können, allerdings wäre die Folge dann auch nach 10 Minuten schon zu Ende gewesen.

Die Klingonen werden hier als recht einseitige Bösewichte vorgestellt. Sie sind einfach nur auf Eroberung aus. Von den Eigenschaften Ehre, Ruhm, Pflichterfüllung, die später typisch für die Klingonen werden, ist hier relativ wenig zu spüren. Vor allem von der Ehre scheinen sie noch nicht soviel zu halten, zum Beispiel begeht der klingonische Lieutenant, den Kirk in den Würgegriff nimmt, einen Verrat gegenüber seinem Anführer, um sein Leben zu retten. Worf, um ihn mal als Beispiel für die späteren Klingonen zu nehmen, würde sicher eher sterben, als dem Feind den Aufenthaltsort seines Kommandanten Picard zu verraten.
Die Ausnahme scheint Kor, der Anführer der Besatzungsarmee darzustellen. Er überzeugt als recht vielschichtiger Klingone, der sich einige der erwähnten Eigenschaften angeeignet zu haben scheint. Vor allem ist er auf der Suche nach einem würdigen Gegner, der es mit den Klingonen aufnehmen kann. Im Laufe der Originalserie sollten die Klingonen noch einige Male auftauchen (siehe auch Zusammenhänge), die Eigenschaften, die Kor hier noch an den Tag legt, wurden dabei allerdings völlig vergessen. Erst mit den Kinofilmen und vor allem der Nachfolgeserie "The Next Generation" gehören das Streben nach Ehre und Ruhm zu den Hauptmerkmalen der Klingonen.
Kor macht einen guten Eindruck. Vor allem die gelungenen Dialoge zwischen Kirk und Kor sind hier hervorzuheben. Er empfindet Bewunderung für Kirk und die Sternenflotte. Erwähnenswert ist auch, dass er bereits von der berühmten Enterprise und ihrem Captain gehört hat.

Im Gegensatz zu den Organiern, die jegliche Gewalt verabscheuen, vertritt Kirk einmal mehr das amerikanische Freiheitsdenken. Er argumentiert, dass es sich für manche Dinge, zum Beispiel die Freiheit lohnt, zu sterben. Er ist bereit, sein Leben für die Freiheit der Organier zu riskieren. In diesem Punkt ist sein Standpunkt, im Gegensatz zu dem der Organier, der Nachvollziehbarere. Die Organier wollen auf Gewalt völlig verzichten und dies ist natürlich ein schöner Vorsatz, allerdings muss man auch bedenken, dass es aus der Position der Organier immer einfach ist, die anderen Völker für ihre Gewalttätigkeit anzuprangern.
Als Wesen reiner Energie besteht für sie keinerlei Lebensgefahr. Auch wird kaum ein anderes Wesen die Möglichkeit haben den Organiern ihre Freiheit zu rauben. Wie in der Folge gezeigt, können sie den Konflikt, wenn sie wollen, sofort und ohne Gewaltanwendung beenden. Wenn dies der Fall ist, ist es natürlich immer leicht sich das Treiben der Klingonen und der Föderation in Ruhe anzuschauen und jegliche Form von Gewalt zu verurteilen, wenn die Organier aber wirklich so unterentwickelt gewesen wären, wie zunächst angenommen, würde die Sache schon ganz anders aussehen, dann müssten sie nämlich wirklich um ihr Leben fürchten und ob sie dann immer noch bereit wären, total auf Gewalt zu verzichten, wäre eine interessante Frage, auf die die Folge leider nicht eingeht. Aus ihrer Machtposition heraus wirkt es allerdings ziemlich arrogant, Kirk und Spock für ihre Versuche des Widerstands zu verurteilen.

Nach Folge 1.23: Krieg der Computer hat die Folge erneut die Gelegenheit, sich sehr amerika-kritisch zu zeigen. Während in der erwähnten Folge noch der Vietnamkrieg thematisiert wurde, wird dieses Mal vor allem kritisiert, dass sich die Amerikaner als eine Art Weltpolizisten fühlen und sich auch entsprechend verhalten. Indem die Föderation hier genauso vorgeht und ganz offensichtlich die damaligen Vereinigten Staaten repräsentiert, lässt die Folge erstaunlicherweise auch kein gutes Haar an der Föderation. Es ist ungewöhnlich, dass Gene Roddenberry das Drehbuch in dieser Form akzeptiert hat, schließlich war er ansonsten bemüht, die Föderation in einem guten Licht dastehen zu lassen. Entweder hat er die darin enthaltene Kritik an der Vorgehensweise der Föderation nicht entdeckt, oder er wollte bei Gene L. Coon nicht den gleichen Fehler, wie bei anderen Autoren machen und ihn mit seinen Drehbuchüberarbeitungen verkraulen.
Doch zurück zum Vorgehen der Föderation. Sie spielt sich in der Folge als eine Art Weltraumpolizei auf. Sie versucht die Organier, natürlich völlig uneigennützig, vor den Klingonen zu schützen. Die Heuchelei, die hinter der selbstlosen Hilfe der Föderation steckt, wird in einem Schlüsselsatz von Kirk besonders deutlich, den ich hier zitieren möchte. Gegenüber Ayleborne sagt er:

"...haben Sie doch ein wenig Vertrauen zu uns, wir wären doch eine ganz enorme Hilfe für Sie, außer einem militärischen Schutz, erhielten Sie von uns Spezialisten, Techniker, wir würden Ihnen zeigen, wie man die Landwirtschaft intensiviert, schaffen bessere Lebensbedingungen, bauen neue Schulen und lehren Ihrer Jugend die neuesten technologischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse. Wir bringen Sie auf eine ganz neue Entwicklungsstufe, wir holen Sie aus ihrer Stagnation."
Was Kirk bei seinem Plädoyer allerdings vergisst zu erwähnen, ist die Tatsache, dass die Föderation durch ihre Hilfe für die Organier, bei einem eventuellen Krieg mit den Klingonen, einen erheblichen taktischen und strategischen Vorteil hätte und die Organier damit bei einem Krieg in vorderster Front stehen würden.
Auch die Art und Weise, wie Kirk die Position der Föderation vorbringt, spricht für sich. Das Ganze wirkt sehr arrogant und von oben herab, als ob den Organiern nichts besseres hätte passieren können, als dass sich die gnädige Föderation herablässt und sich ihrer annimmt und ihnen ihre selbstlose Hilfe anbietet. Er kann es nicht verstehen, dass die Organier bei einer solchen Hilfe nicht sofort Hurra schreien. Offenbar hält sich die Föderation für den Nabel des Weltraums und in seiner Arroganz kommt Kirk gar nicht auf die Idee, dass es Völker gibt, die an der Hilfe der Föderation gar nicht interessiert sind. Hier muss Kirk mal wieder eine Lektion lernen. Am Ende erkennt er seine Fehleinschätzung, denn er sagt zu Spock, dass sie sich selbst für die mächtigsten Wesen im Universum gehalten haben und das das ganze aber nur Größenwahn war.
Hier wird die Parallele zu den USA besonders deutlich. Auch die USA hielten, bzw. halten sich für die wichtigste Nation. Sie versuchen ebenfalls die kleineren Völker zu schützen, jedoch verfolgen sie mit ihren vordergründig ganz uneigennützigen Handlungen oft ganz eigene Interessen. Damit erhält die Folge gerade im heutigen Zusammenhang einen ganz besonders interessanten Beigeschmack.

Interessaant ist es, dass Spock dem klingonischen Wahrheitsfinder widerstehen konnte. Dadurch wird Spocks Status als überlegenes Lebewesen weiter gestärkt.

Es wäre vielleicht intelligenter gewesen, die Folge vor 1.23: Krieg der Computer zu zeigen, da es etwas seltsam ist, dass Kirk nun genau die Lektion lernen muss, die er noch wenige Wochen zuvor einem anderen Volk gepredigt hat. In der entgegengesetzten Reihenfolge hätte es dagegen so gewirkt, als ob Kirk aus seinen Erlebnissen auf Organia dauerhaft etwas gelernt hätte und dieses Wissen nun auch anderen Völkern mitteilen will. So wäre auch zeitgleich noch ein loser Zusammenhang zwischen den verschiedenen Episoden entstanden und man hätte den Eindruck gehabt, dass es sich tatsächlich um eine einzige große Reise des Raumschiffs Enterprise handelt und eben nicht jede Woche eine neue Reise begonnen wird und alle alten Erlebnisse vergessen wurden.

Diese Folge verursachte später erhebliche Probleme für die Produzenten. Durch das Eingreifen der Organier in den Konflikt war es schwierig, die Kontinuität im Star Trek Universum zu wahren, denn dadurch wird eigentlich jegliche Auseinandersetzung zwischen den Klingonen und der Föderation unmöglich gemacht, da die Organier dann ja sofort eingreifen würden. Trotzdem kam es sowohl in der Originalserie, als auch in den Filmen und in TNG immer wieder zu kleineren Auseinandersetzungen, ohne dass die Organier eingegriffen hätten. Später in DS9 kam es sogar wirklich zum großen Krieg zwischen dem klingonischen Reich und der Föderation. Doch die Organier hatten inzwischen wohl das Interesse verloren, denn auch hier haben sie sich nicht blicken lassen.

Kor wird viel Ehre im Star Trek Universum zuteil. Er war der erste Klingone überhaupt, den man sehen durfte und sein Darsteller John Colicos gehört zu den ganz wenigen Schauspielern, die eine Rolle nach fast 30 Jahren Pause erneut spielen dürfen. Kor ist außerdem einer der wenigen Klingonen, der sowohl einen Auftritt als "menschlicher Klingone" hatte als auch einen Auftritt als Klingone mit der buckeligen Stirn. Zu TOS Zeiten waren die Maskenbildner noch nicht fähig, solch aufwändige Masken, wie die der späteren Klingonen herzustellen, außerdem fehlte natürlich das Geld. Eine derartige Maske hätte Unmengen des Budgets verschlungen. Als man dann aber Star Trek - Der Film mit den Dreharbeiten zu den Klingonenszenen fertig stellte, war noch Geld übrig. Also investierte man es, um die Klingonen einem Face-Lifting zu unterziehen.
Seither gibt es unter den Fans natürlich die wildesten Spekulationen, wie es zum veränderten Aussehen der Klingonen kam. Lange Zeit war eine weit verbreitete Erklärung, dass es eben verschiedene Klingonen-Rassen mit verschiedenem Aussehen gibt. Doch in der DS9 Folge 2.19: Der Blutschwur tauchte Kor aus dieser Folge erneut auf und er hatte nun ebenfalls eine buckelige Stirn. Damit waren wohl alle bisherigen Theorien dahin und es wurde erneut spekuliert und phantasiert. Eine offizielle Erklärung der Star Trek Macher zum veränderten Aussehen gibt es bis heute nicht. Das ist vielleicht auch besser so. Dann kann jeder sich seine eigene Erklärung ausdenken.

Die Klingonen wurden übrigens nach einem Bekannten Gene Roddenberrys, der Clingan hieß, benannt.

Bereits bekannte Charaktere gibt es in dieser Folge unter den Gaststars keine.
Das Drehbuch dieser Episode schrieb, wie bereits erwähnt Stammautor Gene L. Coon.
Regie führte John Newland, der nur dieses eine Mal für Star Trek tätig war.

Die deutsche Version wurde zum ersten Mal im ZDF gezeigt. Es wurden einige Szenen geschnitten, von denen aber heute nach der Restauration von Sat.1 nur noch ein kurze Pausenausblendung fehlt, sowie ein ganz kleiner Teil der Szene, in der Kirk und Kor mit Ayleborne um ihr Recht Krieg zu führen, streiten. Außer ein paar lockeren Sprüchen die hier und da eingestreut wurden, gehört die Synchronisation zu den besseren des ZDF.
"United Federation of Planets" wurde dieses Mal falsch mit "Föderation der vereinigten Planeten" übersetzt, richtig müsste es natürlich "Vereinigte Föderation der Planeten" heißen. Der deutsche Titel ist mal wieder simpel gewählt, im Vergleich zum Originaltitel der Spielraum für Interpretationen lässt. Diese Einfallslosigkeit ist bei den deutschen Folgentiteln leider an der Tagesordnung, auch die neueren Star Trek Serien haben oder hatten damit zu kämpfen.
Die DVD-Version enthält auch die beiden oben erwähnten, noch fehlenden Szenen.

Die Folge ist nicht ganz so gut, wie Folge 1.23: Krieg der Computer, vor allem durch die etwas widersprüchlichen Organier, allerdings ist das ganze immer noch eine interessante Antikriegsfolge, in der sowohl Spannung, als auch Special Effects und Handlung überzeugen können.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Mit John Colicos gibt es ein spätes Wiedersehen. Er ist in DS9 in den Folgen 2.19: Der Blutschwur, 4.09: Das Schwert des Kahless und 7.07: Der Dahar-Meister zu sehen.

Bobby Bass, der hier eine klingonische Wache spielt, hatte bereits Auftritte als Wache in 1.22: Der schlafende Tiger und als Crewmitglied in 1.24: Falsche Paradiese.

Gary Coombs spielte in 1.18: Ganz neue Dimensionen den Gorn.

George Sawaya war bereits einmal als Chief Humboldt in Folge 1.11: Talos IV-Tabu Teil 1 zu sehen.

In dieser Folge sehen wir die Klingonen zum ersten Mal in Star Trek. Sie werden zahlreiche Auftritte in der Originalserie haben und zwar in den folgenden Episoden:



Kleine TOS-Statistik
1. Zerrissene Shirts von Kirk: 0
Kirks Shirt bleibt in tadellosem Zustand.
2. Kirks Eroberungen: 0
Keine betörten Frauen dieses Mal.
3. Anwendungen von Spocks Nackengriff: 1
Spock setzt damit einen Klingonen außer Gefecht.
4. Spocks "Faszinierend": 1 mal
Spock findet die Organier faszinierend.
5a. Spocks "logisch": 0 mal
Spock findet hier nichts logisch.

Aber:
Kirk findet Spocks Logik frappierend.
Für Spock entbehrt die Befreiung durch die Organier einer gewissen Logik.
5b. Spocks "unlogisch": 1 mal
Spock findet die Handlungsweise der Organier höchst unlogisch.
6. McCoys: "Ich bin Arzt und kein...": 0 mal
McCoy darf seinen berühmten Satz nicht sagen.
7. McCoys: "Er ist tot, Jim." und Variationen: 0 mal
Alle leben noch, Jim.
8. Tote Rothemden: 0
Die Rothemden bleiben diesmal verschont.
9. Hysterisch kreischende Frauen: 0
Hier kreischt niemand.
 
 
 
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 Erstausstrahlung USA:
  16. 03. 1967

 Erstausstrahlung D:
  15. 12. 1973

 Regie:
  John Newland

 Buch:
  Gene L. Coon

 Gaststars:
  John Colicos
   [Commander Kor]
  David Hillary Hughes
   [Trefayne]
  Jon Abbott
   [Ayleborne]
  Peter Brocco
   [Claymare]
  Bobby Bass
   [klingonische Wache]
  Gary Coombs
   [klingonische Wache]
  Walt Davis
   [klingonischer Soldat]
  Victor Lundin
   [klingonischer Offizier]
  George Sawaya
   [klingonischer Offizier]


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