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Tot wie Trip

von Andrej Schwabe, 02.06.2012

Inhalt:
Kurz vor der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages zwischen Vulkan, der Erde, Andor und den Tellariten erfährt Captain Archer von Shran, dass wieder Aenar entführt wurden (ENT "Die Aenar"). Sofort fällt der Verdacht auf die Romulaner mit ihren telepathisch ferngesteuerten Zerstörungsschiffen.
Die Frage ist nun: Welche Welt werden die Romulaner angreifen?

Kritik:
Was Menschen Gutes tun Ist Trip nun wirklich tot, so wie es in "Dies sind die Abenteuer" angedeutet wird? "Was Menschen Gutes tun" beantwortet diese Frage auf recht elegante Weise, indem es die entsprechenden Geschehnisse nochmal aus Trips Perspektive erzählt - nachdem er von Sektion 31 wegen seines technisches Wissens rekrutiert wurde.
Es geht darum, das romulanische Warp-Programm zu unterlaufen und auszuspionieren. Die sich abzeichnende Undercover-Geschichte (mitsamt chirurgischer Umwandlung) löst auch tatsächlich die Erwartung auf viel Spannung und Action ein.
Trips Motivation wird dabei etwas lasch mit seinem Wunsch begründet, die Welt vor der romulanischen Zerstörung zu bewahren - halt "was Menschen Gutes tun". Auch etwas unglaubwürdig wirkt die Leichtigkeit, mit der Archer ihn gehen lässt.

Am Vorabend der Bildung der Koalition aus den wichtigsten Völkern jener Zeit muss Captain Archer derweil um das Überleben der 30 Aenar kämpfen, die von den Romulanern wegen ihrer starken telepathischen Fähigkeiten für ihre Zerstörer entführt wurden. Vor allem Shran wegen missachtet er seine Befehle vom Flottenkommando und dringt tief in den gefährlichen romulanischen Raum ein.
Shran brennt nicht nur auf Rache wegen der entführten Aenar, sondern will auch seine Bündnispartner retten - ein Verweis auf die komplizierten Paarungsrituale der Andorianer, die in DS9 - Mission Gamma offenbart wurden.
Dem Autorenduo gelingt nicht nur die eindringliche Darstellung von Archers Sorgen um Trip, sondern auch der intensiven und impulsiven Gefühle von Shran, der einerseits zunächst von der pazifistischen Grundhaltung der Aenar abgestoßen ist, andererseits aber eng mit der Aenar Jhamel verbunden ist.

Ein Großteil des Romans treibt dabei die Geschichte actionreich und kurzweilig voran, wobei er häufig zwischen den zwei doch recht ähnlichen Handlungssträngen hin und her pendelt.
Letztlich geht "Was Menschen Gutes tun" nicht grundsätzlich positiv aus, aber immerhin wird der Vertrag unterschrieben und auch Trip überlebt und wird seine romulanische Spionagekarriere wohl weiter ausbauen (wobei es etwas seltsam ist, dass er von Romulanern als einer von ihnen akzeptiert wird, wo er doch keine ihrer Sitten und Gebräuche kennt).
Außerdem legt dieser Roman einen weiteren Grundstein für den anstehenden irdisch-romulanischen Krieg, der bereits an vielen Stellen erwähnt und angedeutet wurde. Auf die (damals und später unbekannte) Verwandtschaft zwischen Vulkaniern und Romulanern wird ebenfalls eingegangen.

Neben unzähligen Verweisen auf Enterprise Episoden, andere Star Trek-Serien und Bücher, einer netten Nog und Jake-Rahmenhandlung und viel Handlung bietet der Roman einen (routinierten) Blick auf die Enterprise Charaktere.


Infos:
Star Trek: Enterprise
Band 2
Titel: Was Menschen Gutes tun (The Good that Men do)
Autor: Andy Mangels, Michael A. Martin
Erscheinungsjahr: Deutschland: 2011, USA: 2007
Deutsche Übersetzung von Bernd Perplies
Preis: 14,00 €
Cross Cult Verlag

Mit freundlicher Unterstützung vom Cross Cult Verlag

Fragen, Kritik oder Anregungen? Schreiben Sie an Andrej Schwabe.

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