DSi

TOS 1.14 Spock unter Verdacht


B a l a n c e   o f   T e r r o r

von Matthias Weber

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 1709,1
Die Enterprise ist unterwegs zur neutralen Zone, die als Pufferzone zwischen den Romulanern und der Föderation eingerichtet wurde, als sich die beiden Mächte vor über 100 Jahren bekriegt haben. Am Rand der neutralen Zone hat die Föderation einige Außenposten. Zu manchen von diesen Außenposten ist nun der Kontakt abgebrochen.
Während die Enterprise mit maximaler Geschwindigkeit zur neutralen Zone fliegt, wollen Lt. Robert Tomlinson und Yeoman Angela Martine auf der Enterprise heiraten. Kirk soll die Trauung durchführen, doch während der Zeremonie bekommt die Enterprise einen Notruf eines der Außenposten. Er wird von einem unbekannten Schiff angegriffen.
Die Enterprise ist noch zu weit entfernt um dem Außenposten zu helfen, der Kontakt zu ihm bricht ab. Spock informiert die Besatzung unterdessen über die Romulaner. Der Krieg zwischen der Föderation und den Romulanern wurde mit primitiven Nuklearwaffen geführt. Da noch keine visuelle Kommunikation existierte, bekamen sich die beiden Parteien nie zu sehen. Der Friedensvertrag, der die neutrale Zone festlegte, wurde über Subraumfunk ausgehandelt. In die neutrale Zone darf kein Schiff, egal von welcher Seite einfliegen. Bis heute wurde dieser Vertrag von beiden Seiten respektiert. Kirk teilt der Besatzung mit, dass die Enterprise notfalls zu opfern ist, wenn dadurch ein erneuter Krieg verhindert werden kann.
Die Enterprise bekommt nun wieder Kontakt zu Commander Hanson, dem Kommandanten des angegriffenen Außenpostens. Er berichtet von einem Schiff, dass eine Art Plasmawaffe abgefeuert hat und dann verschwunden ist. Plötzlich taucht das Schiff wieder auf und feuert erneut auf den Außenposten, der daraufhin pulverisiert wird, wie bereits die anderen Posten. Die Enterprise ist noch nicht nahe genug, um dem Posten zu helfen, auch die Warnrufe an das fremde Schiff haben nichts gebracht. Dann verschwindet das Schiff wieder von den Schirmen, offenbar hat es einen Tarnmechanismus. Man kann das Schiff nur noch mit den Sensoren verfolgen. Spock stellt fest, dass es Kurs auf die neutrale Zone nimmt, in Richtung der romulanischen Heimatwelt.
Kirk geht auf Parallelkurs, damit die Romulaner die Enterprise für eine Reflexion ihrer selbst halten. Inzwischen empfängt Spock einige Funksignale und kann ein Bild von der Brücke des romulanischen Schiffes bekommen. Auf der Enterprise herrscht großes Erstaunen, als man feststellt, dass die Romulaner in ihrem Aussehen sehr große Ähnlichkeit mit den Vulkaniern haben. Diese Tatsache wertet Lt. Stiles, der Navigator, als Zeichen dafür, dass Spock ein Spion der Romulaner ist.

Auf dem Romulanerschiff hat ein Crewmitglied unerlaubt einen Funkspruch abgesetzt. Der Kommandant rügt den Mann deswegen und degradiert ihn um 2 Dienstgrade. Der Kommandant des Schiffes hat bereits den Verdacht, dass der Schatten, der sie verfolgt, ein Föderationsschiff ist.

Auf der Enterprise gibt es inzwischen eine Lagebesprechung. Lt. Stiles ist dafür, das romulanische Schiff anzugreifen, da es sonst zu Hause Meldung über die gewonnene Schlacht macht, woraufhin die Föderation bald mit der ganzen Flotte der Romulaner zu kämpfen hätte. Spock stimmt Stiles zu. Er ist ebenfalls der Ansicht, dass die Föderation keine Schwäche zeigen darf. Die Romulaner werden in Kürze einen Kometenschweif durchfliegen, durch den sie sichtbar werden und damit leicht zu treffen sind. Kirk befiehlt alle Kampfstationen zu besetzen. Er möchte das Schiff angreifen, während es den Schweif durchfliegt.

Was die Enterprise Crew nicht weiß, ist die Tatsache, dass auch der romulanische Kommandant einen Plan hat, die Enterprise in diesem Kometenschweif anzugreifen. Wenn die Enterprise in den Schweif einfliegt, verlieren sie den Sensorenkontakt. Zu diesem Zeitpunkt werden die Romulaner ihr Schiff wenden und direkt auf die Enterprise zufliegen.
Als das romulanische Schiff in den Schweif einfliegt, errät der Kommandant plötzlich den Plan von Kirk und fliegt ein Ausweichmanöver.

Als die Enterprise durch den Schweif fliegt, ist vom romulanischen Schiff keine Spur mehr zu finden. Kirk gibt zu, den romulanischen Kommandanten unterschätzt zu haben. Kirk lässt sofort ein Ausweichmanöver fliegen und die Phaser blind abschießen, in der Hoffnung, das romulanische Schiff zufällig zu treffen. Tatsächlich landet die Enterprise einen Zufallstreffer, das romulansiche Schiff wird getroffen. Der romulanische Zenturio, ein Freund des Captains wird dabei getötet.
Das Romulanerschiff fliegt inzwischen einen Angriff auf die Enterprise. Bevor es seine Waffe abfeuern kann, muss es kurz sichtbar werden. Da ein Stromkreis der Phasersteuerung der Enterprise durgebrannt ist, kann die Enterprise kein Gegenfeuer leisten. Als das Romulanerschiff seine Plasmawaffe abfeuert, befiehlt Kirk sofort mit Maximum Warp zu flüchten. Die Plasmawelle holt die Enterprise trotzdem ein, allerdings verliert sie nach einer gewissen Distanz einen Teil ihrer Wirkung, so dass sie der Enterprise nicht sonderlich schadet. Nach diesem Angriff nimmt das Romulanerschiff wieder Kurs auf die neutrale Zone auf. Kirk lässt wieder auf Parallelkurs einschwenken. Inzwischen hat Spock auch die defekte Phaserspule ausgewechselt.

Als das romulanische Schiff nur noch eine Minute von der neutralen Zone entfernt ist, versucht Kirk es aufzuhalten, indem er erneut die Phaser abfeuern lässt. Doch das Romulanerschiff wird nur leicht beschädigt und kann weiterfliegen. Kirk hat keine andere Wahl und folgt dem Schiff in die neutrale Zone.
Der romulanische Kommandant lässt inzwischen alle Trümmer auf seinem Schiff, zusammen mit dem Körper des toten Zenturio, in den Müllabsetzer werfen, damit die Enterprise glaubt, man habe das romulanische Schiff zerstört. Dann lässt der Captain alle Maschinen abschalten, damit die Enterprise sie nicht mehr finden kann. Die Enterprise Crew fällt auf den Trick des romulanischen Captain allerdings nicht herein. Allerdings kann die Crew das Romulanerschiff nicht mehr finden und spielt nun ebenfalls toten Mann.
Dies geht so einige Stunden. Als Spock die schmorende Phaserspule erneut auswechselt, betätigt er aus Versehen einen Knopf an seinem Pult, wodurch die Romulaner die Position der Enterprise kennen. Kirk lässt daraufhin die Maschinen wieder einschalten und feuert erneut die Phaser blind ab, um einem Angriff der Romulaner zuvorzukommen.

Der romulanische Captain lässt inzwischen erneut die Trümmer in den Müllabsetzer werfen. Allerdings fügt er dieses Mal einen alten Nuklearsprengkopf mit Wärmezündung hinzu.
Auf der Enterprise kann man den Nuklearsprengkopf gerade noch rechtzeitig registrieren. Kirk lässt sofort die Phaser abfeuern. Durch die Wärme der Phaser detoniert der Nuklearsprengkopf. Die Enterprise hat schwere Schäden, die Phasercrew fällt bis auf Tomlinson aus. Lt. Stiles hat einen Lehrgang in der Phaserbedienung gemacht und wird deswegen versetzt. Kirk spielt inzwischen erneut toten Mann, damit die Romulaner sie nicht finden können.
Der romulanische Kommandant will die wehrlose Enterprise eigentlich nicht angreifen. Er möchte am liebsten sofort nach Hause zurückehren und die beschädigte Enterprise hier zurück lassen, doch einer seiner Untergebenen erinnert ihn an seine Pflicht. Somit ist er gezwungen die Schlacht mit der Enterprise weiterzuführen, doch die Enterprise kann nicht aufgespürt werden, da sie wieder toten Mann spielt.

Spock schaut unterdessen im Phaserbedienungsraum vorbei. Stiles ist immer noch sehr feindselig gegenüber ihm eingestellt. Gerade als Spock den Raum verlassen hat, brennt die Phaserkühlung durch. In diesem Moment fliegt das romulanische Schiff erneut einen Angriff. Kirk befiehlt die Phaser abzufeuern, doch der Phaserkontrollraum reagiert nicht. Spock ahnt, dass irgendwas nicht stimmt und geht in den Kontrollraum zurück. Dort ist der gesamte Raum mit Gas überflutet. Stiles und Tomlinson sind bewusstlos. Spock feuert die Phaser ab. Das romulanische Schiff wird getroffen und schwer beschädigt. Der Kommandant lehnt eine Gefangennahme durch die Crew der Enterprise ab und erfüllt seine letzte Pflicht. Er zerstört sein eigenes Schiff.
Auf der Krankenstation wird inzwischen Stiles behandelt. Ihm geht es schon wieder einigermaßen gut, dank der Rettung durch Spock. Er weiß nun, dass Spock kein Spion ist. Tomlinson, der Mann der am Morgen heiraten wollte, konnte nicht mehr geholfen werden, er ist an seinen Verletzungen gestorben. Kirk versucht in der Messe seine Verlobte zu trösten, doch sie sagt, sie würde schon zurecht kommen.


Bewertung
Bei "Spock unter Verdacht" handelt es sich um eine eher untypische Star Trek Folge. Die Handlung ist ungewöhnlich kriegerisch und im ansonsten sehr friedliebenden Star Trek Universum wird der Konflikt ausnahmsweise nicht mit diplomatischen und friedlichen Verhandlungen beigelegt, sondern bis zum bitteren Ende mit Waffengewalt ausgetragen. Nun mögen manche Fans sagen, dass eine solche Art von Konfliktlösung in Star Trek nichts zu suchen hat, da Star Trek gerade aus der friedlichen Koexistenz verschiedener Völker seinen Reiz bezieht und sich Star Trek dadurch von anderer Science Fiction im Fernsehen und im Kino abhebt, allerdings übersehen solche Fans auch, dass eine große Stärke von Star Trek immer Abwechslungsreichtum war. Ab und zu muss man selbst Star Trek einen Ausflug in diesen Teil der Science Fiction zugestehen.
Deutlich sieht man hier wie sich Star Trek selbst bei einer so kriegerischen Folge noch von anderen Science Fiction Geschichten im positiven Sinne unterscheidet. In vielen Science Fiction Storys werden die Gegner als irgendwelche eindimensionalen Aliens gezeigt, über die man nichts erfährt und die einfach nur böse sind, weil es eben böse Jungs braucht und die es deswegen zu vernichten gilt. Ganz anders hier. Die Romulaner werden sehr intensiv ausgeleuchtet, die Romulaner-Szenen sind die interessantesten der Folge, man erfährt viel über ihre Kultur und ihre Auffassung der Ehre. Die Romulaner-Kultur wird hier vorgestellt als ein Ableger einer früheren Vulkanier-Ära.
Interessanterweise zählt die Ehre und die Pflichterfüllung zu den Tugenden der romulanischen Kultur. Diese Eigenschaften wurden erst sehr viel später auf die Klingonen übertragen. Die Romulaner sind in der Origianlserie, die um einiges kultivierteren Gegner als die Klingonen. Durch ihre Ehrenhaftigkeit zählen sie auch zu den interessantesten Gegnern. Die Klingonen in TOS halten noch nicht sehr viel von Ehre. Erst mit der TNG wurden diese Eigenschaften vertauscht, die Klingonen wurden in die von Ehre und Ruhm getriebene Spezies verwandelt, während die Romulaner ihre früheren Eigenschaften im Großen und Ganzen vergessen haben. Sie wurden zwar in der TNG, ähnlich wie in dieser Folge immer noch sehr geheimnisvoll dargestellt, allerdings sind ihre Taten nicht mehr sehr ehrenvoll. Dadurch verlieren sie leider einen gewissen Reiz, auch wenn sie natürlich noch immer zu den interessantesten Spezies zählen.
Nach dem Ende der TNG ist es um die Romulaner relativ still geworden. Bei DS9 spielten sie eine eher untergeordnete, in Voyager so gut wie überhaupt keine Rolle. Erst der Kinofilm Star Trek X - Nemesis stellte die Romulaner nach langer Zeit wieder in den Mittelpunkt. Dabei ist die Handlung allerdings sehr auf einen einzigen Antagonisten, anstatt auf die ganze Spezies konzentriert.

Ebenfalls interessant ist die Organisationsstruktur der Romulaner. Die erinnert sehr an die der alten Römer. Es gibt einen Zenturio und ein Praetor wird erwähnt, offenbar das Oberhaupt der romulanischen Kultur, der in den Schilderungen ein wenig an Cäsar erinnert. Auch die Gewänder der Romulaner haben unbestreitbar Ähnlichkeit mit Römer-Gewändern, wie wir sie aus Filmen kennen. Schon der Name Romulus weist auf eine solche Verbindung hin. Diese Verbindung zwischen den Römern und den Romulanern mag nicht sehr logisch erscheinen, da die Romulaner ja nicht von der Erde stammen, allerdings passt sie hier ganz gut, denn offenbar haben die Romulaner in Eroberung und Unterwerfung anderer Sternensysteme auch eine ähnliche Philosophie und Zielsetzung wie die Römer.

Die Handlung der Folge erinnert sehr an das typische Katz und Maus Spiel, das wir aus berühmten U-Boot-Kriegsfilmen wie "Jagd auf roter Oktober" kennen. Die gesamte Handlung scheint eine U-Boot-Geschichte gewesen zu sein, die man in den Weltraum verlegt hat. Das "toter Mann" spielen, das sowohl von den Romulanern als auch von Kirk praktiziert wird, erinnert zum Beispiel sehr an derartige Filme und Geschichten. Auch die Brücke des romulanischen Schiffes mit der spartanischen Einrichtung erinnert ein wenig an ein U-Boot.
Der Rest der Handlung lebt vom Konflikt der beiden Kommandanten. Auf der einen Seite der romulanische Kommandant (übrigens gespielt vom späteren Sarek-Darsteller Mark Lenard), der in dieser Geschichte einige sehr sympathische und auch menschliche Züge bekam. Er wird als kriegsmüder Kommandant dargestellt, der die Konsequenzen einer erfolgreichen Mission genau kennt, nämlich, dass ein neuer Krieg zwischen Romulus und der Föderation ausbricht. Da er gegen den Krieg ist, wäre es ihm am liebsten, wenn sein Schiff von der Mission nicht zurückkehren würde. Trotzdem erfüllt er seine Pflicht bis in den Tod. Obwohl der Kommandant damit sympatischer gemacht wurde, beging man nicht den Fehler ihn zu sehr zu vermenschlichen. Auf der anderen Seite haben wir Kirk, der ebenfalls den Krieg verhindern will, dazu aber groteskerweise Waffengewalt einsetzen muss. Im Konflikt der beiden Kommandanten laufen sowohl Mark Lenard als auch William Shatner zur Höchstform auf.
Lobenswert ist aber auch, dass auch der Rest der Stammcrew in der Folge berücksichtigt wird, auch wenn sich die Handlung auf Kirk konzentriert und der Rest der Crew oft nicht viel zu tun bzw. zu sagen hat.
Schön gemacht ist der Dialog zwischen Kirk und McCoy in Kirks Quartier, der ein wenig an den Dialog von Captain Pike und Dr. Boyce im Pilotfilm 1.00: Der Käfig erinnert.
Insgesamt zeichnet die Folge wie schon ihr Vorgänger ein recht düsteres Bild von der Galaxie und ihren Gefahren.

Ansonsten macht die Folge noch den Versuch sich mit Vorurteilen zu befassen. Lt. Stiles hat Vorurteile gegenüber Spock, weil er ebenso, wie die Romulaner spitze Ohren hat. Diese Thematik wird allerdings nicht sehr ernsthaft verfolgt und auch ihre Auflösung ist klischéehaft, denn Stiles wird, wie könnte es anders sein, von Spock gerettet, bei dem er sich anschließend entschuldigt und ihm von nun an vertraut.
Überhaupt ist die Folge stark mit Klischées beladen. Da passt es auch, dass ausgerechnet der Bräutigam Tomlinson, das einzige Todesopfer ist. Auch Kirks Worte, die er am Ende der Folge an Angela Martine richtet, dass ihr Verlobter nicht umsonst gestorben ist, ist inzwischen doch eine sehr abgedroschene Floskel.
Man könnte meinen, durch die vielen Klischées wird die Qualität der Folge gemindert, doch erstaunlicherweise ändern die vielen Klischées relativ wenig am Spaß, den man beim Ansehen der Folge hat und man sieht bei der ansonsten sehr spannenden Handlung gerne darüber hinweg.

Allerdings gibt es in der Handlung auch einige Fehler und Ungereimtheiten. Da wäre zunächst einmal Scottys Behauptung, das Romulanerschiff würde nur über Impulsantrieb verfügen. Das ist einfach nur Schwachsinn, denn ohne Warpantrieb hätte das Schiff nie und nimmer die neutrale Zone erreicht. Außerdem gibt die hier zum ersten mal in Star Trek erwähnte Tarnvorrichtung der Romulaner Rätsel auf. Die Tarvorrichung scheint hier in dieser Folge nur Unsichtbarkeit zu bewirken. Mit den Sensoren kann Spock das Schiff nämlich ohne Probleme orten, trotz aktivierter Tarnung. Fraglich ist dann allerdings, wieso die Romulaner den enorm hohen Energieverbrauch eingehen, wenn die Vorrichtung offenbar gar nichts bringt. Außerdem stellt sich die Frage, wieso die Enterprise so große Probleme hat, die Phaser genau abzufeuern, wenn die Sensoren zur Verfügung stehen. Stiles redet sogar davon, dass die Phaser blind abgefeuert werden. Das ist doch fragwürdig, mit Hilfe der Sensoren müsste man doch die Waffen viel genauer abfeuern können, als mit bloßem Sichtkontakt. Da scheint der Autor über die Funktionsweise der Sensoren nicht richtig informiert gewesen zu sein.

In Stiles Verdacht, Spock wäre ein Spion der Romulaner, sahen viele Fans damals eine Anspielung auf die McCarthy-Ära in den USA, in den 50er Jahren, als wahllos Bürger der USA als Spione der Sowjetunion verfolgt wurden, oftmals ohne dass dafür wirkliche Beweise existiert hätten.

In dieser Folge erfahren wir einige sehr interessante Details über den Krieg zwischen der Föderation und den Romulanern, die den Grundstein für den auch in den späteren Serien auftauchenden Konflikt zwischen den beiden Welten bildet. Nach der offiziellen Star Trek Chronologie wurde der Konflikt in den Jahren 2156-2160 ausgetragen. Gekämpft wurde mit primitiven nuklearen Waffen, die beiden Kriegsparteien haben sich nie zu Gesicht bekommen, da es noch keine visuelle Übertragungsmöglichkeit gab (eine Tatsache, die inzwischen natürlich zu einigen Ungereimtheiten geführt hat, da Captain Archers Schiff in der fünften Serie "Star Trek - Enterprise" durchaus über visuelle Übertragung verfügt und es natürlich auch äußerst unglaubwürdig erscheint, dass die Menschen in 150 Jahren keine visuelle Übertragung haben, da es ja bereits jetzt Bild-Telefone gibt). Nach einer verheerenden Niederlage für die Romulaner, wurde über Subraumfunk ein Friedensvertrag ausgehandelt, in dem die Neutrale Zone als Puffer zwischen beiden Welten festgelegt wurde. Über 100 Jahre lang wurden die Grenzen dieser neutralen Zone nicht verletzt, bis zu dieser Folge, in der das Romulanerschiff in die neutrale Zone und später in Föderationsgebiet eindringt. Leider bleibt offen, wieso die Romulaner ausgerechnet jetzt, nach über 100 Jahren Frieden, die Föderation angreifen.
Interessant ist noch die Mitteilung von Kirk an seine Besatzung, in der er sagt, dass die Enterprise notfalls zu opfern ist, wenn damit ein neuer Krieg zwischen Romulus und der Föderation zu verhindern ist. Dabei zeigt sich deutlich zu welch großen Opfern die Föderation bereit ist, wenn dadurch dauerhafter Frieden ermöglicht wird.

Grace Lee Whitney hat in dieser Folge ihren letzten von insgesamt 8 Auftritten als Yeoman Janice Rand. Sie steht dieses Mal nur wortlos im Hintergrund ohne eine Sprechrolle zu haben.
Drehbuchautor Paul Schneider schrieb auch 1.17: Tödliche Spiele auf Gothos.
Regie führte Stammregisseur Vincent McEveety.

Die deutsche Version, welche für Sat.1 hergestellt wurde, enthält alle Originalszenen und ist relativ gelungen. Die Tarnvorrichtung der Romulaner wurde mit "Unsichtbarkeitsschirm" übersetzt.
In allen deutschen Versionen fehlt am Ende der Episode ein kleines wortloses Stück, in dem im Original die Produzenten eingeblendet werden. In dieser Folge sieht man in dieser Sequenz Kirk, wie er nach dem Gespräch mit Angela Martine auf dem Korridor wieder Haltung annimmt.
Der deutsche Titel, der sich auf Lieutenant Stiles' Verdacht, Spock könne ein Spion der Romulaner sein, bezieht, ist im Vergleich zum amerikanischen Titel schlecht gewählt.
Janice Rand erhält hier zum wiederholten Male eine neue Synchronstimme, allerdings hat sie sowieso nicht viel Text.
Der Begriff "subspace radio" (=Subraumfunk) wurde aus unerfindlichen Gründen nicht übersetzt.
Für die DVD-Version wurde lediglich ein "Ja Sir" von Uhura hinzugefügt, da Uhura in einer Szene die Lippen bewegte, obwohl im Deutschen nichts zu hören war.

Die Spannung ist, wie schon in den vorangegangenen Folgen, auf konstant hohem Niveau, was der Folge wieder einmal eine Bewertung von 6 Punkten einbringt.
Die Special Effects ließen bei der Nachbearbeitung der Folge lange auf sich warten (deswegen wurde sie auch schon als 8. Folge gedreht, aber erst als 14. ausgestrahlt), sind aber auch entsprechend gut. Das Raubvogelschiff der Romulaner ist sehr interessant gestaltet, die Innenkulissen sind zwar sehr primitiv, was aber vielleicht auch beabsichtigt war, um die düstere Atmosphäre zu unterstreichen. Dafür sehen wir auf der Enterprise einige neue Kulissen. Da wäre zum einen die Messe, die in Wirklichkeit ein umgebauterTransporterraum ist und der Phaserkontrollraum, den wir bisher auch noch nicht gekannt haben. Einziges kleines Manko der Special Effects sind die Effekte bei den Phasern. Immer wenn davon die Rede ist, dass man die Phaser abfeuert, bekommt man den Torpedoeffekt zu sehen. Die Phasereffekte waren in diesem Umfang zu teuer und zu aufwendig für damalige Zeiten. Die Folge war schließlich auch so schon die zweitteuerste der gesamten Serie. Trotz dieses Fehlers erhalten die Effekte eine gute Bewertung. Die Handlung ist an manchen Stellen zu klischébeladen und hat auch einige unlogische Stellen, reicht aber immer noch zu einer guten Bewertung.

Bei Umfragen unter den amerikanischen Fans, nach der besten TOS-Folge, landet diese Folge fast immer unter den besten 5. Soweit würde ich vielleicht nicht gehen, trotzdem ist es eine sehr spannende Folge, die man getrost mit Gut bewerten kann.
Spannung: 6 SFX: 5 Handlung: 5 Gesamt: 5
Zusammenhänge
Grace Lee Whitney hat hier ihren letzten Auftritt in der Rolle von Yeoman Janice Rand. Sie hatte Auftritte in den Folgen
Grace Lee Whitney hat als Janice Rand auch Auftritte in den Kinofilmen Star Trek - Der Film, Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. Spock, Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart und Star Trek VI - Das unentdeckte Land. Sie hat außerdem einen Auftritt in der Voyager-Folge 3.02: Tuvoks Flashback.

Den letzten von 2 Auftritten hat John Arndt als Fields. Er spielt ihn auch in Folge 1.08: Miri, ein Kleinling. John Arndt spielt außerdem ein Crewmitglied in den Folgen 1.09: Der Zentral-Nervensystem-Manipulator und 1.22: Der schlafende Tiger.

In dieser Folge taucht zum ersten Mal in Star Trek Mark Lenard auf. Er spielt später in der Folge 2.01: Weltraumfieber Spocks Vater Sarek. Dieselbe Rolle spielt er in den Kinofilmen Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. Spock, Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart und Star Trek VI - Das unentdeckte Land, sowie in den TNG-Folgen 3.23: Botschafter Sarek und 5.07: Wiedervereinigung? Teil 1. Außerdem spielt er in Star Trek - Der Film einen klingonischen Captain.

Lawrence Montaigne (Decius) war zu Beginn der 2. Staffel als Ersatzschauspieler für Spock vorgesehen, als Leonard Nimoy eine zu hohe Gage forderte. Doch dann einigte man sich doch noch mit Nimoy. Montaigne durfte dafür in Folge 2.01: Weltraumfieber als Stonn auftreten.

Barbara Baldavin, die hier Angela Martine spielt, hat bereits in der nächsten Folge 1.15: Landurlaub einen weiteren Auftritt. Sie spielt dort Angela Teller. Außerdem spielt sie Baker in der Folge 1.22: Der schlafende Tiger und einen Kommunikationsoffizier in 3.24: Gefährlicher Tausch.

Vince Deadrick, der hier einen Romulaner spielt, sahen wir bereits in 1.07: Der alte Traum als Ensign Matthews.

Ihren ersten Auftritt in Star Trek haben in dieser Folge die Romulaner. Sie treten in den Folgen 2.12: Wie schnell die Zeit vergeht und 3.02: Die unsichtbare Falle auf. Außerdem haben sie zahlreiche Auftritte in den neuen Star Trek Serien, vor allem in der TNG.
Kleine TOS-Statstik
1. zerrissene Shirts von Kirk: 0
Kirks Shirt bleibt in tadellosem Zustand.
2. Anwendungen von Spocks Nackengriff: 0
Keine betörten Frauen dieses Mal.
3. Spocks "Faszinierend": 0 mal
Spock fasziniert hier nichts.
4a. Spocks "logisch": 0 mal
Spock findet hier überhaupt nichts logisch.
4b. Spocks "unlogisch": 0 mal
Spock findet dieses Mal nichts logisch.

Aber:
Der romulanische Kommandant sagt: "Er denkt logisch, deswegen weiß er, was ich denke."
5. McCoys: "Ich bin Arzt und kein...": 0 mal
McCoy darf seinen berühmten Satz nicht sagen.
6. McCoys: "Er ist tot, Jim." und Variationen: 0 mal
Alle leben noch, Jim.
7. tote Rothemden: 0
Auch diesen Satz sagt er diesmal nicht.
8. hysterisch kreischende Frauen: 0
Mit Tomlinson stirbt mal wieder ein Gelbhemd.
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Ausdruck vom: 08. 02. 2012
Stand des Reviews: 21. 04. 2010
URL: http://www.startrek-index.de/tv/tos1_14.htm