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  4.26 Der Kampf um das klingonische Reich Teil I  
  Redemption Part I  
 

von Yann-Patrick Schlame

 
 
 

Episodenbeschreibung

Sternzeit: 44995,3
Die Enterprise ist auf dem Weg zum klingonischen Heimatplaneten, wo Picard die Einsetzungszeremonie des Nachfolgeritus für Gowron abschließen soll. Unerwartet kommt die Bortas, das Schiff von Gowron, der Enterprise entgegen. Gowron sagt, dass er und Picard einen Bürgerkrieg innerhalb des klingonischen Reiches verhindern müssen, da die Familie des toten Duras etwas plant. Dessen Schwestern, Lursa und B'Etor, haben offensichtlich vor, die Macht an sich zu reißen, obwohl Frauen die Mitgliedschaft im Hohen Rat der Klingonen untersagt ist.
Als Worf Gowron zum Transporterraum geleitet, bittet er ihn, seine Ehre wieder herzustellen, da es der Vater von Duras war, der den Verrat auf Khitomer beging und Worf die Entehrung nur angenommen hatte, um das Reich zu schützen. Doch Gowron meint, dass seine Position zu schwach ist, so dass er Worf nicht helfen kann.
Daraufhin nimmt Worf Urlaub. Er trifft sich mit seinem Bruder Kurn, der seine eigenen Vorstellungen hat: Da er Gowron für schwach hält und Lursa und B'Etor nicht traut, möchte er mit mehreren Verbündeten den Hohen Rat absetzen und neu gründen. Aber Worf ist der ältere Bruder, und er hat seinerseits einen Plan: Warten, bis die Situation für Gowron eng wird, und ihm dann Hilfe anbieten. Als Gegenleistung soll Gowron die Ehre von Worfs Familie wieder herstellen. Kurn ist einverstanden und reist ab, um die verbündeten Kommandanten zu überzeugen.
Am nächsten Tag leitet Picard die finale Zeremonie ein, doch es taucht unerwartet noch jemand auf, der Anspruch erhebt: Toral, der Sohn von Duras. Toral ist noch ein halbes Kind und wird offensichtlich von Lursa und B'Etor, die ihn begleiten, kontrolliert. Picard will sich Zeit nehmen, um Torals Anspruch zu prüfen. Während Worf von Kurn erfährt, dass sie drei Kommandanten auf ihrer Seite haben und nur einer abgelehnt hat, erfährt man, dass die Familie von Duras mit den Romulanern paktiert - was Picard und Gowron allerdings verborgen bleibt.
Bevor Picard seine Entscheidung bekannt gibt, will Worf auf der Enterprise Zugriff auf die Dateien haben, die beweisen, dass sein Vater nicht den Verrat auf Khitomer begangen hat. Doch Picard verweigert ihm den Zugriff, denn die Föderation muss in diesem Konflikt unbedingt ihre Unabhängigkeit wahren, um nicht in den Bürgerkrieg hineingezogen zu werden, dessen Ausbruch kurz bevorsteht. Stattdessen macht er die Informationen jedem verfügbar, der sie einsehen will, gibt aber zu bedenken, dass er nicht noch mehr tun kann, um Worf in diesem Konflikt zu unterstützen.

Später wird Picard von Lursa und B'Etor eingeladen, die ihn überzeugen wollen, Toral in den Nachfolgeritus aufzunehmen, doch Picard durchschaut ihr Spiel: Lässt er das zu, dann wird Gowron schon bald getötet, und die beiden Frauen führen mittels Toral das Reich. Gibt er dem Jungen keine Chance, werden die Schwestern ihm vorwerfen, im Interesse der Föderation zu handeln, und einen Krieg anzetteln. Ihm steht also keine leichte Entscheidung bevor.
Trotzdem gibt er am nächsten Tag bekannt, dass Toral noch zu jung und unerfahren ist und ernennt Gowron zum Führer des klingonischen Reiches. Dabei schließt sich die Mehrheit des hohen Rates den Schwestern des Duras an.
Später bietet Worf Gowron seine Hilfe sowie die seines Bruders und dessen Verbündeter an. Aber Gowron verlangt zusätzlich noch die Hilfe der Sternenflotte, die Worf ihm allerdings nicht bieten kann, da Picard sich aus dem Konflikt heraushalten wird. Da wird die Bortas angegriffen. Schweren Herzens bleibt Picard nur, die Enterprise in sichere Entfernung zu bringen, um nicht in den Krieg verwickelt zu werden. In letzter Sekunde kommt Kurn der Bortas zu Hilfe.

Daraufhin wird die Einsetzungszeremonie abgeschlossen, und Gowron stellt Worfs Ehre wieder her, da er sich im letzten Kampf an Bord der Bortas bewährt hat. Nun ist Picards Aufgabe beendet, und er zieht sich zurück. Er befiehlt Worf, den Dienst wieder aufzunehmen, doch Worf fühlt sich Gowron verpflichtet und beendet seinen Dienst bei der Sternenflotte. Picard verabschiedet sich von ihm und lässt einen Teil der Mannschaft sowie alle Führungsoffiziere antreten, als Worf die Enterprise verlässt.
Abschließend beraten sich Lursa, B'Etor, Toral und einige Romulaner über den Rückzug der Enterprise. Während Toral Picard für einen Feigling hält, tritt eine Romulanerin aus dem Schatten und erklärt, dass man Picard noch nicht abschreiben darf, da die Menschen die unangenehme Angewohnheit haben, immer dann zu erscheinen, wenn man sie am wenigsten erwartet. Die Romulanerin sieht aus wie Tasha Yar...

Bestes Zitat, von Gowron an die Mitglieder des hohen Rates gerichtet, die sich von ihm abwenden:
"Dann geht. Euer Blut wird fließen auf dem Weg in die Zukunft."

Bewertung

Der erste Teil der Doppelfolge "Der Kampf um das klingonische Reich" bildet Höhepunkt und Abschluss der vierten Staffel von TNG. Zum zweiten Mal wurde damit eine Staffel mit einem Cliffhanger beendet, der viele Optionen und Fragen für die Fortsetzung offen lässt. Dabei wurde der kontinuierlich entwickelte Handlungsfaden um Worfs Zugehörigkeit und das klingonische Reich wieder aufgegriffen, so dass man einige bekannte Gesichter sieht und mit neuen Feinden konfrontiert wird. Als besonders gelungen erwies sich die Einführung der Schwestern Lursa und B'Etor, die weit über diese Episode hinaus Teil von Star Trek bleiben, bis sie schließlich im Kinofilm "Generations" getötet werden. Die Figur des Gowron wird noch bei DS9 eine wesentliche Rolle spielen.
Ausführung und Effekte dieser Episode bewegen sich auf hohem Niveau, und es wird viel Wert gelegt auf die präzise Beobachtung der handlungstragenden Charaktere sowie ihrer jeweiligen Motivation. Besonders Picard hat einige schwere Entscheidungen zu treffen, da von ihm das Schicksal des klingonischen Reiches und indirekt auch das der Föderation abhängt. Sehr schwer ist es ihm gefallen, Worf vor die Wahl zwischen Föderation und Klingonen zu stellen, obwohl dies auch ein geschickter Schachzug war: Zum einen konnte man der Föderation keine Einmischung mehr vorwerfen, sobald Worf seinen Dienst bei der Sternenflotte beendet hat. Zum anderen ist sich Picard über Worfs Fähigkeiten bewusst, die nun Gowron zur Verfügung stehen und möglicherweise helfen, den Konflikt positiv zu beeinflussen. Trotz des Risikos, Worf für immer zu verlieren, überwiegen doch die taktischen Vorteile dieser Entscheidung, die Picard herbeigeführt hat. Das erklärt auch, weshalb er sich in bestem Einvernehmen von Worf verabschiedet.

Mit der vielschichtigen Story ist Autor Ronald D. Moore ein Meisterwerk gelungen, das hervorragend umgesetzt wurde und mit dem zweiten Teil eine würdige Nachfolge findet, die sich - wie schon "Angriffsziel Erde" als zweiter Teil der Borginvasion am Anfang dieser Staffel - spannend entwickelt und andere Wege geht, als man vielleicht erwarten würde.

Insgesamt hält "The Next Generation" mit der vierten Staffel ein hohes Niveau, das bereits in der dritten Staffel erreicht wurde. Neben der Fortführung mehrerer Handlungsstränge, die aus den vorhergehenden Staffeln stammen (z.B. Q, Lwaxana Troi, Klingonen) wurden erneut fremde Spezies und Wesen eingeführt, die den für TNG und TOS charakteristischen Eindruck von Größe aufkommen lassen. Dabei zeigt sich der Alpha-Quadrant in einer Vielschichtigkeit, die die Eigenständigkeit der Serie ausmacht.

Auf die Entwicklung der Charaktere wurde mit mehreren Episoden eingegangen. Besonders erfreulich sind die regelmäßigen Auftritte Whoopi Goldbergs (Guinan) und Colm Meaneys (Chief O'Brien), von denen vor allem Letzterer mit einem Hintergrund und Privatleben ausgestattet wurde, was ihm auf der einen Seite etwas Freiheit nimmt, ihn auf der anderen Seite aber auch glaubwürdiger erscheinen lässt.
Mit mehreren Episoden wurde auch Geordis Gefühlsleben unter die Lupe genommen, während die meisten anderen Personen nicht ganz so intensiv betrachtet wurden.
Größtenteils sind Maske, Effekte und Kulissen ordentlich, doch sind aufgrund des begrenzten Budgets insbesondere die Effekte für sich genommen nicht immer glaubwürdig, sondern erinnern mitunter an die Technik, die schon bei TOS eingesetzt wurde. Allerdings steigt das Niveau dabei kontinuierlich an.
Abschließend ist die vierte Staffel insgesamt überzeugend und zeigt Star Trek in Höchstform.

 
 
 

Spannung

SFX

Handlung

Gesamt

 
 
 

Zusammenhänge

Änderungen

  • 21.9.2017: Infos zu Tony Todd ergänzt.


 
 
 
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  Druckbare Version

 Erstausstrahlung USA:
  17. 6. 1991

 Erstausstrahlung D:
  24. 3. 1994

 Regie:
  Cliff Bole

 Buch:
  Ronald D. Moore

 Gaststars:
  Denise Crosby
  J. D. Cullum
  Whoopi Goldberg
  Nicholas Kepros
  Barbara March
  Tom Ormeny
  Robert O'Reilly
  Ben Slack
  Tony Todd
  Gwynyth Walsh



  Zuletzt geändert:
  2017-09-21, 17:42
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